«Bishop Bag Hack»

  • Ich finde doppelseitige Packbeutel für Hängematten sehr praktisch und nutze seit Herbst 2016 fast nur noch solche.


    Ich lasse gerne am Fussende die Aufhänge-Schlaufe der Hängematte herausschauen. So weiss ich immer, auf welcher Seite sich das Fussende befindet, und kann den Packbeutel dort jeweils dran lassen. Am Kopfende versorge ich die ganze Hängematte samt Aufhänge-Schlaufe im Packbeutel.


    Die Hängematte sieht dann verpackt so aus:


    Fussende der Hängematte links im Bild


    Exkurs: Auf- und Abbau der Hängematte mit doppelseitigem Packbeutel

    Für den Aufbau der Hängematte befestige ich zuerst den verschlossenen Packbeutel mit der herausschauenden Schlaufe an der Hängematten-Aufhängung, öffne dann den Packbeutel am gegenüberliegenden Ende und ziehe die Hängematte aus dem Beutel, während ich zum anderen Befestigungspunkt gehe. Für den Abbau hänge ich die Hängematte zuerst am Fussende aus und stopfe sie dann in den Packbeutel, während ich zum anderen Befestigungspunkt gehe.


    Bei einem «Hängematten-DIY-Projekt» im letzten Spätsommer haben ein paar der Teilnehmer die Kordel am Fussende (links im Bild) von innen festgezogen, so dass sie von aussen gar nicht mehr sichtbar war. Das hat mich überzeugt und seither mache ich das auch so.


    Aber egal, wo man die Kordel positioniert (aussen wie im Bild oben oder innen), trotz des Kordelstoppers weitet sich die Öffnung am Fussende bei jedem Gebrauch etwas mehr, so dass die Schlaufe der Hängematte immer leichter herausrutschen kann. Sicher ist das kein grosses Problem: Ich habe mir trotzdem eine Lösung dafür ausgedacht, die den Kordelstopper auf der betroffenen Seite des Packbeutels letztlich sogar überflüssig machen kann:


    Ich sichere den Kordelstopper auf der Innenseite des Packbeutels mit einem simplen auf Slip gelegten Überhandknoten, so dass er sich nicht mehr so leicht mit zunehmendem Gebrauch lösen kann. Die Öffnung des Packbeutels bleibt auch bei häufigem Gebrauch der Hängematte klein. Damit verwandle ich den doppelseitigen Packbeutel quasi in einen «Bishop Bag».


    Weil Bilder mehr sagen als tausend Worte, habe ich versucht, das Vorgehen in einem kurzen YouTube-Video aufzuzeigen:


  • Gut, dass du das Video gemacht hast. Ohne das wäre mir nicht klar gewesen, wovon du redest...

    Du hättest aber ruhig ein paar erklärende Worte dazu sagen können ;) ich höre gern Schwizzerdütsch.

    Sieht hinterher jedenfalls sehr ordentlich aus. Leider haben meine HM-Beutel nur eine Öffnung und extra Neue zu nähen, dazu ist es mir nicht wichtig genug 2 Öffnungen zu haben, aber deine Idee an sich gefällt mir.

  • Das mit den erläuternden Worten habe ich mir auch überlegt. Das Problem dabei ist: Wenn man das freie Sprechen vor der Kamera nicht geübt ist, dann kann das Ewigkeiten dauern, bis das Ganze unverkrampft rüberkommt und dann auch noch inhaltlich dem eigenen Anspruch genügt. Mit anderen Worten: Es braucht mehrere Anläufe und am Schluss muss man das Video zusammenschneiden, allenfalls das Audio sogar separat drunter legen, usw. Auf soviel Aufwand hatte ich keine Lust, wüsste zurzeit auch noch nicht, wie das alles funktioniert. Zudem ist das Video so für alle verständlich, da es «ohne Worte» daherkommt.


    PS: Wenn ich dazu sprechen würde, dann ziemlich sicher nicht Schweizerdeutsch, da das für einen Grossteil der Deutschsprachigen nicht oder nur schwer verständlich ist.


    Meine ersten Hängematten-Beutel waren fix angenäht (ENO). Das fand ich okay, aber nicht allzu praktisch. Dann kamen meine ersten selbstgenähten Beutel: Die waren rechteckig und hatten oben eine grosse Öffnung mit Kordelverschluss. Die fand ich ganz brauchbar und habe sie mir bei Nichtgebrauch jeweils an die Ridgeline der Hängematte gehängt. Da konnte ich dann auch mal etwas drin versorgen, das dann aber nicht so gut zugänglich war. Mit den doppelseitigen Packbeuteln bin ich nun an einem Ort angekommen, mit dem ich restlos zufrieden bin. Das letzte kleine «Problem» habe ich nun mit dem «Bishop Bag Hack» gelöst.

  • Vielleicht kennen nicht alle den Unterschied zwischen einem «Double-Sided Stuff Sack» / «Double-Ended Stuff Sack» und einem «Bishop Bag»:


    Doppelseitiger Packbeutel

    Ein «doppelseitiger Packbeutel» ist ein Schlauch, der auf jeder Seite über einen Kordelzug verfügt. Ein solcher Beutel kann sehr einfach selber hergestellt werden:


    diy-double-sided-stuff-sack-instructions.png Quelle: The Ultimate Hang


    Bishop Bag

    Ein «Bishop Bag» hat auf einer Seite ein Loch in Form einer Öse oder eines Knopflochs. Jeder gewöhnliche Packbeutel lässt sich relativ einfach in einen «Bishop Bag» verwandeln:


    convert-hammock-stuff-sack-to-bag.png Quelle: The Ultimate Hang


    Mit meinem «Life Hack» wird ein «doppelseitiger Packbeutel» in einen «Bishop Bag» verwandelt, ohne dass man am vorhandenen Packbeutel etwas verändern muss. Der Beutel kann also weiterhin als ganz normaler «doppelseitiger Packbeutel» verwendet werden. Allenfalls kann man sich – wie oben erwähnt – bei der Verwendung als «Bishop Bag» den Kordelstopper sparen.


    PS: Die Firma «DD Hammocks» scheint den Unterschied zwischen den beiden Arten von Hängematten-Packbeuteln nicht zu kennen. Sie bezeichnen ihren «Double-Sided Stuff Sack» als «Bishop Bag».

  • Hier zeigt Derek Hansen schön, wie ein «doppelseitiger Packbeutel» verwendet werden kann und inwiefern er mit einem «Bishop Bag» verglichen werden kann.


    Ich handhabe zwei Dinge anders als er:

    • Ich persönliche ziehe es – wie oben erwähnt – vor, an einem Ende (bei mir am Kopfende) die Schlaufe vollständig im Beutel zu versorgen. Ich kann dann Kopf- und Fussende der Hängematte nicht verwechseln respektive kann mir eine Farb-Codierung sparen.
    • Beim Abbau ziehe ich es vor, die Hängematte zuerst beim Packbeutel auszuhängen (bei mir das Fussende) und sie beim Hinübergehen auf die andere Seite in den Beutel zu stopfen. Die Gefahr, dass die Hängematte aus Versehen den Boden berührt, ist dann viel kleiner.

    Hier das Video:


  • Off-topic: Noch ein kleiner Hinweis zum «Seam Ripper» / «Unstitcher», zu deutsch: «Nahtauftrenner» / «Nahttrenner»:


    Nahtauftrenner


    Dieses Hilfsmittel wurde ursprünglich gar nicht entwickelt, um Nähte aufzutrennen. Das ist nur ein hilfreicher Nebeneffekt. Der ursprüngliche Zweck des Werkzeuges war das Auftrennen des Knopflochs, nachdem man dieses an der Nähmaschine genäht hatte. Natürlich kann ein «Nahtauftrenner» auch heute noch seiner ursprünglichen Bestimmung gemäss genutzt werden.