Continuous Ridgeline

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  • Hallo,

    eigentlich interessiert mich, wie sehr Parabraid als Continuous Ridgeline für das Abspannen eines Tarps geeignet ist. Aber vielleicht können wir diesen Thread nutzen mehrere Materialien und Eigenschaften gegenüberzustellen. Mich würde z.b. auch interessieren wie Stark eine C.-Ridgeline für ein Tarp sein sollte. Als Materialien fallen mir z.b. diese ein: Parabraid, Paracord, Aramid, Dyneema, Hanf usw.. Eigenschaften z.b. Dehnung, Abriebsfestigkeit (dyn.), Stabilität (stat.), Knoten-Haftung, Feuerfestigkeit, Stärke usw.

    Wie gesagt, eigentlich interessiert mich, ob Parabraid geeignet ist und welche Stärke die C.-Ridgeline haben sollte.

    Einmal editiert, zuletzt von lowhang (18. September 2024 um 21:10)

  • Moin,

    was genau meinst du denn mit Parabraid?🤔

    Grundsätzlich kannst du jede stärkere Schnur als Ridgeline verwenden.

    Ich verwende hauptsächlich Schnüre mit wenig Dehnung (Reepschnur aus Polyester ) in Stärken von 3-5mm. Noch dünnere Schnüre (z.B. dünne Dyneema Schnüre ) kann ich persönlich schlechter greifen bzw handhaben.

    Prusik Knoten haben auf meiner Reepschnur einen sehr bissigen Halt. Die Abriebfestigkeit ist sehr gut.

    Dyneema ist pro laufenden Meter leichter als z.B. gleichstarke Polyester Schnur.

    Hanf eignet sich wohl besser zum Rauchen als zur Nutzung als Ridgeline 😊

    Gruß von der Ostsee

  • Aus meiner persönlichen Erfahrung, würde ich das Augenmerk auch eher auf Dehnung und Grip des Seils legen, als auf die Zugfestigkeit. Ich hatte nie das Gefühl, beim händischen Abspannen in den Bereich zu kommen, bei dem die Schnur reißen würde. Eher hatte ich Angst, dass die Abspannpunkte am Tarp ausreißen. Diesbezüglich finde ich es auch gar nicht verkehrt, wenn die Ridgeline eine geringere Zugfestigkeit als das Tarp besitzt, denn dann reißt bei einem Sturm eher die Schnur als das Tarp, welches wahrscheinlich deutlich teurer ist.

    Mittlerweile benutze ich am liebsten Shock Cord, da habe ich ein gutes Gefühl bei Windböen und es kann auch mal jemand Nachts über die Leine stolpern, ohne dass etwas kaputt geht.


    Im Bushcraft Bereich wird ja gerne Paracord genutzt, das finde ich persönlich nicht wirklich optimal. Zwar hat es einen sehr guten Grip, allerdings ist es extrem dehnbar, vor allem wenn du eine geringe Stärke verwendest. Das dünnste Paracord welches ich verwendet habe, ist 2 mm stark und hat eine angegebene Bruchlast von 90 kg. Gefühlt bin ich nie an die 90 kg herangekommen. Häufig nutze ich eine Prusik, oder einen Topsegelschotsteg (tautline hitch), dabei wird der Mantel des Paracords aber sehr stark gestaucht, bzw aufgeschoben. Wenn ich Knoten, wie z.B. eine Prusik verwendet habe, hatten dünne Schnüre bei mir oft den Nachteil, dass sich Knoten allgemein schlechter knüpfen und auch schlechter wieder lösen ließen. Paracord saugt sich bei Regen auch sehr stark mit Wasser voll und ist dann schwerer. Bei kaltem Wetter feiert die vollgesogene Schnur auch gerne einmal ein.


    Diesbezüglich hat Dyneemaschnur für mich die Nase vorne. Diese ist nicht dehnbar und saugt sich auch nicht mit Wasser voll. Allerdings lässt sich Dyneema meiner Meinung nach schlecht verknoten und ist, was die Oberfläche angeht, zu rutschig. Außerdem habe ich immer ein ungutes Gefühl, wenn ich Dyneemaschnur über raue Baumrinde ziehe. Dabei franst die Oberfläche gerne etwas aus. Ein Vorteil von Dynema ist für mich, dass es sich Spleißen lässt. Ich habe öfters schon Ridgelines mit einem Schlitten (wie bei einer UCR, Jeff Meyers nennt das Shuttle) versehen. Die musste ich aber oft so lang ausführen, dass ich letztendlich meistens wieder zu einem Prusikknoten gewechselt bin.

    Die beste Erfahrung habe ich persönlich, neben Shock Cord, mit 3 mm Polyesterkordel gemacht. Die hat eine geringe Dehnung, trotzdem einen akzeptablen Grip. Mit der Reißfestigkeit hatte ich bisher nie Probleme. Es geht bestimmt auch dünnere Kordel, aber die finde ich nicht gut im Handling, also beim Knoten Knüpfen und lösen.

  • Wegen der geringen Dehnung, gute Knotenstabilität/wenig rutschig, hoher Abriebsfestigkeit und der geringen Wassersaugkraft bin ich auf den Parabraid gestoßen. Dazu soll es auch noch sehr hitzebeständig sein, ich habe allerdings noch keins in der Hand gehabt.

  • Prinzipiell kannst du jede Schnur als Ridgeline verwenden. Welche Schnur am besten für dich funktioniert hängt davon ab, wie du sie verwenden willst. Mantelschnüre sind für Knoten gut geeignet. Wenn du UL Tarp Hardware (z.B. von Dutch) verwenden willst, kommt oft nur 1.75 mm Hohlgeflechtschnur in Frage. Ich habe auch schon Baumgurte zur Tarpaufhängung verwendet... In der Not geht mit etwas Kreativität vieles.

  • Gefühlt bin ich nie an die 90 kg herangekommen

    Es kommt auch wesentlich darauf an, was du mit dem Seil veranstaltest. Ein ganz normaler Knoten verringert die Festigkeit des Seils um bis zu 50%. Wenn du jetzt gängige Techniken anwendest (zB mit einem Stock) um das Seil zu spannen, erreichst du ganz leicht das theoretische Limit.

    Ich verwende ausschließlich 1.75er ZingIt mit einer Bruchlast von 500pounds und das auch nur gespleißt bzw. mit dem geeigneten blingbling.

  • Motte148 wie Stark ist dein Shock Cord für eine Tarp-Ridgeline?

    Sorry, da habe ich mich nicht klar ausgedrückt. Ich verwende, statt einer durchgängigen Ridgeline aus Paracord/Dyneema/Polyester, mittlerweile lieber Shock Cord an den Abspannpunkten.

    Dann ist entweder die Firstnaht des Tarps die RL, oder eine, an die Abspannpunkte geknotete Dyneemaschnur wie im Bild. Die ist nötig, wenn die Firstnaht zu sehr durchhängt, sodass sich eine Mulde bilden würde.

  • Es kommt auch wesentlich darauf an, was du mit dem Seil veranstaltest. Ein ganz normaler Knoten verringert die Festigkeit des Seils um bis zu 50%. Wenn du jetzt gängige Techniken anwendest (zB mit einem Stock) um das Seil zu spannen, erreichst du ganz leicht das theoretische Limit.

    Guter Hinweis mit dem Knoten, aber außer dem Topsegelschotsteg habe ich persönlich keinen Knoten in der RL, welcher belastet wird.

    Flaschenzug-Techniken oder mit Stöcken verzwirbeln mache ich nicht zum Spannen. Nutze aber gerne mal einen Stock als Toggle.

    BTW laut Samson Whoopie Anleitung verringert ein Eye Splice die Festigkeit um ca. 30%, wenn ich mich recht erinnere. Also nicht, dass das bei 500 Pounds ne große Rolle spielen sollte..

  • Elastische Schnur mit Dyneema, oder was?

    Genau. 3mm kosten 1,80 Euro pro Meter. Das ist über 100% teurer als das normale. Aber bei zwei Metern insgesamt verschmerzbar.

    Habe ich jetzt gerade letzte Woche für mein neues DIY Tarp gekauft. Soll deutlich länger seine Elastizität beibehalten. Fühlt sich auch gut an, ein echter Praxistest steht aber noch aus.

  • Ich benutze seit Jahren eine ummantelte Keflar Schnur von Karnirope in 3mm. Anfangs hatte ich eine 5mm Schnur der besseren Griffigkeit wegen aber die war selbst mir doch etwas überdimensioniert ;)

    Wunderbar, vielen Dank für deine Antwort :thumbup::thumbup::thumbup:. Die Kefvlar-Schnurr ist, aus meiner Sicht, genau ein Parabraid.

  • Moin,

    3mm Polyester Schnur mit Kevlarkern habe ich auch noch hier rumliegen..........ich finde diese allerdings ein wenig zu steif.

    Ich weiß allerdings nicht mehr wo ich meine gekauft habe.

    Ich finde z.B. Polyester Reepschnur (Edelrid Multicord) sehr haltbar, leicht zu knoten und enorm abriebfest. Durch ihre recht rauhe Oberfläche halten Prusik Knoten selbst aus dem gleiche Material und in der gleichen Stärke sehr zuverlässig.

    Gruß von der Ostsee

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