Erstes Projekt - Hängematte mit Moskitonetz

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  • Hallo zusammen,

    jetzt ist es auch mal soweit, ich schreibe meinen ersten Eintrag, weil ich gerne eure Ratschläge/Tipps lesen möchte, bevor ich starte.

    Folgendes möchte ich mir, als absoluter Nähanfänger, versuchen zu nähen:

    - eine ca. 360cm lange gathered end Hängematte, nach dieser Anleitung. Ich hab mir bei RBTR extra breiten Stoff bestellt, bin mit 1,90m ja auch nicht der Kleinste. Das scheint ja machbar, traue ich mir zumindest zu. Gibt es da trotzdem irgendwas, dass ich noch zusätzlich beachten muss?

    Allerdings möchte ich gerne auch das Moskitonetz an die Hängematte mit Reißverschlüssen nähen. Und zu dem Thema habe ich dann noch ein paar Unklarheiten.

    - muss das Moskitonetz so breit sein, wie die Hängematte? Vom Gefühl her, hätte ich gesagt nein, da die Hängematte beim Liegen ja an den Seiten etwas "hochkommt". Ich möchte ungern, dass das Moskitonetz dann total locker ist und mir in's Gesicht hängt.

    Allerdings muss es ja noch über die Ridgeline drüber...

    Wie ist da euer Vorgehen? Näht ihr zuerst die Hängematte fertig, befestigt die Ridgeline und messt dann aus, wie viel Länge und Breite ihr für das Moskitonetz braucht?

    Vielen Dank schonmal für euere Antworten.:)

  • DL1JPH 21. Januar 2021 um 08:57

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hi Richie,

    also erstmal toll das du DIY machen willst.

    Ich muss allerdings sagen das eine HM mit Netz, nach meiner Meinung, nicht das richtige ist, für erste Nähversuche.

    Das Netz an der HM hat eine, sagen wir komische, Geometrie, die ohne sämtliche Erfahrung schwer zu bewältigen ist.

    Vielleicht sehen das meine geschätzten Forenkollegen aber anders.

    Eine Matte ohne Netz sollte hingegen machbar sein. Da scheinst du ja bereits informiert zu sein.

    Ridgeline so 83-85% der HM Länge.

    • Offizieller Beitrag

    Auch ich würde dir davon abraten, gleich als erstes Projekt eine Hängematte mit integriertem Moskitonetz zu nähen. Zumindest mit einem asymmetrisch geschnittenem Netz. Nicht weil das Nähen so schwierig wäre, sondern weil du ein gutes Design brauchst. Bevor du das Netz zuschneidest, musst du auf jeden Fall wissen, welche Ridgelinelänge die Hängematte haben soll. Bei einem asymmetrischen Netz kannst du nachher nichts mehr ändern.

    Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, zuerst eine netzlose Hängematte zu nähen, und mit einer verstellbaren Ridgeline ausgiebig zu testen, bis du die für dich perfekte Länge gefunden hast. Dann kannst du darüber nachdenken, ob du ein Netz annähst. Wenn du zwischenzeitlich Insektenschutz brauchst, nähe dir einen Netzsocken. Zum Beispiel ein Bottom Entry Bugnet. Das dazugehörige Video wurde leider gelöscht. Aber das Prinzip ist sehr einfach: zwei trapezförmige Stücke Netz werden an der längsten Seite zusammen genäht. Die kurzen Seiten werden mit einer Aussparung für die Hängemattenaufhängung zusammen genäht. Um die Öffnung unten wird ein Tunnelzug genäht, durch den eine Gummikordel gezogen wird. Durch einen Kordelstopper wird die Größe des Einstiegs verändert werden. Für mich war dieses Design schon eine Herausforderung. Ich habe den ersten Socken mindestens 5x wieder aufgetrennt und umgeschnitten, bis er halbwegs gepasst hat. Beim zweiten Socken habe ich andere Fehler gemacht :cursing: Ich hoffe, dass der dritte Socke auf Anhieb passt.

    • Offizieller Beitrag

    Falls du auf ein integriertes Netz bestehst, und nicht rechnen willst, schau dir mal diese Methode an: How To Install A Bug Net The Easy Way

    Auch dafür musst vorher wissen, wie lang die Ridgeline ist. Und ich würde die Spitzen dorthin verlegen, wo der Abstand zwischen Hängemattenkante und Körper am kleinsten ist (vermutlich Ferse und Schulter).

  • Vielen Dank für eure Antworten. :)

    Falls du auf ein integriertes Netz bestehst, und nicht rechnen willst, schau dir mal diese Methode an: How To Install A Bug Net The Easy Way

    Auch dafür musst vorher wissen, wie lang die Ridgeline ist. Und ich würde die Spitzen dorthin verlegen, wo der Abstand zwischen Hängemattenkante und Körper am kleinsten ist (vermutlich Ferse und Schulter).

    Tatsächlich würde ich es mir schon wünschen, dass das Moskitonetz direkt an der Hängematte befestigt ist. Das ist, meiner Meinung nach, einfach unkomplizierter und ich hab dann nicht noch ein zusätzliches Teil, an welches ich denken muss. ^^

    Die Methode, die in dem Link von dir beschrieben wird Hammock Fairy, sieht tatsächlich machbar aus.

    Ich hab auch keine unglaublich hohen Ansprüche und es muss nicht perfekt aussehen bei meinem ersten Versuch. Es soll halt die Schnaken fernhalten. :)


    Da fällt mir auch noch etwas anderes ein:

    Ich hab jetzt schon ein paar Mal gesehen, dass viele an den Enden ihrer Hängematten so kleine "Dreiecke" oben vernähen. Hat das einen tieferen Sinn?

    Vielen Dank und Grüße

    Richie

    • Offizieller Beitrag

    Tatsächlich würde ich es mir schon wünschen, dass das Moskitonetz direkt an der Hängematte befestigt ist. Das ist, meiner Meinung nach, einfach unkomplizierter und ich hab dann nicht noch ein zusätzliches Teil, an welches ich denken muss. ^^

    Auch der Socke verbleibt an der Hängematte. Aber du kannst ihn halt abnehmen wenn du willst.

    Ich hab jetzt schon ein paar Mal gesehen, dass viele an den Enden ihrer Hängematten so kleine "Dreiecke" oben vernähen. Hat das einen tieferen Sinn?

    Das ist eine einfache Lösung, wenn du eine Hängematte mit Tunnelzug-Aufhängung als Basis verwendest. Bei einer Hängematte mit Warbonnet Whip braucht man keine Hütchen. Ich finde sie in der Anwendung eher fummelig.

    • Offizieller Beitrag

    Auch würde Dir erst einmal zu einer netzlosen Hängematte raten.

    Wenn Du das gemeistert hast, kannst Du eine Netzsocke wie von TreeGirl beschrieben basteln oder ein Half Bug Net oder Du befestigst das Moskitonetz nur auf einer Seite (Annähen oder per Reißverschluss) und läßt es auf der anderen erst mal locker über die Ridgeleine geführt herunterhängen.

    Jetzt bist Du erst mal vor den Plagegeistern geschützt und kannst Dich in Ruhe auf den nächsten Schritt vorbereiten.

    Die Berührungslinie von Moskitonetz und Hängemattenkante kannst Du mit weißer Kreide, hellem Garn oder Sicherheitsnadeln markieren und vielleicht eine Woche lang beobachten. Wie bewegt sie sich? Wo könnte ein an der Hängematte fest angebrachtes Moskitonetz zuviel Spannung bekommen und wo würde es zu locker sitzen? Wenn Du Dir einigermaßen sicher bist, greifst Du zur Schere und bringst an Hängematte und Moskitonetz den Reißverschluss an. Wenn Du Glück hast, passt alles. Wenn nicht, musst Du eben nachbessern.

  • Vielen Dank für eure Antworten.

    Also dann nehme ich eure Ratschläge zu Herzen und versuche mich erstmal an der Hängematte, und wenn das gut klappt, geht es weiter zu dem Netzsocken.

    Vielen Dank für eure Hilfe bisher. Ich schreibe dann wie es gelaufen ist, bzw. wenn das nächste Problem auftaucht. ^^

    Gruß

    Richie

  • Hallo zusammen, ein kleines Update von meinem "Projekt".

    Die Hängematte ist fertig und vorhin habe ich mir noch eine verstellbare Ridgeline drangemacht.

    Das Nähen hat tatsächlich sehr Spaß gemacht, aber ich hatte viel mehr Probleme, den Stoff richtig zuzuschneiden. An dem Ende der Hängematte eine gerade Linie zu schneiden ist mir so semi-gut gelungen. Habt ihr da einen Trick, wie ihr das immer macht?

    Außerdem ist meine Hängematte komischerweise viel kürzer als geplant. Ursprünglich hatte ich ca. 370cm Stoff, die fertige Hängematte ist aber nur noch ca. 335cm lang. Hätte nicht gedacht, dass von dem bisschen Säumen so viel Länge verloren geht.

    Die nächste wird mit 4m Stoff genäht. ^^

    Mir ist beim Probeliegen aber aufgefallen, dass der Stoff an den Seiten der Hängematte viel weniger Spannung hat, als die Mitte, sodass die Seiten immer etwas runterhängen.

    Lässt sich das noch irgendwie beheben?

    Aber ansonsten bin ich schonmal echt zufrieden, alles hält und ich bin beim ersten Reinliegen nicht auf dem Boden gelandet. :thumbup:

    Gruß

    Richie

    • Offizieller Beitrag

    An dem Ende der Hängematte eine gerade Linie zu schneiden ist mir so semi-gut gelungen. Habt ihr da einen Trick, wie ihr das immer macht?

    Wenn es ein Ripstop ist: an der Ripstoplinie entlang schneiden.

    Wenn es ein Taffeta ist: einen Querfaden ziehen und an der Linie entlang schneiden.

    Außerdem ist meine Hängematte komischerweise viel kürzer als geplant. Ursprünglich hatte ich ca. 370cm Stoff, die fertige Hängematte ist aber nur noch ca. 335cm lang. Hätte nicht gedacht, dass von dem bisschen Säumen so viel Länge verloren geht.

    Beim Warbonnet Whip geht mehr nutzbare Länge verloren als beim einfachen Tunnelzug. Aber bei 35 cm Verlust gibt es noch Spielraum. Warbonnet macht die Tunnelzüge nur 1" bzw. 2,5 cm breit. Da keine Last auf dem Tunnelzug ruht, braucht man nur eine Naht. Ich mache meine WW Tunnelzüge meist 3 cm breit, mit 9 mm Umschlag und 2 Nähten damit der Umschlag komplett verwahrt ist. Und mir gehen schätzungsweise 25 cm Länge verloren.

    Mir ist beim Probeliegen aber aufgefallen, dass der Stoff an den Seiten der Hängematte viel weniger Spannung hat, als die Mitte, sodass die Seiten immer etwas runterhängen.

    Lässt sich das noch irgendwie beheben?

    Hängen sie weiter herunter als die Mitte? In dem Fall hättest du die Hängematte so geschnitten: )===(

    Oder bist du einfach nur an kurze bzw. dehnbare Hängematten gewöhnt, bei denen die Seiten extrem hochgezogen werden?

    Sofern die Seiten nicht so weit herunter hängen, dass in der Mitte ein Hügel entsteht, ist das ein Feature! In einer Hängematte mit losen Seiten kann man flacher liegen als in einer Hängematte mit hochgezogenen Seiten!

  • Wenn es ein Ripstop ist: an der Ripstoplinie entlang schneiden.

    Es ist Ripstop und ich hab es so versucht. Aber irgendwann bin ich trotzdem verrutscht, weil der Stoff Hexagon Muster hat und ich dabei echt verrückt geworden bin. ^^

    Hängen sie weiter herunter als die Mitte? In dem Fall hättest du die Hängematte so geschnitten: )===(

    Sofern die Seiten nicht so weit herunter hängen, dass in der Mitte ein Hügel entsteht, ist das ein Feature! In einer Hängematte mit losen Seiten kann man flacher liegen als in einer Hängematte mit hochgezogenen Seiten!

    Es kann durchaus sein, dass durch das Chaos beim Zuschneiden die Seiten etwas länger geworden sind. ^^

    Allerdings stört es mich aktuell nicht, finde die Hängematte durch den breiten Stoff bisher sehr bequem. Es ist halt etwas ungewohnt, weil bei meinem beiden vorherigen, gekauften Hängematten (DD Frontline XL und Cocoon) die Seiten eher wie eine Wand waren.

    Gruß

    Richie

    • Offizieller Beitrag

    Mir ist beim Probeliegen aber aufgefallen, dass der Stoff an den Seiten der Hängematte viel weniger Spannung hat, als die Mitte, sodass die Seiten immer etwas runterhängen.

    Lässt sich das noch irgendwie beheben?

    Die Lösung des Problems nennt sich Knotty mod.

  • Bezüglich Mückennetz, auch ein volles Bugnet hat Vorzüge: man hat genug Platz für allerlei Krimskrams unter sich, Jacke wie Hose, und wenn der Schlafsack oder Topquilt mal aus der HM rausrutscht, ist er nicht gleich nass sondern ist immer noch "drinnen". Im Winter ist da drinnen auch ein ein etwas entschärftes Kleinklima. Das volle Bugnet kommt aber mit 100-300g Mehrgewicht (im Vergleich zu angezippter oder Halb-Netz-Lösung und natürlich je nach Materialwahl).

    Aber ich selber überlege auch, an eine HM mal ein Mückennetz fix oder abnehmbar anzunähen, einfach ums mal zu probieren.

    Dieser Tag ein Leben!

  • Es ist halt etwas ungewohnt, weil bei meinem beiden vorherigen, gekauften Hängematten (DD Frontline XL und Cocoon) die Seiten eher wie eine Wand waren.

    In der DD habe ich noch nicht gelegen, aber die Cocoon ist sehr elastisch: da werden die Seitenwände sehr weit hochgezogen. Sei froh, wenn das jetzt besser ist. Da gewöhnst du dich sicher schnell dran und findest es gut: man kann einfach viel besser eben liegen, wenn die Wände seitlich nicht so hochgezogen werden.

  • Ein kleines Update...

    Ich habe mich jetzt doch dafür entscheiden, dass Moskitonetz an die Hängematte zu nähen. War ein ziemliches Gefummel. Schön ist es nicht, dafür selten. ^^

    Aber alles in allem bin ich echt zufrieden dafür das ich davor noch nie eine Nähmaschine aus der Nähe gesehen hab.

    Und das Probeliegen fand ich auch bequem. Dadurch, dass die Seiten ausversehen nicht so hochgezogen werden, liege ich total waagerecht drin. Bin schon auf die erste Übernachtung da drin gespannt. :)

    Vielen Dank für eure Tipps!

    Als nächstes ist ein Tarp dran. Und ich hab hier irgendwo noch einen alten Deckenschlafsack liegen, da lässt sich, mit der guten Clew-Anleitung, bestimmt auch ein Underquilt draus machen.

    Gruß

    Richie

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