Hängematte Eigenbau, 90 grad oder Bridge?

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  • Du meinst sowas?

    Nein. Ich dachte an eine wörtliche Integration, wie sie Mittagsfrost beschrieben hat: Der Baum steht im Aufhänge-Dreieck. Aber natürlich wäre es auch sinnvoll, einfach zwei (oder vier) Bäume für die Aufhängung zu verwenden: Die Konstruktion von «Mad Tree» verzichtet gleich ganz auf die Spreizstäbe; auch nicht schlecht! Da schaukelt dann gar nichts mehr, was ein Vor- oder ein Nachteil sein kann. Ob die wohl bequem ist? Zumindest das Kopfende stelle ich mir mit einer klassischen Brücken-Hängematte vergleichbar vor.

  • Das Dreieck zu integrieren hatte ich auch mal überlegt. Und wenn man mit Schnur arbeiten würde, die man um den Baum legt, anstatt von Treestraps wäre das auch noch alles einfach - man könnte sich so eine Art Tree-Whoopie bauen, welche man dann je nach Durchmesser des Baumes so anpasst, dass man die maximale Breite als Baum nutzen könnte. Aber mit Treestraps wird es schwierig. Das würde meiner Meinung nach nur gehen, wenn man sich ein paar Standarddicken als Bäume sucht, wofür man dann seine Treestraps hat. Man müsste dann aber sein Quartier nicht nur nach Baumabstand aussuchen sondern zusätzlich auch noch nach Baumstärke. Damit bringe ich mich ja um den Vorteil gegenüber einem Zelt: hohe Flexibilität.
    Den Gedanken finde ich trotzdem nett, weil dann Aufhängungen ja schon ab, na sagen wir mal 2,5m mit einer Bridge möglich wären. Wenn also einer eine gute Idee hätte - ein Like von mir wäre ihm sicher! Ziel längenverstellbare Treestraps... :)
    Hmmmmm...und während ich nochmal querlese, frage ich mich, ob das zielführend ist - denn ich müsste dann ja auch ein Tarp haben, welches so klein ist......hmmmmm...ich weiß auch nicht...

    Bei der Matte von Madtree dachte ich erst: "Hammer!" - dann aber "och nö, doch nicht". Bei der Art von Aufhängung erscheint es mir nämlich schwierig zu sein, eine einfache und immer gleiche Lösung für Moskitonetz und Tarp zu finden, da er unter anderem den Kopfteil manchmal über zwei nahestehende Bäume abspannt. Will man darüber ein Tarp mittig abspannen, müsste man eine Querleine zwischen dien Bäumen spannen, damit man dort mit der Ridgeline ran gehen kann...gefällt mir, glaube ich, nicht so gut. Und wie Waldläufer schon sagt: bequem sieht es nicht aus....Aber wer weiß, vielleicht täuscht es ja auch...

  • Wenn also einer eine gute Idee hätte - ein Like von mir wäre ihm sicher! Ziel längenverstellbare Treestraps... :)

    Naja, die Idee hatte ich weiter oben ja bereits geliefert:

    Ich stelle mir aber vor, dass man statt Dyneema einfach zwei Gurtbänder nutzen könnte, die man zweimal um den Baum legt und dann an den vorderen respektive hinteren beiden Ecken der Hängematte mittels Schnalle verstellbar einhängt.

  • Naja, die Idee hatte ich weiter oben ja bereits geliefert:

    Ich hatte da noch eine weitere Idee, um den Aufbau zu vereinfachen:

    • An jeder Ecke der Brücken-Hängematte ist ein Gurtband in einer verstellbaren Schnalle befestigt.
    • In die vier losen Enden ist jeweils eine Schlaufe genäht.
    • Am Kopf- und am Fussende ist jeweils in einer der beiden Schlaufen ein Karabiner eingehakt.

    Zum Aufbau werden die Bänder am Kopf- wie am Fussende von links und von rechts einmal hinten um den Baum geführt und treffen sich dann vorne etwa in der Mitte. Dort werden sie mit dem Karabiner verbunden. Über die verstellbaren Schnallen an den vier Hängematten-Ecken wird die Hängematte ins Gleichgewicht gebracht, d.h. korrekt eingestellt.

    Allerdings kann ich mir denken, dass der Aufbau nicht ganz einfach ist. Es ist kein Einhängen und alles ist gut, sondern da muss wohl ein paarmal hin und her gegangen und mehrmals nachjustiert werden, bis alles passt.

    Bisher hatte ich nie Probleme, Bäume im passenden (etwas grösseren) Abstand zu finden. Für mich würde primär die Reduktion der Kräfte auf die Spreizstäbe dafür sprechen. Die Belastung der Spreizstäbe aufgrund des Körpergewichts in der Hängematte würde dadurch natürlich nicht reduziert, sondern nur die Belastung durch die vergrösserten Winkel der Aufhängung am Spreizstab.

  • Hmmm...für mich überwiegen bei diesen Überlegungen die Nachteile.
    * Höheres Gewicht, aufgrund von Gurtbändern statt Dyneema-Cord,
    * Keine (leichte) Anbringung von Driplines, mit der damit verbundenen Gefahr, dass es nass in der Hängematte wird, wenn's mal ein bischen stärker regnet und last but not least
    * Ein daraus resultierendes Tarp von 2,5-2,8m - welches zwischen die Bäume passt, falls man wie ich, das Ziel hat, mit geringem Maß abzuspannen.

    Wenn es mit nur um den Druck auf die Spreaderbars geht, dann (ich kenn die von JacksrBetter nicht) finde ich den Ansatz von Professor Hammocks "Ariel" (für Interessierte zu finden bei YT) besser. Dort ist die Hängematte nicht nur so lang wie die Kettenlinie, sondern ist auch Teil der Aufhängung. Die Hängematte verkürzt sich so um 48cm (wenn man sich an seine Maße hält). Durch diese Bauform, die damit von der "Koma" abweicht, kommen die Spreaderbars nahe an die Schulter und können deswegen kürzer sein. Mit der Kürzung geht einher, dass damit gleichzeitig auch die Aufhängung kürzer werden kann, wenn man sich daran hält, dass es sich immer um ein gleichschenkliges Dreieck handeln soll/kann.

    Die Vorteile für mich sind dadurch:
    * geringerer Druck auf die Spreaderbars
    * kürzere Aufhängung gegenüber ursprünglichen Bridgehammocks (bspw. Koma)
    * einheitliche, immer gleiche Tarplänge, die für eine sichere Abdeckung notwendig ist.
    * Einfache und leichte "Standardaufhängung"

  • Wenn es mit nur um den Druck auf die Spreaderbars geht, dann (ich kenn die von JacksrBetter nicht) finde ich den Ansatz von Professor Hammocks "Ariel" (für Interessierte zu finden bei YT) besser. Dort ist die Hängematte nicht nur so lang wie die Kettenlinie, sondern ist auch Teil der Aufhängung. Die Hängematte verkürzt sich so um 48cm (wenn man sich an seine Maße hält). Durch diese Bauform, die damit von der "Koma" abweicht, kommen die Spreaderbars nahe an die Schulter und können deswegen kürzer sein. Mit der Kürzung geht einher, dass damit gleichzeitig auch die Aufhängung kürzer werden kann, wenn man sich daran hält, dass es sich immer um ein gleichschenkliges Dreieck handeln soll/kann.

    Die Vorteile für mich sind dadurch:
    * geringerer Druck auf die Spreaderbars
    * kürzere Aufhängung gegenüber ursprünglichen Bridgehammocks (bspw. Koma)
    * einheitliche, immer gleiche Tarplänge, die für eine sichere Abdeckung notwendig ist.
    * Einfache und leichte "Standardaufhängung"

    Was "meine" Idee angeht, da stimme ich dir zu: Ich sehe da eigentlich auch mehr Nachteile als Vorteile (höheres Gewicht, komplizierterer Aufbau).

    Was die Ariel von Professor Hammock angeht. Das ist aus meiner Sicht ein Irrtum: Zwar kann man da das Aufhänge-Dreieck unter Beibehaltung der gleichen Winkel verkürzen, dafür nimmt die Belastung durch den Körper des Hängers zu, denn die Spreizstäbe rücken näher an den Körperschwerpunkt des Hängers. In der Summe ergibt das keine Reduktion der Belastung auf die Spreizstangen, sondern eine Zunahme.

    Die theoretischen Erwägungen zu den Belastungen auf die Spreizstäbe findet man bei Interesse hier.

    EDIT: Die "Ariel" bringt insofern einen Vorteil, als kürzere Spreizstäbe bei gleicher Dicke natürlich wesentlich stabiler sind (umgekehrt quadratische Funktion zur Länge). Man kann also auf leichtere und eventuell etwas dünnere Stäbe umsteigen, was ein echter Vorteil ist. Die Kräfte werden – bei gleichem Schulterraum – in der Summe aber eher grösser:

    • gleiche Winkel im integrierten Aufhänge-Dreieck => Kräfte bleiben gleich
    • kleinere Winkel gegenüber dem Körperschwerpunkt => Kräfte werden erhöht
  • Ich denke, der Fall der nahen Bäume ist in der Tat selten. Ich stelle mir aber auch die Frage, ob das Ausnutzen des Baumstamms eventuell die Stabilität der Brückenmatten erhöhen könnte, die ja eher als schaukeliger gelten.

    Bei Daisy-Chain Gurten sind ja schon Schlaufen die eine variable Länge ermöglichen. Man könnte den Gurt anderthalb mal um den Baum binden. Dann eventuell mit Whoopies zu den Spreizstäben. Wer ganz ohne Hardware auskommen möchte nutzt Softshakles.

    Komisch, auf einmal bin ich ganz ungeduldig, meinen RR in der Hand zu haben :D. Wenn er rechtzeitig zum Wochenende da ist, wird getestet.

    Reisender mit Hang zum Hängen

    :!:"Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur verschiedene Sorten gutes Wetter" - (John Ruskin) :!:

  • Extrem schaukelig finde ich meine Brücken-Hängematte nicht mal. Ich kann aufrecht in der Mitte sitzen, ohne dass ich dabei das Gefühl habe, ich würde nächstens kippen. Beim Drehen auf die Seite ist es dann eher etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch da hatte ich noch nie Angst, dass ich herausfallen könnte.

    • Offizieller Beitrag

    Zum Tarp: Wenn man an der Mittelnaht (Ridgeline) ein Daisychain-Gurtband oder eine selbstgespleisste "Kette" aus Dyneema annäht und an der "Traufe" zusätzliche Abspannpunkte anbringt, lässt es sich auch an Bäumen anbringen, die enger stehen als das Tarp lang ist. Es wird dann einfach nicht an den Enden abgespannt, sondern an den "Kettengliedern". Der Rest hängt dann schlaff herunter.
    Funktioniert recht gut, sieht aber nicht sehr elegant aus und raschelt im Wind.

  • [USER="153"]Waldläufer70[/USER] Sehr schöne Gedanken zum Thema "Druck auf die Spreaderbars". Ich denke, das hört sich plausibel an - danke für die Erweiterung meines Blickwinkels!
    Bei Formeln wie "Fs = Fa / (2 * tan β) + Fa / (2 * tan δ)" (aus dem von Dir genannten Thread) würde ich mal sagen: Wenn Grizz Adams der Professor für Hammocks ist, dann ist Waldläufer70 der Professor für Hängematten! Toller Thread! Nochmals vielen Dank!!

    @Womie Ich finde sie überhaupt nicht schaukelig. Vielleicht ist das daher geleitet, dass man Bridges eher flacher als die Standard 30 Grad aufhängt und dadurch einen anderen Schwerpunkt hat - aber nachteilig bemerkbar hat es sich bei mir noch nicht gemacht.

  • [USER="153"]Waldläufer70[/USER] Sehr schöne Gedanken zum Thema "Druck auf die Spreaderbars". Ich denke, das hört sich plausibel an - danke für die Erweiterung meines Blickwinkels!
    Bei Formeln wie "Fs = Fa / (2 * tan β) + Fa / (2 * tan δ)" (aus dem von Dir genannten Thread) würde ich mal sagen: Wenn Grizz Adams der Professor für Hammocks ist, dann ist Waldläufer70 der Professor für Hängematten! Toller Thread! Nochmals vielen Dank!!

    Danke für deine Rückmeldung. :)

    Naja, ich mache mir immer gerne meine Gedanken über die Dinge, mit denen ich mich gerade intensiver beschäftige. Gerade wenn ich in einer Hängematte liege und den Stoff beobachte (wie er sich in Falten legt, etc.), dann lässt sich wunderbar philosophieren (nicht nur über Hängematten). Zuhause muss ich dann den Sachen manchmal auf den Grund gehen.

    Professor Hammock (aka GrizzlyAdams) verweist auf Hammockforums.net gerne auf TeeDee, wenn es um die Belastungen der Spreizstäbe geht. Ich habe mir meine eigenen Gedanken dazu gemacht, war einige Zeit unsicher, bin mir jetzt – nach der Diskussion mit Biker61 im verlinkten Thread – ziemlich sicher, dass ich die Sache korrekt erfasst habe. Naja, ich bin weder Mathematiker noch Physiker, hatte aber mit beiden Fächern an der Schule nie Probleme.

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