Hier wird eine 90°-Hängematte gebaut

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  • Q3 ist in Planung...

    Die von mir in #40 beschriebene Grundform - nämlich die Gurtbänder etwas kürzer zu machen als die Grundfläche - ist suboptimal: Da ich's gerne kuschelig und abgeschlossen mag, habe ich erhöhte Kopf- und Fußteile angebracht. Aber durch die Schräge liegt das Kopfende quasi auf der Stirn (beim Fußende merkt man das nicht so). Die Trapezform der Seitenwände ist theoretisch ganz hübsch, aber man liegt ja nicht wie ein Brett drinne.

    Der Stoff ROBIC von RipstopbytheRoll gefällt mir, weil er recht wenig Reck hat, aber er könnte etwas atmungsaktiver sein.

    Da man aber in der Hängematte trotz der ungünstigen Konstruktion gut liegen kann, bleibt sie erst einmal in Benutzung.


    Das Baumkind

    Einmal editiert, zuletzt von Hammock Fairy (4. April 2023 um 13:23)

    • Offizieller Beitrag


    Aber durch die Schräge liegt das Kopfende quasi auf der Stirn


    Super! Damit hast Du die perfekte Mittagsschlaf-Hängematte! Andere legen sich ein Kissen auf die Augen, damit die gleißende Sonne nicht blendet oder nehmen die beim letzten Langstreckenflug geklaute Augenbinde und Du hast die Verschattung schon in die Hängematte eingebaut! :thumbup:

  • Nächster Anlauf!

    Meine Q2 hat einen Konstruktionsfehler: Die Stirnseiten sind abgeschrägt. Ich hatte mir gedacht, damit ein wenig Stoff und Gewicht sparen zu können. Das Ende vom Lied ist aber, dass die Stirnseiten mir auf der Stirn liegen. Außerdem ist das Mattenfach knapp 70 cm breit, aber letztens habe ich mit meiner Exped Synmat UL hastenichgesehen bei ca. 0° gefroren wie ein Schneider.

    Also kommt nun Q3 mit folgenden Veränderungen:
    - rechteckiger Schnitt (ca. 200 x 130 cm, Unterseite ein kleines bißchen größer)
    - großes Mattenfach, damit ich wieder meine monströsen, aber sehr gut isolierenden Evazote-Platten bei Minusgraden dort reinschieben kann
    - Halteschlaufen für schmalere Matten (drei 77 cm lange Stoffstreifen, die z.B. eine Exped Synmat im großen Mattenfach gegen Verrutschen sichern)
    - kein Gurtband, sondern Schlaufen für die Schnürchen
    - anstelle von gespleissten Dyneema-Schnürchen Doppelschnüre
    - Wie Q2 wird auch Q3 Stirnflächen haben, die aber diesmal nicht noch künstlich abgeflacht werden sollen (ich mag es gerne etwas kuscheliger)

    Das Baumkind

  • Hallo,

    die 3 Stoffstreifen werden nicht funktionieren.
    Am Kopf-und Fußende eine Tasche mag gehen. Aber in der Mitte
    sollte man nichts machen.

    Ich habe mit der Synmat bei 1,5° in der 90° auch gefroren. Mann soll
    eben nicht alles glauben, was Exped schreibt.
    Momentan habe ich die Downmat 9 drin und die ist schön kuschelig bei
    +6°. Die -32° glaube ich Exped aber auch nicht.

    Gruss
    Konrad

  • Lagebericht der Q3

    Mittlerweile ist meine Q3 fertig und getestet!

    Q1 war ein Prototyp aus Fliegerseide und Q2 mit seinen abgeschrägten Seiten leider eine Fehlkonstruktion aus Robic XL. Sowohl bei Q1 als auch bei Q2 sind die langen Seiten mit Gurtband verstärkt. Beide Hängematten werden von insgesamt vierzig Dyneema-Whoopies gehalten.

    Q3 hingegen hat kein Gurtband, sondern nur Schlaufen. Die vierzig Dyneema-Whoopies wurden ersetzt durch zwanzig Doppel-Schnüre.

    Hier die Maße:


    Die Schlaufen bestehen aus vierzig Stoff-Quadraten von 12x12 cm, die vierlagig gefaltet wurden:

    Die Schlaufen wurden im Abstand von 10,5 cm in folgenden Schritten mit der Hängematte vernäht:

    1. Schlaufen falten und bündig zwischen den beiden Stofflagen der Hängematte nähen (1. Naht)
    2. 3 cm vom Rand entfernt Schlaufen und Stofflagen fixieren
    3. Stofflagen auf rechts drehen und mit Haltenähten versehen

    2 Mal editiert, zuletzt von Hammock Fairy (4. April 2023 um 13:23)

  • Da ich es gerne kuschelig mag, habe ich an Kopf- und Fußende zusätzliche Stoffteile eingenäht:

    Und so sieht's in natura aus:

    Das Mattenfach ist 100 cm breit. Auf der Innenseite der Matte gibt es noch Halteschlaufen für Luftmatratzen. So kann ich die Matte je nach Bedarf mit einer Luftmatratze und/oder 100 cm breiten Evazote-Platten (welche im Winter sehr angenehm sind) verwenden:

    Die Dyneema-Doppelseile habe ich nach Art traditioneller Seemans-Hängematten mit Hammock Clews versehen:

    Einmal editiert, zuletzt von Hammock Fairy (4. April 2023 um 13:22)

  • Die je zwanzig Dyneema-Schnüre pro Seite können individuell eingestellt werden. Da je zwei nebeneinander liegende Schnüre aus einer Schnur sind, reicht es im Prinzip, nur eine Schnur anzupassen - die andere sollte sich unter Last anpassen. Allerdings hat sich gezeigt, dass der Hammock Clew insbesondere in der Mitte ein Durchrutschen verhindert. Auf jeden Fall erlauben die Schnüre, dass die Hängematte sehr bequem waagerecht abgespannt werden kann, so dass selbst Bauchschläfer sich darin wohl fühlen:

    Hängematte mit Evazote-Platten, ohne Luftmatratze. Eine Luftmatratze mit Längsrippen (z.B. Exped) würde noch einmal zusätzliche Stabilität bieten:

    Gurtbandknoten:

    Das Baumkind

    Einmal editiert, zuletzt von Hammock Fairy (4. April 2023 um 13:14)

  • Kleiner Nachtrag: Beim Winter-Biwak habe ich die Hängematte das erste Mal benutzt gehabt. Irgendwie habe ich das mit den Knoten um den Baum nicht geregelt bekommen, und die Hängematte ist so weit auf den Boden gerutscht, dass ich leicht aufgelegen hatte. Mit Evazoteplatte und Luftmatratze an Bord war das recht bequem, so dass ich mir mit dem Nachzurren keinen Stress mehr gemacht hatte.

    Das Baumkind

  • Gefällt mir sehr gut! Ich denke, da hast du - nach dem Prototypen und einem nicht so gut gelungenen zweiten Versuch - nun eine echt schöne und bequeme Matte geschaffen! Eine echt schöne Arbeit, die mich ermutigt, so langsam aber sicher auch etwas aufwändigere Nähprojekte in Angriff zu nehmen. :)

    Vielen Dank fürs Teilen!

    Hammock Clew
    Ich erlaube mir, zum "Hammock Clew" eine Bemerkung zu machen:

    Wir haben im Juni mit Jugendlichen unter anderem klassische Garten-Hängematten hergestellt, die ebenfalls mit einem "Hammock Clew" geflochten sind. Bei diesen darf beim Geflecht nichts rutschen, da man sonst augenblicklich aus der Hängematte kippen (EDIT: oder wohl eher in der Mitte der Hängematte "eingepackt") würde. Bei unserem Geflecht ist nämlich die ganze Aufhängung auf jeder Seite der Hängematte aus je einem einzigen Seil geflochten!

    Die Verflechtung sorgt dafür, dass alle 13 Doppelseile (die am Tuch der Hängematte durch die gleiche Schlaufe führen [Bild 1]) gleich lang sind und auch unter Last gleich lang bleiben. Das hat denselben Effekt, wie wenn man den Stoff einer Gathered-End-Hängematte am Ende rafft (per Kanal oder Whipping). Wir hatten dazu den Ring auf einem Brett befestigt und halbkreisförmig unter dem Ring 13 Nägel angebracht, um die Länge aller Seile gleich lang zu halten. Das Geflecht (Bild 2) sorgt dafür, dass alle Doppelseile gleich lang bleiben. Beim fertigen Geflecht rutscht nichts mehr.

    Es kann sein, dass das Dyneema am Rand dennoch etwas durchrutschen kann, da es in der Regel eine sehr rutschige Oberfläche hat. Auch scheint mir in deinem Fall der Hammock Clew sehr lose geflochten zu sein.

  • Hammock Clew Anleitung hier:
    https://www.youtube.com/watch?v=L5M-1M6WsvM

    Genau wie in dieser Anleitung haben wir "unsere" Hängematten gemacht: aus einem Stück Seil je Seite. Wenn du das Geflecht richtig strammziehst, dann rutscht da nichts.

    Allerdings haben wir das Gerüst mit einem Halbkreis gemacht und nicht wie in Dereks Anleitung mit einem Rechteck. Unser Gerüst entspricht - wenn man die Schnüre gedanklich parallel von der Matte weiterführt - einer Hängematte aus einem rechteckigen Stück Stoff. So wie es Derek Hansen macht, ergibt das beim gleichen "Gedankenexperiment" ein konkav geschnittenes Stück Stoff. Das ist quasi der erste Schritt in Richtung 90°-Hängematte. ;)

  • Hallo Baumkind,

    ich habe mir die Maße einmal angeschaut. Ist es richtig, da´ß die gesamte Stofflänge 224cm ist?
    Damit wäre ja dein Kopfteil ca 11-12cm hoch? Sieht viel höher aus.

    Was hast du bei der letzten Version für einen Stoff innen/außen verwendet?

    Das Mattenfach ist 12cm breiter?

    Gruss
    Konrad

  • Hallo Baumkind,

    hast du eine fixe Länge deiner Ridgeline?

    Ich habe festgestellt, dass, wenn diese auch nur 5cm kürzer ist, das Kopf und Fußende
    überproportional tiefer stehen.

    Gruss
    Konrad

  • Hallo,

    gestern kam endlich meine 500m Rolle 1mm Dyneema an.

    [URL="https://de.aliexpress.com/item/500M-200LB-1mm-Dyneema-Fishing-Line-Strong-fish-twine-Braided-4-Strands-Green/32788565198.html?spm=2114.010208.3.1.6iZTqW&ws_ab_test=searchweb0_0,searchweb201602_4_10065_10068_10000009_10084_10000025_10083_10000029_10080_10082_10081_10000028_10110_10111_10112_10060_10113_10062_10114_10115_10056_10055_10054_10059_10099_10078_10079_10000022_10000012_10103_10073_10102_10000015_10101_10096_10000018_10000019_10052_10053_10107_10050_10106_10051,searchweb201603_10,afswitch_5,single_sort_3_default&btsid=56d1fa1f-bd4f-421e-b88c-5b0a5220664f"]https://de.aliexpress.com/item/500M-...c-5b0a5220664f[/URL]

    Äußerst stabil diese Kordel und dehnt sich nicht.
    Spleißen kann man sie allerdings nicht. Ist einfach zu dünn.
    Aber das braucht man bei der 90° Haängematte ja auch nicht.
    Da reicht es zweimal durch die Stoffschlaufe zu gehen und
    2 halbe Schläge zumachen.

    Wenn man, so wie ich, die ersten und die letzten 2 Leinen regulierbar machen will,
    spleißt man einfach ein 35cm langes, 1mm Dyneema von Liros ein.

    Gruss
    Konrad

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