Gefährliche Tiere - Einbildung oder Realität?

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  • Guten Morgen,

    hier mal meine Erfahrungen. Ich bin noch nicht so lange schlafend draußen unterwegs. Am Anfang zu zweit mit einem Kumpel. Jedesmal wenn wir unterwegs waren, waren Wildschweine dabei die nachts laut grunzten. Mein Kumpel hat die nie gehört. Ich war hellwach, denn sie waren vermutlich in der Nähe. Adrenalin ohne Ende. War ich alleine unterwegs, waren die nie da. Bis ich mal auf die Idee gekommen bin, dass mein Kumpel in seinem Zelt (mit Schlafapnoe) schnarcht. Und zwar bis er keine Luft mehr bekommt und dann plötzlich wieder Luft holt. Ich schwöre, es klingt wie ein Grunzen ^^.

    Dann lag ich mal in meinem Zelt in der Not mitten auf einem Weg,

    da ich nach 1,5 Stunden Suche einfach keinen ebenen Platz gefunden hatte. Weit vom nächsten Dorf entfernt war dann gegen 22 Uhr ein Bellen zu hören. Ich denke, verflixt, wer geht denn nachts mit seinem Hund spazieren? Wieder Adrenalin. Dass es schreckende Rehe waren, darauf kam ich dann später ^^

    Ich habe mich dann mit meinen "Ängsten" beschäftigt, gut finde ich diesen Artikel: https://judithimgrund.de/was-du-gegen-a…ern-tun-kannst/ und diverse Videos vom Mann im Wald, z.B. das hier:

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    Dann habe ich mir noch Audiofiles von nachtaktiven Tieren angehört und siehe da - wenn ich jetzt im Wald liege, weiß ich einfach mehr als noch vor 1,5 Jahren, was um mich herum geschieht und habe auch Spaß dabei, wenn ich den weiblichen Kauz höre und lausche, ob das Männchen antwortet usw.

    Anfangs bin ich recht naiv in den Wald gestolpert und habe irgendwo mein Zelt aufgeschlagen. Heute versuche ich immer mehr zu verstehen, wo ich mich gerade befinde, und darüber möchte ich noch mehr wissen. Wenn ich also den Waldweg verlasse um mir meinen Schlafplatz zu suchen, dann versuche ich das immer bewusster zu tun, nicht nur zwei Bäume mit dem richtigen Abstand zu finden, sondern auch:

    • was für ein Wald ist das?
    • gibt es Spuren, wenn ja, von wem? Wildpfade?
    • ist eine Wasserstelle oder Suhle in der Nähe?
    • Windschneisen?
    • wie nah ist die Dickung?
    • kranke, gesunde Bäume?
    • was für Bäume? Buchen und Eichen -> Nahrung für Wildschweine oder hänge ich mich lieber unter Fichten, Birken, etc.?

    Was ich sagen will: wir leben in der Regel in Städten und Siedlungen und das ist unser Zuhause. Wenn hier Wildschweine oder Waschbären auftauchen, sind sie die Eindringlinge. Übernachten wir im Wald, dann sind wir im Wohnzimmer der Tiere. Wenn ich also dort zu Gast bin, dann ist es mein persönliches Ziel, immer mehr von meinen Gästen und deren Kultur und Gewohnheiten zu erfahren. Das ist so, als würde ich Urlaub in einem fernen Land machen, da kaufe ich mir auch ein Buch über deren Kultur, die Währung, übe die wichtigsten Wörter usw.

    Es geht mir nicht nur darum, dann im Wald weniger Angst (habe ich kaum noch), sondern auch mehr Freude zu haben, einfach zu wissen "wo bin ich hier eigentlich gerade", welche Art von Wald, welche Tiere sind vermutlich hier, welche Jahreszeit bedeutet gerade was - Brunft, Schonzeit, usw. störe ich daher gerade oder muss ich eher aufpassen weil die Typen gerade voll Testosteron sind usw. Mache ich Feuer oder nicht...

    Und dann kommt es für mich auch noch auf die Haltung an, mit der ich die Pfade verlasse und auf die Suche nach einem Schlafplatz gehe. Ich frage tatsächlich die Pflanzen und Tiere, ob ich hier willkommen bin und höre letztlich auf meine Intuition. Mal Inne halten. Und ich bedanke mich nach der Nacht für die Bäume an denen meine Matte hing und für einen (bisher) ruhigen Platz. Klingt schamanisch und so ist es auch gemeint ;)

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