Spannung des Underquilts

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  • Zum Thema "Spannung des Underquilts" habe ich von Shug gelernt, dass man den Underquilt sehr satt spannen soll, damit er gut an der Hängematte anliegt. Ich weiss leider nicht mehr, in welchem Video er das besonders betont. Falls jemand das Video vor Augen hat: Bitte gerne unten posten, am besten mit ungefährer Zeitangabe, wo das Thema beginnt.

    Nun habe ich aber gestern in einem Video von Tac Blades die Meinung gehört, dass der Underquilt sich ganz sanft an die Hängematte schmiegen soll.

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    (Das Thema Underquilt beginnt bei 18:10)

    Die Vorstellung, den Underquilt gar nicht so stark spannen zu müssen, sondern ihn ganz locker unter die Hängematte hängen zu können, würde mir ja eigentlich sehr gut gefallen!

    Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang wäre: Wie stark wird eigentlich ein Wooki von Warbonnet Outdoors gespannt, wenn man sich in die Hängematte legt? (Ein Wooki ist quasi eine ganz leichte "Hängematte" mit in Liegerichtung aufgenähter Isolation, die unter die eigentliche Hängematte gehängt wird und sich damit optimal an die Hängematte anschmiegt.) Je nach dem, wie stark sich der Hängemattenstoff dehnt, dürfte auch dort eine gewisse Spannung aufkommen. Sicher verteilt sich die Spannung dort aber sehr gleichmässig und es kommt nicht zu einem seitlichen Druck der Gummiseile, da diese fehlen.

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke wie fest der Underquilt anliegen sollte hängt davon ab, wie stark differential er geschnitten ist, wie kalt es ist, und wie empfindlich der Nutzer ist.

    Beispielsweise bin ich super empfindlich, und muss die meisten differential geschnittenen Underquilts so fest wie möglich an die Hängematte knallen, sobald die Temperaturen unter 20°C sinken. Bei meinen HammockGear Underquilts hatte ich trotzdem häufig Probleme mit kleinen Luftlöchern. Im Sommer spüre ich bei einem 20°F UQ nichts, aber sobald die ersten kühleren Nächte kommen, muss ich die sekundäre Aufhängung so stramm spannen, dass mir das Kordel schon ab und zu mal durch den LineLoc gerutscht ist.

    Im Vergleich dazu ist mein Enlightened Equipment Prodigy, der eigentlich ein Top Quilt ist, aber zum Underquilt unfunktioniert werden kann, viel einfacher aufzuhängen. Der ist aber auch nicht differential geschnitten (ist halt Synthetik, nicht Daune), und schließt deshalb sehr schnell die kleinen Lücken zwischen Underquilt und Hängematte bzw. mir. Leider ist es ein 50°F Quilt, weshalb ich ihn meist nur als Zwischen-Quilt verwende, um die Luftloch-Problematik bei meinen Daunenquilts zu beheben.

    Der Wooki ist wohl der am straffsten gespannte Underquilt den es gibt. Er ist etwas kürzer als die dazugehörige Hängematte geschnitten und das einzige elastische Element ist ein doppelt gewickelter Gummi. Kein Shock Cord, sondern ein ca. 2cm dickes Gummiband. Man kann das Gummiband nur zwei oder drei Zentimeter dehnen - also kein Vergleich zu anderen Underquilt-Aufhängungen. Eigentlich wäre kein dehnbares Element nötig. Ich denke, es dient in erster Linie der Sicherheit. Falls der Underquilt übermäßig belastet wird, dehnt sich zunächst das Gummi, und schnappt dann vom Underquilt. Im schlimmsten Fall reisst das Gummi, aber nicht der Quilt.

    Im Idealfall ist der Wooki wirklich wie die zweite Lage einer isolierten Hängematte, und nicht wie ein Underquilt. Da er den gleichen Schnitt wie die Hängematte hat, und auch aus Nylon besteht, spürt man ihn nicht, denn der Druck verteilt sich wie bei einer Hängematte auf den ganzen Körper. Da es an den Seiten keine Gummis gibt, zieht er sich nicht hoch. Leute die dieses Verhalten von ihren normalen Underquilts gewöhnt sind, finden das erstmal unangenehm. Aber eigentlich ist genau dieses Feature genial, weil es eben nichts gibt was den Nutzer in eine andere Position zwingt. Ich habe in den letzten Wochen ein paar mal zwischen Wooki und einem normalen full-length Underquilt hin und her gewechselt, und ich will eigentlich nur noch den Wooki.

  • Zuerst eine Frage: Ich dachte, dass mit "differentialem Schnitt" gemeint ist, dass die Innenseite des Underquilts etwas kürzer geschnitten ist als die Aussenseite, damit die Isolation bei gespanntem Quilt nicht zusammengedrückt wird. Ich ging weiter davon aus, dass dieser Schnitt sowohl in der Länge (etwas weniger ausgeprägt) als auch in der Breite (relativ stark ausgeprägt) umgesetzt wird. Wie funktioniert das beim Prodigy (Synthetik), dass dort die Isolation nicht flachgedrückt wird? Braucht es für einen Underquilt nicht immer einen differentialen Schnitt, auch bei Kunstfaser? Oder stelle ich mir unter "differentialem Schnitt" etwas Falsches vor?

    Ansonsten. Danke für den Überblick. Ich kenne ja bisher nur den HG Incubator 20°F. Der reicht mir von der Länge her gut und ich habe auch bei rund 0°C schon damit draussen geschlafen. Im Gesamtpaket warm genug, aber nicht wirklich gemütlich, da ich unter dem Kreuz und unter dem Gesäss etwas Kälte gespürt habe. Ich habe auch den Eindruck, dass der - gerade unter dem Gesäss - bei mir etwas zu sehr gespannt wird. Dort habe ich jedenfalls immer vergleichsweise wenig Isolation, obwohl ich doch gerade dort etwas mehr bräuchte. Aber vielleicht habe ich die optimale Aufhängung ja immer noch nicht raus. Von 5°C aufwärts wird es zunehmend angenehmer. Ab 10°C ist er top. Im Hochsommer (tropische Nächte) habe ich ihn noch nie genutzt.

    Mein vorläufiger Eindruck ist zudem, dass er an meinen längeren Hängematten, in denen ich ja bedeutend flacher liege, etwas besser isoliert. Dort ist die primäre Aufhängung auch sehr stark gespannt (gerade bei meiner über 340cm langen Matte). Bei meiner ENO DoubleNest, mit der ich ihn zuerst genutzt hatte, hängt er bedeutend loser und wird einiges mehr gebogen.

    Ich überlege immer noch daran herum, mir aus meinem Climashield HL (eigentlich wollte ich ja APEX kaufen und habe nicht realisiert, dass HL etwas anderes ist) eine Art Wooki zu nähen. Aber ich bin noch nicht beim fertigen Plan angekommen. Mal schauen, was daraus wird. Vielleicht ist es ja auch schlauer, erst mal die für mich optimale Hängemattenlänge zu finden, bevor ich mich an einen "Wooki" wage. Sonst muss ich womöglich noch einen zweiten in einer anderen Länge nähen... Also vielleicht doch ein aufgehängter Quilt und dann, mit der Erfahrung von diesem, ein APEX-"Wooki".

    • Offizieller Beitrag

    Zuerst eine Frage: Ich dachte, dass mit "differentialem Schnitt" gemeint ist, dass die Innenseite des Underquilts etwas kürzer geschnitten ist als die Aussenseite, damit die Isolation bei gespanntem Quilt nicht zusammengedrückt wird. Ich ging weiter davon aus, dass dieser Schnitt sowohl in der Länge (etwas weniger ausgeprägt) als auch in der Breite (relativ stark ausgeprägt) umgesetzt wird.

    Richtig. Allerdings ist der Incubator extrem differential. Beim Wooki (der ja von Natur aus differential geschnitten ist) und beim Wilderness Logics UQ bauschen sich die Kammern auch ein Stück weit nach oben auf. Beim Incubator habe ich den Eindruck, dass alles unter der inneren Hülle bleibt. Vielleicht liegt es daran, dass der Incubator wannenförmig geformt ist, um sich besser an die Hängematte anzupassen. Das ist bei meinen anderen Underquilts nicht der Fall.

    Wie funktioniert das beim Prodigy (Synthetik), dass dort die Isolation nicht flachgedrückt wird? Braucht es für einen Underquilt nicht immer einen differentialen Schnitt, auch bei Kunstfaser? Oder stelle ich mir unter "differentialem Schnitt" etwas Falsches vor?

    Soweit ich weiss, haben die meisten Climashield Underquilts keinen differentialen Schnitt - die Ausnahme ist LocoLibre. Der Besitzer von KickAssQuilts hat immer wieder geschrieben, dass es einfach nicht notwendig ist. Und nachdem der Prodigy nach meinem Gefühl besser isoliert, bin ich geneigt ihm zu glauben. Ich werde meinen CL UQ jedenfalls nicht differential oder zumindest nur gemäßigt differential schneiden.

    Ich kenne ja bisher nur den HG Incubator 20°F. Der reicht mir von der Länge her gut und ich habe auch bei rund 0°C schon damit draussen geschlafen. Im Gesamtpaket warm genug, aber nicht wirklich gemütlich, da ich unter dem Kreuz und unter dem Gesäss etwas Kälte gespürt habe. Ich habe auch den Eindruck, dass der - gerade unter dem Gesäss - bei mir etwas zu sehr gespannt wird. Dort habe ich jedenfalls immer vergleichsweise wenig Isolation, obwohl ich doch gerade dort etwas mehr bräuchte. Aber vielleicht habe ich die optimale Aufhängung ja immer noch nicht raus. Von 5°C aufwärts wird es zunehmend angenehmer. Ab 10°C ist er top. Im Hochsommer (tropische Nächte) habe ich ihn noch nie genutzt.

    Unter dem Hintern sind alle Underquilts gespannt, das liegt wohl in der Natur der Sache. Aber eigentlich solltest du das nicht in Form von Kälte merken. Vielleicht hast du auch Luftlöcher oder Luftkanäle. Wenn dir das nächste mal der Hintern kalt ist, versuch mal den Incubator links und rechts auf Hinternhöhe zu packen und sanft nach ob zu ziehen. Wenn das Kältegefühl nachlässt, sind es Luftlöcher.

    Mein vorläufiger Eindruck ist zudem, dass er an meinen längeren Hängematten, in denen ich ja bedeutend flacher liege, etwas besser isoliert. Dort ist die primäre Aufhängung auch sehr stark gespannt (gerade bei meiner über 340cm langen Matte). Bei meiner ENO DoubleNest, mit der ich ihn zuerst genutzt hatte, hängt er bedeutend loser und wird einiges mehr gebogen.

    Die primäre Aufhängung hilft dann wohl, den Underquilt nach oben zu ziehen. Du könntest versuchen das dünne Shock Cord der sekundären Aufhängung gegen dickeres auszutauschen. Sofern die dünnen Kordel nicht mehr straffer gespannt werden können. Vielleicht hilft das. Aber für mich liegt das Problem im differentialen Schnitt und dem ungenügend hohen Zug der Aufhängung.

    Ich überlege immer noch daran herum, mir aus meinem Climashield HL (eigentlich wollte ich ja APEX kaufen und habe nicht realisiert, dass HL etwas anderes ist) eine Art Wooki zu nähen. Aber ich bin noch nicht beim fertigen Plan angekommen. Mal schauen, was daraus wird. Vielleicht ist es ja auch schlauer, erst mal die für mich optimale Hängemattenlänge zu finden, bevor ich mich an einen "Wooki" wage. Sonst muss ich womöglich noch einen zweiten in einer anderen Länge nähen... Also vielleicht doch ein aufgehängter Quilt und dann, mit der Erfahrung von diesem, ein APEX-"Wooki".

    Wenn du den Wooki-Klon etwas länger machst und nur auf die gewünschte Länge whippst, solltest du keine Probleme damit haben, ihn auch auf längere Hängematten anzupassen.

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