Beratung Hängematte

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  • Hallo,

    glücklicherweise bin ich hier über das Forum gestolpert und möchte die Gelegenheit nutzen, auf Eure Erfahrungen zurück zu greifen.

    Für Fahrradtouren bin ich Testweise auf Hängematte umgestiegen und von Prinzip her sehr zufrieden und möchte das auf jeden Fall weiter treiben. Geholt hatte ich mir hierzu eine Exped Scout.

    Da ich aber wirklich viel unterwegs bin, reicht mir der Komfort nicht, zumal als Seitenschläfer. Auch erarbeite ich mir den Winter (Velomo Hi-Trike GTI + Verkleidung als neues Reiserad wird gerade gebaut), um noch mehr Möglichkeiten für Touren zu gewinnen. Insofern ist also auch die Isolationsthematik wichtig. Unterwegs nutze ich derzeit, wenn keine Bäume verfügbar sind, mein Fahrrad als Zeltstangen für das Tarp.

    Überlegt habe ich, mir eine Exped Ergo Combi mit einer Exped DownMat UL7 LW anzuschaffen. Meine bisherigen Recherchen ergeben, dass dies eine für mich ideale Kombi wäre. Allerdings findet man wenig zur Ergo Combi von Nutzern. Da das Paket nicht gerade günstig ist, wäre mir daran gelegen, mehr Erfahrungen und Wissen aufzutreiben. Etwas misstrauisch macht mich zum Beispiel, dass meiner Meinung nach das Prinzip theoretisch sehr überzeugend wirkt - aber so wenig verbreitet ist. Mag natürlich am Preis und den damit einhergehenden geringen Markterwartungen liegen. Andererseits: wo liegt hier evtl. der Haken? Was übersehe ich?

  • Hallo,

    ich habe vor einiger Zeit die Ergo Probe gelegen und ich fand die total doof und sehr unbequem.

    Letztes Wochenende durfte ich die 90° Matte von Hammocktent Probe liegen und die ist echt nicht schlecht.
    Meine Selbstgebaute Hängematte ist allerdings noch um einiges bequemer. Siehe MYOG. Kannste dir ganz einfach selber nähen.

    Für den Winter habe ich die Downmat9 LW Winterlight. LW ist bei den 90° Matten wichtig, damit die
    Schultern nicht kalt werden.

    Gruss
    Konrad

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube, Konradsky hat sehr hohe Ansprüche an diese Art von Hängematte, weil er sich selbst eine genäht hat (der Thread dazu ist sehr lesenswert). Eine DIY-Hängematte kann man natürlich ideal auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Aber nicht jeder kann oder will nähen. Leider kann ich keine persönlichen Erfahrungen zur Exped Ergo beisteuern, weil ich sie bisher noch nicht probeliegen konnte. Aber im Outdoorseiten Forum gab es einige sehr positive Erfahrungsberichte. Auch auf Hammockforums gibt es ein paar Threads zur Ergo - da Exped aber eine europäische Firma ist, und die Hängematten-Auswahl in den USA riesig ist, gibt es nicht so viele Nutzer.

    Hast du dir denn schon die Brückenhängematten von Dendronaut angeschaut? In denen kann man auch auf der Seite schlafen.

    Wenn du Zeit und Lust hast, kannst du auch beim Hängemattentreffen in Mengerschied vorbei schauen. Dort hast du die Gelegenheit in diversen Hängematten Probe zu liegen. Vielleicht stellst du dann fest, dass du mit einer klassischen Hängematte auch gut zurecht kommst. Die Exped Scout ist nämlich ziemlich kurz; viele Hängemattennutzer empfinden längere Hängematten als deutlich bequemer. Auch der verwendete Stoff spielt eine große Rolle - das ist jedenfalls meine Erfahrung. Lernen kann man auf so einem Treffen aber immer viel, gerade auch als Einsteiger.

  • Hallo,

    Na ja ich gehe ja so auf einige Treffen.
    Da sind dann Leute die beide Ergos haben udn auch eben beim letzten Treffen auch noch eine Hammocktent.
    Nun legen diese Leute, also nicht nur ich, in die unterschiedlichen Hängematten und bewerten diese.
    Das Ergebnis ist zumindest eindeutig.
    Die Ergo 1+2 schneidet am schlechtesten ab, dann kommt die 90° Matte, dann kommt die Dendronaut und dann kommt die meinige 90°.
    Das gilt vor allem für die Leute, welche keine "normale" oder eine Ergo oder eine Dendronaut ihr eigen nennen.
    Aber jeder so wie er will.
    Ich habe ja die Maße von der Hammocktent genommen und ist der meinigen sehr ähnlich. Also hat sich die Tüftelei
    der Leinen gelohnt.

    Gruss
    Konrad

  • Hmmm - die Dendronaut Koma braucht einen recht großen Baumabstand. Die Exped Ergo scheint auch bei geringerem Baumabstand gut aufhängbar zu sein (was ggf. auch für die Hammocktent gilt?). Ansonsten schien mir die Koma interessant - hatte sie aber deswegen erst mal "aussortiert", da ich unterwegs eben die Erfahrung machte, dass die Bäume nicht immer so ideal stehen ...

    • Offizieller Beitrag

    da ich unterwegs eben die Erfahrung machte, dass die Bäume nicht immer so ideal stehen ...

    Egal mit was für einer Hängematte man unterwegs ist - die Bäume stehen selten ideal :D
    Aber du hast Recht: Brückenhängematten brauchen einen größeren Baumabstand als Tuchhängematten, und Tuchhängematten brauchen einen größeren Baumabstand als 90°-Hängematten. Dafür hat die 90°-Hängematte andere Eigenschaften die ggf. nachteilig sind. Ich komme z.B. mit der Überkopf-Schaukelbewegung nicht so gut zurecht - obwohl ich zugeben muss, dass ich eine Nacht in einem Querlieger verbringen müsste um sicher zu sein. Außerdem dürfte es sehr schwierig sein einen Underquilt zu verwenden; wenn du Isomatten magst ist das aber ein Vorteil. Außerdem brauchst du ein anders geschnittenes Tarp und es gibt da wenige kommerzielle Angebote. Jeder Hängematten-Typ hat Vor- und Nachteile. Man muss halt Prioritäten setzen.

    • Offizieller Beitrag

    Zur KOMA von Dendronaut und dem Baumabstand: Ich hatte mir bei zu eng stehenden Bäumen damit geholfen, daß ich das Seildreieck (zwischen Spreizstäben und dem Karabiner, an dem die Whoopie-Sling befestigt ist) am Kopfende nicht vor den Baum, sondern um den Baum drumherum gehängt habe. Das hatte sogar den Vorteil, daß die Hängematte weniger kippelte als sonst.
    Mit ein bißchen Improvisation läßt sich der Nachteil der Brückenhängematten durchaus eliminieren.

  • Jedenfalls mal vielen Dank für den Input. Hab jetzt erst mal wieder zu lesen.

    Immo kann ich mir gut Hammocktent vorstellen, aber mal sehen. Sehr gut gefällt mir der Aufbau ohne Bäume, also Tarp mit Mückenschutz. Und deutlich leichter als die Ergo Combi wäre das auch, auch wenn ich die wahrscheinlich robustere aber auch schwerere Version nähme.

    Bei mir muss es es schon Isomatte sein ... eben weil nicht immer Bäume da sind. Da ich Seitenschläfer bin, sollte die Kondensation weniger ein Thema sein. Ich hoffe nur, dass es wenig Probleme mit Daunenschlafsack gibt wegen Berührung mit der Hängematte.

  • Da sich der ein oder andere hier mit den Materialien vielleicht auskennt: inwieweit hätte das UL-Modell tatsächlich Nachteile bei der Halktbarkeit?

    • Offizieller Beitrag

    Sehr gut gefällt mir der Aufbau ohne Bäume, also Tarp mit Mückenschutz.

    Denk nur dran, dass du immer einen ausreichend guten Schutz zwischen Boden und Hängematte benutzt. Nicht so sehr wegen der Feuchtigkeit, sondern um Beschädigungen zu vermeiden. Beim Zeltboden ist es nicht tragisch wenn man ein kleines Loch rein scheuert. Die Hängematte kannst du dann nur noch entsorgen, denn im belasteten Bereich kann man das nur schwer flicken.

    • Offizieller Beitrag

    Da sich der ein oder andere hier mit den Materialien vielleicht auskennt: inwieweit hätte das UL-Modell tatsächlich Nachteile bei der Halktbarkeit?

    Naja, um die Hängematte leichter zu machen, muss man einen leichteren Stoff verwenden. Leichtere Stoffe sind natürlich empfindlicher. Bei einem 1.9oz Ripstop Nylon kannst du durchaus an einem Brombeerzweig hängen bleiben ohne dass etwas passiert. Bei einem 1.1oz Ripstop Nylon ist da schnell ein Riss drin. Ich komme zudem nicht so gut mit der zunehmenden Dehnung klar (da bekomme ich schnell Rückenschmerzen), aber mir fehlt die Erfahrung bei der 90° Hängematte. Außerdem weiss ich nicht ob sie aus zwei vollen Lagen besteht, und beide Lagen das Gewicht tragen. Vielleicht kann Konradsky dazu mehr sagen.

  • So - das 90° von Hammocktent habe ich mir mittlerweile geholt und bereits ein paar Wochenenden darin verbracht.

    Ich bin sehr begeistert. Es liegt sich wirklich hervorragend. Es ist zwar nicht ganz gerade, aber gerade genug. Als Seitenschläfer habe ich kein Problem. Auf dem Baucht liegen hingegen ist eher suboptimal, was für mich aber keine Rolle spielt.

    Da das Teil so gemütlich ist, habe ich Teils das Radfahren sausen lassen und mir einfach ein paar schöne Tage in der Hängematte gegönnt. Man kann wirklich problemlos die Nacht darin schlafen, den nächsten Tag darin auch noch abhängen und die folgende Nacht weiterschlafen, ohne dass es ungemütlich wird. Jedenfalls genau das Richtige für mein 2tes Zuhause :) - sehr schön, damit auch an heißen Tagen im Schatten der Bäume am See abzuhängen.

    Auf- und Abbau geht gleichsam recht einfach. Es lohnt sich aber, die Videos und FAQs der Homeage zu studieren.

    Ich habe mir beim wild Campen längst abgewöhnt, mich groß zu verstecken. Ich lege mehr Wert darauf, einen schönen Schlafplatz zu haben, bevorzugt am Wasser (See, Fluss, Kanal, was auch immer). Die Reaktion von Leuten, die vorbei kamen, war sehr positiv - die fanden das einfach cool, interessant, geil, was auch immer, aber immer positiv. Also auch in dieser Hinsicht sehr vorteilhaft.

    Ergänzend: mit Schlafmatte (hier die Downmat UL 7 LW ergibt sich bzgl. des Schlafsackes eine schöne Situation. Ich verwende diesen am liebsten als Decke. Auch habe ich einen "Schlafsack", der eine Decke ist (Cumulus Comforter). Die Hängematte bildet ja quasi eine Mulde mit einem röhrenähnlichem Querschnitt. Der "Schlafsack" fällt an den Seiten dabei genau auf die Kanten der Schlafmatte. Das dichtet gut von der Seite, Schlafmatte und "Schlafsack" gehen quasi ineinander über. So steht die gesamte Daune für die Isolation von oben und den Seiten zur verfügung. Sehr effizient und komfortabel.

    Man kann auch gut in der Hängematte sitzen, ganz am Rand zum Ausgang hin. Ein hübsches Plätzchen, die Natur zu beobachten.

  • Hallo,

    danke für deinen Bericht.

    Ich habe ja am Wochenende meine dritte 90° Matte fertiggestellt und einige Dinge
    von der Hammocktent verwendet.
    Leider ist die Liegesituation in der Hammocktent nicht optimal.
    Da könnte man noch einiges verbessern. Das hatten wir ja schon beim
    Hängemattentreffen festgestellt.

    Momentan ist das Liegen in der meinigen einfach nur optimal, auch für Bauchschläfer.
    Ich liege insgesamt wesentlich gerader als in der Hammocktent.

    Gruss
    Konrad

  • Schick - dann mal immer schön weitermachen.

    Mal ne andere Frage:

    Mein Sohn ist jetzt mit 15 bereits über 1,90m groß, bei Schuhgröße 49. Ich denke mal, das dürfte dann ausgewachsen um die 2m ergeben. Mithin fehlt mir also noch eine Hängematte für diese Größe. Ebenfalls so ein 90°-Teil. Wie sieht's denn damit aus? Gibt's da was?

    • Offizieller Beitrag

    Mein Sohn ist jetzt mit 15 bereits über 1,90m groß, bei Schuhgröße 49. Ich denke mal, das dürfte dann ausgewachsen um die 2m ergeben. Mithin fehlt mir also noch eine Hängematte für diese Größe. Ebenfalls so ein 90°-Teil. Wie sieht's denn damit aus? Gibt's da was?

    Nicht kommerziell. Alle Querlieger sind recht kurz. Ob es da eine natürliche Grenze gibt? Da hilft wohl nur eins: selbst nähen...

  • Hallo,

    das Problem ist die Isomatte.
    Da sich diese noch ein wenig zusammendrückt, gibt diese das Maß vor.

    Wir haben ja in Mengerschied festgestellt, daß bei der Hammocktent bei
    ca. 1,70 Körperlange Schluß ist.
    Danach macht sie keinen Spass mehr, weil oben und unten der Stoff anliegt.

    Bei meiner Matte die ja anders konzipiert ist, ist bei max. 1,85m Schluß.
    Wenn man eine Isomatte von 2,10 findet, sollte es möglich sein, damit
    eine 2,00m 90° Matte zu bauen.
    Wenn man es jedoch hinbekommt, das Fußteil um 20cm zu verlängern,
    müßte das auch gehen.
    Oder hack deinem Sohn einfach die Füße ab. Spart Schuhe und er passt in die Matte.:stars:

    Gruss
    Konrad

    • Offizieller Beitrag

    OK, das macht Sinn. Aber die Isomatte ist ja in erster Linie für die Isolierung notwendig - ich habe zumindest auch ohne recht bequem in der 90° Hängematte gelegen. Könnte man die Hängematte nicht länger schneiden, und im Kopfbereich z.B. ein Kissen als Isolierung benutzen? Bei normalen Gathered Ends verwenden viele Nutzer einen Underquilt der nur von den Füßen bis zu den Schultern reicht, weil fast jeder irgendeine Form von Kissen verwendet, das ausreichend isoliert.

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