Alles eine Frage des Stoffes ;)

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  • Moin zusammen,

    wie der ein oder andere hier möchte ich mit meiner Hängematte mobil sein und als alter Zahnbürstenabsäger stell ich mir die Frage: wie fein darf der Stoff sein? Und bevor ich mich quer durch die Vereinigten Staaten kaufe, dachte ich mir, ich frage einfach euch. :)

    Was würdet ihr empfehlen auf die Frage nach dem leichtesten Stoff, wenn folgende Kriterien gelten sollen:
    - Gathered End
    - Channel als Endaufhängung
    - Durchschnittliches Normalgewicht eher 80 als 90 kg
    - Outdoor-Hängematte, keine festinstallierte im Inneren
    - Einlagig
    - schonende Behandlung
    - Mindesthaltbarkeit 365 Übernachtungen
    - so leicht wie möglich/sinnvoll

    • Offizieller Beitrag

    Was Du aber bedenken solltest ist der Umstand, daß ein leichter Stoff eventuell zu dehnbar und damit unbequem für Dich ist. Was nützen Dir die paar gesparten Gramm, wenn der erholsame Schlaf ausbleibt?
    Ein Beispiel: meine DD Superlight Hängematte (2,7x1,4m, 169 g) ist zwar sehr kompakt und leicht, aber für mich wesentlich unbequemer als die Hängematte aus Argon 1.6 (144x300 cm, 268 g), was nicht nur an der Länge liegt. Die rund 100 Gramm Mehrgewicht ist mir das bequeme Liegen wert. Lieber lasse ich die Ersatz-Schlüpfer weg. :)

    • Offizieller Beitrag

    Auf Grund der Kriterien "Channel als Endaufhängung", "Einlagig" und "Mindesthaltbarkeit 365 Übernachtungen" würde ich zu einem 40D-Stoff raten. Ein Hybrid-Stoff wie das 1.2oz ROBIC XL Hybrid könnte evtl. auch gut funktionieren, weil er bei ähnlicher Stärke leichter ist.

    Es gibt viele Leute, die mit 30D oder sogar 20D Stoffen Glück haben, aber zum einen sind sie recht dehnbar, zum anderen haben sie die Angewohnheit ohne Warnung zu reissen. Falls du es trotzdem wagen willst: ich hätte noch einige Meter vom recht wenig dehnbaren 1.0oz ROBIC XL (nicht Hybrid!) in Dark Olive übrig. Ich habe mir ein paar doppellagige Hängematten daraus genäht, aber ich werde mit dem Stoff irgendwie nicht warm.

    Ansonsten hätte ich im Shop auch ganz normales 1.6oz Hexon (40D) in verschiedenen Farben.

  • Danke für das Feedback bis hierher.

    Deinen Wookie-Klon-Stoff würde ich mal für mich ablehnen [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] . Ich sehe, dass er Fluorcarbon imprägniert ist und das würde ich, wenn es denn geht, nicht für einen Stoff haben, wo meine Haut dauerhaft und unmittelbar Kontakt hat. Noch wichtiger ist aber: ich habe mal einen ähnlichen Stoff (ebenfalls von Extex) gehabt, der nicht als Hängematten-geeignet deklariert war, und dieser zeigte an den Channels recht schnell Ermüdungserscheinungen. Gut, wenn ich ihn für etwas nutze, für dass der Stoff nicht vorgesehen ist, darf ich mich ja auch nicht wundern.

    Das Thema mit dem "zu dehnbar" ist leider mein wunder Punkt. Ich kenne nämlich nur meine Hexon 1.6 Matte. Die ist ok. Wie sich aber "dehnbar" anfühlt, weiß ich nicht. Was ich mich frage ist, ob man sich an "zu dehnbar" gewöhnen kann - man also 14 Tage schlecht schläft aber nach 4 Wochen alles ok ist. Das kann ich aber derzeit ebenfalls nicht beurteilen.
    Du hast echt Ersatz-Schlüpfer? Hammer! ;)

    Der Robic 1.2 ist derzeit mein Favorit, jetzt kann ich mich ja mal outen - von daher hat [USER="46"]TreeGirl[/USER] den Nagel auf den Kopf getroffen. Das 1.0 Robic käme nicht in Frage, ich hörte von den negativen Berichten im Hammock-Forum. Ich habe aber noch nicht nach negativen Berichten bzgl dem Robic 1.2 gesucht - weiß da wer mehr? Mein Hexon ist übrigens von Dir - kann man noch sonstwo kaufen? ;)
    Traut ihr dem Robic 1.2 meine Kriterienliste zu?

    • Offizieller Beitrag

    Noch wichtiger ist aber: ich habe mal einen ähnlichen Stoff (ebenfalls von Extex) gehabt, der nicht als Hängematten-geeignet deklariert war, und dieser zeigte an den Channels recht schnell Ermüdungserscheinungen. Gut, wenn ich ihn für etwas nutze, für dass der Stoff nicht vorgesehen ist, darf ich mich ja auch nicht wundern.

    Welcher war das - das "Ripstop-Nylon, Hammock-Nylon, 70den, 66g/qm"?

    Das Thema mit dem "zu dehnbar" ist leider mein wunder Punkt. Ich kenne nämlich nur meine Hexon 1.6 Matte. Die ist ok. Wie sich aber "dehnbar" anfühlt, weiß ich nicht. Was ich mich frage ist, ob man sich an "zu dehnbar" gewöhnen kann - man also 14 Tage schlecht schläft aber nach 4 Wochen alles ok ist. Das kann ich aber derzeit ebenfalls nicht beurteilen.

    "Deutlich zu dehnbar" fühlt sich für mich wie eine Badewanne an. Ich kann in solchen Hängematten nicht diagonal oder flach liegen. Bei nur "ein wenig zu dehnbar" (dazu gehört für mich im Übrigen auch das 1.6 Hexon) bekomme ich nach 2 Stunden Rückenschmerzen und habe den Drang mich auszustrecken. Also liege ich wohl auch nicht flach genug, selbst wenn ich es nicht sofort merke.

    Ein sehr leichter und wenig dehnbarer Stoff, der sich nach allen Berichten auf Hammockforums auch von der Haltbarkeit her bewährt hat, war das 1.4oz PolyD. Das ist ein 30D-Stoff, und sollte damit pfleglich behandelt werden. Ich habe daraus ein paar Matten gemacht, und von der Dehnbarkeit her war er perfekt für mich. Der Hauptgrund warum ich keine Hängematte aus PolyD mehr verwende ist, dass der Stoff für meinen Geschmack etwas zu schmal ist. Die breiteste Hängematte die ich daraus gemacht habe war 149cm breit. Ich bin ständig an die Kanten gekommen. Da für mich zu Hause Komfort oberste Priorität hat, und ich unterwegs nur meine Blackbird mitnehme, habe ich alle PolyD-Matten aussortiert. Falls dein Interesse geweckt ist - ich hätte auch davon noch einige Meter. Die Kapazität liegt einlagig bei 100kg.

    Der Robic 1.2 ist derzeit mein Favorit, jetzt kann ich mich ja mal outen - von daher hat [USER="46"]TreeGirl[/USER] den Nagel auf den Kopf getroffen. Das 1.0 Robic käme nicht in Frage, ich hörte von den negativen Berichten im Hammock-Forum. Ich habe aber noch nicht nach negativen Berichten bzgl dem Robic 1.2 gesucht - weiß da wer mehr? Mein Hexon ist übrigens von Dir - kann man noch sonstwo kaufen? ;)
    Traut ihr dem Robic 1.2 meine Kriterienliste zu?

    Ich habe auch noch nichts Negatives zum 1.2oz Robic gelesen. Wenn er den anderen Robic-Stoffen ähnlich ist, fühlt er sich aber komplett anders an als alle anderen Hängemattenstoffe: gleichzeitig wenig dehnbar aber trotzdem elastisch wie ein Trampolin. Irgendwie sehr seltsam. Das ist ein Stoff, den man entweder sehr gern mag, oder überhaupt nicht.

    Im Übrigen habe ich neulich auf Hammockforums ein Plädoyer für das 1.0oz Robic gelesen. Das hat mich wieder ein wenig mit dem Stoff versöhnt. Aber wenn ich eine Single Layer Hängematte daraus machen würde, würde ich sie vorab ein oder zwei Wochen zu Hause verwenden. Erst wenn sie das aushält, würde ich sie auch unterwegs einsetzen.

  • Zu dehnbar ist ein Stoff für mich, wenn ich nach kurzer Zeit Rückenschmerzen bekomme. Das ist in meinem Fall beim Hexon 1.6 bereits der Fall. Ich denke kaum, dass ich mich daran mit der Zeit gewöhnen könnte.

    Ich finde das Hexon 1.6 aber sehr angenehm, wenn ich eine leichte Kurve an den Enden anbringe. Da bekomme ich dann absolut keine Rückenschmerzen mehr. Natürlich kann man die Hängematte auch entsprechend whippen, wenn es einem zu mühsam oder zu heikel ist, eine Kurve in den Stoff zu schneiden. Egal, wie man es macht. Mit dieser Methode kann man den Luxus einer Hängematte, die doppelt so lang ist wie man selber, auf eine Länge von etwa 1,9, allenfalls sogar 1,8 mal der eigenen Körpergrösse "kürzen", die Eigenschaften eines zu elastischen Stoffes verbessern und etwas Gewicht sparen.

    Falls dich die Sache mit der Kurve interessiert, geht es hier weiter.

    Ich persönlich würde das mit den allzu leichten Stoffen nicht zu extrem ausreizen. Ist einfach mein Bauchgefühl, das mir sagt, dass das möglicherweise auf Dauer nicht gut geht.

  • [USER="46"]TreeGirl[/USER] Nein, es war ein leichterer Stoff. Der 66g Stoff ist einwandfrei.
    Bei meiner Hexon-Matte steht der Feldtest noch aus. Bei einer ersten Liegeprobe fühlte sich die Lage angenehm an. Dabei habe ich die Kurve für die Channels so gemacht, wie [USER="153"]Waldläufer70[/USER] sie in seinem Thread beschrieben hat - allerdings nur mit 2cm zur Mitte (dieses schien für euch beide ein guter Mittelwert zu sein). Für das 1.6er Material scheint das auszureichen. Ob es angenehm für eine ganze Nacht ist muss sich aber erst noch zeigen.
    Danke für Dein Angebot bzgl. PolyD, aber bei >1,90 würde ich nur auf XL Stoffe ausweichen wollen, sonst gucken meine Füße raus und ich hätte das Problem, dafür ein Extra Moskitonetz zu schneidern (Fugnet (R) - Mischung aus Footnet und Bugnet) ... ;)

    Was meinst Du [USER="153"]Waldläufer70[/USER] : kannst Du Dir vorstellen, dass man mit einer ausgeprägteren Kurve von 4cm bei einem Stoff wie dem Robic 1.2 den nachteiligen Stretch ausgleichen? Bei einem 1.6er war er Dir zuviel, aber was wäre bei diesem dünnen Stoff, da könnte das doch vielleicht zum Ziel führen, oder?

    Ich bin übrigens angetan von [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] : es sind fast genau die 100g die man von Hexon 1.6 zu Robic 1.2 sparen könnte. Und ich gebe Dir recht - es macht überhaupt gar kein Sinn darüber nachzudenken, diese zu sparen, wenn Komfort oder Robustheit (bei schonendem Gebrauch) leiden. Sicherheit und eine gute Nacht sind die absoluten Prämissen! Die Frage geht also eher dahin: lassen sich die Nachteile bzgl des Stretches kompensieren und welcher Stoff ist so leicht, dass er leicht ist, aber sicher.

  • Dabei habe ich die Kurve für die Channels so gemacht, wie [USER="153"]Waldläufer70[/USER] sie in seinem Thread beschrieben hat - allerdings nur mit 2cm zur Mitte (dieses schien für euch beide ein guter Mittelwert zu sein). Für das 1.6er Material scheint das auszureichen...

    Was meinst Du [USER="153"]Waldläufer70[/USER] : kannst Du Dir vorstellen, dass man mit einer ausgeprägteren Kurve von 4cm bei einem Stoff wie dem Robic 1.2 den nachteiligen Stretch ausgleichen? Bei einem 1.6er war er Dir zuviel, aber was wäre bei diesem dünnen Stoff, da könnte das doch vielleicht zum Ziel führen, oder?

    In meinem Beispiel im obigen Link, hätte ich ja auf jeder Seite eine 1,83cm tiefe Kurve gemacht, was 3,66cm Verkürzung insgesamt ausmacht. Hast du darauf Bezug genommen?

    Hier noch ein paar Hinweise zu den bisher getesteten Kurven:

    • Leider weiss ich nicht mehr, wie tief die Kurve bei meinem Hexon Wide 1.6 war. Die finde ich nach wie vor sehr bequem (ca. 343cm lang, gut 180cm breit).
    • Beim zweiten Versuch mit dem durchhängenden Faden waren das wohl gegen 4cm auf jeder Seite, das aber bei einer Breite von rund 190cm! Wie gesagt, diese Kurve geht gerade noch. Die Hängematte habe ich für meinen Bruder gemacht und ich hatte bisher keine Gelegenheit, länger darin zu liegen. Länge: ca. 342cm.
    • Die komplexe mathematische Kurve für die Hängematte, bei der die Rückenschmerzen sogar weg gingen, war / ist* an beiden Enden 2cm tief. Das aber bei normalem Hexon 1.6, also einer nur etwa 146cm breiten Hängematte. Dank der Kurve brauche ich nicht allzu diagonal zu liegen, so dass mir die Breite gerade reicht. Länge: ca. 342cm.
    • Beim vierten Versuch ging ich wie gesagt zu weit: Diese Kurve war auf jeder Seite 3,4cm tief, die Hängematte mittig also insgesamt um fast 7cm verkürzt. Das ermöglichte zwar sehr flaches Liegen, fühlte sich aber insgesamt eigenartig an. Da war gefühlt ein Wulst in der Mitte, zudem stellte sich ein Gefühl ein, als könnte man zur Seite kippen. Vielleicht könnte man sich daran gewöhnen, ich weiss es nicht? Verwendet hatte ich da das Hammock Nylon von Extremtextil: Die Kurve ist also für eine Breite der fertigen Hängematte von nur rund 146cm schon sehr tief! Die Hängematte war zudem sehr lang: wohl um die 370cm? Ich habe die Kurve wieder aufgetrennt!

    * Was mir aufgefallen ist: Da jede Kurve die Belastung der Mitte gegenüber dem Rand noch etwas akzentuiert, gilt hier noch viel mehr, was für jede Hängematte gilt: Durch den Gebrauch dehnt sich die Mitte stärker als der Rand. Eine leicht übertriebene Kurve kann nach einigem Gebrauch gut werden. Nach dem Waschen dauert es einen Moment, bis sie sich wieder gut anfühlt. Übertreiben würde ich mit den Kurven dennoch nicht.

    Aus der wieder aufgetrennten, 146cm breiten Hängematte aus dem Hammock Nylon von Extremtextil habe ich am Montag eine neue Hängematte genäht (ca. 360cm lang. Die Kurve dafür ist an beiden Enden nur noch 1,7cm tief. Sie scheint recht bequem zu sein. Ich befürchte allerdings, dass die Kurve eine Spur zu pointiert ist (eher wie eine Kettenlinie als wie die Hälfte einer Ellipse, d.h. gegen den Rand hin etwas zu wenig steil abfällt, so dass die Knie wieder leicht überdehnt werden respektive die Fersen zu viel Druck erfahren. Wie gesagt: Kleine Nuancen machen oft einen grossen Unterschied, gerade bei eher wenig dehnbaren Stoffen wie dem Hammock Nylon. Ich habe die Hängematte aber noch nicht länger getestet und sie ist auch noch nicht durch den Gebrauch maximal gedehnt.

    Meinst du eine Kurve von 4cm auf jeder Seite? Das scheint mir eher viel (siehe die geschilderten Erfahrungswerte). Wichtig ist aber:

    • Eine breitere Hängematte verträgt eine tiefere Kurve, weil sich der Effekt auf eine grössere Breite verteilt.
    • Ein elastischerer Stoff verzeiht einem bis zu einem gewissen Punkt auch mehr als ein festerer Stoff.

    Ob es zu viel ist, kann ich dir nicht sagen. Ich würde es eher mit weniger versuchen. Korrigieren ist immer umständlich.

    Ich habe den Umgang mit den Kurven noch nicht vollständig verstanden und sehe so allmählich, dass ein guter Whip einem viel Arbeit erspart. Dafür ist eine Kurve - wenn sie denn mal richtig gut passt - fix, was auch Vorteile hat (Reproduzierbarkeit). Nur wirkt sie sich halt bei jedem Stoff und bei unterschiedlicher Breite immer wieder anders aus.

  • Ja, genau darauf hatte ich mich bezogen. Irgendwo hatte sich auch [USER="46"]TreeGirl[/USER] dazu geäußert, dass sie diese Maße (also ungefähr 2cm) bestätigen kann. So habe ich das dann auch bei meiner Hexon1.6w umgesetzt. Ich habe da natürlich auch gelesen, dass Du wieder aufgemacht hattest, könnte mir aber vorstellen, dass bei einem stretchigem Stoff wie das Robic 1.2 3-4cm durchaus passen könnten und man so trotz Stretch eine angenehme Liegeposition finden kann.
    Allerdings schreibst Du hier einen wichtigen Punkt: wenn eine Hängematte im Laufe der Zeit in der Mitte immer stärker beansprucht wird, als in den Außenbereichen, stellt sich doch die Frage, ob ein Whip nicht die bessere Alternative ist. Hängt man dann nämlich irgendwann mittig zu stark durch, kann man einfach neu whippen und gut ist. Ein Channel bleibt ein Channel - und wenn der Stoff sich in der Mitte dauerhaft gedehnt hat, bleibt er immer noch ein Channel sprich: man müsste ihn aufmachen und neu nähen, um zu korrigieren. Hier fehlen mir aber schlicht Erfahrungswerte. Ist das nur ein theoretischer Gedanke?
    Die Kurvendiskussion müsste ich zum Winter wohl nochmal aufnehmen. Dann könnte ich mir mal den günstigen Stoff, den [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] oben erwähnt hat, zukommen lassen und folgende Idee durchspinnen: Auf meine gesamten Körperlänge gesehen habe ich ja unterschiedliche Punkte, wo ich unterschiedlich supported werden möchte: an den Schultern weniger, am Becken mehr, usw. macht es also Sinn, keine Halb-Elipse am Ende anzuzeichnen und zuzuschneiden, sondern eher eine bestimmte Art der Schlangenlinie? Hmmmm....Naja, aber das kommt erst im Winter...

    Gut, ich fasse denn hier mal zusammen:
    - Robic 1.0 Stoffe kann man nehmen, aber es gibt sowohl positive als auch negative Erfahrungen in der Hängemattengemeinde.
    - Der 30D Stoff 1.1 oz MTN Ripstop Nylon 6.6 XL findet im Forum keine Beachtung - ich vermute, weil 30D immer noch zu wenig Sicherheit bietet.
    - 1.2 oz ROBIC XL Hybrid ist mit 20Dx80D nicht nenneswert negativ aufgefallen. Bei schonender Behandlung könnte das der leichteste Stoff für eine Hängematte sein.
    - Bewusst sein muss man sich dabei, dass man sich Stretch einkauft und damit Liegekomfort einbüßt.
    - Möglicherweise kann man das kompensieren durch einen geschickten Schnitt der Enden, wo man eine Kurve von 3cm versuchen kann.
    - Stretcht der Stoff dauerhaft, kann ein Whip Vorteile haben gegenüber der Kurve haben.
    - Wer auf Nummer sicher gehen will kann auch auf die 1.6er Stoffe ausweichen, die allerdings auch ungefähr 15g schwerer pro Quadratmeter sind.

    • Offizieller Beitrag

    Du brauchst die Hängematte nicht zuzuschneiden um mit Kurven zu experimentieren. Ich habe es so gemacht:

    • Stoff rundum säumen (wie eine Tischdecke)
    • Kurve mit Schneiderkreide ca. 15cm von den Enden anzeichnen
    • mit einem starken Faden (ich habe Dyneema Angelschnur genommen) einen Heftstich an der Kurve entlang machen
    • Hängemattenstoff auf der Angelschnur zusammen schieben
    • mit einer Kordel whippen.

    Das hat einige Vorteile. Zum einen werden keine Nähte belastet, was bei einem so dünnen Stoff sinnvoll ist. Zum anderen kannst du den Whip jederzeit wieder aufmachen und eine neue Kurve ausprobieren. Eigentlich gibt es nur einen Nachteil: du brauchst etwas mehr Stoff in der Länge. Für meine Tunnelzüge gebe ich insgesamt 15cm zur gewünschten Endlänge dazu. Bei einer gewhippten Hängematte sind es eher 30cm. Aber man könnte auch etwas knapper whippen.

  • Super Tipp, der mit dem Heftstich!

    Vielleicht muss man da noch bedenken, dass die Kurve wieder – mehr als man denkt – verändert wird, wenn man die Hängematte durch einen Kanal zieht, weil eine Schlaufe im Kanal selber auch wieder eine "Kurve" bildet. Ich habe mal mit einem Zirkel (Spitze in der Mitte des "Knubbels") an einer belasteten ca. 146cm breiten Hängematte ein paar Markierungen gesetzt und sie dann geöffnet. Es ergaben sich je nach Dicke des Seils unterschiedliche "Linien" eigenartiger Form mit Extremwerten (maximale Differenz der Abstände vom Rand), die bis zu 1,6cm voneinander abwichen.

    • Offizieller Beitrag

    Vielleicht muss man da noch bedenken, dass die Kurve wieder – mehr als man denkt – verändert wird, wenn man die Hängematte durch einen Kanal zieht, weil eine Schlaufe im Kanal selber auch wieder eine "Kurve" bildet. Ich habe mal mit einem Zirkel (Spitze in der Mitte des "Knubbels") an einer belasteten ca. 146cm breiten Hängematte ein paar Markierungen gesetzt und sie dann geöffnet. Es ergaben sich je nach Dicke des Seils unterschiedliche "Linien" eigenartiger Form mit Extremwerten (maximale Differenz der Abstände vom Rand), die bis zu 1,6cm voneinander abwichen.

    Das verstehe ich jetzt irgendwie überhaupt nicht. Beziehst du dich auf den Whip oder die Tunnelzüge?

  • Das verstehe ich jetzt irgendwie überhaupt nicht. Beziehst du dich auf den Whip oder die Tunnelzüge?

    Wenn du den Tunnelzug nutzt, um die Hängematte aufzuhängen, dann wird dadurch auch wieder eine "Kurve" gebildet. Die Mitte der Hängematte behält die originale Länge, während die Ränder durch den "Knubbel" verkürzt werden. Die Differenz zwischen maximaler Länge und maximaler Verkürzung lag bei meinen Messungen an einer 146cm breiten Hängematte bei bis zu 1,6cm. Wird eine fertig genähte Hängematte gewhippt, so haben wir diese Differenz nicht (ausser wir legen bewusst eine Kurve). Wenn man beabsichtigt, den Tunnelzug für die Aufhängung zu verwenden, dann ist eine in einem Whip getestete Kurve nur bedingt aussagekräftig. Wir sprechen ja von Kurven, die 1,5cm bis 3cm tief sind. Diese Kurve wird bei der Befestigung im Tunnelzug um bis zu 1,6cm verändert.

    Ich hoffe, ich habe mich jetzt verständlicher ausgedrückt. Ist ohne Skizze immer etwas schwierig, weil man es ja selber deutlich vor Augen hat.

  • Ich schließe mich an: die Idee mit dem Heftstich ist wirklich große Klasse!!
    Ich kann aber auch Waldläufer70's Anmerkung nachvollziehen. Ich sehe das bei mir auch. Ich habe zwar noch keine Markierung auf dem Stoff gemacht, sehe aber, dass der Stoff, wenn ich bspw. den Dogbone durch den Channel gezogen habe, sich an den Seiten anders legt, als der in der Mitte. Das beeinflusst sich sicher sogar schon, wenn man den Dogbone unterschiedlich (offen oder zuziehend) durch den Channel zieht - wobei ich mit offen meine, dass man ihn durchzieht und mit beiden Schlaufen zur Whoopie geht.

    Dein Tipp Treegirl wird definitiv dazu führen, dass ich bei der kommenden Hängematte whippe. Bisher habe ich das ausgeschlossen, weil ich gefürchtet habe, keine saubere Liegefläche hinzubekommen, wenn ich Kurven verwenden möchte. Danke!! :give_rose:


    Mein Plan, das bisher zu umgehen, war der, dass ich mir vorgestellt habe (vorsicht - keine Praxiserfahrung), eine Seite mit Channel (und doppelter Kurventiefe) zu versehen und die andere Seite gerade zuzuschneiden wollte, um sie zu whippen. Meine Hoffnung war dabei, dass ich eine angenehme Form erhalte, die zu whippende Seite einfach gerade zusammen legen kann und sie später, wenn die Hängematte zuviel Stretch inne hat, dennoch nachregulieren kann. Aber Deine Idee gefällt mir viel(!) besser.

  • Ich falte ja den Dogbone oft in der Mitte und stecke ihn dann so durch den Kanal. Anschliessend lege ich die beiden kleinen Schlaufen über das gefaltete Ende und bekomme so für die Aufhängung eine angenehm kleine Schlaufe.

    Jetzt aber zum eigentlichen Punkt: Bei meinen Messungen hat der einfach geführte (sich zuziehende) Dogbone eine Differenz von 1,6cm ergeben, während ich beim doppelt gelegten nur auf etwa 1,2cm gekommen bin. Das kann ein Stück weit ein Zufallsresultat sein. Vielleicht liegt aber tatsächlich der Schluss nahe, dass ein dickeres oder doppelt geführtes Seil weniger ausmacht. Das scheint widersprüchlich, da ein dickeres Seil ja – so müsste man meinen – einen grösseren "Kreis" bildet.

    Was man auch machen kann: Man schneidet gar keine Kurve, sondern näht sie. Man zeichnet die Kurve grob im Abstand von 15cm vom Rand an, macht einen Umschlag von etwa 1,5cm und legt dann den Stoff bündig an die aufgezeichnete Linie, bevor man ihn festnäht. – Allerdings darf dann die Kurve nicht zu tief sein, weil sonst das umgefaltete Ende markant zu kurz ist: Eine Kurve ist ja länger als der gerade Stoff. Auf jeden Fall sollte man den Stoff vor dem Nähen immer von der Mitte nach aussen fixieren, damit die Differenz auf beiden Seiten gleich gross ist. Weiter muss man daran denken, dass die Kurve, die der Zugtunnel bildet, dann nur halb so tief ist wie diejenige, die man genäht hat. – Dieses Vorgehen empfiehlt sich vor allem, wenn man die Hängematte der Naht des Zugtunnels entlang whippen möchte. Möchte man den Zugtunnel ausschliesslich als Begrenzung fürs Whipping nutzen, kann man die Kurve natürlich auch etwas weniger als 15cm vom Rand entfernt anlegen, um ein wenig Stoff zu sparen. Dank der Naht hält das Whipping sehr gut, man kann die Kurve sauber einstellen, hat aber dennoch die Möglichkeit, "Korrekturen" anzubringen.

  • Hier noch die Unterschiede, die sich durch die Nutzung des Zugtunnels ergeben, sichtbar gemacht:

    Unterschiede zwischen Rand und Mitte der Hängematte

    Bei einer rund 185cm breiten Hängematte verkürzt die Nutzung des Zugtunnels den Rand der Hängematte gegenüber der Mitte schnell mal um 1,5cm und mehr! Diese Unterschiede fallen beispielsweise bei einem Warbonnet-Whip weg.

  • Danke für das Bild - genauso nehme ich das bei mir auch wahr.
    Wenn Du für einen Channel Deine Kurve planst, korrigierst Du den geplanten Wert (also sagen wir mal 2cm in der MItte der Hängematte) noch um diesen Wert (was dann 2 + 1,7 = 3,7cm entspräche) oder gleicht im Endeffekt die Kurve im Channel nachher mehr oder weniger lediglich diese 1,7cm aus? Wenn Letzteres zuträfe, würde man ja beim Whippen eigentlich gar keine Kurve benötigen.

  • Da bin ich nach wie vor am Rätseln. Das, was der Channel macht, ergibt keine Kurve, so gesehen lässt sie sich auch nicht ausgleichen. Zumindest müsste man da mal ein paar Dutzend Hängematten ausmessen und dann die Durchschnittswerte verwenden, um die "Kurve" durch den Kanal auszugleichen.

    Ich habe bisher oft einen knappen Zentimeter für die "Kurve" im Kanal zugegeben, aber so richtig überzeugt hat mich das nicht.

    Hier die zwei Messreihen, die ich mal gemacht habe. Ich denke, dass diese "Kurven" bei jedem Einfädeln in den Tunnelzug etwas anders aussehen und keine zwei Mal genau gleich.

    Wenn man das, was der Zugtunnel "macht" ausgleichen möchte, dann muss man jedenfalls noch zur grundlegenden Kurve etwas dazugeben.

  • Auf die Sache mit den Kurven kam ich letztlich nicht aus mathematischem Interesse, sondern aus einem ganz praktischen Grund: Ich bekam in meiner ersten Hängematte aus dem etwas dehnbareren Hexon 1.6 Rückenschmerzen und habe mir dann überlegt, wie ich Becken und Gesäss gegenüber dem Rest etwas anheben könnte. Für die erste Kurve habe ich nichts gerechnet, sondern einfach mal ausprobiert. Das ist nach wie vor eine meiner bequemsten Hängematten. Eigentlich müsste ich diese Kurve mal ausmessen.

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