Welche Naht für den First des Tarps?

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  • Französische Naht (mit Einfassband)

    Einige verwenden für den First des Tarps eine französische Naht und decken diese mit einem Einfassband ab (i.d.R. 1 Inch / 25mm). – Hier wird das recht anschaulich beschrieben. Namhafte Hersteller wie «Warbonnet Outdoors» verwenden meines Wissens diese Methode. Bei meinem Hex-Tarp habe ich diese Herangehensweise genutzt und der First hält bis anhin ohne Abdichten der Naht wunderbar dicht.

    © Quelle

    Die Naht wird anschliessend noch mit einem Einfassband (z.B. Grosgrain Ribbon aus Nylon) eingefasst.

    • Der Vorteil dieser Methode ist sicher, dass man während der gesamten Prozedur die Stoffbahnen links von der Nähmaschine liegen haben kann und nichts rechts von der Nadel durchführen muss. Zudem erhöht das Einfassband die Belastbarkeit in Längsrichtung.
    • Der Nachteil ist, dass bei dieser Methode nur eine einzige Naht die seitliche Belastung des Firsts tragen muss. Solange man das Tarp aber schräg nach unten abspannt, ist das kein Problem.

    Soll das Tarp horizontal voll auf Zug abgespannt werden, würde ich persönlich den «Kamm» (egal ob mit oder ohne Einfassband darum herum) flach auf den Stoff kippen und festnähen. Dann wird der seitliche Zug auf zwei Nähte verteilt, was die maximale Belastbarkeit deutlich erhöht. Allerdings muss man dazu eine Hälfte des Tarps rechts von der Nadel vorbeiführen und sorgfältig darauf achten, dass man nichts festnäht, was nicht fesgenäht werden soll. Auch sollen alle Stoffschichten der Naht schön flach aufeinander aufliegen.

    Alternative

    Man kann auch auf das Einfassband verzichten und den Kamm stattdessen auf eine Seite kippen und flach aufs Tarp aufnähen. Damit erreicht man quasi eine einfache Kappnaht (siehe unten), bei der allerdings die Naht nicht exakt in der Mitte des Tarps zu liegen kommt.

    Doppelte Kappnaht (evtl. mit integriertem Einfassband)

    Will man das Tarp horizontal auf beide Seiten voll auf Zug abspannen, so ist auch die doppelte Kappnaht eine gute Möglichkeit. Im Querschnitt sieht diese Naht wie folgt aus:

    Doppelkappnaht.JPG © Quelle

    Ich habe diese Methode kürzlich – zusätzlich mit einem schmalen Einfassband im Kern – bei meinem Sommer-Tarp angewendet. Hier habe ich das Vorgehen in Wort und Bild beschrieben. Das Vorgehen ohne integriertes Einfassband ist im Grunde identisch, ist aus meiner Sicht aber schwieriger sauber umzusetzen respektive braucht halt mehr Übung. Das Band hilft einem, relativ leicht ein sauberes Resultat zu erzielen und erhöht die Belastbarkeit in Längsrichtung – ähnlich wie das bei der oben erwähnten Methode mit der französischen Naht der Fall ist.

    Hier ein Bild vom Querschnitt der Naht mit integriertem Einfassband (½ Inch / 12,5mm):

    Besser wäre es, die beiden äusseren Nähte noch etwas weiter aussen, also näher am jeweiligen Rand, zu setzen, dann würde die Naht noch eine Spur idealer belastet. (Wenn man sich vorstellt, was passieren würde, wenn man beide Nähte in der Mitte ganz nahe beieinander setzen würde, wird wahrscheinlich klar, warum das so ist: Die Naht würde dann aus der Horizontalen wegkippen, nahezu senkrecht stehen und das Nähgarn würde voll auf Zug belastet.)

    Vor- und Nachteile:

    • Der Vorteil – egal ob mit oder ohne integriertes Band – ist die hohe seitliche Belastbarkeit. Zudem ist die Naht flach.
    • Der Nachteil ist, dass man bei beiden Nähten die eine Hälfte des Tarps rechts von der Nadel durchführen muss.

    Bei dieser Naht würde es sich womöglich aufdrängen, sie mit Silikon abzudichten. Ich habe das bei meinem Tarp allerdings noch nicht gemacht, möchte es aber nachholen, sollte ich feststellen, dass irgendwo Wasser durchdringt.

    Einfache Kappnaht

    Wenn man statt der doppelten die einfache Kappnaht wählt, kann man die erste Naht noch mit dem ganzen Nähgut links von der Nähmaschine machen. Für die zweite Naht muss dann auch wieder die eine Hälfte des Nähguts rechts von der Nadel durchgeführt werden.

  • So, ich habe bei meinem Tarp eine modifizierte französische Naht benutzt (Hybrid French Seam), bei der zum Schluss die Naht nochmals umnäht wird.

    Sie wird so beschrieben in den Anleitungen von DIYGS und RSBTR.

    Sicht von oben:

    Sicht von unten:

    Die Wetterfestigkeit muss sich noch beweisen!

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