Fußbox bei Gathered-End-Hängematten

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  • Nachdem ich kurz nach "Fussbox" und "Fußbox" gesucht habe, meine ich, es gebe dazu noch keinen eigenen Faden.

    Bei meiner Auseinandersetzung mit Hängematten ist mir da und dort der "Knotty-Mod" und die "Fussbox" begegnet. Sollte ich mir aus einem eher schmalen Stoff (ca. 150cm breit) eine Hängematte nähen wollen, so könnte sich eine Fußbox aufdrängen. Ein "Knotty-Mod", so fürchte ich, würde die ohnehin schon schmale Matte nur noch mehr nach oben ziehen. Eine Fussbox, so denke ich mir ohne jede Erfahrung damit, dürfte die nutzbare Breite der Hängematte nicht einschränken und würde dennoch einen schönen Abschluss bilden.

    Was ist eigentlich der Sinn einer Fussbox?

    • Sie hält den Topquilt besser in der Hängematte und schützt etwas vor Zugluft?
    • Macht sie die Hängematte auch "gefühlt" etwas breiter?
    • Kann man dank ihr auch etwas flacher liegen? (Ich vermute, das kommt sehr auf die Konstruktion an: Ist diese tragend oder nicht?)

    Ich habe mich bisher nur wenig damit beschäftigt.

    Mich würde z.B. interessieren:

    • Welche Arten von Fussboxen gibt es?
    • Was sind ihre Vor- und Nachteile?
    • Gibt es so etwas wie die "Top-Fussbox"? (Eine Konstruktion, die sich aktuell einen Namen als "besonders empfehlenswert" gemacht hat?)
    • Wie ist die Fussbox bei den Hängematten von Warbonnet Outdoors konstruiert? (Blackbird, Blackbird XLC, etc.)
    • Gibt es etwas, was man beim Konstruieren / Nähen einer Fussbox unbedingt beachten sollte? Gibt es Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte? (Ich lerne zwar gerne aus Erfahrung, aber man muss ja nicht jeden Fehler machen...)
    • Und wenn es eine Fussbox gibt, gibt es dann auch eine Kopfbox? ;)

    Falls jemand sich mit dem Thema bereits beschäftigt hat: Vielleicht bin ich ja nicht der einzige, der sich dafür interessiert.

    Und sollte auch der "Knotty-Mod" auf Interesse stossen, dann wäre ich auch dort durchaus an einem separaten Faden interessiert. Man könnte die zwei ja dann untereinander verlinken, da eine gewisse Verwandtschaft besteht.

    PS: Repetition für Sonderzeichen: "ß" = alt + 0223 (auf dem Ziffern- / Nummernblock getippt)

    • Offizieller Beitrag

    Vom Knotty mod hatte ich mir viel versprochen, meine Erwartungen wurden aber nicht erfüllt. Der Sinn ist wohl (TreeGirl möge mich korrigieren, falls ich Unsinn erzähle), das Flattern der nicht straff gespannten Ränder der Hängematte (und gleichzeitig das Herausfallen von Gegenständen aus der Hängematte) zu verhindern.
    Da der Knotty mod relativ einfach herzustellen ist: probier's doch einfach mal aus! Wenn Du keine Verbesserung erkennen kannst, dann lässt Du den Spanngummi einfach lose und hast wieder eine knottymodlose Hängematte.

    Beim Diagonalliegen stösst man zwangsläufig mit Kopf und Füssen an den Rändern der Hängematte an und drückt diese nach aussen. Je diagonaler man liegt, desto höher ist der Druck und desto unangenehmer wird er empfunden. Was wäre denn, wenn es an den Kontaktstellen gar keine Ränder gäbe? Der lästige Druck fiele weg und man würde nicht mehr zurück in Achslage gedrückt werden. Genau dieses "keine Ränder mehr" macht die Fussbox. Man kann diagonaler und damit flacher liegen.

    Warum gibt es keine Kopfbox? Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Warum eigentlich nicht? Man müsste nicht mehr mit abgewinkeltem Genick schlafen, das wäre doch eine feine Sache! Oder gibt es sie doch und sie wird nur als Fussbox (für die andere Liegerichtung, also Kopf- und Fussende vertauscht) bezeichnet?

    Disclaimer: Dieser Beitrag wurde schweizerfreundlich verfasst. Es wurden keine Eszetts verwendet. ;)

    • Offizieller Beitrag

    Was ist eigentlich der Sinn einer Fussbox?

    • Sie hält den Topquilt besser in der Hängematte und schützt etwas vor Zugluft?
    • Macht sie die Hängematte auch "gefühlt" etwas breiter?
    • Kann man dank ihr auch etwas flacher liegen? (Ich vermute, das kommt sehr auf die Konstruktion an: Ist diese tragend oder nicht?)

    Soweit ich weiss hat Warbonnet die Footbox "erfunden". Aber eigentlich hat jede integrierte Hängematte mit Parallelogram-förmig geschnittenen Netz eine Art "Footbox". Nur hat Brandon bei der ursprünglichen Blackbird die Ecke am Fußende nicht aus Moskitonetz sondern aus Stoff designt. Vielleicht weil er davon ausgegangen ist, dass die Footbox stark belastet wird. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, denn seit 2014 ist auch die Footbox aus Moskitonetz.

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    Brandon selbst hat gesagt, dass die Footbox nur dazu dient, das Moskitonetz mit der Hängematte zu verbinden und dabei den Füssen mehr Platz zu geben. Deshalb haben die No-Net Hängematten von Warbonnet auch keine Footbox, denn sie haben ja auch kein Netz. Soweit die Theorie des Erfinders.

    Für mich *kann* die Footbox aber den Liegekomfort erhöhen. Das hat meiner Meinung nach folgende Gründe:

    1. Die Footbox ist so geschnitten, dass sie die Form simuliert, die die Hängematte mit einem Nutzer annimmt. Liegt man diagonal in der Hängematte, bildet der Rand der Hängematte zusammen mit der Ridgeline ein Dreieck. Die Footbox zieht den Rand der Hängematte auch ohne Belastung in ein Dreieck. Ich denke, das verringert den Druck auf die Beine ein wenig, weil der Stoff einen Teil des Zugs trägt.

    2. Durch die Footbox kann man näher am Rand liegen als bei einer simplen No-Net Hängematte, ohne aus Versehen über die Kante zu rutschen. Dadurch gewinnt man etwas an Breite und kann diagonaler liegen. Wenn man bei einer No-Net Hängematte beispielsweise 10cm Abstand zur Kante hält, kann man mit Footbox bis an den Rand gehen.

    Das ist meine Theorie.

    Ein positiver Nebeneffekt ist, dass auf der Footbox-Seite nichts aus der Hängematte fallen kann. Die alte Stoff-Version hält sicherlich auch ein wenig Zugluft ab, aber mir ist das noch nicht wirklich aufgefallen. Und bei der Netz-Version gibt es ohnehin keinen Schutz.

    Ob man flacher liegen kann? Ich glaube nicht direkt. Der Grund für die flache Liegeposition der Warbonnet-Hängematten ist eher die im Verhältnis zur Hängematte recht lange Ridgeline.

  • Vom Knotty mod hatte ich mir viel versprochen, meine Erwartungen wurden aber nicht erfüllt. Der Sinn ist wohl (TreeGirl möge mich korrigieren, falls ich Unsinn erzähle), das Flattern der nicht straff gespannten Ränder der Hängematte (und gleichzeitig das Herausfallen von Gegenständen aus der Hängematte) zu verhindern.
    Da der Knotty mod relativ einfach herzustellen ist: probier's doch einfach mal aus! Wenn Du keine Verbesserung erkennen kannst, dann lässt Du den Spanngummi einfach lose und hast wieder eine knottymodlose Hängematte.

    Ich denke nicht, dass der Knotty-Mod bei einem weiten Stoff (ab ca. 170cm Breite) ein Problem darstellt. Dort habe ich jeweils ein ganzes Stück losen Stoff übrig - sprich: Kopf und Füsse berühren den Rand des Hängemattenstoffes nicht oder kaum. Aber bei einer in der Breite eher knapp bemessenen Hängematte ist er - so meine Vermutung - eher kontraproduktiv. In diesem Fall - auch das wieder meine Vermutung - empfiehlt sich eher eine Fussbox.

    Ich werde bei Gelegenheit lernen, Knopflöcher zu nähen. Das gibt mir die Möglichkeit, den Knotty-Mod bei einer Hängematte aus weitem Stoff auszuprobieren, ohne dass die Hängematte - falls die Modifikation sich nicht bewähren sollte - unnötig schwer wird. Die Konstruktion ist ja nicht tragend, also brauche ich da keine D-Ringe, Line-Locs und dergleichen einzunähen. (vgl. entsprechendes Video von "Jellyfish Report", du hast sie ja unlängst hier vorgestellt)

    Beim Diagonalliegen stösst man zwangsläufig mit Kopf und Füssen an den Rändern der Hängematte an und drückt diese nach aussen. Je diagonaler man liegt, desto höher ist der Druck und desto unangenehmer wird er empfunden. Was wäre denn, wenn es an den Kontaktstellen gar keine Ränder gäbe? Der lästige Druck fiele weg und man würde nicht mehr zurück in Achslage gedrückt werden. Genau dieses "keine Ränder mehr" macht die Fussbox. Man kann diagonaler und damit flacher liegen.

    Wie bereits gesagt: Ich denke, bei einer breiten Hängematte stossen Kopf und Füsse nicht zwangsläufig an den Rändern der Hängematte an. Das kommt darauf an, wie breit der Hängemattenstoff ist. (Du bist ja nur deine Körpergrösse multipliziert mit dem Sinus deines Diagonal-Liege-Winkels breit, mal abgesehen von der individuellen Figur.)

    Bei der von "Jellyfish Report" gezeigten "Hangnout's Stretchable Footbox" ist der Stoff der Fussbox ein nach aussen gewölbtes Stück Stoff. Die kürzeste tragende Strecke bleibt der ursprüngliche Hängemattenrand, denn der äussere Rand wird ja nur durch ein Gummiseil zusammengezogen und bleibt elastisch. (Das meinte ich oben mit "nichttragender Konstruktion".) Tragend wäre die Konstruktion erst, wenn der an der Hängematte angenähte Rand der Fussbox länger wäre als der äussere Rand der Fussbox. Gemäss meinen Überlegungen könnte die Fussbox erst in diesem Fall dazu beitragen, dass der ursprüngliche Rand der Hängematte sich verändert. Ebenfalls denkbar wäre das natürlich, wenn der Rand über die Elatizitätsgrenze des Gummiseils hinaus verkürzt würde. (In diesem Fall ergeben fest eingenähte D-Ringe und Line-Locs auch tatsächlich einen Sinn, denn wir hätten es dann auch bei der "Hangnout's Stretchable Footbox" mit einer tragenden Konstruktion der Fussbox zu tun.)

    Ich weiss nicht, ob meine Überlegungen einen Sinn ergeben. Ich habe bisher ja nur theoretisch darüber nachgedacht und weiss auch nicht, ob es diese Unterscheidung in "tragend" und "nicht tragend" überhaupt gibt. In der Praxis gibt es sie bestimmt, aber ich weiss nicht, ob diese Begriffe in der "Literatur" (Diskussion) zum Thema auch verwendet werden.

    Warum gibt es keine Kopfbox? Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Warum eigentlich nicht? Man müsste nicht mehr mit abgewinkeltem Genick schlafen, das wäre doch eine feine Sache! Oder gibt es sie doch und sie wird nur als Fussbox (für die andere Liegerichtung, also Kopf- und Fussende vertauscht) bezeichnet?

    Klar, theoretisch könnte man eine Hängematte mit vier Fussboxen oder vier Knotty-Mods machen! ;)

    Disclaimer: Dieser Beitrag wurde schweizerfreundlich verfasst. Es wurden keine Eszetts verwendet. ;)

    Oh, vielen Dank für die auf die deutschsprachige Schweizer Tastatur (de-CH) optimierte Antwort. :)
    Ich habe im Titel extra das Eszett verwendet, damit die Mehrheit der Deutschsprachigen den Beitrag über die Suchfunktion besser finden. Und war dabei ganz erstaunt, dass ich den Code noch im Kopf hatte...

    • Offizieller Beitrag
    • Welche Arten von Fussboxen gibt es?
    • Was sind ihre Vor- und Nachteile?

    Offiziell gibt es nur eine Hängematte mit Footbox, weil Warbonnet sich das Design hat patentieren lassen. Behauptet er jedenfalls. UK Hammocks hat die Footbox kopiert und wurde prompt abgemahnt. Deshalb haben sie das Design geändert. Aber sie haben das Prinzip übernommen. Nur wird die Footbox durch eine Kordel geformt:
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    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: woodsmanx_footbox_2.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 290,8 KB ID: 28455","data-align":"none","data-attachmentid":"28455","data-size":"custom","title":"woodsmanx_footbox_2.jpg","width":"800"}[/ATTACH]

    Zusätzlich kenne ich noch drei DIY-Designs:

    1. Der Knotty Mod wurde bereits genannt. Allerdings konnte auch ich mich nicht damit anfreunden, denn die verwendeten Gummikordel entlasten die Beine nicht, und statt die Nutzfläche der Hängematte zu vergrößern (wie bei der Warbonnet Footbox), verkleinert der Knotty Mod sie. Dadurch dass es möglich bleiben soll, auch auf der Footbox-Seite aus- und einzusteigen, bleibt nur noch der Nutzen dass der Top Quilt in der Hängematte gehalten wird.

    2. Die Stretchable Footbox ist eine Mischung aus Warbonnet Footbox und Knotty Mod. Hier wird ein halbkreisförmiges Stück Stoff im Fußbereich angenäht, und mit Hilfe eines Gummikordels gerafft. Auch hier soll es möglich bleiben, von beiden Seiten ein- und auszusteigen. Auch hier gibt es keine Entlastung der Beine. Allerdings geht keine Nutzfläche verloren. Da ich noch keine Stretchable Footbox genäht habe, weiss ich nicht wie nahe man an die Kante gehen kann ohne dass die Füße darüber rutschen. Aber ich würde dieses Design dem Knotty Mod vorziehen.

    3. SGT Rock hat bei seiner Ghost Hammock einfach ein dreieckiges Stück Stoff als Footbox verwendet. Das Resultat ist eine Art No-Net-Blackbird. Leider hat er das Video wohl gelöscht, aber die Skizze ist noch da. Diese Footbox hat die gleichen Vorteile wie die Warbonnet Footbox. Nachteilig ist, dass man auf der Footbox-Seite nicht aus- und einsteigen kann, und sich im oberen Bereich eine "Wand" bildet. Das ist also nichts für Leute, die eine "Hängematte mit Aussicht" haben wollen.

    Ich nähe gerade meine zweite No-Net Footbox Hängematte, habe aber noch keine Bilder. Wenn es wieder wärmer und das Licht besser ist, mache ich mal Bilder und schreibe einen Thread dazu.

  • Super, vielen Dank, gerade auch für die zwei Bilder!

    Zu Punkt 1: Man sieht diese Form ja auch bei der Chameleon von Dutch sehr schön. Die Form ist mir beim Schauen des Vorstellungsvideos aufgefallen. Shug zeigt sie noch separat in einem Beitrag auf HF, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Und klar, dieses Dreieck ist mir natürlich auch jedesmal, wenn ich mich in die Hängematte lege, aufgefallen.

    Zu Punkt 2: Das ist sicher ein Vorteil. Der Vorteil würde von dem Moment an ins Negative kippen, wo mir die Fussbox die Isolation zusammendrückt und mir an den Füssen kalt wird. Dort sehe ich den begrenzenden Faktor der Fussbox - gerade in der kalten Jahreszeit.

    Übrigens hält selbst ein Moskitonetz ein wenig Zugluft ab. Ich merke einen deutlichen Unterschied, wenn ich in meinem Tarptent liege und das Moskitonetz noch offen ist: Da zieht es spürbar stärker rein. Anders ausgedrückt: Was ich Kraft meiner Lungen in Bewegung setzen kann, setzt Luftströmungen einen Widerstand entgegen. Natürlich ist der Effekt im Vergleich zu dicht gewobenem Stoff vernachlässigbar.

    Off-Topic:
    Das mit der sehr langen Ridgeline habe ich gestern mit meiner (testweise) 382cm langen Hängematte ausprobiert. Der Druck auf die Füsse war aufgrund der strafferen Aufspannung viel höher als gewohnt und ich hatte nach kürzester Zeit einen Krampf im Fuss. Das ist ohnehin etwas, das ich nur aus Hängematten kenne und könnte fürs Ausprobieren einer "tragenden Fussbox" (siehe oben in der Antwort an Mittagsfrost) sprechen. Als ich die Hängematte wieder auf ungefähr 30° eingerichtet hatte, waren die Krämpfe im Fuss bald vorbei. Auch lag ich dann viel bequemer in der Hängematte.

    Ich stelle mir die Hängematte, wenn man sie in Gedanken um die Ridgeline als Rotationsachse dreht, immer wie eine Spindel vor. Bei einem Hängewinkel von 30° ist die Spindel kürzer, dafür weiter. Hängt man flacher, so wird die Spindel länger, dafür wird sie schmaler und der seitliche Druck auf Füsse und Schultern nimmt zu. Vielleicht liegt das "Geheimnis" der Blackbird doch auch noch an einem anderen Ort und nicht nur beim flacheren Hängewinkel von rund 23° bis 24°?

  • 2. Die Stretchable Footbox ist eine Mischung aus Warbonnet Footbox und Knotty Mod. Hier wird ein halbkreisförmiges Stück Stoff im Fußbereich angenäht, und mit Hilfe eines Gummikordels gerafft. Auch hier soll es möglich bleiben, von beiden Seiten ein- und auszusteigen. Auch hier gibt es keine Entlastung der Beine. Allerdings geht keine Nutzfläche verloren. Da ich noch keine Stretchable Footbox genäht habe, weiss ich nicht wie nahe man an die Kante gehen kann ohne dass die Füße darüber rutschen. Aber ich würde dieses Design dem Knotty Mod vorziehen.Ich nähe gerade meine zweite No-Net Footbox Hängematte, habe aber noch keine Bilder. Wenn es wieder wärmer und das Licht besser ist, mache ich mal Bilder und schreibe einen Thread dazu.

    Ich kann es nun doch nicht lassen und habe noch ein paar Gedanken zur "dehnbaren Fußbox" vorbereitet. Ich vermute, dass ich am ehesten damit experimentieren werde.

    Vereinfacht gesagt, gibt es die folgenden drei Möglichkeiten:



    Legende:

    • rot = an die Hängematte genäht
    • schwarz = neue Aussenlinie der Hängematte (mit Gummizug)
    • blau = kürzeste Strecke (wenn Gummizug lose)

    A) Entspricht der Fussbox von Hangnout
    Die kürzeste Strecke wird an die Hängematte genäht. Die Form kann im Übergang so angepasst werden, dass ein fliessender Übergang zur Hängematte entsteht. Der ursprüngliche Rand der Hängematte bleibt tragend, da kürzeste Strecke. Die schwarz eingefärbte Linie ist dank Gummizug elastisch (stretchable). Wird die schwarze Linie über den elastischen Bereich hinaus so stark verkürzt, dass sie kürzer wird als die rote Linie, dann übernimmt sie eine tragende Funktion => der ursprüngliche Hängemattenrand verändert sich.

    B) Tragende Fussbox (theoretisch)
    Der rote markierte Teil der Fussbox wird an den Rand der Hängematte angenäht. Der äussere Rand (blau) übernimmt eine tragende Funktion => die Position der Füsse verändert sich. (Im Grunde ist diese Fussbox mit der Fussbox der Blackbird vergleichbar.)
    Die Schwierigkeit bei diesem Design ist, dass hier die ursprüngliche Hängematte - auch bei vollständig gelöstem Gummizug - zwingend verändert wird. Die Fussbox kann nicht vollständig gelöst werden, die ursprünglichen Eigenschaften der Hängematte sind auch bei vollständig gelöstem Gummizug verändert. Im dümmsten Fall verändert sich die Position der Füsse unangenehm und man muss die Fussbox wieder entfernen und das Experiment als gescheitert erklären.

    C) Tragende Fussbox - abgeschwächt (theoretisch)
    Auch hier wird die Hängematte grundlegend verändert, da die blaue Linie (kürzeste Strecke) den ursprünglichen Hängemattenrand verändert. Die blaue Linie setzt quasi den ursprünglichen Rand der Hängematte fort. Gegenüber Version B) sind die Eigenschaften und allfälligen Schwierigkeiten aber weniger stark zugespitzt.

    Grundlegend gilt:
    Solange man im elastischen Bereich ist und nicht extreme Spannungen aufbaut, sind D-Ringe und Line-Locs nicht nötig. Man kann mit Knopfloch und Kordelstopper arbeiten. Sobald der Kordelzug eine tragende Funktion übernimmt, sind integrierte D-Ringe und Line-Locs / Schnallen zwingend.

    Fazit:
    Wenn man Version A) wählt, ist das Risiko, die Hängematte negativ zu beeinflussen, am geringsten. Verwendet man ein starkes Gummiseil und integriert D-Ringe und Line-Locs / Schnallen zur Regulierung der Spannung, so kann auch Version A) - also die originale "Stretchable Footbox" von Hangnout - eine tragende Funktion übernehmen, sobald die schwarze Linie kürzer wird als die rot eingefärbte Naht. Die Fussbox ist dann "tragend" geworden und der Nutzer kann selber wählen, wie stark sich der Verlauf der rot-blauen Naht verändern soll.

    Frage:
    Leuchten Skizze und Überlegungen dazu ein?

    Ich nähe gerade meine zweite No-Net Footbox Hängematte, habe aber noch keine Bilder. Wenn es wieder wärmer und das Licht besser ist, mache ich mal Bilder und schreibe einen Thread dazu.

    Gerne!

  • Noch eine Ergänzung: Bei der originalen Version A) verändert sich zwar die ursprüngliche Hängematte nicht, da dort die kürzeste Strecke der angenähten Fussbox entlang verläuft. Wenn ich die Füsse aber ein wenig über den ursprünglichen Rand der Hängematte, also über die Naht der Fussbox, hinausragen lasse, so haben die Fersen etwas Spiel nach unten, abhängig von der Spannung des Gummizugs im schwarz gefärbten Rand (Skizze).

    Mit anderen Worten. Diese Art der Fussbox könnte eine schmale Hängematte tatsächlich eine Spur breiter machen und zudem den Druck von den Fersen nehmen. Ich vermute, bei mir führt gerade dieser Druck auf die Fersen immer wieder zu Krämpfen im Fuss.

    Leider ist das bisher von meiner Seite her pure Theorie. Ich muss mal eine solche Fussbox, lieber etwas zu gross als zu klein, ausprobieren. Dann weiss ich mehr.

  • [USER="33"]waldläufer[/USER] "Wie bereits gesagt: Ich denke, bei einer breiten Hängematte stossen Kopf und Füsse nicht zwangsläufig an den Rändern der Hängematte an. Das kommt darauf an, wie breit der Hängemattenstoff ist. (Du bist ja nur deine Körpergrösse multipliziert mit dem Sinus deines Diagonal-Liege-Winkels breit, mal abgesehen von der individuellen Figur.)"

    Ich finde, dass man schon immer mit Kopf und Füssen anstösst. (s. Zitat von Mittagsfrost) Ich hatte mir als erste Hängematte überhaupt vor ca. 15 Jahren eine TTTM Double gekauft, weil der Verkäufer mir damals das diagonale Liegen empfohlen hat. Die Matte ist 1,90 m breit und ich bin 1,60 groß d.h. ich konnte absolut alle Winkel bis hin zum 90 Grad liegen ausprobieren. Je diagonaler ich lag, umso mehr fühlte ich mich wieder in die Längsachse zurückgeschoben. Inzwischen habe ich festgestellt, dass für mich (geschätzt) ca. 40 Grad Schräge am bequemsten sind (der Kopf wird nicht zur Seite geschoben) und dann ist eine Mattenbreite von 1,50 m hervorragend. Ich habe also einfach die farbigen Seitenstreifen entfernt, so dass auch die Nähte nicht mehr stören und jetzt hängt mir endlich kein überflüssiger Stoff mehr ins Gesicht... (Wenn natürlich die Aufhängepunkte zu weit auseinander oder zu nah zusammen sind, liege ich selbstverständlich wieder im dann dazupassenden Winkel)
    Quintessens: ich denke, wenn man die richtige Länge und Breite von HM hat braucht man keine Footbox. (Ich kann sogar relativ gut in meiner HM auf dem Bauch liegen - so gerade liege ich)

    P.S. ich weiß nicht, wie man die Zitate von anderen so einfügt, wie ihr das weiter oben gemacht habt - deshalb habe ich es einfach hier her kopiert. Pardon.

    • Offizieller Beitrag

    Ich sehe gerade, daß ich mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt hatte. Mit "an den Rändern anstoßen" meinte ich nicht die Stoffkante, sondern die Seitenflächen der "Badewanne", also der Rand der nutzbaren Liegefläche. Wenn diese Seitenflächen gespannt werden, reagieren sie mit (mir unangenehmem) Gegendruck.
    Klar, wenn man schräg genug liegt, erreicht man auch die Stoffkante. Dann kommt noch das "Einschneiden" der unnachgiebigen Kante dazu.

  • Ja, das mit der zunehmender Steigung an den Seiten ist klar.
    Ich habe die Hängematte ja mit einer Spindel verglichen. Je flacher der Hängewinkel, desto mehr gehen die Ränder nach oben. Je kürzer die Hängematte, desto ausgeprägter ist dieses Phänomen.
    Am flachsten liegen würde man, wenn man parallel zur Ridgeline liegen könnte. Aufgrund des Calf Ridge geht das aber nicht, denn der zentrale Stoffstreifen wird bereits von Gesäss und Torso dominiert, weshalb Füsse und Kopf dort übermässig nach oben gedrückt werden.
    Durch das diagonale Liegen weichen Füsse und Oberkörper zur Seite aus und nutzen dort den noch unbelasteten Längsstoff, womit sie maximal tief absinken können.
    Von der Mitte der Hängematte gegen die Aufhängung steigt eine Hängematte aus einem rechteckigen Stück Stoff immer an. Das gleiche passiert, je mehr man diagonal liegt. Am flachsten liegt man, wenn man dem Calf Ridge gerade ausweicht, mehr nicht.
    Was man aber individuell als bequem empfindet, ist eine andere Frage. Da kann es gut sein, dass einem wohler ist, wenn man mehr diagonal liegt. (Flaches Liegen wird vermutlich überbewertet. Das hat man - weitgehend - in einem Bett.) Spätestens bei 90 Grad liegt man aber wieder wie eine Banane, ausser die Hängematte ist wirklich sehr lang (viele Meter).

    Ich kann das mal mit zwei Schaubildern verdeutlichen. Sind letztlich geometrische Gesetzmässigkeiten.

  • Blick von der Seite
    Wenn man sich die Ridgeline (rot) als Verbindung zwischen zwei Punkten (Kopf- und Fussende der Hängematte) vorstellt, so beschreibt die Hand, wenn man mit ihr den Hängemattenstoff nach unten drückt und mit ihr dem Stoff der Hängematte (blau) entlang fährt, eine Ellipse (fett schwarz). Auf der folgenden Grafik sind 3 Positionen eingezeichnet. Position 3 wird beim "Hängen" kaum vorkommen.

    Abbildung 1: Hängematte von der Seite betrachtet

    Position 1): Wenn man mit der Hand die Mitte der Hängematte (bei gespannter Ridgeline) nach unten drückt, erreicht man den tiefst möglichen Punkt der Hängematte. Das entspricht ungefähr der Situation, wenn man in der Hängematte sitzt. Letztlich ist aber auch das Gesäss (ungefähr) an diesem Punkt, wenn man in der Hängematte liegt.

    Die Ridgeline (rot), die das Kopf- und das Fussende der Hängematte miteinander verbindet, und die Länge der Hängematte selbst, sind dafür verantwortlich, wie tief dieser Punkt liegt. Geht der Hängemattenstoff in einem Winkel von 30° zum tiefsten Punkt, so ist die Ellipse (schwarze Linie) übrigens genau doppelt so lang (horizontal) wie breit (vertikal).

    Tiefster Punkt in der Mitte = Wurzel (HM² – RL²) / 2

    Position 2): Der tiefste Punkt liegt deutlich höher als bei Situation 1). Dies ist der Punkt, an dem Kopf respektive Füsse liegen würden, wenn nicht bereits das Gesäss bei 1) nach unten drücken würde. Der Punkt entspricht aber ungefähr der Lage von Kopf oder Füssen, wenn man durch diagonales Liegen dem Calf Ridge ausweicht.

    Fazit: Das Gesäss bildet immer den tiefsten Punkt und völlig flaches Liegen wäre nur in einer unendlich langen Hängematte (theoretisch) möglich, sofern sich der Stoff überhaupt nicht dehnt.

    Nun müssen wir aber auch mal der Längsachse entlang auf die Hängematte blicken.

    Blick vom Kopf- zum Fussende
    Wenn man der Ridgeline entlang auf die Hängematte schaut, so beschreibt der Stoff quasi einen Kreis um die Ridgeline.


    Abbildung 2: Hängematte von der Stirnseite her betrachtet

    Der Kreismittelpunkt (M) entspricht der Ridgeline. Der Radius (r) entspricht der maximal möglichen Distanz von Ridgline und Hängemattenstoff (siehe oben). Je mehr man sich von der Mitte der Hängematte (Position 1 oben) gegen das Kopf- oder das Fussende bewegt (Positionen 2 und 3 oben), desto kleiner wird der Radius.

    Der tiefste Punkt wäre jeweils auf der Längsachse der Hängematte, wenn nur dort nicht der Calf Ridge wäre. Man muss also durch diagonales Liegen zur Seite ausweichen, um Kopf und Füsse möglichst tief halten und möglichst flach liegen zu können. Allerdings hilft dieses Ausweichen nur ein Stück weit. Denn letztlich steigt der Stoff der Hängematte an, je weiter man Kopf oder Füsse nach aussen bewegt. So schrieb Mittagsfrost ja weiter oben: "Beim Diagonalliegen stösst man zwangsläufig mit Kopf und Füssen an den Rändern der Hängematte an und drückt diese nach aussen." Man drückt den Hängemattenstoff in die jeweils maximal mögliche Position. Dabei werden aber Kopf und Füsse immer auch nach oben gedrückt, weil der an jedem Ort gegebene Radius nun einmal beschränkt ist.

    Dehnung des Stoffes
    Das Gesäss und der Unterkörper bilden den Schwerpunkt des Körpers und haben vergleichsweise viel Gewicht. Dort wird der Hängemattenstoff am meisten gedehnt. Kopf und Füsse sind leichter und haben weniger Gewicht, um den Hängemattenstoff zu dehnen. Das vergrössert den Radius in Abbildung 2 zusätzlich und zwar beim Gesäss viel mehr als bei Kopf und Füssen. Deshalb sorgt die Gewichtsverteilung im Körper selbst dafür, dass man noch eine Spur weniger flach liegen kann, als man rein von der Geometrie her vermuten würde. Je dehnbarer der Stoff ist, desto stärker kommt dieser Aspekt zum Tragen (Stichwort «Badewanne»). Man wird deshalb in einem wenig dehnbaren Stoff immer flacher liegen als in einem (bei den gleichen Hängemattenmassen) dehnbareren Stoff. Was man als bequemer empfindet, ist eine ganz andere Frage.

    Fussbox
    Jede Konstruktion (z.B. Fussbox), die den Verlauf der blauen Linien in Abbildung 1 verändert, führt zu einer Veränderung der Geometrie der Hängematte und damit auch zu einer Veränderung des Hängematten-Komforts.

    Soweit meine bisherigen Überlegungen zum Thema Hängematte und Fussbox.

  • Noch eine Erläuterung:

    Schauen wir mal die Fussbox der UK Hammock an:

    Hier wird der Stoff von der Mitte (ungefähr) zum Fussende der Hängematte gespannt. Dadurch entsteht eine Fussbox, ganz rechts unten im Bild zu sehen (wenn ich das richtig verstanden habe).

    Gehen wir nun davon aus, dass die Hängematte aus einem rechteckigen Stück Stoff ist. Dann gelten die folgenden logischen Folgerungen:

    • Der seitliche Stoff der Hängematte macht aufgrund der Abspannung einen Umweg.
    • Es braucht auf der Seite mehr Stoff als ohne diese Abspannung.
    • Die Strecke von der Aufhängung links zur Fussbox wird kürzer.
    • Die Fussbox kommt höher zu liegen als ohne Abspannung.

    Nun kann es natürlich sein, dass die Fussbox trotzdem Erfolg bringt und das Liegen in der Hängematte angenehmer gestaltet (was ich stark vermute):

    • Vielleicht fällt der Quilt weniger raus.
    • Oder der Stoff flattert weniger im Wind.
    • Oder die Beine werden daran gehindert, aus Versehen aus der Hängematte zu rutschen.

    Aber etwas passiert auf keinen Fall: Mit dieser Fussbox liegt man nicht flacher als ohne. Die Füsse liegen eher höher als normal, keinesfalls tiefer. Der Stoff wird ja durch den Eingriff nicht länger, sondern er wird vielmehr durch den Umweg verkürzt.

    • Offizieller Beitrag

    Aber etwas passiert auf keinen Fall: Mit dieser Fussbox liegt man nicht flacher als ohne. Die Füsse liegen eher höher als normal, keinesfalls tiefer.

    Tja, soweit die graue Theorie. Vielleicht probierst du es ja mal aus. Ehrlich gesagt habe ich nicht die Energie, die mathematischen Erklärungen nachzuvollziehen. Ich kann dir nur sagen, dass ich die Warbonnet Footbox mit simplen Pythagoras Berechnungen nachdesignen konnte, und dass sie meiner Meinung nach die Form der Hängematten simuliert, die diese annimmt wenn jemand drin liegt. Die Füße liegen also weder höher noch niedriger als ohne Footbox - es sei denn, sie liegen nicht dort wo sie dem Design nach liegen sollten.

    Wie ich schon sagte, die Footbox selbst ermöglicht kein flacheres Liegen - aber man kann die Breite besser ausnutzen (was dann ggf. zu einer flacheren Liegeposition führt). Bau einfach mal eine, teste sie, und dann sehen wir weiter. Wenn du willst kann ich dir mein Schnittmuster geben, das ich angefertigt habe. Ohne Sinus und Cosinus.

  • Tja, soweit die graue Theorie. Vielleicht probierst du es ja mal aus. Ehrlich gesagt habe ich nicht die Energie, die mathematischen Erklärungen nachzuvollziehen. Ich kann dir nur sagen, dass ich die Warbonnet Footbox mit simplen Pythagoras Berechnungen nachdesignen konnte, und dass sie meiner Meinung nach die Form der Hängematten simuliert, die diese annimmt wenn jemand drin liegt. Die Füße liegen also weder höher noch niedriger als ohne Footbox - es sei denn, sie liegen nicht dort wo sie dem Design nach liegen sollten.

    Wie ich schon sagte, die Footbox selbst ermöglicht kein flacheres Liegen - aber man kann die Breite besser ausnutzen (was dann ggf. zu einer flacheren Liegeposition führt). Bau einfach mal eine, teste sie, und dann sehen wir weiter. Wenn du willst kann ich dir mein Schnittmuster geben, das ich angefertigt habe. Ohne Sinus und Cosinus.

    Sehr gerne würde ich mal einen Blick auf dein Schnittmuster werfen. Wäre nett, wenn du es mir zustellen könntest.

    Etwas schade finde ich, dass ich da so etwas wie eine "Abwertung" meinen theoretischen Überlegungen gegenüber herauszulesen meine. Im Grunde reicht etwas räumliches Vorstellungsvermögen und das Wissen, wie man mit zwei Nägeln und einem Band eine Ellipse konstruiert. Sinus und Cosinus sind manchmal eine Vereinfachung respektive Abkürzung, die man anstelle des Pythagoras verwenden kann. Meistens reicht der Pythagoras aus, nur werden manche Rechnungen damit aus meiner Sicht unnötig kompliziert. Im Übrigen habe ich in diesem ganzen Thread nur einmal das Wort "Sinus" verwendet - und das in einem Nebensatz. Ich habe versucht, so einfach und anschaulich wie möglich zu formulieren.

    Im erwarte auch gar nicht, dass alle alles lesen und darauf Bezug nehmen. Ich wollte einfach meine Gedanken, die ich mir manchmal beim Hängen und Beobachten mache (die klarsten habe ich in der Regel nicht am Schreibtisch), hier festhalten. Vielleicht ist mal jemand froh drum. Es gibt ja durchaus Leute, die ähnlich ticken wie ich. Dabei ging es mir nicht darum, etwas in Frage zu stellen, was bereits gesagt wurde, sondern nur die Sache weiter auf den Punkt zu bringen, sie besser zu verstehen. Dass ich damit bisweilen alleine dastehe, bin ich gewohnt. Das kommt in diesem Witz schön zum Ausdruck:

    Ich denke oft solange über Dinge nach, bis ich innerlich grünes Licht habe. Dann erst lege ich los. Ich habe mir dadurch schon manche Fehlkonstruktion erspart. Trotzdem passieren natürlich immer wieder mal Fehler. Meistens liegt dann ein Denkfehler zugrunde. Ich habe den Drang, Dinge zu verstehen, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden.

    Das war jetzt ein bisschen off-topic. ;)

    Also, der langen Rede kurzer Sinn: Gerne würde ich mir dein Schnittmuster mal anschauen. Und wer weiss: Vielleicht folge ich ihm sogar... :)

  • Es war nicht abwertend gemeint - nur ist mir die ständige Mathematik in diesem Umfang einfach zu anstrengend. Deshalb lese ich nur noch quer. Ich denke die Dinge auch gerne durch bevor ich mich an die Arbeit mache -- aber es gibt Grenzen. Das habe ich bei meinem ersten Projekt, der "superflachen" (hahaha) Hängematte, gelernt. Nach der mathematischen Theorie mit Sinus und Cosinus (ich habe mir dazu studierte Hilfe geholt) hätte eine phantastisch bequeme Hängematte herauskommen sollen. In der Praxis war es ein totaler Reinfall, weil Stoff eben noch andere Eigenschaften hat.

    Natürlich denke ich erst genau nach, bevor ich teuren Stoff zerschneide. Aber um Schlussfolgerungen zu ziehen, muss man erst testen. Du stellst auf Grund von Berechnungen Theorien auf, die ich aus der Praxis einfach nicht bestätigen kann. Und die Theorien klingen meist sehr überzeugt/überzeugend, weil ja eine Menge Formeln und Diagramme dahinter stehen. Wenn jemand keine Erfahrung mit dem Thema hat, ist es einfach das als Fakten hinzunehmen - auch wenn es in der Praxis einfach nicht haltbar ist.

    Wenn du mir deine eMail-Adresse per PM zukommen lässt, kann ich dir das Schnittmuster mailen.

    Oh, vielen Dank! Da muss nun ich länger studieren, bis ich verstehe, wie die Teile zusammengehören. Aber wenn man das Ganze mal in Ruhe studiert, ist es am Ende oft ganz leicht. ;)

    Du hast sicher recht, man kann die Theorien nicht 1:1 in die Praxis überführen. Dennoch sehe ich in diesem Fall zwischen dem, was du aus der Praxis / Erfahrung beschrieben hast, und dem, was ich theoretisch umschrieben habe und ja ebenfalls ein Stück weit in der Praxis beobachtet habe (die Praxis hat mich ja erst zum Nachdenken gebracht!), gar keinen Widerspruch. Ich habe ja mit keiner Aussage deiner praktischen Erfahrung widersprochen, sondern diese nur theoretisch ergänzt. Vielleicht habe ich aber etwas übersehen und es ist doch ein Widerspruch da. Dann bin ich froh, wenn jemand darauf hinweist.

    Hier noch ein Vergleich zwischen den beiden Fussbox-Designs von Warbonnet Outdoors (Blackbird) und UK Hammocks (so wie ich es aufgrund der Fotos und der Beschreibung verstanden habe):

    Die Fussbox von Warbonnet (vgl. dein Schnittmuster und hier links im Bild) vollzieht die Form nach, die die Hängematte von Natur aus einnimmt, wenn man sich hineinlegt. Dabei, so habe ich dich verstanden, verändert sie die Eigenschaften der Hängematte nicht wesentlich, allenfalls übernimmt der Stoff ein wenig Zug und nimmt dadurch etwas Druck von Beinen und Füssen.

    (Ich weiss, der Aufbau der Blackbird ist noch komplizierter: Da ist links von der Fussbox noch das "Shelf" und auf der nicht sichtbaren Seite gibt es auch noch einen Aufbau zur Abspannung von Hängematte und Moskitonetz plus den Stoff, der die Lücke von der Abspannung zum Rand der Hängematte schliesst.)

    Die Fussbox von UK Hammocks (rechts im Bild) versucht, dieses Design zu imitieren. Der punktuelle Zug der Leine (rot eingezeichnet) erzeugt jedoch einen Knick im Hängemattenstoff (linke Seite im Bild). Dadurch macht der Stoff einen Umweg und die Position der Füsse wird leicht verändert: Sie werden ein wenig nach oben gehoben. Zugegeben, das ist eine Vermutung, aber eine gespannte Leine macht den Rand der Hängematte ja nicht länger, sondern verkürzt die Strecke vom Kopfende zur Position der Füsse oder aber es bleibt von der Position der Füsse zum Fussende der Hängematte weniger Stoff übrig. Das kann ich nicht theoretisch beurteilen.

    • Offizieller Beitrag

    Das Dreieck sitzt umgekehrt (bei WB) - mit der kurzen Seite zum Fußende. Klingt komisch, und sieht auch komisch aus, aber mit Pythagoras bin ich auf das gleiche Ergebnis wie Warbonnet gekommen. Ich kann gar nicht in Worte fassen wieviel Respekt ich vor Brandon habe - je mehr ich mich mit seinen Designs beschäftige, und je mehr mein eigenes Wissen und damit mein Verständnis wächst, desto mehr wächst auch mein Respekt...

    Das Schnittmuster musst du nur auf A4 ausdrucken und die Zahlen zuordnen. Einfacher geht's leider nicht, ohne Plotter.

  • Ja, gute Designs sind oft überraschend einfach, lösen die Probleme elegant, im Idealfall mehrere mit einem genialen Feature. Ich kann mir gut vorstellen, dass Brandon das immer wieder gelingt. Man liest eigentlich nur Gutes über seine Produkte.

    Die kurze Seite zum Fussende? Vielleicht habe ich das Konzept von UK Hammocks falsch verstanden. In meinem Bild sind die Fussenden bei beiden Hängematten rechts, beide wären also regular (Kopf links, Füsse rechts), jedenfalls war das meine Absicht.

    Ich passe die Grafik gerne noch an, wenn ich es genau falsch herum verstanden haben sollte. Man sollte bei beiden auf die rechte, bei regular die Fussseite, blicken.

  • Mir ist noch etwas aufgefallen, als ich mir das Design der "neuen" Blackbird nochmals angeschaut habe, bei der man den Verlauf der Fussbox besser sieht:

    Mein Eindruck ist, dass da - ähnlich wie beim Design von UK Hammocks - ein Knick in der von links oben (Kopfende) kommenden Linie ist (grün eingezeichnet).

    Kann es sein, dass auf der rot eingezeichneten Linie eine mehr oder weniger starke Spannung ist, wenn man die Hängematte belastet? Ich frage, weil keine meiner Tuchhängematten aus einem rechteckigen Stoff (inzwischen sind das vier verschiedene Hängematten) diese grüne Linie bildet. Jede bildet (von oben betrachtet) ein Parallelogram respektive, wenn man nur eine Seite betrachtet, ein Dreieck, wie ich es weiter oben fälschlicherweise dargestellt habe. Hier nochmals zum Vergleich:

    Müsste das Schema für die Warbonnet Blackbird (links) also - was die Linie des Stoffes betrifft - praktisch gleich aussehen wie das von UK Hammocks (rechts)?

    • Offizieller Beitrag

    Bei der Blackbird XLC ist zwar das Moskitonetz entlang der roten Linie durch Einfassband (nennt man das so?) verstärkt, das kann aber auch andere Gründe haben (ökonomische Stoffausnutzung? Optik?).
    Eine größere Spannung des Mückennetzes entlang dieser Linie konnte ich nicht beobachten.

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