Schuhe putzen, bevor man den Wald betritt

  • Hand aufs Herz: Wer hat schon mal die Schuhe geputzt, bevor er einen Wald betreten hat? Ich vermute, eher das Umgekehrte sei der Fall. Deshalb habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich auf dem «East Highland Way» in Schottland dieses Hinweisschild gesehen habe (roter Rahmen von mir):


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  • Ja, ich kenne so etwas aus Neuseeland. Auf ein paar Wanderwegen gab es sogar Fuß- bzw. Stiefelbecken, wie ich das noch aus meiner Kindheit von vielen Schwimmbädern her kenne. In den USA war es wegen unerwünschter, blinder Passagiere auf diversen Campingplätzen verboten, sein eigenes Brennholz mitzubringen. Vermutlich werden ähnliche Maßnahmen auch bei uns in Deutschland alltäglich werden. Dieses Jahr ist z.B. der Buchsbaumzünsler bei uns angekommen. Sehr unschön, aber allemal besser als der Eichen-Prozessionsspinner. Wenn der ankommt, dann gute Nacht. Die Natur schlägt zurück.

  • Den Buchsbaumzünsler haben wir bei uns in der Schweiz schon seit einigen Jahren. Die befallenen Buchsbäume sehen echt himmeltraurig aus. Den Eichen-Prozessionsspinner respektive vielmehr dessen Raupen, oft acht oder neun Raupen in einer Prozession (daher der Name), habe ich Anfang November 2014 in der Gegend nach Cahors auf einem der französischen Jakobswege (Via Podiensis) beobachten können. Die Eichen machen in jener Gegend einen sehr hohen Anteil der Bäume aus. Daher auch der volksetymologisch beeinflusste Name der Region: Quercy. Eigentlich vom lateinischen Namen für Cahors (Divona Cadurcorum) kommend, klingt in der Regionsbezeichnung die Eiche (lat. Quercus) an.

  • Die Pflicht zum Schuheputzen gibt es sogar beim Betreten eines Landes. Auf dem Flughafen von Auckland (Neuseeland) wurden die vor mir in der Einreiseschlange stehenden Backpacker wegen ihrer dreckigen Schuhe angeschnauzt und angewiesen, diese sofort zu reinigen. Bei Zuwiderhandlung wurde ihnen eine Strafe, von (ich glaube) 500 NZ$ angedroht. Als einer der Backpacker rummaulte, wurde er daraufhingewiesen, daß man ihm auch die Einreise verweigern könne, falls er nicht sofort mit dem Schuhputzen begänne.
    Der Sinn dieser strengen Maßnahmen erschloss sich mir jedoch vollumfänglich, als ich in einer Broschüre des Department of conservation Vorher-Nachher-Bilder sah, auf denen die Schädigung der Natur durch eingeschleppte Schädlinge gezeigt wurde.
    Also bitte daran halten, wenn man zum Schuhputzen aufgefordert wird! Die Natur bleibt dann eine Weile länger intakt.

    Faultier müsste man sein! Da könnte man den ganzen Tag einfach nur rumhängen. :)

  • Solche Maßnahmen gibt es seit vielen Jahren auch schon im Nordschwarzwald: Bei dem Hochmoorgebiet von Kaltenbronn gibt es einen Blockbohlenweg, der am Anfang aus lauter querliegenden Rundhölzern betsteht: dazu steht dort auf einer Tafel, dass dadurch die Schuhe so gewalkt werden, dass viel Schmutz runterfällt, der eben nicht ins das nährstoffarme Hochmoor hineingetragen werden soll.