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  • Bald werde ich mich an mein erstes eigenes Tarp wagen. Ich werde es vermutlich so gross machen wie mit den 4 Yard Silnylon möglich. Verkleinern kann ich es theoretisch dann immer noch. Oder ich nähe dann einfach aufgrund der Erfahrung ein kleineres, knapper bemessenes, eher für die warme Jahreszeit optimiertes.

    Ich hatte ursprünglich vor, nicht nur die Seitenlinien, sondern auch den First (Ridgeline) des Tarps leicht kettenlinienförmig zuzuschneiden, um es möglichst faltenfrei abspannen zu können. Bei meinem ENO ProFly Sil Rain Tarp stört mich nämlich, dass da am First meist etwas loser Stoff herunterhängt. Vielleicht sollte ich aber einfach die Ridgeline etwas straffer aufspannen. Da ich das Tarp aber gerne an den gleichen Karabinern einhänge wie die Whoopie Slings würde ich gerne die Ridgeline leicht elastisch gestalten; das beisst sich dann aber mit dem ganz straffen Abspannen.

    Jetzt habe ich aber kürzlich gelesen, dass ein Tarp mit kettenlinienförmigem First nur optimal abgespannt werden kann, wenn es in einem bestimmten Abspannwinkel abgespannt wird (wie ein Zelt). In jedem anderen Abspannwinkel (steiler wie auch flacher) würde eine Kettenlinie zu mehr Falten führen als ohne. - Je mehr ich mir das überlege, desto mehr komme ich zum Schluss, dass es sich tatsächlich so verhalten dürfte.

    Wenn sich also die Kettenlinie am First nicht empfiehlt, dann verzichte ich sehr gerne darauf. Das macht das Zusammennähen der beiden Teile auch deutlich einfacher.:)

    Hat hier jemand vielleicht Erfahrung mit Vor- und Nachteilen? Hat jemand schon mal eine Kettenlinie beim First des Tarps ausprobiert? Und wie waren da die Erfahrungen?

    Vielen Dank schon mal zum Voraus!

  • Meine Tarps haben alle eine Kettenlinien-Ridgeline. Ich habe keine Probleme damit.

    Danke. Das ist interessant. Gehe ich dann richtig in der Vermutung, dass der "Sag" der Ridgeline nur gering ist? Kannst du in etwa abschätzen, wie viele Zentimeter das Schnittmuster an der "tiefsten Stelle" von der geraden Verbindung der Endpunkte abweicht? (vgl. das Kettenlinien-Programm von [USER="173"]erik[/USER]: https://dl.dropboxusercontent.com/u/308933/caten…enarycurve.html)

    Und sind deine Tarps aus Nylon? Der Stoff muss ja irgendwie recht elastisch sein, um die Spannungen bei nicht auf die Kettenlinie abgestimmtem Aufspannwinkel (z.B. beim Porch Mode) auszugleichen.

    Ich habe in der Zwischenzeit zahlreiche YouTube-Videos zum Thema gefunden, die alle am First keine Kettenlinie verwenden. Oder anders ausgedrückt: Bisher ist mir noch keines begegnet, das dort eine Kettenlinie verwendet und die sehen in den Videos alle völlig sauber aufgespannt aus (viel schöner als meine ENO-Tarp). Ich habe aber auch erst etwa drei oder vier Videos gefunden / angeschaut.

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe keine Ahnung wie tief der Catcut ist. Mehr als 2-3cm wohl nicht. Jedenfalls sieht man keine Kurve, solange das Tarp nicht aufgehängt und abgespannt ist. Derzeit besitze ich Tarps aus Silnylon und Spinntex (dem Vorgänger von Cuben). Ich finde nicht, dass sich das Silnylon unangenehm stark dehnt. Ich habe am Anfang Tarp Tensioners verwendet, weil alle gesagt haben dass Nylon sich so stark dehnt. Nach einem Jahr habe ich sie abgeschnitten und nie vermisst. Vielleicht liegt es aber auch an dem Silnylon das Warbonnet verwendet.

  • Also ich hab bei meinen Tarps keine Kettenlinie an der Ridgeline gemacht - und bin trotzdem sehr zufrieden, wie sie sich abspannen lassen. Sie hängen aufgrund des Eigengewichts immer ein bisschen durch, schaut dann aus, als hätten Sie oben eine Kettenlinie.

    Die Ridgeline des Tarps auf dem ersten Bild hab ich als doppelte Kappnaht ausgeführt, und beim zweiten als mit einem Polyesterband eingefasste französische Naht (siehe Nr. 2 auf diesem Bild). Die zweite Variante sollte etwas weniger Dehnung haben, in der Praxis ist mir das aber noch nie wirklich aufgefallen.

    Danke für deine Rückmeldung!

    Die doppelte Kappnaht, wenn auch eine Spur einfacher als in deiner Skizze, haben wir bei unserem Hängematten-Projekt verwendet, um die andersfarbigen Randstreifen anzunähen. Allerdings haben wir als dritten Schritt noch eine Naht in der Mitte gemacht (triple-stitched). (Der Randstreifen wäre in der Skizze rechts.) Die kenne ich schon recht gut und habe mir das auch fürs Tarp überlegt.

    Von der französischen Naht habe ich auch schon gehört (vielleicht bei deinem Bericht?). Ich könnte mir das allenfalls gut vorstellen. Scheint mir sogar fast etwas einfacher umzusetzen. Mein Eindruck ist allerdings, dass der Zug auf der einen Naht (wenn du bei Schritt 2 aufhörst) da wesentlich höher ist als bei der doppelten Kappnaht, wo sich die Last auf zwei bis drei Nähte verteilt und die Reibung auch noch mithilft. Aber die Gewebe sind alle so stark, dass wir da wohl eh kaum je an die Grenze der Belastbarkeit stossen.

    Der Catcut im First hat den Vorteil, dass auch der First sehr schön abgespannt werden kann. Der Nachteil ist, dass die Wölbung des Daches von den Seiten gegen die Mitte nach innen immer mehr zunimmt, je flacher man das Tarp aufspannt. Ich habe soeben mal aus Papier ein "Modell" gebastelt, um das nachzuvollziehen. Dass das Dach sich mit Kettenlinie im First nur in einem Winkel optimal abspannen lasse, wie ich es hier gelesen hatte, kann ich aufgrund von meinem "Modell" nicht mehr wirklich nachvollziehen. Im Porch-Mode hängt der First einfach etwas stärker durch und im schlimmsten Fall muss man da dann halt ein paar Heringe umplatzieren und die Spannung nachjustieren. Wenn dann würde ich die Firstlinie eh nur etwa einen bis zwei Zentimeter tief einschneiden, um allfälligen Problemen aus dem Weg zu gehen. Das wäre auf eine Firstlänge von rund 350cm fast vernachlässigbar, könnte aber dennoch den Aufbau noch eine Spur straffen.

    Aber auf deinen beiden Fotos sieht das auch ohne Kettenschnitt im First sehr schön aus! So etwas wie dein erstes Tarp schwebt mir vor, nur vielleicht eine Spur weniger gegen unten zusammenlaufend, so dass man die Ecken bei Bedarf noch etwas nach unten abspannen kann. Es gäbe dann also noch zwei zusätzliche Abspannpunkte von den Ecken beidseits etwa einen Meter nach innen versetzt, wo man ebenfalls die Trekkingstöcke einsetzen und dann von dort abspannen könnte, also nicht nur ganz aussen in den Ecken. Ich verspreche mir davon recht variable Aufbaumöglichkeiten bei - das ist der Nachteil - leicht höherem Gewicht. Aber ich muss mir da vielleicht besser nochmals zwei, drei Modelle basteln, um die für mich besten Masse und Abspannpunkte zu finden.

    Nochmals vielen Dank für deine Rückmeldung.

    Gruss
    Michael

  • Noch eine Frage hätte ich:

    Du, [USER="46"]TreeGirl[/USER], hast keine Ridgeline, die über oder unter dem Tarp durch geht? So zumindest meine ich, das mal von dir gelesen zu haben.

    Hast du, [USER="89"]echinotrix[/USER], denn eine unter oder über dem Tarp duchlaufende Ridgeline? Zumindest bei deinem ersten Tarp scheint eine über dem Tarp durchzulaufen.

    Ich denke, das könnte mir bei meiner Entscheidung noch helfen. Ich finde eine unter dem Tarp durchlaufende eigentlich noch praktisch zum Aufhängen von Wäsche, etc.

    Danke und beste Grüsse

    Michael

    • Offizieller Beitrag

    Du, [USER="46"]TreeGirl[/USER], hast keine Ridgeline, die über oder unter dem Tarp durch geht? So zumindest meine ich, das mal von dir gelesen zu haben.

    Richtig. Ich verwende Stingerz:

    https://youtu.be/uH7YNHqqB88

  • Bei der Tarpaufhängung hab ich sehr lange und mit viel Freude rumprobiert. Jetzt hab ich meist eine durchlaufende Schnur mit zwei Prusiks und einer Dutch-Wasp:

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    Einen Vorteil der unten drunter laufenden Schnur hast Du ja schon erwähnt, man kann Sachen aufhängen. Ist auch etwas stabiler, denke ich, und es entsteht weniger Zug auf den Schlaufen des Tarps.

    Allerdings kann an der unter dem Tarp laufenden Schnur bei starkem Regen Wasser entlanglaufen bzw. sich einfach durch Kapillarkräfte in die Fasern der Schnur ziehen. Dann hast Du evtl. etwas Nieselregen.

    Gruß, Roland

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