DIY Tarp: Konstruktionstips

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    • Offizieller Beitrag

    Sieht wirklich sehr gut aus! Nächster Schritt: Silpoly von Ripstopbytheroll bestellen und nach dem Gesellenstück das Meisterstück nähen. Meine Erfahrung mit neuen Projekten ist, dass es immer mindestens 2 Anläufe braucht bis die meisten Fehler ausgemerzt sind.

    • Offizieller Beitrag

    Ich kann mir vorstellen, dass mich das Silpoly in den Wahnsinn treiben würde. Einen Stoff mit ganz wenig Dehnung nähen ist bestimmt die Hölle.


    Warum??? Es ist doch viel einfacher einen Stoff ohne Dehnung zu vernähen als einen mit viel Dehnung. Ich nähe meine Hängematten-Packsäcke aus Xenon Sil und hatte keinerlei Probleme...

  • Hmm, ich glaube, ich habe da ein Vorurteil. Ich hab mal ein Windshirt aus Microfaser-Polyester genäht, und ich hab wegen der geringen Dehnung des Stoffes die Teile oft nicht zur Deckung gebracht. Der Transport der Nähmaschine hat die untere Lage schneller transportiert als die obere, wie üblich. Und ich hab wahrscheinlich auch nicht sauber zugeschnitten und auch nur wenige Stecknadeln benutzt. Normalerweise gleiche ich dann durch leichtes Ziehen am Stoff aus, das geht halt bei Polyester dann nicht so gut wie bei Stoffen mit mehr Stretch. Lag wohl auch an den vielen Rundungen (z.B. beim Kragen). Ich weiß schon, am Stoff ziehen sollte man eh nicht. Vielleicht ist ein bisschen Nähen mit Stoffen ohne Dehnung eine ganz gute Übung für mich. Zwingt mich dazu, sauber zuzuschneiden und vorher zu Stecken. ;)

  • Ich glaube, ich würde mit dem Polyester schon zurecht kommen. Ich darf halt wie schon gesagt einfach nicht so faul sein und muss einfach mal mehr stecken. Dann klappt das schon.
    Einen Obertransportfuß gibt's für meine Singer 8280 leider nicht, zumindest hab ich da bisher nichts gefunden.

  • [USER="89"]echinotrix[/USER]
    Whow, da hast Du Dir aber mal ein richtig schönes Tarp zusammengenäht ... und vor allen Dingen sehr sauber verarbeitet.
    Klasse!

  • Sieht echt super aus, [USER="89"]echinotrix[/USER]! Werde mich wohl bald auch an ein Tarp wagen.

    Habe zwei Bahnen à 4 Yard Silnylon von Dutch auf dem Weg zu mir. Damit könnte ich für meine selbst genähten 335cm (11') langen Hängematten eine bis fast 365cm (12') lange Ridgeline erreichen. Die meisten scheinen sich aber für 11'-Hängematten mit 335cm (11') zu begnügen.

    Vielleicht orientiere ich mich mal an 340cm bis 350cm, um einen ausreichenden Regenschutz zu haben. Auch werde ich die Seitenlinie nicht so stark einschneiden, sondern in der Nähe eines rechteckigen Tarps bleiben, um gerade im Zentrum etwas mehr Regenschutz zu haben. Das Mehrgewicht, das sich daraus ergibt, nehme ich in Kauf. Auf jeden Fall werde ich nicht die Form des ENO ProFly Sil Rain Tarp übernehmen, wo die äusserste Firstlinie kaum Schutz bietet, da sie derart stark eingeschnitten ist, dass der Vorteil der langen Ridgeline flöten geht. Ich werde wohl etwa in der Mitte zwischen einem Hex-Tarp und einem rechteckigen Tarp landen: quasi bei einem rechteckigen Tarp mit Catenary Cut.

    Wie stark ist der 'Sag' beim Zuschnitt der Ridgeline? Ich will mich doch grob am ENO ProFly Sil Rain Tarp orientieren, das ich bereits habe. Dort stört mich aber (neben dem bereits oben genannten Punkt), dass die Ridgeline gerade geschnitten ist und sich deshalb nicht sauber abspannen lässt. Zuviel 'Sag' im Zuschnitt wäre aber auch kontraproduktiv, weil dann ein sauberer Porch-Mode erschwert wird. Ich würde schätzen, dass 2cm bis 5cm auf die 335cm bis max. 350cm Länge der Ridgeline bereits reichen könnten, wenn die Ridgeline gut gespannt wird.

    Sieht echt sauber aus, dein Tarp! Gratulation zur guten Arbeit! :)

  • [USER="89"]echinotrix[/USER] Spannend finde ich übrigens auch, dass du die (beiden) Gear Hammocks über der Hängematte an der Ridgeline aufspannst! So muss man die Hängematte bei Nutzung eines Underquilts nicht höher aufhängen, um Platz für den Quilt zu schaffen. Funktioniert das auch gut, wenn du das ganze Gepäck in den Gear Hammocks hast? Oder wird der Liegekomfort durch die stärker durchhängende und damit kürzere Ridgeline nicht verändert?

    Ich frage, weil ich den gleichen Gedanken (mit einer Gear Hammock) auch schon hatte, es bisher aber noch nicht ausprobiert habe. In meinem Fall hätte ich die Gear Hammock mit den Minikarabinern an die Aufhängung der Hängematte gehängt, aber so stark gespannt, dass sie über der Hängematte statt unter ihr zu hängen käme. Ich habe es noch nicht ausprobiert, weil mir schien, dass der flache Aufhängewinkel der Gear Hammock ziemlich viel Zug nach innen auf die Endpunkte der Hängematte bringen würde. Ich muss diesen Test unbedingt nachholen!

  • Hallo [USER="153"]Waldläufer70[/USER],

    danke erstmal für das Lob. Das Tarp macht sich soweit ganz gut, ist wöchentlich im Einsatz und hat auch schon starkem Regen und Wind standgehalten.

    Die Ridgeline hat bei meiner Version keine Kettenlinie, sie ist vollkommen gerade geschnitten (wie bei deinem ENO). Das Durchhängen wird durch das nicht so starke Spannen beim Aufhängen erzeugt.

    Die Gear Hammocks an der Ridgeline waren eine Spielerei und nur als Ersatz für einen Ridgeline-Organizer gedacht. Ich hab da nie meine ganze Ausrüstung reingepackt, dafür hab ich mein zuziehbares Groundsheet. Keine Probleme damit, auch nicht bei Starkregen und Wind. Alles ist gut geschützt und erreichbar, und das Groundsheet erfüült noch eine Reihe weiterer Funktionen.

    Viel Spaß beim Basteln!

    Roland

  • Das Band ist 2,5 cm breit (siehe

    ). Vernäht ist das Ganze als eingefasste französische Naht: rechts auf rechts zusammennähen, umschlagen und links auf links nochmal vernähen, diesmal mit dem Band darübergeklappt. Solltest Du nicht wissen, was ich meine, kann ich gerne eine kleine Skizze dazu machen.

  • Inzwischen habe ich von Dutch das Grosgrain Ribbon aus Nylon in 2,54cm Breite und auch in 1,27cm Breite bekommen. Er schreibt zu beiden, dass sich dieses Band für die Abspannung des Tarps eigne. Ich möchte die Seitenabspannungen aus dem 1,27cm breiten Band anfertigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Band? Mir kommt es schon recht fragil vor, aber wenn Dutch sagt, dass das hält, dann müsste es eigentlich schon halten. ;)

    Natürlich könnte ich auch die Ecken und überhaupt alle Abspannpunkte mit diesem schmaleren Band verstärken. Eine leichte und unsichtbare Lösung, wenn ich das Band ganz einfach in den Einschlag-Umschlag integriere.

    Heute habe ich festgestellt, dass sich mit diesem schmalen Band auf die gleiche Art auch sehr leicht eine doppelte Kappnaht anfertigen lässt. Das Band stützt die Naht beim Nähen und bildet anschliessend den unsichtbaren Kern der Naht, macht die doppelte Kappnaht noch etwas stabiler.

    Für den First möchte ich gerne Schlaufen aus dem 2,54cm breiten Band nähen, da dort mit höheren Belastungen zu rechnen ist. Das sollte reichen, oder? Oder sollte ich die wohl doppelt nehmen wie du, [USER="89"]echinotrix[/USER]? Oder besser Schlaufen aus leichtem Gurtband?

  • Nachdem mein erstes Tarp eher in die Hose gegangen ist (es hängt durch wie ein Ballon) und beim Abdichten der Nähte zudem noch von einer Katze durchlöchert worden ist, habe ich heute "rasch" ein neues gemacht: ein Hex-Tarp, gute 12' lange Ridgeline, da ich ja zurzeit eher mit längeren Hängematten experimentiere (340cm aufwärts).

    Dieses Mal habe ich das Xenon Sil 1.1 von Dutch verwendet (olivegrün). Die Seiten habe ich nur leicht eingeschnitten (ca. 4cm Catcut), da Polyester weniger nachgibt als Nylon und sich auch bei Feuchtigkeit weniger dehnt als jenes. Morgen wird es aufgespannt - ich bin gespannt.

    Den Einschlag-Umschlag habe ich ein halbes Inch breit gemacht. Zuerst habe ich den Stoff zweimal umgebügelt und dann beides gleich mit einer Naht festgenäht. Das ging erstaunlich gut.

    Nach wie vor verzweifle ich aber beim Zusammennähen der beiden Teile am First. Diese rutschigen Stoffe liegen mir einfach nicht. Ein Packsack, das mag recht gut gehen, aber so eine lange Naht, die macht bei mir, was sie will: Da wird gerutscht, der Stoff scheint einer sauberen Naht mutwillig ausweichen zu wollen und wenn man nicht aufpasst, nimmt es einem ein Stück Stoff in die Naht, der dort nicht hin soll. Ich habe es aber schliesslich doch noch geschafft. Das Grosgrain Ribbon (2.5cm breit) habe ich mit dem Bügeleisen der Länge nach gefaltet und dann über den "Kamm" der Ridgeline genäht. Davor habe ich aber den "Kamm" schon einmal vorgenäht, damit der Stoff etwas mehr Halt hat und weniger rutschen kann. Das hat sich gelohnt!

    Wie macht ihr das bloss mit diesen rutschigen silikonisierten Stoffen? Hängematten-Stoffe nähe ich wirklich gerne, aber diese silikonisierten Sachen... :stars:

    Die Bänder zur Verstärkung der Ecken habe ich übrigens auf der Unterseite des Tarps festgenäht.

    Nun hoffe ich einfach, dass sich mein zweites Tarp schön abspannen lässt (keine Ballon-Bildung). Ich versuche es dieses Mal ohne Abdichten der Nähte; nicht dass Nachbars Katze wieder auf dumme Gedanken kommt...

  • Warum??? Es ist doch viel einfacher einen Stoff ohne Dehnung zu vernähen als einen mit viel Dehnung. Ich nähe meine Hängematten-Packsäcke aus Xenon Sil und hatte keinerlei Probleme...

    Aus meiner Sicht stimmt das nur bedingt. Die Dehnung ist ja nur dann geringer, wenn der Stoff in Richtung von Kette oder Schuss belastet wird. Belastet man ihn diagonal, so verzieht er sich weitgehend unabhängig von der Elastizität des Materials. (Das Ripstop-Muster bildet dann Rauten statt Quadrate.)*

    Gestern beim Nähen des Einschlag-Umschlag ist mir aufgefallen, dass sich der Saum unten sehr leicht umbügeln und festnähen liess. Die vom First nach unten zur Mitte hin zusammenlaufenden Seiten hingegen wehrten sich viel mehr gegen das saubere Umbügeln und Festnähen: Dort kam die fehlende diagonale Festigkeit des Stoffes zum Tragen.

    Packsäcke bestehen meist aus einem rechteckigen Stück Stoff. Da stellen sich diese Probleme nicht. Es geht aber auch dort mit einem antihaftbeschichteten Nähfuss besser als mit einem gewöhnlichen.

    Ein weiteres Problem sind die Masse des Stoffes. Bei einem Tarp hat man mit grossen Flächen zu kämpfen. Der Stoff rutscht aufgrund seines Eigengewichts ständig weg, wenn nur schon ein kleines Stück Stoff über die Tischkante hängt. Diese ungewollten Spannungen muss man beim Nähen ständig auch noch irgendwie bewältigen. Ich zumindest kämpfe ständig mit diesen grossen widerspenstigen Stoffbahnen.

    Auch dieses Problem fällt bei kleinen Projekten wie Packsäcken weg.

    * Ich habe mich schon ein paarmal gefragt, ob die Struktur des Stoffes (Kette und Schuss) für eine Hängematte ein Vor- oder ein Nachteil darstellt. Man müsste zum Vergleich mal eine Hängematte aus einem Laminat herstellen.

  • So, ich bedanke mich auch bei allen, die [USER="89"]echinotrix[/USER] mit zahlreichen Tipps unterstützt haben!

    Nach meinem ersten Versuch (Ballon und Löcher von Katze) ist mein zweites Tarp echt schön geworden. Wenn man sehr streng ist, könnte man sagen: Auch dieses Tarp hängt leicht durch. Im Vergleich zu meinem ersten Versuch lässt sich dieses aber wirklich schön abspannen. Abdichten werde ich es vorerst nicht: Ich habe den Eindruck, dass die Methode mit der "umgedrehten" französischen Naht und dem Band auch ohne zusätzliche Abdichtung dicht halten wird. Ich werde es sehen.

    Beim Tarp von Warbonnet (siehe Fotos weiter oben) wurde von einigen gefragt, ob das Verstärkungsband bei den Pull-Outs lose sei. Ich habe das Band bei meinem Tarp schräg zugeschnitten und die Schnittstellen mit dem Feuerzeug verschweisst. Leider habe ich heute gesehen, dass das Band an den Schnittstellen trotzdem bereits auszufransen beginnt. Ich werde versuchen, es noch etwas besser zu verschweissen. Sollte das nicht gelingen, so würde ich eher davon abraten, die Verstärkungen schräg abzuschneiden. Viel Gewicht spart man damit nicht und wenn es ausfranst, sieht es auch nicht wirklich schöner aus, als wenn es teilweise lose ist.

    Aktuell wiegt das Tarp (mit 4 Leinen aus Zing-It, 4 Heringen aus Titan sowie 2 Spannschnüren für den First aus Dynaglide à 3,6m) im Packsack 523g. Die Ridgeline ist 12' (366cm) lang.

    Hier ein paar Bilder:


       

    Das Tarp mit seiner eingefassten Ridgeline


       

    Abspannung am First und an den Pull-Outs

    Form des Tarps lose hängend

  • Schön geworden!

    Geht das mit den Line-Locks und dem UHMWPE-Seil am First gut? Rutscht das nicht?

    Das Dynaglide rutscht kein bisschen => EDIT: Achtung, bei Sturm kann es doch rutschen (siehe weiter unten). Es ist doch ein ganzes Stück dicker als das Zing-It, das ich für die Tie-Outs verwendet habe (und auch das hält sehr gut in den LineLocks => EDIT: Nein, das Zing-It / Lash-It 1,75mm hält nicht [siehe weiter unten]). Zudem ist ja auch nur die halbe Last drauf. Und wenn man das Seil bei der Rückkehr vom Baum zum Tarp zuerst nochmals durch das Dreieck und dann durch eine Schlaufe im Seil führt (à la Trucker Hitch), bevor man sie durch den LineLock fädelt, kann man die Belastung bei Bedarf weiter reduzieren und über diesen Flaschenzug bei Bedarf massiv Spannung aufbauen.

    Das ganze ist allerdings etwas umständlich einzufädeln, lässt sich dann aber aus meiner Sicht leichter einstellen, als ein zweiter Knoten am Dreieck. Vielleicht besorge ich mir ja eines Tages noch diese Stingerz. Dann kann ich die LineLocks auch wieder entfernen; sie sind ja separat angenäht. Ich habe einfach verwendet, was ich zur Hand hatte, und wollte das mal ausprobieren. Auch die Tarpworms habe ich für die Tie-Outs im Hinterkopf. Mal schauen...

    Die Verstärkungsbänder würde ich wohl nicht mehr schräg zuschneiden. Sie jetzt nochmals mit dem Feuerzeug frisch zu verschweissen, ist mir angesichts des empfindlichen Tarpstoffs zu heikel. Ich will mir ja nicht das schöne neue Tarp abfackeln.

  • Schön geworden!

    Geht das mit den Line-Locks und dem UHMWPE-Seil am First gut? Rutscht das nicht?

    Gestern Nachmittag habe ich mein Tarp in den Voralpen bei ordentlich böigem Wind kurz aufgebaut.

    Fazit: Das dynaGLIDE rutscht in den LineLocks nicht (EDIT: Bei Sturm kann selbst das rutschen, siehe unten), aber das dünne Zing-It rutscht schnell einmal durch. Mit einem auf Slip gelegten Sicherungsknoten scheint es aber ausreichend zu halten.

    Wenn man keine Sicherungsknoten machen möchte, müsste man für die Tie-Outs auf eine dickere / weniger rutschige Leine ausweichen oder statt der LineLocks auf ein anderes System (z.B. Tarp Worms) ausweichen.

    PS: In der Nacht war es dann auf knapp 1'000müM völlig windstill und erstaunlich warm.

  • Schön geworden!

    Geht das mit den Line-Locks und dem UHMWPE-Seil am First gut? Rutscht das nicht?

    Bis vor kurzem bin ich davon ausgegangen, dass das dynaGlide, das ich für die Befestigung des Tarps am First nutze, kein bisschen rutscht (siehe meinen Bericht weiter oben). Kürzlich war ich allerdings mit einem Freund im Oberbaselbiet (zwischen Eptingen und Oberdorf) und habe im Wald übernachtet. Nachts zog ein ziemlich heftiger Sturm auf, der das Tarp ordentlich durchgeschüttelt hat. Tatsächlich ist dann das dynaGlide durch die LineLocs gerutscht. Es hing am Morgen dicht über der Hängematte, der First hatte nachgegeben.

    Ich muss mir da etwas anderes ausdenken! – Vielleicht versuche ich es mal mit einem reflektierenden Seil.

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