Viertel-Socke - gibts sowas

  • Hallo,


    wie schon angekündigt, werde ich hier mal einen neuen Faden zum Thema "Viertelsocke" aufmachen.


    Habe mich mittlerweile etwas im Forum belesen zu Windsocken, UQ-Schutz usw.. Ich kann mir die beschriebenen Vor- und Nachteile je nach Machart und Stoffwahl zumindest einigermassen vorstellen, besitze aber noch kein derartiges Upgrade, und habe auch noch keines getestet.


    Bei meinen (teilweise leicht frostigen und oft windigen) Übernachtungen hatte ich bisher v.a. die Sorge (und teilweise auch Erfahrung), dass der Wind zwischen Hängemattenboden und Underquilt reinfegen kann. Also bestehende Hohlräume dabei aufbläht und die aufgebaute Wärme natürlich weg ist. Leider gibt es diese Hohlräume trotz Vorsicht immer wieder, sei es durch schlechte Abspannung (wenn man alleine ist, kann man den Sitz nicht immer so gut prüfen) oder eben durch Drehen, Verrutschen während der Nacht, usw.

    Selbst mit sorgfältig zusammengezogenem Bund und Kragen findet m.E. ungünstiger Wind durchaus einen Weg am Fussende oder Kopfende (ne nach Windrichtung) hinein.


    Natürlich habe ich mich mitterweile auch gefragt, warum nicht gleich eine Socke oder UQ-Protector.

    Naja, bis vor kurzem wusste ich von diesen Lösungen noch gar nichts.

    Aber trotzdem kann ich mir auch vorstellen, dass eine leichte Viertel-Socke quasi als "immer-dabei Schutzkappe" und ohne die Nachteile der "ganzen" Socken durchaus ihre Daseinsberechtigung haben kann.


    Wie dem auch sei,

    ich hatte schon mit Blasenpolsterfolie und Klammern experimentiert, und dabei konnte ich durchaus positive Wirkung feststellen. Nachteilig ist bisher eigentlich nur das etwas stümperhafte Aussehen dieses Prototypenbaus.


    Hier ein Bild vom momentanen Status.


    Kennt ihr sowas, gibts das schon zu erwerben? Welche Nachteile seht ihr im Vergleich zur ganzen Socke bzw. zum UQ-Protector?


    Ein Nachteil ist vermutlich die Windstabilität (und -geräusche), v.a. bei drehendem Wind. Eine klemmende Befestigung an der Ridgeline wird sicher vonnöten sein (bisher zumindest so umgesetzt, um Verrutschen oder starkes Flattern zu vermeiden).

    So oder so ist die Sache von mir nur für das dem Wind zugewandte Ende gedacht.


    Winter-Komfortqualitäten hat das natürlich auch nur bedingt, wobei bei meinen Versuchen der verringerte "chill factor" am Rücken und sogar im Gesicht schon merklich war. Aber das hängt natürlich klar von der Windrichtung ab.


    Kondensation ist hier natürlich ein eher untergeordnetes Problem, genau genommen der Grund, warum mir eine ganze Socke eigentlich nie in den Sinn gekommen war. Wobei der Stoff auch für die Viertelsocke nicht wasserdicht sein muss.


    Mittagsfrost hat auch gleich seine Regenjacke (oder meintest du den DD-DIY Poncho?) als möglichen Proto-Kandidaten vorgeschlagen (Danke Mittagsfrost, ich lass dir meine Adresse zukommen!).


    Ich bin nun auf eure Kommentare und Tips gespannt. Ob ich sowas mal bastele, lass ich mal davon "abhängen". Eventuell wirds am Ende auch was klassisches, mal sehen...


    Gruss Jörg

  • Mit etwas Bedenkzeit fiel mir noch mein alter, missglückter DIY-UQ ein, den ich mal aus einem alten Deckenschlafsack (aus den 80ern oder gar 70ern?) umfunktioniert hatte. Dessen Aussenstoff erfüllt meine Vorstellungen eigentlich schon recht gut (leicht, raschelt nicht, ziemlich winddicht, nicht wasserdicht aber schon wasserabweisend und sogar grün :)) und sollte für einen weiteren Prototypen doch gut herhalten können.


    Also, Innenfutter raus, alle unnützen Befestigungen vorsichtig wieder abgetrennt, den Reissverschluss und die Nahtschutzfalze aber dran gelassen, man weiss ja nie.

    Dann runter und an der HM ausprobiert (diesmal an der DD Frontline, also nicht optimal da nur Gummi-Ridgeline).


    Hier die Ergebnisse (Proto V0.2):



    Wie man hoffentlich sieht, ist aus der Viertelsocke damit eine Halbsocke geworden, die man aber natürlich auch noch kürzen (oder etwas verzurrt auch als Viertelsocke verwenden) könnte. Da der alte Reissverschluss und zwei gute alte Baumwoll-Knot-Kordeln so aber an sich gute Befestigungs- und Verstellmöglichkeiten bieten, lass ich das erst mal so und gehe demnächst zum "Wald- und Feld-Test" über.


    Der Reissverschluss lässt sich übrigens komplett öffnen, sodass ich die Halbsocke auch ohne weiteres nachträglich anbringen oder entfernen kann. Kein Durchfädeln erforderlich.

    Gegen Verrutschen klemme ich die Halbsocke oben (an der Ridgeline) mit zwei Klammern fest.


    Und der Stoff schützt (hier am Fussende) auch den UQ ein wenig, zB. gegen seitlichen Schneefall. Am gegenüberliegenden Ende würde ich das Tarp dann etwas länger ziehen. (Vollen Regenschutz bietet natürlich ein grösseres Tarp.)


    Am Kopfende angebracht (falls Windrichtung von hinten) habe ich die Halbsocke noch nicht getestet, gehe aber davon aus, dass das ebenso passen sollte. Eventuell müsste man sie dann kürzer (Viertel) fassen, um Atem-Kondenswasser zu verringern, falls das bei diesem halboffenen Konstrukt überhaupt erforderlich ist.


    Mal sehen, wie sich das so macht....


    Gruss Jörg

  • Also den Windstärke-7 + Böen-Härtetest hat die Viertel-Halb-Dreiviertel-Socke schon mal bestanden. Das Tarp hätte ich mich nicht getraut aufzuhängen, so sehr hat der Wind geplattert, die Matte (mit mir drin) hat auch kräftig geschaukelt, aber die Socke sass unbeeindruckt, sogar ganz ohne Ridgeline-Klammern, raschelte überhaupt nicht (oder es ging im übrigen Rauschen der Bäume unter), und von den Füssen bis rauf zum Oberkörper blieb's mollig warm. Nach gefühlt zehn Minuten bemerkte ich dann erst, dass ich noch gar keinen Schlafsack auf mir drauf hatte...! (Aussentemp. mit 7Grad jetzt nicht soo kalt, ich hatte auch Jacke etc. an, aber es ging ja erst mal um den Windtest. Der UQ war natürlich im Einsatz.)


    Dank der flexiblen Ridgeline des DD im Fussbereich (und ausgelassener Mückennetz-Stützstange dort) konnte ich diese DIY Socke unerwartet sogar bis fast zum Gesicht ranziehen (also jetzt doch "Dreiviertel"-Socke :/).


    Ich hab dann (mit Schlafsack auf mir) noch eine gute Stunde so gelegen und gewartet, wo der Haken ist zB. mir irgendwas um die Ohren flattert. Aber alles blieb gut und mollig warm, trotz teilweise heftiger Böen.


    Also für 0Eur Materialeinsatz (und ohne nähen zu müssen) kann ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Der dünne Stoff wiegt praktisch nix (naja der Reissverschluss haut paar Gramm in die Wagschale), und verbleibt beim Einpacken einfach am HM-Bund verschnürt.


    (Regentest steht noch aus...:/)

    Gruss Jörg

    Dieser Tag ein Leben!

  • Tolle Idee! Aber ich würde mir doch eine ganze Socke nähen, halt vielleicht mit Atemloch. Ich bin zurzeit am draußen Übernachten, und der Wind (trotz Hex-Tarp mit Türen) kühlt einen schon ganz schön ab... Zum Selbernähen kann man ja einen ganz leichten, winddichten (kalandrierten) Stoff nehmen.

  • Jep, eines Tages... Aber bevor ich in eine gute Socke investiere, muss wohl eher erst ne gute (lange) Hängematte her...


    Momentan bin ich froh, dass ich nen einfachen, effektiven UQ-Windschutz habe ohne viel Aufwand und kostenlos. Hab übrigens gewogen: 280g mit Reissverschluss. Überlege jetzt, den RV doch rauszutrennen und nur die Schnüre zu verwenden... Dann sind's vermutlich um die 150g...

    Dieser Tag ein Leben!

  • Heute habe ich meine Viertelsocke noch etwas verfeinert:

    Alle alten Säume, Stoffreste und RVS entfert, zum "Teilen" des Materials (für den Bischopsbag und ein weiteres noch n.d. Projekt) verkürzt und neu umsäumt. Und in 4 Ecken und 4x mittig elastische Schlaufen angenäht.


    Das beste (wie fast immer bei solchen Mini-Nähprojekten):

    nebenbei entdeckt, wofür man das Stöffchen NOCH verwenden kann:

    abspannbares Bodentuch oder Mini- (Wind-/Sonnen-) Tarp zB.


    Auch das Annähen von kraftaufnehmenden Schlaufen (für mein späteres Tarpprojekt?) hat eine steile Lernkurve hingelegt, hab bei den 8 Schlaufen mindestens 10 Arten des Annähens ausprobiert! ^^


    Der Bishopsbag und die sowieso vorhandenen Plastikkarabiner und Gummikordeln des Mückennetzes helfen mit bei der Befestigung. Bei Aufbruch wird alles zusammen entweder in den Beutel (oder alternativ in den XL-Sleeve) mit reingestopft, jahreszeitlich ggf. Mückennetz inklusive.


    Bilder (hier ohne UQ, dessen Ende ja dann innerhalb der Viertelsocke steckt, dafür mit meiner Thermomatte):

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