Therm-a-Rest Slacker Snuggler Underquilt

  • Da mein selbstgenähter DIY-Underquilt "Hysooqui" aufgrund seiner fluffigen Climashield-Füllung recht voluminös im Packmaß ausgefallen ist, habe ich mir für die lauen Sommernächte den Therm-a-Rest Slacker Snuggler zugelegt. Ich wollte etwas haben, was weniger Platz in der Tasche einnimmt und wärmemäßig nicht droht, im Sommer überdimensioniert zu sein, so dass ich nachts zu sehr in der Hängematte schwitze.


    Den Slacker Snuggler habe ich im Internet im Winter für 62 Euro gekauft und konnte ihn nun während des Sommers mehrmals einsetzen. Nun gehen die Temperaturen in der Nacht langsam wieder Richtung 10° Celsius, so dass die Saison der lauen Sommernächte wohl vorbei scheint. Hier ist mein Erfahrungsbericht.




    Die Daten:


    Gewicht: 440 g
    Packmaß lt. Hersteller: 30 x 25 cm; meine Messung ergab 33 x 38 cm
    Länge lt. Hersteller: 203 cm Breite: 127 cm; meine Messung ergab eine Länge von 213 cm
    Material Außenhülle/Futter: 20D Polyester Ripstop/20D Polyester
    Isolierung: eraLoft Polyester Mikrofaser
    Farbe: oliv


    Mit seinem Packmaß erinnert der Slacker Snuggler an ein kleines Kopfkissen und kann noch etwa zur Hälfte des Volumens komprimiert werden. An den UQ ist eine Tasche eingenäht. Zum Verstauen krempelt man die Tasche einfach um und verstaut den UQ - vergleichbar einer leichten Regenjacke - in dieser und verschließt sie mit einem Reißverschluss. Die Tasche kann auch für Kleinkram genutzt werden, wenn der UQ hängt und ist auf der linken Seite aus der Hängematte heraus erreichbar.




    An den Enden des UQ ist am Fuß gelbes 4-mm-Shockcordband fest verknoten, am Kopfende eine dünne Polyesterschnur, deren Länge vergleichbar einer Zeltabspannung verkürzt oder verlängert werden kann. Somit kann der Slacker Snuggler nicht wie bei vielen anderen UQs an Schnüren seitlich der Hängematte verschoben werden, aber ist dennoch für unterschiedlich lange Hängematten einstellbar. Er ist konturiert genäht und verjüngt sich an den Enden, was ihm eine "natürliche" Muldenform verpasst, wenn man ihn unter die Matte hängt. Die EraLoft Isolierung wärmt wie jede andere Kunstfaserfüllung auch noch bei Nässe.




    Zuerst einmal: ich bin mit seiner Wärmleistung durchaus zufrieden. Das silbrige Innenmaterial reflektiert die Körperwärme spürbar und auch der sanfte Sommerwind wurde anständig geblockt, so dass ich in warmen Sommernächten keinerlei Fröstelei verspüren musste. Bei meinem letzten Ausflug ging die Temperatur allerdings am frühen Morgen auf 11°C runter und damit war der Komfortbereich für mich unterschritten. Der Körperrumpf war mit Yogahose, Longsleeve und Daunenweste zwar konstant warm, aber an den Gliedmaßen habe ich dann doch gefröstelt, wenngleich auch nicht wirklich gefroren.


    Die sich verjüngenden Enden und die damit vorgegebene Form sind eher ein Problem, besonders wenn man mit einer langen Hängematte diagonal schläft. Wie sich herausstellte, muss man sehr darauf achten, dass das Kopfende des Snugglers auch hoch genug positioniert ist. Sonst schmiegt sich die vorgegebene Passform nicht gleichmäßig an den Rumpf, sondern es bildet sich im unteren Bereich einen relativ großer Luftraum zwischen UQ und Hängematte, der u. U. Kältebrücken motivieren könnte. Erschwert wird dieses potentielle Problem dadurch, dass die Enden mit nicht-dehnbarem Polyesterband gesäumt sind, was bei mir zumindest am Fußende eine Öffnung ließ, aus der erwärmte Luft entweichen könnte (siehe Foto unten). Allerdings habe ich in den Sommernächten nicht mit Kältebrücken zu kämpfen gehabt, auch war der Druck vom Polyestersaum kaum zu spüren.



    Der Einsatz mit der Warbonnet Blackbird XLC war okay, wenngleich die sich verjüngenden Enden in Kombination mit der UQ-Breite dazu geführt hat, dass die WBBB-Footbox über die Kontur des Slacker Snugglers hinausreichte (siehe Foto). Als Diagonalschläfer muss man sich somit entscheiden, ob man die Füße in der Isolation haben will (was durchaus geht), dafür aber die diagonal gegenüber liegende Schulter nicht mehr ganz vom UQ bedeckt ist. Ich habe mich für die bedeckte Schulter entschieden und habe gegen kalte Füße eine kleine Sitzunterlage aus Schaumstoff unter meine Füße in die Footbox gelegt, was gut geklappt hat.


    FAZIT:


    Ich bin recht zufrieden mit dem Them-a-Rest Slacker Snuggler. Milde Sommernächte steckt er gut weg, seitlicher Wind war kein Problem und auch die Wärmereflektion war gut. Bis 15° Celsius konnte ich mich auf ihn verlassen, darunter wurde es langsam frisch. Das Packmaß entspricht einem dünnen Daunen-UQ, für den man allerdings mehr ausgeben muss als 62 Euro. Einschränkungen hat er bei der Passform, besonders weil der Schnitt des UQ nicht für die Diagonallage optimiert ist, die wir hier im Forum mit den längeren Hängematten gerade anstreben. Bei wärmeren Sommernächten waren aber kalte Füße kein Problem.


    Somit stellt er für mich eine respektable Alternative zur Isomatte dar und ist für Sommerhänger, die nicht so viel Geld für einen Underquilt ausgeben aber es trotzdem mal ausprobieren wollen, vielleicht eine Option. Ich will zumindest nicht von ihm abraten, wenngleich es bessere UQ-Systeme gibt, und werde ihn auch im nächsten Sommer wieder benutzen wollen.

  • Wie gesagt, ich habe den Slacker Snuggler mit meinen 330+ cm langen Hängematten benutzt und es hat mit der Einschränkung der sich verjüngenden Enden bei Diagonallage funktioniert. Für Kinder könnte es noch besser klappen. Der Underquilt selbst ist knapp über 200 cm lang, so dass Kinder da auch mehr Raum haben, um gut isoliert schräg zu liegen. Vom Preis her kommt er Eltern bestimmt entgegen (und vom Packmaß wohl auch ;))

  • Danke für den Bericht!


    Ich habs Deinem Text nicht entnehmen können, was hattest Du für drüber genutzt? Topquilt oder einen geschlossenen Schlafsack?
    Welchen?


    Das Packmaß und das Gewicht ist geil.
    Selbst mein kleinster UQ ist noch so groß, wie ein Sommerschlafsack. Und hängt aussen am Rucksack dran.
    Mit dem Packmaß, wäre der UQ IM Rucksack.

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    SAVE THE DATES:

    03.10. - 06.10.19 Hängemattenforum Herbst Treffen Mengerschied

    30.04. - 04.05.20 Hängemattenforum Sommer Treffen Mengerschied

  • Im Sommer benutze ich immer einen High Peak Mumienschlafsack mit Kunstfaserfüllung (Komfortzone bis +15 °C), den ich vor ein paar Jahren für'n Zehner im Supermarkt gekauft habe. Den öffne ich bis nach unten, so dass nur noch eine Footbox übrigbleibt und lege ihn mir dann wie eine Decke über den Körper. Also Topquilt für Arme sozusagen. Wieso fragst du?

  • Wie an anderer Stelle angekündigt hier noch ein paar Gedanken meinerseits zu dem guten Stück. Grundsätzlich kann ich mich dem gesagten voll anschließen. Gekauft habe ich es Ende letzten Jahres als Ergänzung zu einer kurzen Amazonas Adventure Hängematte, Ziel war es zunächst nur einen leichten UQ zu haben um die Hängematte auch bei einer Tagestour im Herbst/Winter/Frühling nutzen zu können. An den Einsatz mit einer längeren Hängematte habe ich dabei nicht gedacht.


    Aufgrund des geringen Gewichts und dem erschwinglichen Preis habe ich erstmal keine Wunder erwartet, war dann aber doch recht überrascht von der doch anständigen Isolationsleistung, für den angedachten Einsatzzweck tagsüber hat sie sich voll bewährt, ich habe sie aber auch zwischenzeitlich für eine Übernachtung genutzt.


    Der Schnitt ist allerdings selbst für so eine kleine Hängematte suboptimal, die Abspannpunkte sind zu nah beisammen so dass der Schnitt imho einfach nur Sinn für eine noch viel kleinere Hängematte machen würde. Sobald man einigermaßen diagonal liegt, hängen die Füße über den UQ hinaus. Eine der beiden Schultern ist bei mir dann auch nur knapp bedeckt, was sich aber als unproblematisch herausgestellt hat. Auch das überhängen der Füße ist halb so wild, da die Amazonas Hängematte auch so klein ist, dass die Füße bißchen raushängen und die Isolation vom Topquilt funktioniert.


    Zur Isolationsleistung: Während der Nacht ist die Temperatur von ca. 18° um 20 Uhr auf eine Tiefsttemperatur von ca. 6-7° am frühen Morgen abgesunken. Bis ca. 4:30-5:00 Uhr war es aber tatsächlich noch einigermaßen angenehm, wenn auch nicht toasty. Der Topquilt war ein Cummulus 250 (4° comfort). Ich bin aber nicht besonders verfroren und würde mich der obigen Einschätzung anschließen, dass die Komforttemperatur wohl im deutlich zweistelligen Bereich anzusiedeln ist.


    Mein Fazit: Wenn Gewicht und Preis eine Rolle spielen, ist es eine sehr brauchbare und preiswerte Option in Kombination mit einer kurzen Matte. Ich bin glücklich damit, würde das gute Stück aber eben nur unter den genannten Vorzeichen empfehlen.

  • Aufgrund der suboptimalen Situation mit den Füßen diagonal in den sich verjüngenden Enden zu liegen, habe ich gestern noch eine kleine DIY-Modifikation am T-a-R Slacker Snuggler durchgeführt.



    Ich habe ihn "gekürzt", indem ich ihn mittels zweier Schlaufen an den Längsseiten zum 3/4-UQ degradiert habe. Orientiert habe ich mich an der Länge des Warbonnet Yeti von knapp 160 cm, wobei ich das sich verjüngende Kopfende hier mit eingerechnet habe. Vom Fußende aus gesehen habe ich 58 cm weiter oben die Schlaufen gesetzt und mit einem entsprechend längeren Shockcord versehen, das um den Whip am Fußende der HM gelegt wird.



    Das jetzt überschüssige Material habe ich einfach mit der ursprünglichen Shockcord-Befestigung nach innen eingeschlagen. Die Breite des gekürzten Endes liegt jetzt bei 100 cm (wie beim Yeti), so dass ich von innen betrachtet beim Liegen weiterhin gut ummantelt bin. Von der Länge her reicht mir der gekürzte UQ nun in meiner diagonalen Standardlage bis zu den Waden, was für den Sommer okay ist.



    Nun gibt es auch keinen Konflikt mehr mit der Footbox bei der Warbonnet XLC in Konkurrenz zu der Abdeckung meiner Schulterpartie. Dadurch, dass das untere Ende nur nach innen eingeschlagen ist und keine Möglichkeit zum Zusammenschnüren und gegen Kältebrücken hat, besteht natürlich die Gefahr, dass die warme Luft entweicht.


    Da ich den Slacker Snuggler aber nur bis +15°C in den Sommernächten einsetzen will, bin ich ganz optimistisch, dass der UQ einen weiterhin gut vor Wind schützt und auch so die Körperwärme in der Nacht zufriedenstellend reflektiert. Zumindest war der halbstündige Test heute diesbezüglich positiv.


    Ich bin gespannt auf den nächsten Onenighter als Praxistest ... :S

  • Habe den von mir "gekürzten" T-a-R Slacker Snuggler nun beim August-Onenighter des Berliner Stammtischs benutzt und bin sehr zufrieden. Mit dabei hatte ich meine fünfte DIY-Hängematte – "Coconut" (340 cm, 1.6 oz Hexon W, 40D, Coyote Brown, 395g) und drum herum ein selbstgenähtes Fronky-Moskitonetz.


    Habe gut darin geschlafen, die Füße hatten genug Spielraum, nichts hat mehr gedrückt. Durch die Entlastung am Fußende hat sich der UQ sogar besser an meine diagonale Liegeposition angepasst. Kopf und Schultern waren von unten gewärmt, ich musste den Slacker Snuggler nur nach dem Einstieg nachjustieren. Eindeutig eine Verbesserung für mich. So komme ich gut durch den Sommer :thumbup: