Beiträge von Waldläufer70

    Hallo Birgit und willkommen im Forum!

    Ich vermute, du meintest so etwas:

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    Das kann funktionieren, wenn man ganz ruhig darin liegt wie Kenneth Kramm im Video. Wer lebhaft darin herumhüpft, wie Kinder das gerne tun, dürfte damit nicht glücklich werden. Die Frage ist auch, ob die Konstruktion dann hält oder bricht und dabei eine Gefahr darstellt.

    Ich habe meine ganz gewöhnliche 360cm lange Hängematte mal in der Nähe von Kindern aufgehängt. Kurze Zeit später tobten vier Zehnjährige darin. Ich habe die Kinder vorsichtshalber gebeten, maximal zu dritt darin zu liegen. Keines der Kinder fand den Einstieg schwierig. Und keines ist aus der Hängematte gefallen.

    Ein Stab bringt den Schwerpunkt nach oben und macht die Hängematte damit kippeliger. Zudem kann er brechen. Klar, du "erleichterst" damit den Einstieg, leider aber auch den "Ausstieg", sprich: das Herausfallen.

    Die hier auch schon erwähnte Brücken-Hängematte wird sehr flach abgespannt und ist damit auch eher kippelig und zudem bewegt man sich da immer recht am Limit, was die Belastbarkeit betrifft, ausser man baut die Stangen aus ausgesprochen festen und schweren Materialien. Diese sind dann aber sicher auch nicht gerade kinderfreundlich, weil man sich daran verletzen kann, wenn man nicht aufpasst.

    Zurück zur klassischen Tuchhängematte: Damit die Hängematte nicht schon bald zu klein ist, würde ich sie mindestens doppelt so lang machen (Endmaße) wie deine Tochter gross ist. Das "Hammock Nylon" von Extremtextil halte ich für ausreichend stabil. Die Tochter wächst aus der Hängematte heraus, die muss nicht ewig halten. Die oben erwähnte Hängematte habe ich aus diesem Stoff gemacht, wenn auch in der richtigen Länge für mich.

    Cordura ist eher hart und rau zum Liegen, sicher auch hart im Nehmen. Das ist ein Material für militärische Anwendungen. Aber selbst das Militär nutzt meines Wissens keine Hängematten aus Cordura. Ich persönlich würde davon absehen.

    Die Frage von Viertelindianer hat mich dazu animiert, diesen Faden zu starten.

    Die erste Übernachtung in der Hängematte ist nichts Schwieriges oder Kompliziertes. Der eine oder andere Tipp kann aber sicher hilfreich sein.

    • Welche Fragen stellen sich Neulinge?
    • Welche Tipps würden erfahrene Hänger geben? Worauf könnte / sollte man achten?

    Vielleicht entstehen in diesem Faden eine Art hilfreiche FAQs (häufig gestellte Fragen und Antworten).

    Allenfalls könnte daraus später sogar ein Artikel zum Thema entstehen...

    • Also, stellt eure Fragen! (je konkreter und präziser, desto hilfreicher die Antworten)
    • Und formuliert eure Tipps!

    Ich hatte noch den Gedanken, dass sich die Unsicherheit nur auf die Übernachtung in der Hängematte bezieht...

    Tolle Erlebnisse hast du da gemacht. Da hätte ich ja gleich Lust auf einen gemeinsamen Overnighter. Berlin ist nur ein bisschen weit weg von der Schweiz. Aber vielleicht triffst du dich ja mal mit Furbrain, wäre bestimmt interessant.

    Unsere Wälder sind ja in der Regel sehr "gezähmt", weil seit Jahrhunderten von mehr oder weniger intensiver Nutzung und Lenkung geprägt.

    Wald gibt es ja genug. Ich würde mir ein grösseres zusammenhängendes Waldstück suchen, das vollständig von Wegen umgeben ist und allenfalls bei Licht auf den Wegen drum rum gehen. So findest du nachts im Notfall auch ohne grosse Navigationskünste wieder zum Motorrad zurück. Ich würde auch alles schon mal bei Licht einrichten, mich aber nicht "ausbreiten". Es sollte so wirken, als würdest du alles einfach mal testweise ausprobieren (was ja auch der Wahrheit entspricht). Den definitiven Aufbau mit Tarp würde ich erst beim Eindunkeln machen.

    Achte auf Wildwechsel (kleine Trampelpfade des Wildes): Hänge deine Hängematte nicht quer darüber. Der Untergrund in deinem Umfeld sollte nicht von Tieren "bearbeitet" oder gar umgewühlt wirken.

    Falls du noch nicht oft draussen übernachtet hast: Versuche den nächtlichen Geräuschen mit Interesse und Neugier und nicht mit Angst oder Verunsicherung zu begegnen: ein Stück weit gehört aber auch das dazu. Das ist am Anfang ganz normal.

    Willkommen im Forum!

    Danke für deine Anregungen, ich hätte sehr gerne eine deutsche YouTube Anleitung für eine Ridgeline , oder auch für einen softshackle, hast du mir da mal einen heißen Tipp?

    Da kommt mir im Moment nichts in den Sinn. Ich habe mir alles mithilfe von englischsprachigen Videos angeeignet. Mein Link führt aber zu einer Tabelle, die dir beim Finden der passenden Maße hilft. Da wäre höchstens die Frage, ob du mit der Tabelle zurecht kommst. Ich hatte die für meinen Eigengebrauch gemacht und sie dann einfach hier im Forum zur Verfügung gestellt.

    Deutsche Zentimeter werden in der DIN geregelt, schweizerische in der SN. Beide sind kompatibel zum europäischen Zentimeter nach EN und zum internationalen nach ISO. ;)

    Ach so, das habe ich gar nicht gewusst bisher. Wie konnte das nur an mir vobeigehen? Ich frage mich gerade, ob Zoll und Trump auch kompatibel sind? Oder ist ein Trump etwas kürzer?

    Das Gute an den Schweizer Zentimetern ist übrigens, dass sie jeweils von der EMPA geprüft werden, bevor sie die Werkstatt verlassen!

    Manchmal ist es anscheinend nicht schlecht, wenn es heiss ist... das Resultat sieht doch ganz schön aus!

    Wenn du wieder einmal eine verstellbare Firstleine machst, dann ändere doch den Bauplan so ab, dass du nur den Teil verstellbar machst, den du auch verstellbar brauchst. Das spart eine Menge Material.

    Was du gemacht hast, ist im Grunde eine Whoopie Sling. Dort ist es das Ziel, einen möglichst grossen Spielraum zu erreichen: Einerseits soll sie möglichst kurz eingestellt werden können, falls die Bäume mal nahe beieinander stehen, andererseits möchtest du sie aber in einem sinnvollen Rahmen auch lange einstellen können.

    Bei einer verstellbaren Firstleine brauchst du keinen so grossen Spielraum. Da reicht eine Verstellbarkeit von etwa 80% bis 90% deiner Hängemattenlänge.

    deutsche Zentimeter

    Ein Geheimnis musst du mir noch verraten: Was sind deutsche Zentimeter? Sind die länger oder kürzer als die schweizerischen? ;) (Ich weiss natürlich, was du meintest...)

    Im Moment herrscht gerade eine Hitzewelle und tatsächlich kann man auch mal ein paar Stunden ohne Isolation von unten in der Hängematte liegen... Dennoch ist eine solche sonst fast immer nötig.

    Ich nutze seit dem Winter 2016/17 einen klassischen Daunen-Unterquilt und bin im Grossen und Ganzen sehr zufrieden damit. Nicht immer ist es ganz einfach, eine gute Einstellung für einen klassischen Unterquilt zu finden (einige raten deshalb zu einem Wooki-Unterquilt). Ich teile hier mal meine Erfahrungen mit einem klassischen Unterquilt. Mögen andere ihre ergänzen:

    Schritt 1

    Wer nicht ganz mittig in der Hängematte liegt (einige hängen das Fussende etwas höher), wird schnell einmal feststellen, dass der Unterquilt eher zu weit in Richtung Füsse als zu weit in Richtung Kopfende hängt. Deshalb empfiehlt es sich, den Quilt mithilfe der sekundären Aufhängung (Spanngummis in Längsrichtung) etwas in Richtung Kopfende zu ziehen. Bei mir passt es in der Regel wunderbar, wenn ich die Spanngummis in Richtung Fussende vollständig löse und den Quilt mit den Spanngummis oder auch nur einem Spanngummi (siehe unten bei Schritt 2) ein wenig zum Kopfende hin ziehe.

    Schritt 2

    Wer diagonal in der Hängematte liegt (empfohlen), kann den Unterquilt durch ein (weiteres) Festziehen der sekundären Aufhängung auf der kopfabgewandten Seite ein Stück weit in die gewünschte Richtung bringen. Der Quilt hat dann die stärkste Spannung über eine seiner Diagonalen und wird sich deshalb leicht in eine Richtung drehen.

    Ich habe versucht, das in einem Schaubild zu verdeutlichen:

    Ansicht von oben

    Wenn man die im Bild orange eingefärbte sekundäre Aufhängung etwas stärker festzurrt, dreht sich der Unterquilt etwas in die gewünschte Liegerichtung, weil die Spannung über die eine Diagonale grösser wird als über die andere.

    EasternMountainHiker wundert sich in einem seiner Videos (gleich am Anfang), weshalb seine Füsse stets aus dem Unterquilt gerutscht sind. Zum einen ist sein Unterquilt aus meiner Sicht viel zu lose: Er wird gar nicht von unten an die Hängematte gedrückt; so kann er nicht gut isolieren. Dann (vielleicht ist es ein Versehen) korrigiert er aus meiner Sicht die Liegerichtung genau falsch: Der Druck auf die Füsse nimmt dann zu und der Quilt rutscht viel leichter von den Füssen.

    (Ich verwende das Video zur Illustration und möchte in keiner Weise EasternMountainHiker zu nahe treten. Ich habe zu meinen Anfangszeiten den einen oder anderen Tipp von ihm mitnehmen können.)

    Schritt 3

    Ich raffe die Enden des Unterquilts in Querrichtung mittels tertiärer Unterquilt-Aufhängung etwas zusammen. Hier ist es ratsam, den Unterquilt nicht maximal zusammenzuraffen, sondern nur gerade so stark, dass die Enden des Quilts sauber am Hängemattenstoff anliegen, so dass möglichst keine warme Luft entweichen kann. Zieht man den Quilt zu stark zusammen, so können sich hinter dem Abschluss Blasen bilden, der Quilt liegt dort dann nicht schön am Hängemattenstoff an und man muss diese Hohlräume mit der Körperwärme zusätzlich aufheizen.

    Schritt 4

    Ich selber nutze ja eher längere Hängematten (über dem Standard von 335cm / 11 Fuss). Da kann die Spannung des Unterquilts zu gross werden. Ist das der Fall, so empfiehlt es sich, die Aufhängung des Unterquilts in Richtung Fussende zu verlängern. Ich finde es sinnvoll, die Verlängerung nicht aus Gummischnur zu machen. Ich verlängere die Aufhängung mit einer gut knotbaren Schnur, die – je nach Methode – gleich oder doppelt so lang ist wie die Differenz zwischen meiner Hängemattenlänge und 335cm, wofür viele Unterquilts hergestellt sind.

    Methode 1

    Ich nehme ein Stück Schnur, das gleich lang ist wie die Differenz zwischen der Länge meiner Hängematte und der Länge, für die der Quilt vorgesehen ist. Das eine Ende der Schnur hänge ich bei der Hängematten-Aufhängung ein, das andere Ende am Fussende des Unterquilts. (siehe Skizze oben)

    Methode 2

    Ich schneide die umlaufende primäre Aufhängung des Quilts exakt in der Mitte am Fussende auf und befestige dort auf jeder Seite einen Minikarabiner. In diesem Fall nutze ich zur Verlängerung eine Schnur, die doppelt so lang ist wie die Differenz zwischen der Länge meiner Hängematte und der Länge, für die der Quilt vorgesehen ist. Ich hänge das eine Ende der Schnur beim einen Minikarabiner ein, führe die Schnur ums Fussende der Hängematte oder besser durch die Öffnung von Continuous Loop oder Dogbone und hänge sie dann beim zweiten Minikarabiner ein. Bei dieser Methode sehe ich den Vorteil, dass der Unterquilt mehr Raum hat, um sich der Liegerichtung anzupassen: Der seitliche Druck auf die Beine und Füsse fällt etwas geringer aus.

    PS: Ich verwende hier (wie auch sonst meistens) den Begriff «Unterquilt» (eingedeutscht). Ich kenne das Wort «Quilt» seit meiner Kindheit auch in der deutschen Sprache als Bezeichnung für eine mit Mustern schön gestaltete Decke (siehe unter «Quilten»). Deshalb bin ich der Meinung, dass man durchaus die deutsche Version des Wortes verwenden darf.

    Ich habe mein Tarptent auch nur beim ersten Abdichten der Nähte (2010) mit Talkpuder etwas abgetupft, fand dann aber die hellen Streifen sehr unschön. (Ich dichte immer von aussen ab.) Bei allen weiteren Massnahmen mit Silikon habe ich das Material einfach gut abbinden lassen und fand das dann auch nicht weiter problematisch. (Bei den Anti-Rutsch-Streifen auf dem Zeltinnenboden soll das Silikon ja sogar leicht gummiartig, klebrig bleiben.)

    Ich habe mich inzwischen bereits ein paarmal am Boden auf meine defekte Isomatte gelegt. Die Beobachtung: Der Schaden hat sich nicht vergrössert. Ich habe – ehrlich gesagt – schon die Vermutung, dass die Nutzung dieser dicken Luftmatten in der Brücken-Hängematte sie deutlich mehr belastet als die Verwendung am Boden.

    Ich werde das weiter beobachten. Leider fühle ich mich im Moment etwas unsicher, ob ich das angezählte Stück noch mit auf eine Tour nehmen soll. Wenn da mitten in der Pampa vielleicht plötzlich doch der Schaden grösser wird und ich dann auf einer grossen Luftblase liege... Ich weiss nicht so recht.

    Ich finde an deiner Methode vor allem schön, dass du das verstellbare Ende nicht lose über das Ende der Hängematte gehängt hast, sondern es mit dem Ankerstich schön fixiert ist und somit bleibt, wo es bleiben soll.

    Ich persönlich ziehe es vor, das verstellbare Ende am Fussende zu haben. Unter Belastung kann ich es ohnehin nicht verstellen. Am Kopfende stört es bei mir die freie Verschiebbarkeit des Firstleinen-Täschchens.

    Bei meinen verstellbaren, als Whoopie Slings konstruierten Firstleinen befestige ich das lose Ende immer mittels einer Art Prusik oben, so wie du das hier auch machst. Da ist bei mir noch nie etwas nach unten gehangen.

    Ich habe auch schon eine Firstleine aus dem «Reflective Glowire» von Lawson oder diesem «Reflective Cord» gemacht. Da hält ein Prusik auch sehr gut. Der Kern beim zweiten Produkt ist aus UHMWPE, wodurch die Dehnbarkeit sehr gering ausfällt. Kombiniert mit einer noch dünneren Leine rutscht da definitiv nichts mehr, ist aber nicht wirklich nötig; es erleichtert einfach das Verstellen der Länge. Ich hatte das vor langer Zeit hier mal gezeigt (zweite gezeigte Möglichkeit).

    Das habe ich nicht ausprobiert. Ich habe zufällig die feine, seidige Seite oben. Ich vermute, dass die eine Spur rutschiger ist. Das würde ich tendenziell als Vorteil betrachten, weil ich dann etwas leichter in die ideale Liegeposition rutsche. Ich vermute, der Unterschied ist nicht allzu gross. So wie ich die Hängematte aktuell gerafft habe, kann ich sie auch nur schlecht umgekehrt testen.

    sirob188: Ich habe das mit dem höher gehängten Kopfende vorhin mal ausprobiert, aber nur etwa eine Minute lang. Was ich dabei gespürt habe:

    • überstreckte Knie
    • «Wadenhügel» (Calf Ridge) unter dem Knie (Druck durch stark gespannten Stoff)

    Anschliessend habe ich mich in die gewohnte Position mit dem höheren Fussende gedreht:

    Ich fand das für mich schon um einiges angenehmer. Mit dem Arm konnte ich das obere Ende der Hängematte knapp erreichen. Habe dann so eine Stunde lang vor mich hin gedöst.