Isolation direkt an Hängematte nähen / DIY-Annäherung an Superior-Hammock

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  • Moin,

    um alle Möglichkeiten des Luftzugs unter meiner Hängematte in kaltem Wetter endgültig zu beseitigen plane ich gerade eine direkt isolierte Hängematte zu nähen.

    Beim einzigen mir bekannten Hersteller Superiorgear ist die Konstruktion besteht die Konstruktion jedoch aus zwei Stoffbahnen, ich überlege noch warum (geht es technisch nicht anders, oder soll einem das Waschen der oberen Lage vereinfacht werden?).

    Als Hängemattenstoff würde ich einmal 1.7 oz MTN XL Hybrid Ripstop Nylon von RSBTR versuchen. Ansonsten wäre auch 2.2 oz HEX70 XL eine Möglichkeit. Ich finde jedoch nirgends eine Aussage zur Daunendichtheit dieser Stoffe. Ich stelle mir vor, dass ich (symmetrisch) gute 2m lange, daunengefüllte Isolierkammern direkt an die Hängematte nähe.

    Anleitungen dazu gibt es ja etliche, meine größte Frage ist: ist der Stoff daunendicht? Ich bin dazu leider auch auf der ripstopbytheroll-Webseite nicht fündig geworden, hat da jemand Erfahrung?

    BYe Thomas

  • Ich habe schon einige Underquilts an die Hängematte genäht und würde auch in Zukunft die eine eigentlich überflüssige Stoffbahn in Kauf nehmen. Das Anpassen der Isolation an die Hängematte ist schon Fummelei genug und ein fertiger UQ ist einfacher anzunähen als eine halbe Hülle mit Füllung.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Ich kann mich Mittagsfrost nur anschließen. Ich habe mal meinen Snugpak, den ich übrig hatte, nachdem ich mir den Wooki gekauft habe, von unten an eine meiner HM genäht: Das ist ein echtes "Gepfriemel" bis man die Isolierung mit der richtigen Spannung an der richtigen Stelle der HM hat. Mit nur "einer Hälfte" wäre ich wahrscheinlich verzweifelt...

  • Wieso kann etwas, das einfach erscheint, nicht mal einfach sein? ;)

    Ich würde ebenfalls gerne eine leichte Isolation direkt an die Hängematte nähen. Die Idee ist, die Matte bei milden Temperaturen - um die 20° - bei Tagestouren selbst zu nutzen oder an Mitläufer zu geben. Heißt: Im Idealfall ist die Liegerichtung nicht festgelegt, Gewichtsklasse der Hänger liegt zwischen 50 und 100kg. Gewicht der Hängematte ist ausnahmsweise für mich kein Thema; bei Tagestouren sind mir 100g hin oder her wurscht.

    Hängemattenstoff wird Hexon 1.6 wide - etwas dehnbar -, für die Isolation habe ich 67g-Apex und einen leichten Trägerstoff rumliegen.

    Drei Fragen:

    Was ich hier und im Sookie -... -Thread schon gesehen habe: Es ist vermutlich besser, das Apex komplett in den Trägerstoff einzunähen und diesen dann an die Hängematte zu nähen, statt zwischen Hängematte und Apex die Stoffschicht wegzulassen. Ich vermute, der Grund ist (abgesehen vom Stretch, s.u.), dass sich die Isolation dann unter dem Hängemattenstoff relativ frei bewegen kann und weniger Spannung auf die Nähte kommt?

    Am liebsten wäre mir ja eine symmetrische Isolation über die volle Mattenbreite. Das scheint aber nicht gut zu funktionieren, und eine Wooki-Form scheint einfacher zu sein? Ich vermute, das liegt daran, dass bei einer vollflächigen Isolation das Luftloch- und Stretchproblem größer wird als bei einer Form, bei der ich eine einheitliche Liegeposition in der Matte habe?

    Stretch und Annähen:

    Wie gehe ich damit um, dass sich die Hängematte beim Reinlegen dehnt? In irgendeinem Post (den ich gerade nicht mehr finde) habe ich etwas von 5-7cm Dehnung entlang der Längsnähte gesehen. Wie berücksichtigt ihr das beim Annähen? Nur indem die äußere Stoffbahn des Trägers zusätzliche Länge bekommt? Die innere Stoffbahn kann sich ja mitdehnen? Mit Zickstackstich fürs Annähen an der Hängematte, damit die Dehnung der Naht aufgefangen wird?

    Gib es auch einen Stretch in die Breite? Der wird ja vermutlich aufgefangen dadurch, dass er nie über die gesamte Breite des Trägerstoffs geht, d.h. das Apex kann sich innerhalb der Hülle verschieben?

    Das Apex müsste ich ja stellenweise am Träger festnähen, damit es nicht irgendwann verknuddelt. Dann kann es sich aber wieder nicht verschieben...

    Wie habt ihr das gelöst?

  • In einer ähnlichen Situation habe ich die Apex Isolierung auf den Trägerstoff gelegt und im Abstand von vielleicht 30 bis 40 Zentimetern punktuell fixiert - Faden mit Nadel von oben einmal nach unten durch, ein paar Millimeter daneben wieder nach oben und dann locker über der Isolierung zusammengeknotet.

    Die Seiten des Trägerstoffes habe ich am Rand ein paar Zentimeter über die Isolierung nach oben übergeklappt und dann darüber rundherum festgenäht. So weit hat das auch noch einigermaßen gut funktioniert.

    Mein großes Problem kam dann als ich die Isolierung von unten an die Hängematte genäht habe. Ich hatte für den Differenzialschnitt schon einiges an Zugabe eingeplant, am Ende war es doch deutlich zu wenig. Ob ich falsch geschätzt habe oder meine Nähfähigkeiten nicht gut genug waren weiß ich bis heute nicht. Ich überlege noch immer auf der Innenseite der Hängematte je einen Abnäher längs und quer einzunähen, damit die Innenseite kleiner wird. Da ich nicht weiß wie gut ich auf den Nähten dann liege habe ich mich das noch nicht getraut und bin mit der geringen Isolation der etwas gestauchten Apex Isolierung zufrieden.

    Ich habe bisher kein Verrutschen der Isolierung bemerkt. Von meinem Bauchgefühl her hält Apex schon ganz gut die Form und ich würde mir das Anheften wahrscheinlich beim nächsten Mal sparen, wenn ich das Apex wieder über den kompletten Rand mit dem Trägerstoff einfasse.
    Viel Erfolg dir!

  • Ich finde es am besten, wenn du die Isolierung, die du von unten annähen willst, fertig vorbereitest und sich dann jemand mit einem Gewicht eher an der Oberkante (z.B. 80 kg) hineinlegt. Dann hältst du (am besten noch mit weiteren Hilfspersonen) die Isolierung von unten an die HM und fixierst sie an mehreren Stellen mit Sicherheitsnadeln oder zeichnest mit Stoffmalkreide die Konturen an. Dann würde ich die Isolierung ganz grob anheften und beim Liegen in der HM testen, ob nicht irgendwo zuviel Spannung auf der HM ist.

    Ich mußte auch mehrere kleine Abnäher machen und habe festgestellt, dass die Isolierung deutlich lockerer angebracht werden muss, weil sich meine HM mehr gedehnt hat als ich dachte (es war eine Lesovik Spirit)

  • Danke für eure Gedanken, kempkes und barfuß !

    Wenn ich euch richtig verstehe, habt ihr beide nicht symmetrisch isoliert, sondern den Liege-Umriss wie beim Wooki.

    Ob nun das Apex von beiden Seiten in Stoff eingeschlossen ist oder nur nach unten: Auf jeden Fall scheint der Umgang mit der Dehnung der Hängematte nicht ganz trivial. Mein Ansatz dazu wäre dann, die Isolierung vorzubereiten und außerhalb der Isolierung etwas Stoffrand zu lassen, so dass der Träger leichter anzunähen ist. Dann wahrscheinlich drei Seiten annähen, die vierte erst mal frei lassen und im Liegen abmarkieren.

    Allerdings bin ich im Moment noch sehr verwirrt, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie eine fest an den Rändern (aber nicht im Inneren) angenähte Isolierung mit dem Faltenwurf der Hängematte klarkommt. Im Moment bin ich unsicher, ob ich das angehe, bevor ich es mal bei einem von euch "live" gesehen habe. Mein letztes Projekt, bei dem ich meine grauen Haare vervielfacht habe, ist noch nicht so lange her. ;)

  • Du schaffst das! Wenn wir es schaffen, dann kannst Du es erst recht.

    Außerdem hab ich mal gehört, daß Männer mit grauen Haaren erotisch auf Frauen wirken. Zumindest bei George Clooney funktioniert es wohl.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Das mit dem kalten Luftzug war auch eine meiner ersten Überlegungen als ich meinen Apex UQ genäht habe. Dafür habe ich extra noch ein winddichtes Fleece bestellt, was die Fasern unterhalb noch zusätzlich gegen Wind schützt und die Wärme besser drin behält. Für die Trekking-Szene ist das zu sperrig nehme ich an, weshalb das niemand macht, aber für mich war Komfort wichtiger.

    Ich habe mir auch die Frage gestellt, welche anderen Stoffe Wind gut abhalten, weil mich Luftzug bei meinen ersten HM-Erfahrungen am meisten gestört hat. Ich habe das immer schon auf dem Motorrad gemerkt, dass eigentlich nur eine starke Schicht, d.h. mindestens Leder Wind abhält.

    Die einfachen Windbreaker aus Polyesther bringen auch wenig. Man kühlt damit trotzdem aus. Sie halten zwar Wind ab, aber die Wärme bleibt unter der dünnen Schicht nicht erhalten.

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