Neue optimierte Version der 90° Hängematte

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  • Wie angekündigt, habe ich in den letzten Tagen eine neue Matte aus Hexon 1.6er Material genäht und mich dabei am Design der Hammocktent 2.0 orientiert (die es offiziell ja erst ab August geben soll). Ich kann Lukas - dem Erfinder - das Kompliment nicht vorenthalten, dass er mit dieser Lösung bei der wahrscheinlich wichtigsten Schwachstelle von 90° Matten Abhilfe geschaffen hat: der Lastübertragung vom Stoff auf die Schnüre. Ich hatte ziemlich damit zu kämpfen, die stark belasteten Quernähte meiner ersten Matte so zu verstärken, dass die Konstruktion haltbar wird. Das war nur um den Preis einer erheblichen Gewichtszunahme durch doppelte Stofflagen möglich. Damit ist bei der neuen Konstruktion Schluss. Der Stoff kann einlagig verarbeitet werden und es ist bei unter 80 kg Gewicht sicherlich möglich, einen noch leichteren Stoff zu verwenden (ich denke da an Hexon 1.0). Die 1.6er Matte wiegt 220 Gramm ohne Schnüre. Insgesamt sollte es - für Leichtgewichtsfreaks - durchaus möglich sein unter 300 Gramm Gewicht zu bleiben.
    Ich habe mir die Mühe gemacht, die Aufhängung mit gespleißten 1 mm Kanirope-Dyneema-Schnüren zu versehen und kann jetzt in Sekundenschnelle (bei den Kopf- und Fußschnüren teilweise sogar aus dem Liegen heraus) die Matte verstellen und meinen Liegebedürfnissen anpassen. Macht echt Spaß! Anbei ein paar Fotos vom Fertigungsprozess und ein Video der Erstbenutzung.

    Beim Zuschnitt ist ein Winkellaser sehr hilfreich, denn man erhält den Stoff aus den Shops fast nie gerade abgeschnitten.

    Geschnitten wird der Stoff mit Heißschneider, das geht schneller als mit Schere und man versiegelt die Kanten gleich mit.

    Der fertig zugeschnittene Stoff


    Genäht wird ein Saum um die Außenkante und danach die Tunnelzüge für die Aufnahme der Schnüre

    Fertig!

  • Sieht schick aus. Glückwunsch. Hast du den Grund deiner Aufhängespitzen nicht umgenäht, sondern nur verschweißt?
    Genau dasselbe bei den beiden letzten Schlaufen hatte ich auch. Bei der nächsten werde ich das direkt schräg machen.
    sieht dann sicherlich schöner aus. Einzig die Mattenaufnahme klappt bei mir nicht so, da ich kein Kopf-und Fußteil haben möchte.
    Wie breit ist dein Mattenkörper und wie lang die Zipfel? Wieso sind in der Mitte zwei Zipfel so eng aneinander? Zufall?


    Man kommt locker unter 300g. Meine letzte No. 5 aus dem einlagigem Hexon 1,6 wiegt mit Kanirope Schnüren 241g.
    Würde man noch die Chinadyneema nehmen, könnte es noch einmal 19g leichter werden.

    Gruss
    Konrad

  • Danke für die freundliche Resonanz! Den Grund für die Aufhängung habe ich nicht nur verschweißt, sondern auch umgenäht. Auf dem YouTube Video sieht man, wie es gemacht ist.

    https://www.haengemattenforum.de?v=qI3dxhgJUMw&feature=youtu.be%22

    Die Konstruktion der Zähne kann in der Tat verbessert werden. Ich habe komischerweise 22 statt üblicherweise 20 Aufhängezähne fabriziert. Keine Ahnung wie es dazu zu später Stunde kam. In Zukunft werde ich die äußeren Zähne auch - wie Konradsky meint - anschrägen. Und ich werde in der Mitte der Matte, wo die Hauptlast des Rumpfes getragen wird, die Zähne enger stellen als am Rand.
    Die Säume habe ich doppelt umgeschlagen und pro Seite in je einer einzigen Naht durchgenäht. Ich habe zu den meisten Arbeitsschritten auch Videos gemacht, die ich aber noch zusammenfügen und hochladen muss.
    Wie lange dauert sowas? Da ich alles ein erstes Mal gemacht habe, habe ich für die einzelnen Arbeitsschritte sicherlich mehr Zeit benötigt als ein Routinier. Aber für die Saumnaht war es sicherlich sehr hilfreich, dass meine Maschine (Pfaff Performance 5.0) eine automatische Nähfußanhebung hat, d.h. jedesmal wenn ich vom Fußpedal runtergehe, stoppt nicht nur die Maschine, sondern der Nähfuß hebt sich ein Stückchen an, während die Nadel im Stoff steckenbleibt, sodass man ohne einen weiteren Handgriff den Stoff neu ausrichten, bzw. drehen kann. Das spart viel Zeit. Einen elektrischen Fadenabschneider möchte man auch nicht gerne missen, wenn man sich dran gewöhnt hat, aber der automatische Nähfußanheber ist für die Arbeitsgeschwindigkeit noch wichtiger. Alles in allem hat es eine halbe Nacht (Mi / Do) gedauert, den Stoff zuzuschneiden. Do Nachmittag letzter Woche war die Matte fertig. Das Spleißen der Schnüre hat dann nochmal 4 Stunden gedauert.

    Mit inliegender Thermarest-Matte. Man sieht, dass die Schnüre noch viel zum lang sind (ich hab einfach vergessen die Länge der Zacken abzuziehen).

    Detail der Zacken

    Ganzes Innenbild der Matte.

  • Ich habe mich an der Breite des Hexon-Stoffes orientiert (154 cm). Die Zähne sind ca. 20 cm lang, bleiben für die Matte also ca. 110, wenn man ca. 4 cm für die Schnüre doppelt umschlägt. Leider bin ich dem Rat gefolgt, die Matte - entsprechend der Hammocktent 2.0 - etwas länger zu machen und habe auf 230 cm verlängert. War aber nicht nötig, werde zu 220 zurückkehren.

  • Ja, sieht super aus! Ich fachsimpele mit meinem Berliner Hammocktent-Kompagnon häufig über die beste Aufhängelösung. Bei seiner Matte ist das Kopfteil ähnlich hochgezogen wie bei dir. Nur dass bei dir dazu noch die Fußpartie sehr schön eben ist. Bei meiner alten wie neuen Matte liegt der Kopf etwas tiefer als die Füße. Das ist nicht ganz optimal, aber mir scheint es kaum vermeidbar zu sein, wenn man mit dem Kopf etwas ebener liegen möchte. Aber ich muss jetzt erst mal entscheiden, ob ich die beiden überzähligen Zähne der neuen Matte noch absäbele und auf 210 verkürze.
    Ich wäre übrigens sehr gerne nach Hängerschied gekommen - nicht zuletzt um dich mal zu treffen -, aber es klappt durch einen Familientermin leider nicht.

  • Die beiden überzähligen Zähne sind ab, die Matte ist nur noch 210 cm lang - etwas knapp für die Isomatte, aber es kommt ja noch ein Moskitonetz dran, damit sollte deren Tendenz zum Rausflutschen gebändigt werden. An die Schnüre mache ich mich demnächst. Denn die sollen 20 cm kürzer werden - d.h. um die Länge der Zacken. Das bedeutet, dass meine Whoopies eine größere Verstellzone bekommen, damit müsste ich dann deine Fuß- und Kopfabsenkung ausprobieren können.

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