Ist in Hammockgear Topquilts wirklich hydrophobierte Daune?

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  • Hallo Bernd,

    hier mal ein Foto von meinem Topquilt.
    Abends wird der Topquilt so aufgeschüttel, daß die Dauen in der Mitte ist.
    Am nächsten morgen ist auf der Brust nichts, dafür aber an beiden Seiten ganz viel.

    [ATTACH=CONFIG]n14000[/ATTACH]

    Manche sagen, so etwas dürfte man mit einem Daunensack nicht machen. Nein, ich habe nicht wie verrückt geschüttelt.
    Übernächstes Wochenende wird beigefüllt.
    Ich hatte ihn eben mal mit 3 Tennisbällen im kalten Trockner. Ein klein wenig besser sieht er schon aus.


    Gruss
    Konrad

  • Dass es auch so ungleichmäßig ist hätt ich nicht gedacht. Sind die Kammern ungleich befüllt.

    Könnte man nicht her gehen und die Daunen gleichmäßig verteilen und dann mit der Nähmaschine der Länge nach mehrfach drüber fahren?
    Also aus den Schläuchen ein Kammersystem machen.

    Ist zwar doof, da eigentlich der Hersteller das bei der Produktentwicklung hätte erkennen müssen und Du für ein einwandfreies Produkt bezahlt hast.
    Da jetzt hinterher nochmal mit der Nähmaschine ran gehen, ist eigentlich nicht Sinn der Sache.
    Aber bevor Du den reklamierst oder unzufrieden bist und ihn weiter verkaufst...
    Obwohl. Moment.
    Der TQ ist doch so schlecht, sag mal willste den nicht verkaufen? :rolleye:

    • Offizieller Beitrag

    Nachdem ich wohl der "vermeintliche Experte" bin, gebe ich jetzt nochmal meinen Senf dazu.

    [USER="89"]echinotrix[/USER], lass dich nicht verrückt machen - mit Sicherheit gibt es hochwertigere Ausrüstung als HammockGear, aber nur für einen deutlich höheren Preis. Ich besitze 2 Schlafsäcke der Firma Western Mountaineering (2 andere habe ich wegen der Passform weiterverkauft) von der selbst "echte" Experten der Meinung sind, dass sie sehr hochwertige Ausrüstung herstellt, und erstens sind die Kammern ähnlich breit (wenn nicht sogar breiter) und noch länger als vom HammockGear Burrow, und zweitens brauche ich die Schlafsäcke nur leicht in Querrichtung aufschütteln um eine Verteilung der Daune zu erreichen wie auf dem Foto. Das sagt meiner Meinung nach überhaupt nichts über Qualität aus. Wer seinen Quilt schütteln will und erwartet, dass die Daune trotzdem dort bleibt wo sie vor dem Schütteln war, muss sich ein anderes Design kaufen (Karo-Kammern?).

    Der abgebildete Burrow stammt aus der von mir organisierten Black Friday Sammelbestellung. Alle Quilts kamen in ihre Packsäcke gestopft bei mir an. Ich habe sie sofort herausgenommen, und bis zum Weiterversand loften lassen. Beim Burrow ist mir aufgefallen, dass die Daune etwas zusammen geklebt ist, was ich bisher nur von frisch gewaschener Daunen-Ausrüstung kannte. Meine Vermutung ist, dass es an der Behandlung liegt, die die Daune wasserabweisend macht. Ich gehe davon aus, dass die Daune dabei nass wird, und beim trocknen etwas aneinander haftet. Das ist zwar nicht so schön, weil man noch etwas Zeit investieren muss, aber es sollte eigentlich kein Beinbruch sein. Man muss die Daunen von einander trennen, denn nur dann können sie ihr volles Potential entfalten. Außerdem sollte es dazu beitragen, dass die Füllung nicht mehr so leicht verrutscht. Natürlich kann man die Daune immer noch auf eine Seite schütteln. Verhindern könnte man das bei diesem Kammer-Design wohl nur mit krassem Overfill. Aber dann verliert man genau das was Daune so attraktiv macht: das super Wärme-Gewichts-Packverhältnis. Im Übrigen wurde es bei meinem WM Schlafsack sogar als Vorteil angeprisen, dass man die Daune nach Bedarf verschütteln kann: ist es sehr kalt, kann die Daune nach oben geschüttelt werden und macht den Schlafsack (zusammen mit einer guten Isomatte) wärmer...

    Um die Daunen zu trennen gibt es mehrere Möglichkeiten. Auf Hammockforums wird meist empfohlen den Quilt zusammen mit ein paar sauberen Tennisbällen in einen großen Trockner zu stecken, und möglichst kalt (oder auf der niedrigsten Stufe) so lange laufen zu lassen, bis die Daune fluffig ist. Achtung! Bei zu großer Hitze kann die Hülle beschädigt werden! Da mein Trockner sehr schnell sehr heiss wird, habe ich mich nicht getraut meine Schlafsäcke nach dem Waschen auf diese Weise wieder herzustellen. Ich habe die Cluster deshalb in Handarbeit zerzupft. Dazu schüttele ich den Schlafsack zuerst auf um zu sehen wo die Kammern voll sind. Dort greife ich dann von den gegenüberliegenden Seiten rein, packe die Daunenansammlung und versuche sie zu zerzupfen und auch gleich schön gleichmäßig in der Kammer zu verteilen. Im Idealfall müsste man jede einzelne Daune rauszupfen - aber ich mache es einfach so lange bis die Kammern gleichmäßig gefüllt und geloftet sind. Im Übrigen sah der Burrow nach dem Auspacken noch schlimmer aus - ich habe da schon ca. 30 Minuten dran gearbeitet. Aber da es nicht mein Quilt ist, und ich schon sehr viel Zeit in die Sammelbestellung investiert hatte, war ich der Meinung dass es eigentlich Sache des Besitzers ist.

    Auf Hammockforums liest man selten Beschwerden über HammockGear. Die paar negativen Kommentare die ich gesehen habe waren wegen eines strengen Geruchs (passiert halt ab und zu bei einigen Daunen-Chargen - ich hatte einen Wilderness Logics Quilt der lange gemüffelt hat) oder weil die Daune Cluster bildet / ungleichmäßig verteilt war. Wie gesagt: ich denke das ist eine ungewünschte Nebenwirkung der Daunenbeschichtung und kann behoben werden. Natürlich könnte man vom Hersteller verlangen, dass er das macht - aber bei dem Zeitaufwand würde sich das wohl deutlich in den Kosten niederschlagen. Ich spare das Geld lieber, und bearbeite meine Quilts selbst. Das kann man übrigens wunderbar beim fernsehen machen.

    • Offizieller Beitrag

    ... wenn ich wieder zu Hause bin (bin derzeit unterwegs) werde ich mal ein paar Schlafsäcke aufhängen und Fotos machen. Ohne großartiges Schütteln. Die Bilder werden im Gegenlicht exakt so aussehen wie von Konradsky und Helags13/Eiszeitjäger. Ausgehend von dem Kriterium müsste ich so ziemlich meine gesamte Daunen-Ausrüstung in die Tonne treten. Aber da ich meine Schlafsäcke vor dem Schlafen nie in eine Richtung schüttele, hatte ich auch noch nie Probleme mit nur halb gefüllten Kammern. Insofern behalte ich meine Ausrüstung.

  • Mal wieder zurück zum Thema: Daune kann man auf ihre Wasserresistenz unabhängig testen lassen, hier. Die haben auch ein Labor in der Schweiz. Wir könnten ja mal ein paar Proben hinschicken. Das Problem ist, dass man 200 g schicken muss, das ist also nicht ganz billig. Ich versuch mal, herauszufinden, was der Test an sich kostet. Vielleicht legen wir ja zusammen und lassen das Ganze mal wissenschaftlich fundiert untersuchen. Wenn's uns das wert ist.

  • Hallo,

    so, ich habe letzte Woche mal den Topquilt mit 4 Tennisbällen für 25min in einem kalten Trockner gehabt.

    Anschließend war der Loft schön gleichmäßig und die Daune ließ sich kaum noch verschieben
    und blieb an ihrem Platz.
    Auch am Samstag morgen hatte ich die Daune noch auf der Brust. Richtig toll so ein Loft.

    Sonntag Nacht gab es dann Sturm und ich hatte ordentlich Sprühregen auf den TQ bekommen.
    Klar, das die Daune zusammenfiel. Nach dem Trocknen, welches sehr schnell geschah,
    blieb sie auch so. Kein Schütteln konnte sie dazu bewegen wieder in ihre Ausgangssituation
    zu gehen. Der Loft war spürbar weniger.
    Ich müßte jetzt wieder stundenlang zupfen oder den TQ wieder in den Trockner packen.
    So ein Geschiß mache ich aber wegen eines Ausrüstungsgegenstandes nicht.
    Der TQ soll mir dienen, nicht ich ihm.

    Am Wochenende wird Dauen beigefüllt. So um die 100g werde es wohl werden.

    Gruss
    Konrad

  • Bei meinem Alpine Down Blanket von Therm-a-Rest hatte ich genau das Problem: dass nämlich die Daune vollständig zur Seite gerutscht ist und im Brustbereich, wo die Decke am breitesten ist, nur zwei Schichten Stoff übrig geblieben sind. In einem Geschäft wollte man mir dann weismachen, dass das normal (oder sogar gewollt) sei und man die Daune dorthin schieben könne, wo man sie brauche. Schlussendlich haben sie die Decke aber doch zurückgenommen und das Geld zurückerstattet.

    Ich habe nun seit 2014 den Burrow 20°F von HammockGear mit 1 Unze zusätzlicher Füllung und ebenfalls in lang und breit (wide). Auch hier - gerade weil es sich um die weite Version mit mehr Spielraum in der Breite handelt - kann es passieren, dass die Daune zur Seite rutscht. Es ist aber kein Vergleich zum oben erwähnten Alpine Down Blanket!

    Wollte man das Zur-Seite-Rutschen der Daune ganz vermeiden, so bräuchte es eine massive Überfüllung und die Decke wäre wohl gesamthaft 50g bis 100g schwerer. Ich denke, es ist immer ein Abwägen zwischen Gewichtsersparnis und einer grosszügigen Befüllung mit Daune.
    Grundsätzlich gilt: Wenn die Daune bei waagrecht am Boden liegenden Kammern diese ganz ausfüllt, ohne den Stoff zu spannen, so liegt eine normale Befüllung vor. Bei Schieflage der Kammern kann die Daune verrutschen. Wird mehr Daune eingefüllt, so dass der Stoff, wenn die Decke flach am Boden liegt, gespannt wird, so liegt "Overfill" vor. Da wird das Verrutschen der Daune schwieriger, ist aber über Nacht immer noch möglich. Gerade bei langen Kammern und viel Bewegung lässt sich das kaum vermeiden, was man durchaus als Nachteil von Daune bezeichnen könnte.

    Eine Alternative wäre die Längsanordnung der Kammern, wie das Enlightened Equipment bei seinen Topquilts macht. Da verrutscht über Nacht weniger Daune, weil die Kammern waagrecht auf dem Körper aufliegen respektive der tiefste Punkt der Decke über der Mitte des Körpers liegt und nicht neben dem Körper wie bei Querkammern. Dafür sind die Kammern viel länger, so dass es deshalb eher mehr Daune braucht, um ganz grundsätzlich das Verrutschen der Daune zu verhindern.

    Tipp: Ich fasse meinen HG Burrow jeden Abend nach dem Auspacken an gegenüberliegenden Punkten der Aussenkante und schüttle ihn so vorsichtig auf. Dabei rutschen die Daunen tendenziell in die Mitte der Kammern. So habe ich in der Regel auch am Morgen noch ausreichend Daune in der Mitte. Es lässt sich aber wohl nicht vermeiden, dass die Daune dazu tendiert, nach aussen zu rutschen. Ich bewege mich nachts relativ viel und da verrutscht eher mehr Material, als wenn man ruhiger schläft.

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