Erfahrungen in Europa gesucht

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  • Im kommenden Sommer würde ich gerne mit dem Fahrrad über die Alpen Richtung Süden fahren: Schweiz, Österreich, Italien, Kroation, ...

    Um unabhängig reisen zu können, soll meine Hängematte mit. Nun ist das mit dem sog. wild campen leider so eine Sache.

    Wenn möglich würde ich natürlich einen Campingplatz wählen, alleine schon wegen der warmen Dusche.

    Notbiwaks sind zumindest in Italien und Österreich erlaubt.

    Welche Erfahrungen habt Ihr mit wild campen in den Ländern, die auf meiner Reiseroute liegen?

  • Also in der Schweiz ist das überhaupt kein Problem: Über der Baumgrenze ausserhalb von Alpweiden ist das wilde Übernachten völlig unproblematisch. Nur gibt es da keine Bäume... ;)

    In der Schweiz sind per Gesetz Wälder und Weiden und natürlich die Wildnis für alle zugänglich. Das kann aber kantonal und auf Gemeindeebene eingeschränkt sein: am besten die grünen Tafeln beachten, die bei Naturschutzgebieten aufgestellt sind. Weiden würde ich aber nur mit Bedacht wählen, da Kühe neugierig sein können, selten auch mal aggressiv. Wo Schafe in der Nähe sind, sind bisweilen auch Herdenschutzhunde unterwegs. Beiden «Gefahren» kann man aber gut ausweichen, so viele Kühe sind da auch wieder nicht unterwegs in der Schweiz. Schafe findet man eher in höheren Lagen (tendenziell über der Waldgrenze).

    Wälder ausserhalb von Naturschutzgebieten sind in der Regel unproblematisch. Ich warte mit dem Aufbau oft, bis es dunkel wird, oder lasse alles, was auf eine Übernachtung hindeuten könnte, vorerst weg (Tarp, Quilt, grosser Rucksack). Oder ich suche mir einen schönen Platz etwas von den nächsten Wegen entfernt. Im Jura und im alpinen Gebiet ist man da meist ungestört und kann der Natur beim Eindunkeln zuschauen. Wunderbar!

    Auch eine gute Idee ist die Nutzung von Rast- oder Grillplätzen. Dort würde ich den Wanderer mimen, der einfach noch etwas das Eindunkeln geniesst, allenfalls etwas Kleines kocht / isst und als letzter nach Hause geht (den grossen Rucksack eventuell etwas wegstellen, damit er nicht gleich auffällt). Sind die letzten Leute weg (sofern man nicht ohnehin die ganze Zeit bereits alleine war), warte ich noch einen Moment, baue die Hängematte auf und erledige meine Abendtoilette (Zähne putzen, etc.). Am Morgen stehe ich frühzeitig auf. Je näher die nächste Siedlung liegt, desto früher ist das der Fall, denn viele Leute gehen morgens vor der Arbeit mit dem Hund raus. Nach dem Aufstehen verfahre ich umgekehrt wie am Abend: In Siedlungsnähe zuerst die Hängematte wegpacken, dann gemütlich an den Bänken frühstücken. In diesem Fall mime ich den Wanderer, der als erster am Morgen unterwegs ist, von der Übernachtung erzähle ich allenfalls im Gespräch, wenn es passt, sonst braucht das ja niemand zu wissen.

    Gelegentlich habe ich aber schon festgestellt, dass auch andere Leute mal nachts durch den Wald streifen. Das habe ich bisher aber nur in der Nähe von Siedlungen erlebt. Eine Begegnung mit einem Gemeindemitarbeiter am Morgen, ich sass in der Hängematte und kochte mir einen Kaffee, verlief sehr freundlich und interessiert.

    Für einen groben Überblick empfehle ich die Karte mit den 571 Feuerstellen der «Schweizer Familie» (Familien-Zeitschrift). Gelegentlich gibt es bei solchen Feuerstellen auch Trinkwasser. Einige liegen etwas weiter von der nächsten Siedlung entfernt. Wenn ein Grillplatz sich als ungeeignet für die Übernachtung herausstellt, kann man dort auch kochen und essen und dann bis zum Eindunkeln weitergehen. Es gibt auch zahlreiche weitere Feuerstellen und Grillplätze, die im Link nicht aufgelistet sind. Fast jede Gemeinde hat ein paar davon, z.B. bei ihren Waldhütten.

    Beispiel eines Feuerstellen-Beschriebs der «Schweizer Familie»: https://www.schweizerfeuerstellen.ch/zimmereggwald-luzern-littau-luzern

    Die detaillierten Beschreibungen samt Video bilden einen guten ersten Anhaltspunkt.

    Am besten einfach mit offenen Augen unterwegs sein und ein Gespür dafür bekommen, was für einen gut geht und wo man sich eher unwohl fühlt. Das Unterwegssein mit dem Fahrrad schränkt einen vermutlich etwas ein, eröffnet aber bestimmt auch neue Möglichkeiten. Ich war in den letzten Jahren immer zu Fuss unterwegs und konnte deshalb nur berichten, wie ich das in der Regel handhabe.

    Schau dir mal meine Tourenberichte in der Schweiz an; das gibt bestimmt einen guten Eindruck.

    Campingplätze sind in der Schweiz und vor allem auch in Italien relativ teuer, einige davon aber sehr schön gelegen (siehe Karte unter POI).

    Nachtrag: Die folgenden Links finde ich als Karten-Liebhaber sehr hilfreich:

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