Da ich am Freitag der Nähwut folgend meine erste Hängematte aus dem «1.6oz HyperD XL Diamond Ripstop Nylon» genäht habe und das Wetter am Wochenende so schön einladend war, bin ich meinem Instinkt gefolgt und habe den Jolimont besucht, einen Hügel zwischen dem Neuenburger- und dem Bielersee, den ich schon lange mal besuchen wollte. Am Sonntag war ich ganz in der Nähe von dort eingeladen, so lag es auf der Hand, endlich mal diesen Hügel ein wenig zu erkunden.
Hier ein Kartenausschnitt des Hügels ungefähr im Massstab 1:25'000:
Der Hügelzug im schweizerischen Seeland ist nichts Spektakuläres, aber hat doch einiges zu bieten. Er liegt östlich vom Zihlkanal, der die beiden genannten Seen miteinander verbindet und im Rahmen der Juragewässerkorrektur im 19. und 20. Jahrhundert angelegt worden ist. Obwohl im deutschsprachigen Gebiet der Schweiz gelegen, trägt er dennoch einen französischen Namen.
So bin ich am Samstag gegen Abend mit dem Zug nach Gampelen gefahren und habe den «Berg» von Süden her in Angriff genommen. Als erstes ist mir aufgefallen, dass der Hügel ziemlich steil ansteigt. Trotzdem war ich bald oben und habe sofort angefangen, den Wald nach einem passenden Platz für die Hängematte abzusuchen. Fündig geworden bin ich schliesslich in unmittelbarer Nähe einer Waldhütte, wo auch eine «Spielgruppe» Zeit in der Natur zu verbringen scheint, wie man an den dortigen «Bauten» im Wald leicht erkennen konnte.
Gekocht habe ich mir angesichts der einbrechenden Dunkelheit nichts mehr, um 21 Uhr habe ich mich in die Hängematte gelegt und bin abwechselnd eingeschlummert und wieder aufgewacht (mehr dazu hier). Um etwa 7 Uhr am Sonntagmorgen habe ich mich mit dem Gedanken angefreundet, die Hängematte zu verlassen und gemütlich alles abzubauen, natürlich nicht, ohne vorher noch ein paar Fotos zu machen:
Vom einen Baum, den ich zum Aufhängen der Hängematte benutzt habe, geht ein Seil weg. Dieses stützt das Dach des Lagerplatzes der genannten «Waldspielgruppe». Das Seil ist vorbildlich baumschonend angebracht worden, was mich sehr gefreut hat:
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Überhaupt scheinen die Kinder da jede Woche eine tolle Zeit im Wald verbringen zu dürfen, anscheinend auch bei Regen:
Bei der erwähnten Waldhütte gab es einige Tische und Bänke. Hier habe ich mir dann einen Kaffee gekocht:
Nachdem ich in Ruhe Kaffee getrunken hatte, spielte ich ein wenig auf dem «Hümmelchen» (deutscher Dudelsack aus der Renaissance-Zeit, der in den letzten Jahren nach Skizzen aus der damaligen Zeit rekonstruiert worden ist), da ich am Geburtstagsfest ein, zwei Stücke darauf vorspielen wollte. Plötzlich hörte ich hinter mir Applaus. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass eine Spaziergängerin mit zwei Hunden sich genähert hat. Ich habe die Frau dann ein wenig über den Jolimont ausgefragt und ein paar hilfreiche Tipps bekommen.
Gleich neben dem Lagerplatz fliesst ein kleiner Bach vorbei:
Da ich nicht sicher war, wo die Quelle liegt (die genaue Karte hat mir nun – wieder zuhause – verraten, dass die Quelle nur ein paar Schritte weiter oben gewesen wäre), habe ich ihm kein Trinkwasser entnommen. Zu dumm: Ich hätte einen Wasserfilter dabei gehabt, hatte den aber im Eifer des Gefechts so schnell eingepackt, dass ich mich nicht mehr daran erinnern konnte. Verdurstet bin ich aber trotzdem nicht...