Wochenendtour durch den Harz

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  • Inspiriert vom mitteldeutschen goldenen Oktober bin ich letztes Wochenende von Thale bis Drei Annen Hohne im Ostharz wandern gewesen und möchte davon hier ein paar Eindrücke loswerden. Los ging es in Thale mit der Gondel hinauf zur Roßtrappe. Von dort hat man nicht nur eine ziemlich spektakuläre Aussicht in das steilste Felsental Deutschlands nördlich der Alpen, sondern überblickt auch fast das erste Viertel der Wegstrecke bis Treseburg.

    Kurz vor dem oberen Bildrand habe ich dann die erste Nacht verbracht - am Steilhang direkt an der Bode. Anders als in der Hängematte wäre es kaum gegangen, wenn man nicht unmittelbar auf dem Weg gezeltet hätte. Ich bin einmal mehr froh gewesen, dass ich mit meiner 90°-Matte einen relativ kurzen Baumabstand nutzen kann. Mit einer normalen Gathered End Hängematte wäre das schwierig geworden. Die Nacht war so lau, dass ich beschloss, kein Tarp aufzuspannen. Es gab zum Glück sogut wie keinen Tau, sodass mir der lästige Nässefilm auf dem Daunenschlafsack erspart blieb, mit dem ich diesen Sommer so manches Mal zu kämpfen hatte.

    Am nächsten Tag führte der Weg dann über die Rappbodetalsperre und damit vorbei an der Titan RT, die von Mai bis Juli diesen Jahres die längste Fußgängerhängebrücke der Welt war. Drüber zu gehen habe ich mir verkniffen, denn dafür hätte man 2 Stunden anstehen müssen - Zeit, die ich brauchte, um den Weg von insgesamt knapp 50 km bis zur Harzquerbahn zu schaffen.

    Die folgende Nacht habe ich an der Überleitungssperre Königshütte campiert, natürlich wieder in der Hängematte. Das Foto vom Schlafplatz ist zwar etwas HDR-mäßig angekitscht, aber die Aussicht auf den langsam im Morgenlicht aufleuchtenden Mischwald am Ufer gegenüber kriegt man nur so aufs Bild. Was ich damit sagen will: Leute geht raus in die Natur, so schön wie jetzt gerade wird es dieses Jahr nie wieder!

    Noch mal paar Worte zur Ausrüstung: Ich habe bis auf die Isomatte fast nur selbst genähte Sachen mitgehabt (Rucksack, Schlafsack, Tarp, Hängematte, Jacke, Hose, Hemd aus Etaproof, lange Unterwäsche aus Merinowolle). Das Basisgewicht der ersten fünf Basis-Ausrüstungsgegenstände plus Kartuschenkocher mit Titantopf betrug zwar nur 3 kg, aber mit Lebensmitteln, Klamotten, Kameraausrüstung, Wasserflasche, Bushbox, Handy, DIY-Hocker und Stirnlampe ist man dann doch schnell bei knapp unter 10 Kilo. Rückblickend betrachtet, hätte ich mir Tarp und Jacke sparen können. Das wäre ein Kilo weniger gewesen - und vom Wetterbericht aus betrachtet hätte ich das riskieren können. Wie macht ihr das, wie entscheidet ihr was mitkommt und was daheimbleibt?

    • Offizieller Beitrag

    Genau, an der Tarpschnur 2,85 Gramm sparen und dann die schwere Buschbox mitschleppen! :)
    Regenschutz, warme Jacke, Kufiya, Taschenlampe, Telefon, Messerchen, Feuerzeug, etwas Schnur, Geld und Papiertaschentücher sind eigentlich immer dabei und werden fast immer benötigt. Bei Mehrtagestouren kommen Tarp, Isolierung und Hängematte, sowie Essen, Trinken und meist ein Kochgefäß dazu. Manchmal auch noch Luxusartikel wie Zahnbürste, Seife und Wechselwäsche. ;)
    Die lehrreichsten Touren sind eigentlich die, auf denen ich was mitzunehmen vergessen habe. Dann wird improvisiert und getestet und siehe da - es geht auch "ohne". Nicht so gut wie "mit", aber es geht.

    Übrigens: Sehr schöner Bericht!

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Das Wichtigste ist eh, dass man sich selber mitnimmt. - Ich mache die Erfahrung: Je spontaner ich aufbreche, desto mehr nehme ich zuviel mit. Je mehr Zeit ich zur Vorbereitung habe (und mir auch Gedanken machen kann), desto genauer passt die Ausrüstung zur Unternehmung. Die Notfallapotheke brauche ich zum Glück meistens nicht. Wenn ich nur die nicht brauche, habe ich perfekt gepackt. Bei etwas längeren Reisen muss man natürlich noch etwas Reserve haben.

    Schöne Bilder von einer mir völlig unbekannten Gegend. Frage: Gibt es auch deutsche Täler südlich der Alpen?

  • Ja, gute Planung ist alles. - Deutsche Täler südlich der Alpen sind wohl eher Mangelware, sofern man nicht an die erste Strophe des Deutschlandliedes erinnern will, was mir sehr fern liegt. Aber es freut mich, in den outdoormäßig privilegierten südlicheren Breiten bekannt machen zu können, dass es auch im Norden spektakuläre Felsentäler gibt, in denen man mit ein wenig Glück sogar wild lebende Mufflons beobachten kann.

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