Vogesenhauptkamm im Winter (Reisebericht)

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  • Liebes Forum,

    hier der Bericht zur zweitägigen Vogesenexkursion am Wochenende.

    Samstag, 17.12.2017

    • 07.00 Uhr: Anreise mit dem Zug von Neustadt/Weinstraße nach Colmar, dann weiter mit dem Bus nach Lapoutroie
    • 12.45 Uhr: Aufstieg zum Lac Blanc über den Tête le Faux und den Tête des Immerlins (11 km, 930 Hm); nur eine kurze Pause
    • 16.30 Uhr: Lager direkt am See aufgeschlagen.

    Kurz nach Einbruch der Dämmerung kam die Gendarmerie und hat mich kontrolliert. Erst hab ich gemeint, die jagen mich weg, war aber gar nicht so. Sie haben sich nur mein Equipment angeschaut und mir eine schöne Nacht gewünscht. Die Nacht war klar und ich konnte ohne Tarp schlafen. Da der Aufstieg anstrengend war und ich mir aufgrund der sehr begrentzten Tageslänge kaum Pausen gegönnt hab, bin ich ziemlich verschwitzt angekommen. Als ich mich gegen 19.00 Uhr in die Hängematte gelegt hab, war ich noch nicht ganz trocken. Das hat sich am Morgen des nächsten Tage gerächt: mein Topquilt war außen ziemlich nass, und da bei diesem Wetter an Trocknen nicht zu denken war (-2°C, hohe Luftfeuchtigkeit), musste ich ihn in diesem Zustand einpacken.

    Sonntag, 18.12.2017

    • 08.00 Uhr: Frühstück und Aufbruch Richtung Vogesenhauptkamm, bis auf ein paar wenige Abstecher immer dem GR5 folgend (20 km, 700 Hm); zwei jeweils halbstündige Pausen
    • 16.30 Uhr: Ankunft am Lac de Schiessrothried, Lager wieder direkt am See

    Ein wunderbarer Tag bei strahlendem Sonnenschein. Die Rheinebene war bereits morgens mit dichtem Nebel befüllt, der im Laufe des Tages immer höher stieg und mich gerade am höchsten Punkt der Wanderung (Le Hohneck) einholte. Bis ich bei meinem gesetzten Tagesziel - dem Lac de Schiessrothried - ankam, war ich mitten im dichtem Dunst. Machte aber nichts, schöne Abwechslung nach einem Tag voller Sonne - schöne Stimmung. Die Nacht war windig und nass-kalt, aber ich hatte genug Reserven um trotzdem wohlig-warm zu schlafen. Diesmal hatte ich meine Dampfsperren angezogen, mein Topquilt blieb dadurch vor noch mehr Feuchtigkeit bewahrt. Hätt ich auch schon in der ersten Nacht machen sollen.

    Montag, 19.12.2017

    • 08.00 Uhr: Frühstück, kleiner Abstecher zu einem nahen Aussichtspunkt und Abstieg nach Metzeral (9 km)
    • 12.00 Uhr: Heimfahrt mit dem Zug
    • 16.15 Uhr: Ankunft in Neustadt

    Resümee: Sehr empfehlenswerte Tour, die baumfreie Landschaft ganz oben am Hauptkamm ist beeindruckend, abgerundet wird das Erlebnis durch urige Wälder und idyllische Seen. Wenn Schnee gelegen hätte, hätte ich Schwierigkeiten bekommen, die Tour wie geplant zu absolvieren. Der Auf- und Abstieg wären bei wenig Schnee sehr gefährlich, und bei viel Schnee mit Schneeschuhen äußerst anstrengend. In diesem Falle sollte man mindestens einen Tag mehr einplanen.

    Hier der Track zur Wanderung (der Link funktioniert nur bis zum 19. Januar 2017). Danach kann ich Euch die Datei jederzeit schicken, einfach anfragen.

    Und natürlich das Wichtigste - die (zugegeben vielen) Fotos: hier.

    Edit: Ich hab die ursprünglich hier direkt ins Forum hochgeladenen Bilder wieder raus genommen, weil ich mich wiedermal sehr über das Bildmanagement der Forensoftware geärgert hab (keine Galeriefunktionen, nur fünf Bilder pro Post). Ich hoffe, der Link funktioniert auch auf all Euren diversen Endgeräten und das geht für Euch alle in Ordnung so.

  • Vielen Dank für Deinen Bericht. Da habe ich schon sehnsüchtig drauf gewartet.

    Es freut mich sehr, dass Dir die Gegend gefallen hat. Vielleicht klappt es ja das nächste Mal, dass wir so etwas gemeinsam machen.

  • Vielen Dank für Deinen Bericht. Da habe ich schon sehnsüchtig drauf gewartet.

    Es freut mich sehr, dass Dir die Gegend gefallen hat. Vielleicht klappt es ja das nächste Mal, dass wir so etwas gemeinsam machen.

    Unbedingt! Da muss ich auf jeden Fall nochmal rauf. Vor allem, nachdem mich die Begegnung mit der Gendarmerie bezüglich Übernachten sehr beruhigt hat. Ich hab Sie mehrmals gefragt, ob das in Ordnung ist, und sie haben das immer wieder beteuert. Selbst oben am Hauptkamm wär's kein Problem, haben Sie gesagt. Nur halt keinen Müll und kein Feuer, aber das ist ja eh klar.

    Sehr schön, dass die Franzosen da so unkompliziert sind!

  • Vielen Dank für deinen Bericht. Die Fotos schaue ich mir gerne bei Gelegenheit an. :)

    Wegen der Feuchtigkeit am ersten Morgen: Könnte es nicht sein, dass die in erster Linie auf Kondensfeuchtigkeit von aussen (Tau) zurückgeht? Gerade an einem See ist die Luft selten ganz trocken und ein Tarp oft eine gute Wahl. (Nur eine Vermutung...)

    In schwierigem Gelände empfehlen sich auch bei wenig Schnee durchaus Schneeschuhe. Mit ihnen hast du auch auf sonstigem Untergrund (ausser vielleicht blanker Fels) einen recht guten Halt. Alternativ gibt es sehr leichte "Spikes", die man über die Schuhe ziehen kann. Mein Bruder hat solche schon genutzt und konnte sich damit in Island auch auf vereistem Fels, wo andere wie auf Eiern liefen, ganz normal fortbewegen. (Ich müsste ihn bei Interesse nach der genauen Marke fragen.)

  • Wegen der Feuchtigkeit am ersten Morgen: Könnte es nicht sein, dass die in erster Linie auf Kondensfeuchtigkeit von aussen (Tau) zurückgeht? Gerade an einem See ist die Luft selten ganz trocken und ein Tarp oft eine gute Wahl. (Nur eine Vermutung...)

    Das kann gut sein. Allerdings waren die Rahmenbedingungen bis auf's Tarp in der zweiten Nacht ser ähnlich, eher sogar noch etwas feuchter. Auch der Temperaturrückgang war identisch. Deshalb habe ich es eher auf die Verwendung der VB zurückgeführt.

    In schwierigem Gelände empfehlen sich auch bei wenig Schnee durchaus Schneeschuhe. Mit ihnen hast du auch auf sonstigem Untergrund (ausser vielleicht blanker Fels) einen recht guten Halt. Alternativ gibt es sehr leichte "Spikes", die man über die Schuhe ziehen kann. Mein Bruder hat solche schon genutzt und konnte sich damit in Island auch auf vereistem Fels, wo andere wie auf Eiern liefen, ganz normal fortbewegen. (Ich müsste ihn bei Interesse nach der genauen Marke fragen.)

    Das Problem mit Schneeschuhe sehe ich speziell bei dieser Tour darin, dass die Wege sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg sehr steil, eng und steinig sind, mit teilweise sehr hohen Stufen. Ich könnte mir vorstellen, dass es Schneeschuhe hier ziemlich schwer zu handhaben sind. Wer hat da Erfahrung?
    Diese Spikes gibt's z.B. bei Decathlon. Hatte ich mir schon angeschaut für den Fall, dass es Schnee gegeben hätte.

  • Das kann gut sein. Allerdings waren die Rahmenbedingungen bis auf's Tarp in der zweiten Nacht ser ähnlich, eher sogar noch etwas feuchter. Auch der Temperaturrückgang war identisch. Deshalb habe ich es eher auf die Verwendung der VB zurückgeführt.

    Den Unterschied sehe ich vor allem darin, dass Tau - je nach Wetterlage - ähnlich wie Regen fallen kann. Mit Tarp ist man dann weitgehend geschützt, ohne Tarp natürlich nicht. Es könnte also durchaus sein, dass der Tau in der ersten Nacht auf deinen Topquilt "geregnet" ist.

  • Verblockte Wege mit Schneeschuhen machen weder rauf noch runter Spaß. Sinnvoll wird es erst, wenn genug Schnee auf den Steigen liegt, so dass Du die Steine/Felsen mit den Schneeschuhen nicht mehr spürst.

    Deshalb "verlaufen" in den Vogesen die "Winterwege" manchmal etwas anders als die Sommerwege.

  • Den Unterschied sehe ich vor allem darin, dass Tau - je nach Wetterlage - ähnlich wie Regen fallen kann. Mit Tarp ist man dann weitgehend geschützt, ohne Tarp natürlich nicht. Es könnte also durchaus sein, dass der Tau in der ersten Nacht auf deinen Topquilt "geregnet" ist.

    Aja, jetzt verstehe ich, was Du meinst. Aber dann war's das nicht, weil es in der ersten Nacht ohne Tarp, in der mein Topquilt nass war, keinen Tau (in Form von Nebel, also in der Luft kondensierendes Wasser) gab. Es war sternenklar.

    In der zweiten Nacht, in der ich mit Tarp geschlafen hab und in der mein Quilt trocken blieb, war massig Nebel, sichtweite war kaum 10 Meter. Morgens hatte ich außen auf dem Tarp eine Eissicht! Das war genau das Phänomen, das Du beschrieben hast: "fallender" Nebel.

  • Verblockte Wege mit Schneeschuhen machen weder rauf noch runter Spaß.

    Wir könnten ja im Winter mal ein bisschen auf der Hochebene rumtreiben. Mit der Sesselbahn rauf, oben einen Rundweg mit den Schneeschuhen, übernachten, und am nächsten Tag auf die gleiche Weise wieder runter. Wär doch was, oder?

  • Sehr fein.
    Bei den Bildern glaubt man fast net, dass des hier ist.
    Also Vogesen ist ja gegenüber vom Schwarzwald.

  • Wir könnten ja im Winter mal ein bisschen auf der Hochebene rumtreiben. Mit der Sesselbahn rauf, oben einen Rundweg mit den Schneeschuhen, übernachten, und am nächsten Tag auf die gleiche Weise wieder runter. Wär doch was, oder?

    Mit dem Sesselfurzen kenne ich mich aus. :rolleye: Deshalb fahren wir lieber mit dem Voiture. Das spart Zeit und wir sind wesentlich flexibler.

    So sieht übrigens die Hochebene südlich von der Bergstation beim Lac Blanc bei richtigem Wetter aus:
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  • Sehr fein.
    Bei den Bildern glaubt man fast net, dass des hier ist.
    Also Vogesen ist ja gegenüber vom Schwarzwald.

    Den Schwarzwald sieht man vom Hauptkamm aus ganz gut. Charakterlich sind die beiden Gebirgsketten ziemlich unterschiedlich.


    So sieht übrigens die Hochebene südlich von der Bergstation beim Lac Blanc bei richtigem Wetter aus.

    Sehr schön. Dann warten wir mal auf's "richtige" Wetter.

  • Sehr schön, tolles Wetter da oben. In einem Wanderführer über die Vogesen habe ich mal gelesen, dass das Campen generell an offiziellen Rastplätzen (glaube mit Schutzhütte) erlaubt sei.

    Ja da oben ist es sehr schön. Besonders gut gefallen mir die kleinen Ferm in den Bergen. Bei meiner Lieblingsferm gibt es hausgemachte Ziegenkäsetaler auf gröstetem Brot, mit Honig und Kräutern überbacken.... herrlich. :love::love::love:

    Als Varriation könntest du bei der Col de la Schucht den Parkplatz Richtung Osten verlassen. Da wo das Geländer aufhört führt eine kleine Treppe auf nen Singeltrail und verläuft dann im Zickzack paralell zum Hauptkamm, bis zum Karstsee und dann wieder auf den Kamm. Wenn man dann über den Kammweg zurück zur Col de la Schlucht läft, durch den knorrigen Wald, hat man meiner Meinung nach einer der schönsten Tageswanderungen gemacht die man von Freiburg aus mit dem Auto erreichen kann.

    Wäre gerne dabei gewesen... schade aber das nächste Mal vieleicht.

    Grüße

  • Ich vermute, [USER="112"]Stesch[/USER] meint den Lac du Forlet oder den Grünen See. Ist von La Schlucht aus gesehen Richtung Nordost. Südöstlich gibt es dann noch den Sentier des Roches. Ist bei Schnee und Eis allerdings nur mit Steigeisen zu empfehlen.

  • Deshalb vermute ich nordöstlich. Soweit ich mich erinnern kann, ist dort auch das Geländer. Beim Zustieg zum Sentier ... geht es durch eine Lücke in der Steinmauer(?).

    P. S. Wie kamst Du mit der Orientierung klar? Karte, GPS und/oder Wegmarkierungen?

  • Orientierung war absolut kein Problem. Ich hatte die 1:50.000er Karte dabei (A3 Kopie des relevanten Gebiets) und meinen Kompass. Für den Aufstieg (Lapoutroie - Etang du Devin) hab ich mir noch die zuvor geplante Route auf der 1:25.000 Topo von QLandkarteGT ausgedruckt (das Programm kann ich allen Linux-Benutzern übrigens sehr empfehlen).

    Sowohl auf dem Col de la Schlucht als auch auf Le Hohneck hab ich ein bisschen Probleme mit der Markierung, da hab ich dann mal das GPS vom Handy eingeschaltet um die Suche abzukürzen.

    Ansonsten war alles kein Problem. Oben auf dem Kamm ohne Schnee musste ich nur selten auf die Karte schauen, und beim Auf- und Abstieg ging's auch sehr gut mit den Markierungen..

  • Hallo [USER="112"]Stesch[/USER], vielen Dank, dass Du mir die "Pfütze" wieder in Erinnerung gebracht hast. Als ich vor einigen Jahren den Sentier des Roches mit den Schneeschuhen machte, bin ich auf dem Weg zum Aufstieg zum Hohneck an dem See vorbeigekommen. Allerdings war davon nichts zu sehen, da er kommt unter einer dicken Schneeschicht lag. Der viele Schnee war der Grund, warum ich für den Felsenweg sehr lange brauchte. Die Seilversicherungen waren stellenweise in Knöchelhöhe und am Wasserfall war das Eis mehrere cm dick.:shok:

    hier übrigens noch ein Bild vom Einstieg an Col de la Schlucht:
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    Und ein Lageplan von See (zwischen der Ferm Frankenthal und der Martinswand):
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