Zoll und Mehrwertsteuer bei Bestellungen aus den USA

  • Das wurde leider so attraktiv gemacht, dass man lieber doch gleich persönlich vorstellig wird. Ein Tipp vorweg: Um die Wartezeit zu reduzieren hilft es einfach per Google Maps nachzusehen wann die zuständige Dienststelle wenig frequentiert ist.


    Weshalb ich das hier schreibe? Das liegt an meiner persönlichen Erfahrung mit dem "Verzollen von zu Hause":


    - Die Benachrichtigung kommt bei mir an, Telefonanruf um die Prozedur einzuleiten. Nebenbei erfahren, dass bereits 4 Tage der Lagerfrist verstrichen sind.

    - Zwei Tage später die Unterlagen erhalten, ausgefüllt und sofort zusammen mit selbst beschafftem Etikett zurück gesendet - da sind wir schon bei 6 Tagen und in jedem Fall eine Woche später, dazu kommen noch 2 Tage Wochenende, aber einen Tag hätte ich ohnehin wegen der Briefkastenleerung während meiner Arbeitszeit verloren.

    - Mit Glück beträgt die Durchlaufzeit des Briefs beim Zoll zwei Tage - in Summe 10 Tage - immerhin die Fracht gerettet!

    - Wenn jetzt keine Rückfrage kommt, dauert es noch zwei Tage bis DHL die Fracht abholt. 12 Tage.

    - Zustellung plus 1 Tag, Summe 13 Tage - puh!


    Das Problem, was in meinem Fall meistens auftrat:

    Bei allen Bestellungen bei Dutchware oder TensaOutdoor konnte der Zoll nichts mit Beschriftungen wie "Chameleon printed" oder "Tensa4 Hammock Stand" anfangen. Zumindest bei uns fängt der Zoll nicht an im Netz nach phantasiereichen Produktnamen im Zusammenhang mit dem Herstellername und dem Ort des Urpsungs zu suchen. Auch die Erklärungen wie "eine Outdoor Hängematte mit Mückennetz" oder "ein zerlegbarer Ständer für eine Hängematte" halfen da im Nachgang nichts - ich musste ohnehin vorstellig werden.


    Meine Bitte auf die Zolldeklaration des Pakets eine klare Beschreibung wie "Outdoor-Hängematte aus Nylon mit Fliegennetz und diversem Zubehör sowie Haken aus Aluminium", "Zeltplane aus Nylon" oder "Aluminiumgestell für eine Hängematte" usw. auf die Frachtpapiere zu schreiben scheint aus prozesstechnischen Gründen nicht machbar zu sein.

    Schade, denn diese Beschreibungen hat mir die Mitarbeiterin vom Zoll empfohlen um uns den Aufwand zu sparen.

    Die Wörter sind nur hier zu Verdeutlichung fett geschrieben, um herauszustellen auf was es beim Verzollen ankommt.

  • Kann ich nicht bestätigen, ist wohl sehr individuell vom Zollamt abhängig, wie auch bei dr Verzollung in Person.

    - Die Benachrichtigung kommt bei mir an, Telefonanruf um die Prozedur einzuleiten. Nebenbei erfahren, dass bereits 4 Tage der Lagerfrist verstrichen sind.

    Das ist ja nicht spezifisch für diesen Modus, sondern in jedem Fall und bei jeder Art der Abfertigung so, da der Brief zu Dir halt dauert, egal, wie Du danach mit der Verzollung verfahren möchtest

    Bei mir ist die Lagerdauer momentan auch auf drei Wochen verlängert, weiß nicht, ob das überall der Fall ist.

    Und - sobald der Prozess angeschoben ist, läuft die Lagerzeit meine ich nicht weiter?

    Zwei Tage später die Unterlagen erhalten

    Ging bei mir per Mail, alles noch am selben Tag nach Einwilligung wg. Datenschutz.

    Extrem freundlicher Kontakt, super fixe Abwicklung, noch am selben Tag die Zollrechnung erhalten.



    ich musste ohnehin vorstellig werden.

    Im Falle der Verzollung von zu Hause?

  • Die Verlängerung ist derzeit wegen der allgemeinen Situation, soweit ich weiss ist das überall so.


    Im Falle der Verzollung von zu Hause?


    Ich musste trotzdem direkt erscheinen, weil die Beschreibungen (vorheriger Beitrag) nichts sagend sind. Für die Verzollung ist relevant um welche Art der Güter und welches Material es geht. In jedem Fall musste ich die Pakete öffnen und den Inhalt ausbreiten, damit es in Augenschein genommen werden kann. Ist wohl Ermessensspielraum...


    Beim Tensa war die Dame dann so nett und meinte, dass sie sich gut vorstellen könne, dass das Gestell Rohre aus Stahl seien. Als ich dann auf die Tabelle mit dem Strafzöllen für die USA geschielt habe, war ich damit einverstanden (da Alu höher als Stahl mit Zöllen belegt ist). Ein weiterer Vorteil wenn man vor Ort ist.


    Aber ich denke dass es, wie Du schreibst, von Ort zu Ort Unterschiede gibt.

  • Wie schnell und problemlos die Prozedur ist, ist von Zollamt zu Zollamt verschieden. Teilweise sogar von Mitarbeiter zu Mitarbeiter im selben Amt. Da kann man keine generellen Aussagen machen.

    Beim Tensa war die Dame dann so nett und meinte, dass sie sich gut vorstellen könne, dass das Gestell Rohre aus Stahl seien. Als ich dann auf die Tabelle mit dem Strafzöllen für die USA geschielt habe, war ich damit einverstanden (da Alu höher als Stahl mit Zöllen belegt ist).

    Ich importiere ständig Alustangen bzw. Alurohre und mir wäre es neu, dass dafür seitens der EU ein Strafzoll gelten würde. Im August waren es noch 5,9%. Die USA haben Aluminium aus der EU mit einem Strafzoll belegt.

  • In jedem Fall musste ich die Pakete öffnen und den Inhalt ausbreiten, damit es in Augenschein genommen werden kann

    In meinem Fall habe ich dazu per Formular die Genehmigung in meiner Abwesenheit erteilt.
    Wenn die Beschreibungen auf der Customs Declaration nichtssagend sind, kann man ja neben dem Zahlungsnachweis weitere Informationen übermitteln, Produktseiten

  • Ich importiere ständig Alustangen bzw. Alurohre und mir wäre es neu, dass dafür seitens der EU ein Strafzoll gelten würde. Im August waren es noch 5,9%. Die USA haben Aluminium aus der EU mit einem Strafzoll belegt.

    Das kann sein, es ist ja auch schon ein paar Jahre her. Jedenfalls war Stahl günstiger, wenn ich mich recht erinnere um die 3%. Dabei ist es mir persönlich egal ob ein Strafzoll oder ein normaler Zoll erhoben wird. ^^

  • In meinem Fall habe ich dazu per Formular die Genehmigung in meiner Abwesenheit erteilt.
    Wenn die Beschreibungen auf der Customs Declaration nichtssagend sind, kann man ja neben dem Zahlungsnachweis weitere Informationen übermitteln, Produktseiten

    Das hatte mich auch gewundert, vor allem weil ich das schon kenne, dass der Zoll Pakete öffnet, neu verklebt und mit einem Siegel versieht. Also frage ich mich, weshalb man überhaupt eine Genehmigung erteilen müsste. Oder darf der Zoll die Sendungen nur öffnen, wenn sie irgendwie verdächtig wirken?

  • Quote

    Für Quilts fallen 3,7% Zoll an.


    Das geht leider nicht immer reibungslos. Als mein Wooki geliefert wurde wollten die verantwortlichen Mitarbeiter des Zollamts den Wooki nicht als Quilt sondern unbedingt als Hängematte verbuchen.

  • Warbonnet versendet leider nicht mehr per USPS, sondern nur noch per UPS. Das heißt, UPS übernimmt die Verzollung (und lässt sich dafür natürlich bezahlen). Diskutieren kann man da nicht mehr. Entweder man hat Glück, und die Warentarifnummer stimmt - oder man hat Pech und zahlt 12%.

  • Das hat ja gleich mehrere Nachteile!

    Ich habe gerade mal eine Hängematte in den Warenkorb gelegt und komme auf etwa 73 $ Versandkosten. Im Vergleich zu USPS ist das mal richtig teuer.

    Was ist denn in dem Preis schon alles enthalten bzw. was kommt noch drauf? Hast Du da schon Erfahrungen mit?


    oder man hat Pech und zahlt 12%

    Das müsste man doch eigentlich anfechten können.

  • Was ist denn in dem Preis schon alles enthalten bzw. was kommt noch drauf? Hast Du da schon Erfahrungen mit?

    "Shipping" sind die Versandkosten - wie immer. Zollkosten, Einfuhrumsatzsteuer, Provisionsvorlagegebühr und Mehrwertsteuer zahlst du direkt an UPS. Also im Endeffekt das, was du auch beim Zollamt zahlst - plus UPS Gebühren.

    Das müsste man doch eigentlich anfechten können.

    Kann man machen. Da UPS "coronabedingt" keinen Telefonsupport mehr anbietet, und dem gebrochenen Deutsch und der generellen Ahnungslosigkeit nach zu urteilen Personalkosten spart, muss man Durchhaltevermögen beweisen. Und wenn die Reklamation endlich angenommen wurde, wird sie an den Zoll weiter geleitet, mit dem Hinweis, dass es mindestens 6 Monate dauert, bis die Reklamation bearbeitet wird. Der einzige Vorteil am UPS-Versand ist die schnelle Lieferung. Ansonsten habe ich nichts Gutes über diesen Verein zu sagen.

  • Danke.

    Kann man machen. Da UPS "coronabedingt" keinen Telefonsupport mehr anbietet, und dem gebrochenen Deutsch und der generellen Ahnungslosigkeit nach zu urteilen Personalkosten spart, muss man Durchhaltevermögen beweisen. Und wenn die Reklamation endlich angenommen wurde, wird sie an den Zoll weiter geleitet, mit dem Hinweis, dass es mindestens 6 Monate dauert, bis die Reklamation bearbeitet wird. Der einzige Vorteil am UPS-Versand ist die schnelle Lieferung. Ansonsten habe ich nichts Gutes über diesen Verein zu sagen.

    Bei den Kosten ist das schon eine Frechheit.


    Ich meine aber das bei Warbonnet schon mal eine Zeit lang nur UPS angeboten wurde. Später war dann USPS wieder möglich.

  • Ich meine aber das bei Warbonnet schon mal eine Zeit lang nur UPS angeboten wurde. Später war dann USPS wieder möglich.

    Ja, aber es klingt nicht so, als ob sie jemals wieder USPS anbieten würden. Mir wurde gesagt, dass zu viele Pakete verloren gegangen seien, und dass es wohl ein Problem war, Schadensersatz zu bekommen. Dazu kommt, dass sich die Laufzeiten seit Corona so stark verlängert haben, dass es viele Beschwerden gab.


    In den letzten Monaten haben die meisten US-Hersteller auf Express Versender umgestellt. USPS ist wohl Geschichte.

  • Quote

    Warbonnet schreibt auf seiner homepage:We can ship UPS/Fed-Ex international, which normally takes 3-5 business days, but this method normally costs a good 60$ or more ABOVE the regular international Priority price (often 100-130$ total shipping price for Fed-Ex 3-5 day International shipping so we do not use this method except by request.

  • Du kannst nur mit USPS verschicken, wenn die Sendung innerhalb der USA aufgegeben wird - genauso wie du nur die Deutsche Post benutzen kannst, wenn du die Sendung innerhalb Deutschlands aufgibst. Aber natürlich kann man auch USPS für den Versand nach Deutschland benutzen.


    Was Warbonnet mit den $60 Mehrkosten meint ist, dass die Versandkosten mit UPS oder FedEx ungefähr $60 höher sind als mit USPS. Nicht dass die Zollkosten $60 sind. Die Höhe der Zollkosten hängt logischerweise von der Höhe des Bestellwertes und der Art der Waren ab.

  • Hallo in die Runde,


    Ich grabe den Thread hier mal wieder aus, da mein Anliegen hier wohl ganz gut rein passt. Mich würde interessieren, wie es sich mit dem Zoll und den Steuern verhält, wenn ich aus den USA ein Paket von Privat bekomme. Rein theoretisch natürlich und ich möchte hier auch keine Schlupflöcher im Gesetz suchen... ;) Folgendes Szenario: ich kaufe über das amerikanische Hammockforum eine Matte, einen Quilt, was auch immer, bei einer Privatperson die gewillt ist, mir das Teil nach Deutschland zu schicken. Die Person kriegt meine Adresse, ich zahle über PayPal (oder andere Zahlungsmethoden), die Person bringt das Paket zur Post und irgendwann kommt es bei mir an.

    Frage: Auf der Internetseite des Zolls steht geschrieben, dass Geschenksendungen mit einem Warenwert von 45-700€ nicht verzollt werden müssen. Es ist aber nur eine Geschenksendung, wenn dabei kein Geld geflossen ist. Wie soll geprüft werden, dass ich dem Absender Geld überwiesen habe? Vielleicht will mir mein guter Freund aus Übersee ja nur eine Freude machen und schenkt mir seine WB XLC inklusive Wooki? Und mal weiter gesponnen... Falls ich wirklich einen Bekannten in den USA habe und dieser bestellt (Neuware bei einem der amerikanischen Hersteller) unter seinem Namen etwas zu seinem Wohnort und schickt es anschließend als privates Paket zu mir nach Deutschland (als Geschenksendung, weil wer will wieder prüfen, ob Geld geflossen ist), habe ich dann wieder den Zoll umgangen?


    Vielleicht habe ich auch nur irgendwo einen Denkfehler und diese "Lücke" gibt es gar nicht. Aber die Frage plagt mich schon lange, ich schlafe seit Tagen schon schlecht deswegen und möchte es endlich geklärt haben... ^^


    Grüße

    Jasper

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