OnionPod, Stoffwahl

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  • Hi liebe Hänger,

    wenn ich im Herbst/Winter wandern gehe habe ich eigentlich immer einen Regenponcho und einen Poncholiner dabei. Während ich mich also gestern so mit meinem gefühlt 10 Tonnen schweren Rucksack den Berg hochkämpfe, habe ich mir ein paar Gedanken gemacht wie ich das ganze ein wenig optimieren könnte. (Böse Zungen würden sicher Behaupten einen wild fluchenden Waldgeist gehört zu haben) Wie kann ich also am einfachsten meinen Poncholiner und den Poncho nutzen um einen Peapod für die Hängematte daraus zu basteln. Jetzt denken sicher viele, Poncholiner einfach zusammen knüpfen und das ganze über die Hängematte ziehen den Poncho mit ein bisschen Paracord im ZickZack durch die Abspannpunkte und als Bivy ebenso drüber ziehen.

    An der Stelle sei gesagt das Problem mit der Theorie und der Praxis hatte ich gründlich unterschätzt. Bevor ich oben ankam war ich schon Feuer und Flamme und wollte es gleich ausprobieren. Also runter vom Weg ein paar Meter in den Wald rein und los gings. Schon beim ersten liegen wurde mir klar das wird knapp....sehr knapp^^.... zu knapp. Es wärmte mich zwar etwas von unten aber von einem Peapod konnte keine Rede sein. An den zusammengebundenen Seite waren durch die Spannung die Löcher zwischen den Knoten riesig, sowohl beim Poncho als auch beim Poncholiner. Sodass alle Wärme gen Himmel stieg und mich recht schnell wieder zum aufbrechen ermunterte.

    Also wieder zurück auf den Weg und weiter überlegt was könnte ich tun. Da kam mir der Gedanke eine Art Mittelteil zum verknüpfen mehrerer Schichten zu bauen. Zuerst dachte ich mir eigentlich eine coole Idee. Ein Zwiebelsystem soll ja eh mit das Effektivste sein, wenn man mal das Gewicht außen vor lässt. Aber durch das einsparen eines UQ und Quilts bzw. Decken etc. sollte das Gewicht trotzdem noch geringer sein als zuvor. Das Mittelteil würde die fehlende Stoffbreite auffüllen die ich benötige und außerdem ermöglicht es mir mit einem Großen Reißverschluss alle Schichten auf einmal zu öffnen. Jetzt gefiel mir die Idee noch besser als zuvor denn mal ehrlich wenn man Nachts raus muss will man nicht erst X Schichten öffnen. Da erinnerte ich mich an ein DIY Projekt auf der "Just Jeff's Hiking Page, eine Art Kapuze für den Peapod(http://www.tothewoods.net/HomemadeGearPeaPodHood.html). Cool das könnte man gleich mit an das Mittelteil anbringen. Wenn man oben was dranhängen kann dann sicher auch unten. Es wurde immer fantastischer(zumindest in meinem Kopf^^), ich sollte wirklich öfter Spazieren gehen wenn ich beim lernen oder auf der Arbeit nicht weiterkomme. Also kann man ja auch eine Hängemattensocke mit dran bauen. Am besten abnehmbar, dann kann die Socke gleich als Packsack dienen. Als ich oben ankam war mir klar ich muss gleich wieder zurück nach Hause die erste Konstruktion Planen. Und nein es lag nicht an dem Schneesturm der auf dem Berg allein das Atmen zur Qual gemacht hat.

    Leider wurde mir schnell klar das die Idee Top ist, die Umsetzung allerdings so einige Tücken mit sich bringt. Das Mittelteil müsste Isoliert sein sonst wäre die ganze Sache sinnlos. Ich möchte das ganze wie folgt realisieren: Ein 1,50m x 0,7m Quadrat das in der Mitte einen Großen Reißverschluss hat und dann rechts und links davon mehrere Reißverschlüssleisten eingenäht sind. Die erste im Abstand von jeweils 15cm zum Großen Reißverschluss dann jeweils alle 5cm eine weitere Leiste. Zuerst war der Plan eine Art Minidecke zu nähen aber egal ob ich nun die Reißverschlüsse an der Unter- oder Oberseite anbringe das Gewicht der Lagen würde die Isolation komplett zusammendrücken. Um das zu umgehen war der neue Plan, eine Art Träger Lage zu nähen den mittleren Reißverschluss leicht nach rechts zu verlagern einen weiteren Reißverschluss neben den großen Reißverschluss zu setzen um daran die Minidecke zu befestigen die die anderen Reißverschlüsse Abdeckt und damit den Wärmeverlust über die Reißverschlüsse und die Träger Lage verhindert. Anbei eine kleine Skizze^^

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    Soviel zur Vorgeschichte^^ falls euch das zu Anstrengend ist braucht ihr erst ab hier lesen^^

    Als kurze Zusammenfassung: Ich plane einen Peapod der mehrere Schichten haben soll die abnehmbar sind. Die Skizze sollte alle restlichen Fragen klären.

    Jetzt ist mein Frage folgende: Aus welchem Material sollte die Trägerlage, die die restlichen Lagen halten soll, sein. Cordura war meine erste Idee, aber Cordura ist recht schwer. Wenn ich nur Ripstop/Nylon verwende habe ich die Vermutung das es schnell zu Materialermüdung an den Nähten kommt. Meine jetzige Idee wäre Kanteneinfassband zu nehmen und das als Verstärkung in Karoform aufzunähen. Also für jeden Reißverschluss ein Band über die vollen 150 und dann alle 40 - 50cm eine Querstrebe die den Zug abfangen sollen. Was hättet ihr für Ideen oder Vorschläge.

    Gruß,

    n01

    • Offizieller Beitrag

    Dumme Frage: warum nähst du dir nicht einfach einen simplen Socken? Ich würde keinesfalls eine regendichte Schicht verwenden - nirgendwo! - weil das nur Probleme mit unvermeidlichem Kondenswasser gibt. Selbst bei einem unbeschichteten Stoff kommt es immer wieder mal zu Tropfenbildung. Den Poncholiner kannst du als Underquilt verwenden und so doppelt nutzen - wobei ich selbst damit überhaupt keine Erfahrung habe, weil das für mich viel zu kalt wäre.

  • Hallo,

    ganz ehrlich?
    Du brauchst Isolationsschicht, also Loft.
    Wie willst du denn die ganzen Decken schleppen?
    Kauf dir für 20€ einen Schlafsack und fange damit an.
    Da hast du ja schon mal 2cm Loft.
    Zwei Schlafsäcke haben 4cm. Damit kann man bei +5° schon mal übernachten.

    Gruss
    Konrad

  • Mir ist klar das ich beim Schlafsack den Loft unten platt liege, deshalb die Isomatte. Selbst halb aufgepustet hat die noch 4.5 cm. Hab meinen liner nachgemessen ist genau 1cm.

    • Offizieller Beitrag

    n01, ich finde es prima, daß Du "um die Ecke" denkst. Nur so werden neue Entwicklungen geboren. Die Verrückten, die etwas machen wollen das die Fachleute als Unsinn abtun, werden erst belächelt und später irgendwann bewundert. Also laß Dich nicht von uns davon abbringen, die Idee weiter zu verfolgen. Auch wenn ich selbst sehr skeptisch bin wünsche ich Dir viel Erfolg.

    Reißverschlüsse sind recht schwer. Mehrere Reißverschlüsse nebeneinander umso mehr. Vielleicht wäre Klettband eine Alternative? Die mit Pilzkopf statt Widerhaken sind möglicherweise nicht so aggressiv (fadenziehend, stoffzerstörerisch).

  • Interessanterweise sind Reißverschlüsse nur etwa ein drittel schwerer(natürlich schwankt es stark je nach Ausführung). Ich hätte mit sehr viel mehr gerechnet.

    Nur für die die es interessiert ein kleines Beispiel(Alle infos sind von ExTex): Klettband egal ob Häkchenseite oder Flauschseite werden mit 300g/qm angegeben also 600g/qm weil man ja beide seiten benötigt. Für das Beipiel nehmen wir mal 25mm Breite, das sollte das Gewicht locker halten ist aber nicht übertrieben Breit. Flächenberechnung a*b=2,5cm*150cm=375qcm=0,0375qm 0,0375qm*600g/qm= 22,5g ein 5C(Spirale) von YKK mit 150cm länge gibt es schon ab 33g.

    Trotzdem läppert sich das ganze natürlich, andererseits wenn ich sagen wir mal 3 Lagen also 6 Verbindungen statt mit Reißverschlüssen mit Klettband mache ist die Ersparnis "nur" 66g. Wenn alles fertig ist werde ich mal meinen Rucksack mit allem wiegen was ich normalerweise einpacke und es vergleichen mit dem was ich so zu tragen habe wenn ich den OnionPod benutze.

  • n01, ich finde es prima, daß Du "um die Ecke" denkst. Nur so werden neue Entwicklungen geboren. Die Verrückten, die etwas machen wollen das die Fachleute als Unsinn abtun, werden erst belächelt und später irgendwann bewundert. Also laß Dich nicht von uns davon abbringen, die Idee weiter zu verfolgen. Auch wenn ich selbst sehr skeptisch bin wünsche ich Dir viel Erfolg.

    Ich kann zwar bei Deiner Idee momentan nicht weiterhelfen, aber ich möchte Dir wie [USER="14"]Mittagsfrost[/USER] auch nochmal Mut machen, weiter zu basteln. Auch wenn Du am Ende vielleicht nicht den OnionPod realisieren wirst, die Wahrscheinlichkeit, dass *irgendwas* Nützliches dabei heraus kommt ist hoch. Auf jeden Fall bist Du hinterher um ein paar Erfahrungen reicher. Versuch macht kluch, Umwege fördern die Ortskenntnis, alles fertig kaufen ist langweilig.

    Tinker on!

  • Danke für deinen Zuspruch, man glaubt nicht wie gut es manchmal tut etwas mentale Unterstützung zu bekommen. Ich kann nur allen die ihre ersten DIY Projekte starten raten sich nicht unterkriegen zu lassen:cool:.
    Ich war die letzten Tage fleißig und hab sogut es meine Zeit erlaubt meine Nähmaschine ins schwitzen gebracht. [USER="89"]echinotrix[/USER] wie du schon gemeint hast habe ich sehr viel dabei gelernt. Vor allem wie man richtig mit der Nähmaschine umgeht. Schon jetzt bin ich der Meinung das sich das ganze gelohnt hat. Eigentlich wollte ich ja mit der Brückenhängematte anfangen. Ich bin ziemlich froh das ich, während die Materialien aus Amerika kamen, mich schon mal an einem andren Projekt versucht habe.
    Ich hab Mittlerweile auch ein paar Test mit dem Onionpod gemacht zwar erstmal nur Indoor mit dem Poncholiner, da es für mich etwas weiter zum Wald ist. Aber ich glaube das dieses Projekt ein Erfolg wird. Es ist noch viel zu tun und es ist sicherlich nicht perfekt genäht oder wird einen UL Rekord aufstellen. Aber ich kann sagen das zumindest momentan das Querliegen in einer GatherdEnd möglich und sehr angenehm ist. Allerdings muss ich auch hinzufügen das ich den OnionPod eher für eine Brückenhängematte entwickle. Wiederum ist es durch die Modularisierung des Onionpods möglich Teile speziell für eine Gatheres End anzupassen. Aber davon mehr wenn ich in einem fortgeschritteneren Stadium bin.
    Vielleicht Lade ich die Tage mal ein paar Bilder von der Trägerlage und der Minidecke hoch. Vielleicht regt es andere dazu an neue/andere Projekte zu starten oder mir Tips/Vorschläge zur Verbesserung zu geben. Wie ihr an dem Thread vielleicht seht diskutiere ich gern weil ich der Meinung bin, dass selbst wenn etwas auf den ersten Blick sinnlos aussieht doch eine Idee dahinter stecken könnte die man auf den ersten Blick nicht sieht. Trotzdem sind auch Irrwege und Sackgassen die in einem Thread aufgezeigt werden für andere Projekte hilfreich.

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