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  • Hi. Möchte mir ein Tarp nähen.

    Soll ähnlich wie das von hextarp von diygearsupply werden, jedoch etwas verlängert vermutlich. Pläne etc erstelle ich gerade. https://diygearsupply.com/wp-content/upl…Tarp-lowres.jpg

    Ich habe da vorher aber noch ein paar Fragen:
    1. Wie dicht ist eine französische Naht? Reicht tatsächlich eine einfache Naht?
    2. Hat sich das eingenähte Samtband bewährt?
    3. Was für ein Band verwendet ihr um eure D-Ringe zu befestigen? Oder überhaupt D-Ringe? Schlaufen müssten ja eigentlich auch recht gut gehen für die Abspannpunkte, spätestens bei dran gelassenen Leinen... Am First aber schon D-Ringe?
    4. Was empfehlt ihr als Verstärkung in der Nähe der Abspannpunkte? Einfach eine zweite Lage? Und wie verstaut ihr eure Abspannschnüre? Noch eine Lage oder so von innen wo die einfach reinkommen zum Transport?

  • Hast du mal unter DIY MYOG geschaut? Da gibt es einige Fäden, die das Thema «Tarp» ausführlich behandeln. Lies die doch mal durch und schau dir die Bilder an. Dann frag', falls noch Fragen offen sind.

    Ein Beispiel: DIY Tarp: Konstruktionstipps

    Zu Frage 1: In der Regel ist die dicht. Falls nicht, dann die Naht mit Silikon einstreichen (z.B. SilNet). Du nähst ja zwei Nähte: mit der ersten verbindest du die beiden Stoffbahnen, mit der zweiten (nach dem Umfalten, nähst du das Einfassband drüber. Es stimmt aber, dass die französische Naht weniger gut gegen seitliche Zugkräfte gewappnet ist. Die Naht reicht dennoch problemlos, solange du die Flächen nach unten abspannst. Allenfalls könnte es problematisch werden, wenn du das Tarp sehr flach abspannst und dann zusätzlich noch mit sehr viel Zug arbeitest. In diesem speziellen Fall müsste eine Naht den ganzen Zug tragen. Aber zu all diesen Punkten und den meisten deiner Fragen findest du Hinweise im Beispiellink.

  • Danke für deine Antwort!

    Ich habe mir schon alles durchgelesen was hier im Forum so dazu steht. (Zumindest alles was ich gesehen habe ;) ) Aber ich lese es auch gerne nochmal genauer durch :)

    Vom Stoff her gibt es 2 Möglichkeiten für mich soweit ich das einschätzen kann bei extremtextil:
    40den, 55g/qm -> 650g für 55 EUR https://www.extremtextil.de/ripstop-nylon-…den-55g-qm.html
    20den, 36g/qm -> 430g für 80 EUR https://www.extremtextil.de/ripstop-nylon-…den-36g-qm.html

    Ist das leichtere zu leicht bzw zerstörbar? Oder gibt es eine andere noch bessere Alternative?

  • Danke für deine Antwort!

    Ich habe mir schon alles durchgelesen was hier im Forum so dazu steht. (Zumindest alles was ich gesehen habe ;) ) Aber ich lese es auch gerne nochmal genauer durch :)

    Vom Stoff her gibt es 2 Möglichkeiten für mich soweit ich das einschätzen kann bei extremtextil:
    40den, 55g/qm -> 650g für 55 EUR https://www.extremtextil.de/ripstop-nylon-…den-55g-qm.html
    20den, 36g/qm -> 430g für 80 EUR https://www.extremtextil.de/ripstop-nylon-…den-36g-qm.html

    Ist das leichtere zu leicht bzw zerstörbar? Oder gibt es eine andere noch bessere Alternative?

    Ich habe beide Stoffe schon verbaut. Beide Tarps sind regelmäßig in Benutzung. Auch dem aus dem leichteren Stoff vertraue ich voll. Hat auch schon kräftigen Wind problemlos überstanden. Ich werde in Zukunft nur noch den leichten nehmen.

    Auch bei den professionellen Herstellern ist 1.0oz Nylon-Ripstop (=34 g/m^2) als Tarpstoff absolut üblich. Damit solltest Du also eigentlich keine unerwarteten Überraschungen erleben.

    Wie kommst Du denn auf die Preise bzw. Massen? Für ein Tarp mit 330 cm Ridgeline brauchst Du ja 660 cm Stoff. Damit komme ich auf 45,-/65,- Euro und maximal 540/355 g (für ein rechteckiges Tarp, ohne Garn, Schlaufen, etc.). Wenn Du es als Hex-Tarp ausführst wird's noch etwas leichter.

  • Meine bisherigen Tarps habe ich auch aus leichten Stoffen gemacht:

    Um Unzen pro Square Yard in Gramm pro Quadratmeter umzurechnen, multiplizierst du mit 33,9 (oder 34, wenn du dir das besser merken kannst).

    Meiner Meinung nach bekommst du auf alle deine Fragen mindestens eine mögliche Antwort im weiter oben von mir genannten Link.

    Ergänzung:
    Zu lang würde ich die Ridgeline nicht machen. Ein Hex-Tarp hat zwar gegenüber einem rechteckigen Tarp den Vorteil, dass sich das Tarp beim Abspannen zum Boden hin über der Hängematte nach unten senkt, während die Enden der Ridgeline weiter oben bleiben. Dennoch lässt sich ein zu langes Tarp nicht mehr ganz dicht über der Hängematte aufbauen, was bei widrigem Wetter aber wichtig wäre.

    Eine 11'-Hängematte braucht in der Regel mindestens ein 11'-Tarp. Ein 12'-Tarp geht auch noch, aber länger würde ich die Ridgeline des Tarps aus den genannten Gründen besser nicht machen. Für eine kürzere Hängematte brauchst du entsprechend ein kleineres Tarp, wenn du es auch mal dicht über der Hängematte aufbauen und bei der Auswahl passender Bäume nicht unnötig einschränken möchtest (=> ein grösseres Tarp bedingt grössere Baumabstände).


  • Wie kommst Du denn auf die Preise bzw. Massen? Für ein Tarp mit 330 cm Ridgeline brauchst Du ja 660 cm Stoff. Damit komme ich auf 45,-/65,- Euro und maximal 540/355 g (für ein rechteckiges Tarp, ohne Garn, Schlaufen, etc.). Wenn Du es als Hex-Tarp ausführst wird's noch etwas leichter.


    Ich hatte jetzt einfach mit 8m überschlagen, weil ich meins etwas größer ausführen möchte... Genauen Plan habe ich noch nicht gemacht. (Aber es wird recht sicher keinen 4m First kriegen...)

    Ich glaub ich spare mir die ~200g und nehme das 36er...

    2000 mm Wassersäule sollten auch reichen für ein Tarp bei einer HM, oder? Falls es das Wasser mal durchdrücken sollte, wird es ja eher immer noch seitlich, nur halt innen abfließen, oder?

  • 2000 mm Wassersäule sollten auch reichen für ein Tarp bei einer HM, oder? Falls es das Wasser mal durchdrücken sollte, wird es ja eher immer noch seitlich, nur halt innen abfließen, oder?

    Für Aussenzelte gelten bereits 1500mm Wassersäule als ausreichend für alle nicht extremen Bedingungen. Wenn es mal wirklich sehr stark regnet (wobei der Wald da einiges an Wucht abfängt), dann kann mal ein ganz feiner Wassernebel durchdringen, aber nicht so viel, dass da grossartig innen etwas abfliesst. (Die Zelte von Hilleberg, die für extreme Expeditionen gebaut werden, haben eine Wassersäule von 5000-5500mm, je nach Modell. Aber wie oft erleben wir im Wald solch extreme Bedingungen?)

    Zum Vergleich: Für einen Zeltboden (auf dem du ja auch kniest und damit Druck auf ihn ausübst und unter dem sich auch mal kleine Seen bilden) gelten 4000mm als das Minimum. Klar, sind da 10'000mm besser. Aber da muss man immer abwägen zwischen Gewicht und den Wetterbedingungen, die man regelmässig erwartet, wenn man mal länger draussen unterwegs ist.

  • Hier sieht man schön den oben genannten Vorteil eines Hex-Tarps gegenüber einem rechteckigen Tarp: Die Kontur der Ridgeline passt sich der Kontur der Hängematte an, so dass man es relativ dicht über jener aufhängen kann:

    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: resized_resized_DSC01467.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 508,8 KB ID: 45413","data-align":"none","data-attachmentid":"45413","data-size":"medium"}[/ATTACH] Tarp noch nicht nach unten abgespannt

    Nachdem es abgespannt ist:

    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: resized_DSC04416.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 546,7 KB ID: 45411","data-align":"none","data-attachmentid":"45411","data-size":"medium"}[/ATTACH][ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: resized_DSC04418.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 509,6 KB ID: 45412","data-align":"none","data-attachmentid":"45412","data-size":"medium"}[/ATTACH]
    Kontur der Ridgeline des Tarps passt sich der Kontur der Hängematte an

    Dennoch kann man erahnen, dass ein zu langes Tarp nicht mehr Vorteile, sondern eher mehr Nachteile mit sich bringen würde.

    PS: Das abgebildete Tarp hat eine 12'-Ridgeline (366cm), die Hängematte ist etwa 342cm lang.

  • Hier noch das gleiche Tarp (366cm) mit einer rund 370cm langen Hängematte. Da man eine (im Verhältnis zur eigenen Körpergrösse) längere Hängematte tendenziell eher mehr durchhängen lässt, funktioniert selbst das:

    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: resized_resized_DSC01271.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 530,0 KB ID: 45416","data-align":"none","data-attachmentid":"45416","data-size":"medium"}[/ATTACH] Das Tarp liesse sich noch deutlich tiefer aufspannen!

  • Danke!

    Dann beantworte ich meine Fragen mal selbst, nachdem was hier geschrieben wurde (und ich den anderen Thread nochmal genauer studiert habe)


    1. Wie dicht ist eine französische Naht? Reicht tatsächlich eine einfache Naht?


    Ja. Sonst einfach Silnet drauf


    2. Hat sich das eingenähte Samtband bewährt?


    Anscheinend ja. Einfach bei der französischen Naht bei der Zweiten Naht rumlegen.


    3. Was für ein Band verwendet ihr um eure D-Ringe zu befestigen? Oder überhaupt D-Ringe? Schlaufen müssten ja eigentlich auch recht gut gehen für die Abspannpunkte, spätestens bei dran gelassenen Leinen... Am First aber schon D-Ringe?


    - Am First einfach das Satinband Mehrfach legen, und dann D-Ring, oder Schluesselring, oder auch gar nichts
    - Für Abspannpunkte einfach Schlaufen aus einem Gurtband


    4. Was empfehlt ihr als Verstärkung in der Nähe der Abspannpunkte? Einfach eine zweite Lage? Und wie verstaut ihr eure Abspannschnüre? Noch eine Lage oder so von innen wo die einfach reinkommen zum Transport?


    Zur Verstärkung einfach das gleiche Gurtband wie für die Schlaufen auch.
    Zum Verstauen reicht es mir glaub ich die einfach dran hängen zu lassen zusammengewickelt.


    Für das Gurtband hierbei das gleiche Polyester Gurtband wie auch sonst nehmen, oder gibt es da andere leichtere/bessere Alternativen?

  • Ich würde für die Abspannpunkte kein Gurtband verwenden. Du brauchst da keine Bruchlast von 500kg. Du kannst da das gleiche Band nehmen wie am First. Den First spannst du viel stärker ab als die Seiten nach unten. Je stärker die Verstärkungen sind, desto eher reisst es dahinter ein. Allerdings braucht es wirklich sehr viel, bis diese feinen Stoffe einreissen, vorausgesetzt, dass du die Seiten sauber mit einem Einschlag-Umschlag säumst.

    Ich habe für die Verstärkungen und Schlaufen das Grosgrain Ribbon (Nylon) von DutchWare verwendet:

    • Für den First 1": Gefaltet zum Einfassen der Naht, die Schlaufe dann ungefaltet und einfach, da ich 1"-Dreiecke verwendet habe. Ob das sinnvoll ist, weiss ich nicht. Ich hab's einfach so gemacht und bisher funktioniert es gut.
    • Für die Verstärkungen unten ebenfalls das 1"-Band. Die Cord-Locks habe ich mit dem 1/2"-Band befestigt. Cord-Locks sind nicht unbedingt die Lösung erster Wahl. Ich hatte die einfach zur Hand und habe sie genutzt. Viele schwören auf Tarp Worms, die es auch bei TreeGirl zu erwerben gibt (gibt auf YouTube ein paar Videos darüber; scheint mir wirklich eine tolle Sache zu sein!).

    Wenn du einer allfälligen Beschädigung des Tarps durch Stolpern über die Schnüre vorbeugen möchtest (wie gesagt braucht es dafür viel), dann empfiehlt es sich - anders als ich - nicht allzu reissfeste Seile zu verwenden. Da könntest du über das folgende Paracord nachdenken:

    • Paracord Typ I
    • Microcord

    Warum diese Schnüre? Schau hier. Etwas weiter unten gibt es noch eine günstigere Variante der Schnur...

    Zusammen mit den Tarp Worms müssten die eigentlich gut funktionieren (Vermutung), für die Line-Locks wäre die Schnur zu dünn. Rein von der Elastizität her würden die Tarp Worms ausreichen. Die könntest du auch mit Maurerschnur aus dem Baumarkt kombinieren: günstig und leuchtend gelb (Sichtbarkeit im Dunkeln => Reduzierung der Stolpergefahr).

    Das könnte dich auch interessieren.

  • Kannst du ein Bild schicken wie du es am First gemacht hast [USER="153"]Waldläufer70[/USER] ?

    Das hier ist so ein Band, oder? https://www.extremtextil.de/kantenei...ster-25mm.html

    Ja, das müsste für den First passen. Habe von dem auch noch zuhause, es aber noch nicht verarbeitet. Das hier wäre das richtige Band für die unteren Abspannpunkte, denke ich, zumindest, falls du dort LineLocks verwenden möchtest: https://www.extremtextil.de/kanteneinfassb…ester-12mm.html Bei den D-Ringen hast du die Wahl zwischen 1" (25mm) oder 1/2" (12.5mm)

    Ein Foto findest du im Link mit den Konstruktionstipps ganz am Schluss. Die Lösung mit dem Line-Lock funktioniert nur mit ausreichend dicker Schnur. Ich habe es jetzt so gelöst, dass ich am Ende der Schnur einen Mini-Karabiner befestigt habe, dieses Ende um den Baum führe und dann ins Dreieck einhänge, dabei aber auch die Schnur, die vom LineLock wegführt durch den Karabiner führe. Das verhindert, dass die Naht des LineLock bei sehr dicken Bäumen zu sehr aufgespreizt wird. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.

    Die LineLocks habe ich verwendet, weil ich sie gerade zur Hand hatte. Bisher bin ich mit dieser Variante zufrieden. Viele schwärmen statt der LineLocks von den Stingerz von DutchWare. Auch die gibt es bei TreeGirl... ;)

    Wenn dir die Fotos nicht ausreichen sollten, kann ich noch ein paar weitere machen. Am besten genau sagen, was du sehen möchtest.

  • Hm... Also mit der Dimensionierung tue ich mich jetzt doch etwas schwerer als gedacht...

    Neue HM soll ca. 350cm werden (Ich nähe sie erst mal auf 350cm. Falls sie mir viel zu lang ist, kann ich sie immer noch kürzen und auf ca. 340cm dann nähen (oder natürlich auch noch kürzer).)
    RL ist dann max 315cm bei 90% RL.

    Also mindestens 315cm.

    Jetzt muss ich mich entscheiden wie sehr hex'ig die Tarp werden soll... Wenn ich nur einen kleinen Winkel wegnehme, sollte ja 315 + 2 * 15 = 345cm reichen.
    Bei einem steilerem Winkel dann jedoch eher 315 + 2 * 30 = 375cm.

    Wie schätzt ihr das ganze ein? Übersehe ich hier etwas? Was für Nachteile hat denn ein längeres Tarp noch, außer das es schwerer ist, und sich nicht so dicht über der HM aufspannen lässt?

  • Danke für deine ausführlichen Antworten!

    Derzeit habe ich vor zum eigentlichen Abspannen entweder Leine mit Auge fest am Tarp in Schlaufe und dann am Hering knoten, oder alternativ Prusik am Tarp. (Also eine Knotenlösung)

    (Als Leine ist Glowire + elastische Kordel vorgesehen)


  • Für den First 1": Gefaltet zum Einfassen der Naht, die Schlaufe dann ungefaltet und einfach, da ich 1"-Dreiecke verwendet habe. Ob das sinnvoll ist, weiss ich nicht. Ich hab's einfach so gemacht und bisher funktioniert es gut.


    Irgendwie tue ich mich hier mit dem Deutsch schwer. Verstehe nicht ganz was du mit Schlaufe umgefaltet meinst.

  • Achtung: Wenn du die Hängematte im 30°-Winkel aufspannst, so ist die Ridgeline 86,6% so lang wie die Hängematte (cos 30°) oder kürzer, wenn diese leicht gespannt sein soll. Viele empfehlen ja 83% der Hängemattenlänge. Eine längere Hängematte hängen die meisten tendenziell etwas steiler auf, was die Ridgeline weiter verkürzen würde, falls dieser Fall bei dir auch eintreffen sollte.

    90% ist aber für die Planung des Tarps sicher ein guter Ansatz: Dann musst du noch auf beiden Seiten zugeben, was du dir an Überstand wünschst.

    Nehmen wir ein Standard-Tarp von 11' (335cm) mit einer Ridgeline-Länge von 83,333% (Faktor 5/6). Dann hätten wir eine Ridgeline von rund 279cm. Das Standard-Tarp dazu ist ebenfalls 11' lang. du hättest also auf jeder Seite einen Überstand von etwa 28cm. Anders ausgedrückt: Die Ridgeline des Tarps ist rund 56cm länger als die Ridgeline der Hängematte.

    Bei deinen Dimensionen hast du zwei Möglichkeiten:

    • Du machst dir zuerst die Hängematte, testest sie, bis sie maximal bequem eingestellt ist, misst dann die Länge der Ridgeline und gibst etwa 60cm dazu.
    • Du baust das Tarp mutig mit einer Ridgeline von 11.5' bis 12', maximal 12.5' Länge.

    Die Idee, die Eckpunkte des Tarps grob an der Länge der Ridgeline der Hängematte zu orientieren ergibt aus meiner Sicht schon Sinn. Da sich beim Abspannen aber am First eine Kurve bildet und nicht ein Knick, würde ich sie aber doch deutlich näher beieinander anbringen. Da du mit 90% ohnehin eher grosszügig / zu grosszügig gerechnet hast, müssten die Abspannpunkte aus meiner Sicht deutlich näher beieinander liegen.

    Bei meinem 12'-Tarp liegen sie etwa 220cm auseinander (geht nicht so leicht zum Messen, da Cat-Cut), also bei weitem keine 315cm (und auch keine 290cm).

    Ein reinrassiges Hex-Tarp wäre von oben betrachtet ein regelmässiges Hexagon (Sechseck). Das lässt sich in der Praxis nicht so leicht umsetzen, da wir bei der Breite der Stoffbahnen ja eingeschränkt sind.* Aber grob an einem 60°-Winkel oben bei der Ridgeline könntest du dich dennoch orientieren. Dann wären bei einem 12'-Tarp (366cm) bei einer Breite der fertigen Stoffbahnen von 145cm die Abspannpunkte auf beiden Seiten rund 84cm nach innen versetzt, hätten also eine Distanz von knapp 200cm.

    Ich würde mal in diese Richtung weiterdenken. Jetzt lasse ich die anderen auch mal etwas sagen...

    PS: Hier gibt es auch noch ein paar Hinweise zu den Abmassen. *Es gibt übrigens auch extrabreiten Stoff: Würde zwar mehr Wetterschutz bedeuten, allerdings auch deutlich mehr Gewicht!

  • Einfach bei der französischen Naht bei der Zweiten Naht rumlegen.

    Doch noch eine Bemerkung, bevor du hoffentlich noch etwas mehr Input bekommst:

    Es ist etwas knifflig, so ein Saumband schön um den rutschigen Stoff zu legen. Mit Nadeln fixieren möchtest du ja nicht, da das Tarp dicht sein soll.

    Deshalb mein Tipp:

    • Vielleicht kannst du irgendwo günstig «Wonder Clips» auftreiben. Das Original ist relativ teuer, die Kopien unterschiedlich gut von der Qualität her. Aber mit solchen kleinen Klammern geht das Einfassen sehr gut. Ich habe letzten Montag einen Ridgeline-Organizer mit dem Nylon-Grosgrain-Ribbon (1"-Version) eingefasst und das ging wirklich sehr gut.
    • In einem ersten Schritt faltest du das Band in der Mitte und bügelst es vor. Dann ist die Arbeit nachher viel einfacher.
    • Dann würde ich wohl schrittweise vorgehen: Mal die ersten 50cm das Band bis zum Anschlag über den Stoffkamm schieben und immer alle 5-10cm (je nach gewünschter Sicherheit) mit einer Klammer fixieren. Dann bis etwa 40cm nähen. Dann die nächsten 50cm vorbereiten. Und so weiter... Dann läufst du weniger Gefahr, dass dir beim Transport der langen Stoffbahnen etwas unbemerkt wegrutscht.

    Hier noch ein Foto eines Details:

    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: resized_Ribbon ann\u00e4hen.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 317,6 KB ID: 45457","data-align":"none","data-attachmentid":"45457","data-size":"medium"}[/ATTACH]

    Ich finde, mit diesen Klammern geht das wirklich ganz gut. Stell dich aber darauf ein, dass die Arbeit mit den langen und sehr rutschigen Stoffbahnen etwas Geduld benötigt. Da du ja ein Hex-Tarp machen möchtest, fällt einiges an Reststoff an: Übe damit das Nähen dieses heiklen Stoffes. Wenn es einigermassen geht, nähe dir schon mal einen Packsack fürs Tarp...


  • Irgendwie tue ich mich hier mit dem Deutsch schwer. Verstehe nicht ganz was du mit Schlaufe umgefaltet meinst.

    Ich habe den First ja mit einem 2,5cm Einfassband eingefasst. Gefaltet ist das nur noch etwa 1,2cm breit. Als "D-Ringe" habe ich Dreiecke verwendet, jede Seite 2,5cm lang. Da habe ich vom selben Band ein Stück verwendet, es durch das Dreieck geführt und dann beidseitig ans Firstband genäht, das ja nur halb so breit ist. Eine Naht geht durchs Firstband, die andere unterhalb davon durchs Tarp und die beiden Verstärkungen, die vom First vielleicht 10cm lang nach unten führen. Da weiss ich nicht, ob das sinnvoll ist oder dem Tarp womöglich beim Aufbau schadet, weil sich die "Ecken" nicht ganz frei nach aussen bewegen können. Bisher hatte ich jedenfalls keine Probleme deswegen. Für beide Nähte habe ich einen ziemlich breiten Zickzack-Stich verwendet, die untere aber nicht bis in den unverstärkten Tarpstoff hinein fortgesetzt. Die senkrechten Nähte hinter dem Dreieck verhindern, dass das Band sich unter Belastung zusammenzieht, zur Seite rutscht und das Dreieck dann ungleichmässig / asymmetrisch belastet wird.

    Hier kannst du es gut sehen:

    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: fetch?id=30418&d=1491766841.jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 317,1 KB ID: 45459","data-align":"none","data-attachmentid":"45459","data-size":"medium"}[/ATTACH]

    Das schmale Band (1,25cm) mit dem Cord-Lock habe ich nachträglich, ebenfalls durch das Einfassband des Firsts hindurch, festgenäht.

    Die aktuelle Lösung nutzt einen Mini-Karabiner statt Knoten:

    [ATTACH=JSON]{"alt":"Klicke auf die Grafik f\u00fcr eine vergr\u00f6\u00dferte Ansicht Name: resized_Befestigung Tarp (gespiegelt).jpg Ansichten: 1 Gr\u00f6\u00dfe: 182,5 KB ID: 45460","data-align":"none","data-attachmentid":"45460","data-size":"medium"}[/ATTACH]

    Zum Aufbau führe ich das Ende mit dem Karabiner einmal um den Baum und hänge ihn, zusammen mit der Schnur ins Dreieck ein (siehe oben).

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