Whoopies / UCR / ???

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  • Hallo zusammen,

    was mich an den Whoopie Slings ein wenig stört ist, dass die Schnur über weite Strecken doppelt geführt ist wegen der kurzen einfachen Strecke aber nicht doppelt belastbar ist. Beim UCR ist das ein wenig besser, weil die doppelt geführte Strecke reduziert wird. Bei den UCRs sehe ich aber den Nachteil, dass sie nicht im gleichen Maße selbstblockierend sind.

    Meine Idee ist jetzt, einen verstellbaren Loop zu spleißen. Der hätte den vorteil, dass die Last durchgehend auf zwei Schnüre verteilt ist. Man kann also eine leichtere Schnur mit geringerer Bruchlast verwenden. Zudem wird die minimale Länge auf etwa die Hälfte der Spleißlänge reduziert.

    Macht das irgendwie Sinn?

  • Meine Idee ist jetzt, einen verstellbaren Loop zu spleißen. Der hätte den vorteil, dass die Last durchgehend auf zwei Schnüre verteilt ist. Man kann also eine leichtere Schnur mit geringerer Bruchlast verwenden. Zudem wird die minimale Länge auf etwa die Hälfte der Spleißlänge reduziert.

    Eine Whoopie Sling aus 7/64er Amsteel (Bruchlast 725kg), verstellbar von 50cm-200cm, wiegt rund 20g und bietet eine Nutzlast von bis zu 200kg. Rein vom Gewicht her ist das ja nicht wirklich viel. Wenn du die fixe Schlaufe zweimal (oder sogar dreimal) durch den Kanal der Hängematte ziehst*, kommst du zudem noch deutlich näher an die Hängematte heran als die rund 50cm, die man da sonst minimal braucht. Zudem entlastest du damit den Stoff, da sich der Druck auf mehr Stoff verteilt.

    *Mit UCRs hast du diese Möglichkeit nicht, ausser du baust sie "falsch" herum ein. Dann kannst du sie aber nicht mehr durch anhängen eines kleinen Gewichts blockieren. Ein solches Gewicht würde sie im Gegenteil lösen.

    Es gibt auch Leute, die für die Whoopie Slings Dynaglide verwenden: Dieses Material hat eine Bruchlast von 454kg, die Whoopie Slings rissen bei Tests bei etwa 408kg. Da kannst du von einer Nutzlast von etwa 120kg ausgehen, also bis etwa 80kg Gewicht in der Hängematte ist da alles im absolut sicheren Bereich. Eine Whoopie Sling mit vergleichbarer Dimension dürfte mit diesem Material rund 10g wiegen, also 20g für beide Seiten.

    Bei deinem Loop, hättest du da nicht auch das "Problem", dass - gleich wie beim UCR - die Schlaufe nicht im gleichen Mass selbstblockierend ist, wenn auch mit dem Vorteil (oder Nachteil?), dass nur halb so viel Zug auf dem einzelnen Seil ist?

  • Loop: 1,5mm dyneema (1,3g/m), maximale Länge 2,84m, Spleiß-Länge: 23cm, Benötigtes Seil 5,91m, Gewicht: 5,91m*1,3g/m = 7,683g

    Bei Extremtextil finde ich diese Dyneema-Kordel: Die Bruchlast beträgt 230daN (ca. 234kg). Das kannst du grob verdoppeln, musst aber für die starke Biegung im Karabiner (oder Soft Shackle) wieder etwas abziehen. Da hast du eine maximale Bruchlast von etwa 420kg. 30% davon sind 126kg Nutzlast. Das reicht für maximal 84kg Last in der Hängematte (bei einem 30°-Winkel).

    Anmerkungen:

    • Es kommen etwa 50% an Last durch Bewegung dazu (einsteigen, umdrehen, etc.): 84kg * 1,5 = 126kg
    • Dyneema dehnt sich unter Arbeitslast weniger als 1%. Bei 30% der Belastung ist man bei etwa 0,96%, je nach Faser und Flechtung. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Nutzlast nicht mehr als 30% der Bruchlast ausmachen sollte. Die Hersteller geben in der Regel auch nur die Dehnung für 10%, 20% und 30% der Bruchlast an. Weiter hoch gehen sie nicht.


    Mir wäre das schlicht zu wenig Reserve. Das Material altert ja auch, die Oberfläche wird durch den Gebrauch aufgeraut, was die Bruchlast letztlich mit der Zeit immer mehr heruntersetzt. Für sich selber kann man das vielleicht riskieren. Verkaufen dürfte man eine so knapp bemessene Aufhängung nicht. Das wäre aus meiner Sicht fahrlässig. Das gleiche Problem hättest du natürlich mit dem oben erwähnten Dynaglide: bis rund 80kg sicher, darüber immer etwas am Limit, was die Nutzlast anbelangt. Ich persönlich würde wegen ein paar Gramm bei der Sicherheit nicht ans Limit gehen.

  • Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich es mal ausprobieren soll. Wenn es sich nicht bewähren sollte, schneidet man einfach die beiden "Stopper" weg (nur wenig Verlust) und hat wieder zwei recht lange Leinen, die sich anderweitig verwenden lassen, zum Beispiel für Whoopie Slings.

    PS: Ich finde es immer super, wenn Leute neue Ideen einbringen. Das regt zum Nachdenken an. Und manchmal sogar zum Ausprobieren oder Nachmachen. Danke fürs Teilen, Friedolino!

  • Ich bin noch bei der Recherche/Materialbeschaffung. Es dauert vermutlich noch bis ich erste Ergebnisse zurückmelden kann.

    Die Zeichnung entspricht in etwa meiner Idee.
    Ich überlege gerade, ob man statt des linken Stoppers das ende mit einem Topsegelschotstek o.Ä. an dem Hauptseil befestigt. Der könnte vielleicht ein wenig Selbstblockierung in das System bringen. Und da der Knoten auf dem unbelasteten Teil der Schnur läge, schwächt er das seil nicht.

  • Innen (rot) und Aussen (blau) des Spleisses sieht man hier besser, so wie ich deine Idee verstanden habe:

    Am ganz rot eingefärbten Ende wird zum Verkürzen des "Whoopie Loops" nach rechts gezogen. Das rot markierte Seil wird links aus dem Spleiss gezogen, um die Schlaufe zu verlängern. Der Spleiss selbst kann praktisch bündig am Ende der Hängematte sitzen, um eine maximale Verkürzung zu erlauben. Der blaue Stopper kann am rot markierten Seil, das gleich dort aus dem Spleiss kommt, festgebunden werden und hilft, den Spleiss zu blockieren. (Um ihn mit einem Gewicht zu beschweren, läuft der Spleiss in die falsche Richtung.)

  • Hab's mal mit einem Rest Amsteel (ca. 2m) rasch ausprobiert (ohne Hängematte). Es könnte halten. Man muss aber den Spleiss (25cm lang) gut von Hand von rechts nach links dorthin strecken, wo der Pfeil hinzeigt, sonst rutscht er!

    Auch wenn ich unter Last dort, wo der Pfeil hinzeigt, den Knoten nur ganz wenig (gefühlt 1cm bis 2cm) nach rechts schiebe, beginnt der Spleiss bereits zu rutschen.

    Wie sich das System unter Last mit der Hängematte verhält, müsste man ausprobieren.

  • Danke fürs Ausprobieren und Fotografieren. Kannst Du das mit dem Schotsegeltopstek des linken Stoppers an dem (rot markierten) Seil probieren? Am besten vielleicht mit 1cm Abstand zum Spleiß. Dann kann man besser Beobachten, wie der Knoten den Spleiß streckt.

    Ich denke dann könntest Du durch Verschieben des Knotens nach rechts verlängern. Festziehen sollte er sich dann unter Last von selbst.

  • Mein Hängematten-Rechner bestätigt deine Überlegungen. :)

    Aber wozu solltest du die Hängematte mit 15° aufhängen wollen und damit die Belastung massiv nach oben treiben? Die dynamische Belastung bleibt bei 50% zusätzlich. Da musst du dann schon mit recht festem Geschütz auffahren, um sicher zu hängen. Ich empfehle immer, nicht flacher als 20° zu gehen - und das auch nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

  • Ich versuche nur herauszubekommen, bei welcher Bruchlast ich welchen Winkel und damit Baumabstand realisieren kann, wenn ich in max 1,80m Höhe aufhängen kann.
    Aber mir kommt 20° auch entspannter vor. ;) Damit komme ich auf 8m, erzeuge etwa 200kg Last auf der Aufhängung und sollte mit 2x420kg Bruchlast auskommen. Sind sogar nur 24% der max. Bruchlast, die ich damit beanspruche.

    Aber wenn es sich vermeiden lässt werde ich das Material natürlich auch lieber weniger strapazieren. Aber wer weiß schon, wo es einen mal hin verschlägt. ;)

    Am 11.11. gibt es beim Ali-Express übrigens 50m von der besagten 2mm Schnur mit 8 Strängen und 420kg runtergesetzt auf 16,88.
    Beitrag zur kulturellen Bildung: Der 11.11. ist in China nämlich der Singles-Day und neuerdings größter online-shopping-Tag.

  • Also, ich habe nochmals rasch die Schlaufe gespleisst und wie gewünscht den Knoten etwas vom Spleiss distanziert angebracht. Man merkt durchaus eine Wirkung des Knotens. Er hält den Spleiss schön auf Spannung und lässt sich nicht total leicht verschieben, hält besser, als ich dachte:

    Ich habe das Ende dreimal in Richtung Spleiss um das tragende Seil geführt, dann einmal um beide Leinen, um es schliesslich - wieder vom Spleiss weg - durch die letzte Schlaufe zu führen. (Diesen Knoten verwende ich oft: für die Aufhängung der Gepäckhängematte, manchmal die Wäscheleine. Kurz: sehr häufig, wenn ich irgendwo einen verstellbaren, aber doch belastbaren Knoten brauche. Ich weiss nicht, wie er heisst. Man könnte jedenfalls auch einen Prusikknoten verwenden.)

    Für einen dauerhaften Knoten würde ich ins Ende des Seils einen Stopper spleissen, der verhindert, dass das Seil sich aufdröselt und rückwärts aus dem Knoten rausrutschen kann.

  • Hallo [USER="153"]Waldläufer70[/USER],

    könntest Du vielleicht nochmal genau zeigen, wie Du den Knoten gemacht hast? Ich hab das irgendwie nicht richtig verstanden. Du hast die lange Leine druch das überstehende Ende des Spleißes durchgezogen, oder? Schaut jedenfalls so aus. Und dann?

    Danke für's nochmalige Erklären,

    Roland

  • Könntest Du vielleicht nochmal genau zeigen, wie Du den Knoten gemacht hast? Ich hab das irgendwie nicht richtig verstanden. Du hast die lange Leine druch das überstehende Ende des Spleißes durchgezogen, oder? Schaut jedenfalls so aus. Und dann?

    Hallo Roland

    Ich denke, das würde nicht funktionieren. Man müsste dann ja irgendwie das Ende durch den Spleiss ziehen und nachträglich den geschlossenen Loop durch das lose Ende. (Falls ich dich überhaupt richtig verstanden habe...)

    Es ist ein relativ einfacher Knoten, der unter Zug recht gut hält, ähnlich wie ein Prusikknoten. Musste kurz überlegen, woher ich ihn habe... Ich habe ihn von Ray Mears gelernt. Er nennt ihn "the adjustable knot". Hier zeigt er ihn - gleich zu Beginn des Videos:

    https://www.youtube.com/watch?v=YG_-N4NiSlo
    Wie gesagt nutze ich den Knoten manchmal für die Wäscheleine (wenn ich nicht den Trukker Knot verwende) - in Verbindung mit dem Siberian Hitch, der auch im Video gezeigt wird. Und dann vor allem für die Gepäck-Hängematte, dann allerdings nicht auf Slip gelegt, da der Knoten ja fix bleibt. Der gespleisste Stopper verhindert, dass der Knoten sich von alleine öffnen kann. Ich habe ihn hier schon mal fotografisch festgehalten (gemacht mit Lash-It). Genau gleich habe ich den oben gezeigten Knoten gemacht - einfach mit 7/64er-Amsteel.

    Der Knoten (mit Lash-It gemacht) hält das Gewicht meines Gepäcks problemlos in Position. Allerdings bezweifle ich, dass er das Gewicht eines Menschen halten würde, ohne zu rutschen. Zumindest würde der Knoten sich dann so stark zuziehen, dass man ihn kaum wieder lösen könnte. Hier geht es aber nur darum, den Spleiss auf Spannung zu halten, dafür reicht er allemal.

    Gruss
    Michael

  • Heute ist endlich mein Seil angekommen. Ich habe gleich zwei dieser verstellbaren Loops gespleißt:

    https://www.haengemattenforum.de/filedata/fetch?photoid=26235

    Ich habe 3,80m Seil verwendet. Den Spleiß habe ich 40cm lang und 10cm vom Seilende entfernt gemacht, nachdem das innere Seil bei einem ersten Experiment mit 20cm Spleißlänge durchgerutscht war. An den Enden habe ich 4cm Stopper. Das Lose Ende vom äußeren Seil habe ich versucht festzuknoten. Das Ende ist aber recht kurz und durch den Stopper teilweise recht unflexibel. Nächstes mal würde ich 15cm platz lassen. Oder ich mache die Loops nochmal auf.
    Einen ersten funktionstest haben beide bestanden. Ich habe sie im Treppenhaus ans geländer gehängt und mich 5 cm über dem Boden reingestellt und ein wenig gewippt. Man muss sich beim zuziehen des Spleißes keine besondere Mühe geben. Es zieht sich fast von alleine fest.

    Die minimale Länge ist etwa 30cm, die maximale 150cm.

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