Beiträge von Waldläufer70

    Ich glaube eher das Schlafen in "Baumnestern" ist tief im Verhalten unserer Art verankert

    Gemäss «Das Rätsel der Menschwerdung. Die Entstehung des Menschen im Wechselspiel der Natur» von Josef H. Reichholf hat sich der Mensch bereits in seiner frühen Geschichte als Australopithecus von den Bäumen verabschiedet und ist aufs offene Land gezogen. Dazu passt, dass der genetisch am weitesten vom Menschen entfernte Menschenaffe, der Orang-Utan, am stärksten dem Leben auf Bäumen angepasst ist. Der Gorilla macht öfters Ausflüge auf den Boden und steht dem heutigen Menschen genetisch schon ein Stück näher. Schimpanse und Bonobo verbringen einen grossen Teil ihrer Zeit am Boden und stehen uns genetisch von allen Menschenaffen am nächsten.

    Es kann natürlich sein, dass in unseren Genen noch eine Erinnerung an die Zeit der gemeinsamen Vorfahren steckt. Ob das aber als Erklärung für das als angenehm empfundene Schaukeln in einer Hängematte bereits ausreicht, möchte ich bezweifeln. Viele Säugetiere – weit über Mensch und Menschenaffe hinaus – scheinen ja Schaukelbewegungen zu schätzen und nehmen das Angebot einer Hängematte gerne an, um darin zu dösen und sich zu entspannen.

    Bei mir funktioniert das tagsüber ebenfalls perfekt: Rein in die Hängematte (die ich auf jeder kürzeren Wanderung mit dabei habe) und gemütlich den Gedanken nachhängen, in die Blätter gucken (das frische Grün der Rotbuchen aktuell ist für mich pures Glück) und ein wenig dösen.

    Nachts habe ich bisher nicht so häufig in der Hängematte geschlafen. Meist war es nur für eine Nacht im Wald, wenn ich mal wieder das dringende Bedürfnis verspürte, Wald und frische Luft um mich zu haben. Gestern bin ich von meiner ersten kurzen Wander-Tour mit Hängematte zurückgekommen. Noch funktioniert bei mir das Übernachten in der Hängematte nur leidlich; die Tour war aber dennoch sehr schön.

    Ich denke, es ist ein Unterschied, in der Hängematte tagsüber zu entspannen oder nachts darin zu schlafen. Nachts spüre ich nach wie vor gerne Bodenkontakt. Schön wäre, wenn ich mit der Zeit – je nach Tour – völlig unbefangen zwischen Hängematte, Zelt oder Isomatte / Tarp auswählen könnte und immer etwa gleich gut schlafen könnte.

    Nun auch von mir noch ein kleiner Rückblick auf unser Treffen vom Montag/Dienstag:

    Irgendwie habe ich schon im Vorfeld gespürt, dass das ein sehr schönes Treffen werden würde. Und so war es dann auch: Von der ersten Begegnung im Biergarten bis zum Abschluss bei der Bäckerei war es eine angenehme Mischung aus Gesprächen, schönen Stimmungen, dem leisen Knistern der diversen grösseren und kleineren Holzkocher und dem Blubbern der diversen Gerichte. Der helle Mond hat zwar nicht gewärmt, aber durchaus zur schönen Stimmung beigetragen. Meine Taschenlampe blieb die ganze Nacht im Rucksack verstaut, es war nicht nötig, sie auszupacken. Besonders interessant und stimmig war es auch, diverse Hängematten ausprobieren und darüber fachsimpeln zu können.

    Ich hatte die Gelegenheit, Cross Hammock s «Cross Hammock Insulation» wie auch eine Cross Hammock mit eingeschobener Isomatte auszuprobieren und mir einen ersten Eindruck dieser sorgfältig gearbeiteten und gut durchdachten Hängematten zu machen. Weiter konnte ich in Omorotschka s netzloser Hängematte von DutchWare aus dem leichten Hexon 1.0 probeliegen. Und nicht zuletzt hatte ich die Ehre, Furbrain s selbst genähte Hängematte aus dem Hymmock-Nylon von Extremtextil, die sich wirklich sehr bequem liegt, auszuprobieren.

    Sehr gefreut habe ich mich, mal von anderen Hängern ein Feedback zu meiner selbst genähten Brücken-Hängematte bekommen zu haben.

    Hier noch ein paar Bilder von meiner Seite, die allerdings nicht viel Neues zeigen:

    UV und sonstige Wettereinflüsse sind kein Problem?

    Da müsste ich mich auch zuerst schlau machen. Es kann sein, dass das Dyneema in solchen Fällen zum Schutz vor UV-Strahlung ummantelt ist(?).

    Hier lese ich diesbezüglich folgendes:

    «Das besondere Geheimnis von Dyneema liegt genau in diesen extrem langen Molekülketten, welche die Last besser an das Polymergerüst übertragen können. Tauwerk aus Dyneema kann somit bis zu 5-mal die Zugfestigkeit von zum Beispiel Polyestertauwerk erreichen und ist bei gleicher Dicke genauso zugfest wie Stahl. Zusammengenommen weist Dyneema die niedrigste Bruchdehnung aller Synthetik Fasern auf. Außerdem schwärmen Spleißer von Dyneema Tauwerk, denn das Takeln und Spleißen ist angenehm. Ein weiterer Vorteil des Einsatzes von Dyneema Tauwerk an Bord einer Yacht ist seine Schwimmfähigkeit, denn es ist leichter als Wasser sowie seine UV-Beständigkeit. Der einzig nennenswerte Nachteil von Dyneema Tauwerk besteht in seiner dauerhaften Längendehnung unter hoher Belastung, dem sogenannten „Kriechen“.» © Quelle

    UV-Licht sollte also kein Problem sein. Sicher kann es nicht schaden, die Materialien alle paar Jahre auszutauschen, um die maximale Festigkeit zu erhalten.

    Gestern bin ich von Berlin zurückgekommen...

    Nach meiner Ankunft letzten Freitag bin ich natürlich direkt vom Ostbahnhof zur Halbinsel Stralau spaziert, denn dort auf dem Friedhof ist die Nutzung der Hängematte nicht verboten:

    Für ein Sonnenbad wäre es auch definitiv zu kalt gewesen!

    Am Dienstag beim Schloss Sanssouci in Potsdam war es ebenfalls nicht verboten, was mich sehr gefreut hat:

    Inzwischen war ein Sonnenbad absolut im Bereich des Möglichen... :)

    Am Montag habe ich übrigens ganz «zufällig» auf einem Spaziergang die Berliner Hänge-Gemeinschaft angetroffen. ;)

    Noch etwas ganz anderes und eher off-topic. Sofern Interesse besteht, eröffne ich gerne einen neuen Faden.

    Mir ist in Berlin/Brandenburg aufgefallen, dass in vielen Wäldern die Bäume doch recht dicht beieinander stehen. Ich vermute, es handelt sich dabei meistens um mehr oder weniger stark wirtschaftlich genutzte Baumbestände.

    Im Naturschutzgebiet sind die Abstände - abgängig von der vorherrschenden Baumart - eher grösser.

    Deckt sich meine Beobachtung mit eurer Wahrnehmung? - Und wie sieht das in anderen Bundesländern aus?

    Ich habe mich hier im Forum schon einige Male gewundert, dass viele sich Hängematten wünschen oder solche bevorzugen, die einem kleinen Baumabstand entgegenkommen. - Bei mir in der Schweiz scheinen die durchschnittlichen Baumabstände grösser zu sein und bisweilen ist es gar nicht so leicht, Bäume zu finden, die weniger als sechs oder sieben Meter Abstand haben.

    Hallo Martin

    War toll, dass ich mich mal in deine Matte aus Hexon 1.0 legen durfte. Ich war erstaunt, wie fest der Stoff sich doch noch anfühlt. Ich hatte ihn mir wesentlich dehnbarer vorgestellt.

    Ein wenig Überwindung hat es mich gekostet, mich deinen Evo-Loops aus Lash-It anzuvertrauen. Über den Daumen gepeilt müssten die zwar eine Bruchlast von rund 450kg aufweisen, also kein Problem bei gelegentlichem Hängen, sofern das Gurtband einigermassen gerade durch die Schlaufe läuft; aber sie wirken halt schon sehr filigran.

    Bei regelmässiger Nutzung sehe ich das Problem, dass das Dyneema sich mit der Zeit "entschränken" könnte. Der Fachbegriff dafür ist "Kriechen" (creeping). Dieser Prozess vollzieht sich schleichend und kann bei höherer Belastung nach längerer Nutzung zu plötzlichem Materialversagen deutlich unter der angegebenen Bruchlast führen. Deshalb verwendet man bei festen Installationen wie beispielsweise bei Hängebrücken oder Abspannungen von Masten aus Dyneema & Co. einen sehr hohen Sicherheitsfaktor. Wenn du regelmässig hängst, ist AmSteel sicher die sicherere Wahl. Da hast du eine Bruchlast des Evo-Loops von rund 1'400kg und somit einen sehr hohen Sicherheitsfaktor.

    Ich hätte dir gerne ein paar Evo-Loops gemacht. Falls TreeGirl kein gelbes AmSteel im Angebot gehabt haben sollte, kann ich dir gerne noch ein Paar gelbe machen, wenn du magst. Ich meine, ich müsste noch genug Material dafür haben.

    Viele Grüsse aus der Bahn an die ganze Berliner Gemeinschaft... Wenn ich zuhause bin und wieder eine vernünftige Tastatur vor mir habe, schreibe ich gerne mehr und poste auch noch ein paar Bilder von unserem gemütlichen Treffen.

    Viele Grüsse, Michael

    PS: Gestern war ich mit dem Fahrrad in der Märkischen Schweiz. Beeindruckend schöner Wald, pittoreske Bäche und eindrückliche Seen und Feuchtgebiete!

    Vielen Dank, dass ich an eurem Treffen teilnehmen und euch persönlich kennen lernen durfte. Ich habe mich in eurem Kreis sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. :)

    Danke auch für die wunderbar spirituellen Momente beim gegenseitigen Ausprobieren und fürs Fachsimpeln und Plaudern bis tief in die klirrende Nacht bei Mondschein um die Bushbox.

    Oder mit einem Evo-Loop...

    Danke, Siebenschläfer, für deine Ausführungen. Die muss ich mir zuhause nochmals im Detail anschauen.

    Für die Ermittlung der Minimaldistanz verwenden einige auch die in beide Richtungen ausgestreckten Trekkingstöcke. Bei mir wären das allerdings ca. 180cm plus zweimal die 130cm der Stöcke - also etwa 440cm abzüglich der Griffe der Stöcke. Das scheint mir eher etwas weit als Minimaldistanz.

    Ich habe mir vor einigen Tagen den Picogrill 85 gekauft und finde toll, wie leicht der sich entzünden lässt: Selbst relativ feuchtes Holz fängt ziemlich schnell Feuer und die Rauchentwicklung ist erstaunlich gering. Ich war auch erstaunt, dass mir ziemlich wenig dünnes Anfeuerholz gereicht hat, um damit bereits recht dicke Holzstückchen (z.T. 3-4cm dick) zum Brennen zu bringen. Und es stimmt: Man muss nicht gleich oft Holz nachlegen wie beim Bushbuddy. Das Packmass und die Einfachheit des Auf- und Abbaus ist auch grandios.

    Den Bushbuddy schätze ich nach wie vor, weil er sich befüllen lässt und dann von oben nach unten sehr schön abbrennt. Dabei reicht die Holzmenge gut, um sich Wasser für ein Fertiggericht oder eine ordentliche Menge Tee oder Kaffee heiss zu machen. Zudem bietet er einen halbwegs vernünftigen Windschutz für einen Alkoholbrenner und der steht auch ungefähr auf der richtigen Höhe. Zudem ist er (ich habe noch einen Original-Bushbuddy von Fritz Handel) für mich ein wertvolles Stück Hobo-Geschichte aus einer Zeit, in der um Holzvergaser-Kocher noch kein Hype bestand.

    Wenn ich allerdings mit Alkohol kochen möchte, dann ist mein Sidewinder Cone von TrailDesigns meine erste Wahl. Da weiss ich exakt, wie viel Alkohol ich für die gewünschte Menge Wasser benötige. Er ist kaum windanfällig und lässt sich bequem im Topf versorgen, zusammen mit dem Brenner, dem Feuerzeug und (auf kleinen Touren) gemeinsam mit dem Spiritus.

    Dieses Gurtende legt man etwa in Schulterhöhe um den Baum

    Als Ergänzung hierzu: Ich zähle, wenn ich unsicher bin, wie hoch ich den Baumgurt ansetzen soll, gerne die Schritte zwischen den beiden Aufhängepunkten. Bei fünf Schritten befestige ich den Gurt etwa auf Augenhöhe, bei weniger Schritten etwas tiefer, bei mehr Schritten entsprechend höher.

    Die geknotete (oder genähte) Schlaufe kann man entlasten, indem man sich an diese Hinweise hält:

    Externer Inhalt www.youtube.com
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    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Dieser Stoff ist ein recht fester Hängemattenstoff, der für mich (gut 80kg) einlagig sehr gut ausreicht. Wenn du daraus einen Woo...wie-auch-immer machen möchtest, dann ist das absolut ausreichend. Ich würde an deiner Stelle ziemlich sicher, die äussere Lage aus einem wesentlich(!) dünneren Stoff machen, um Gewicht zu sparen. Es ist ohnehin nicht wünschenswert, dass die äussere Lage ebenfalls tragend ist.

    Irgendein dünner Stoff reicht da völlig aus, er muss auch nicht daunendicht sein, da das APEX ja relativ grob ist.

    Jetzt lasse ich aber die Profis sprechen:

    Und dann gibt es noch die Querhängematten (siehe Seitenschläfers Signatur)... ;)

    Ansonsten muss ich noch sagen: Bei den klassischen Hängematten muss man die Länge grob in Relation zur Körpergrösse setzen. Ich rechne grob meine Körpergrösse mal 1,9 und bekomme dann eine angemessene Länge für einen eher festen Hängemattenstoff. Bei einem eher elastischen Stoff wären so lange Hängematten tendenziell etwas lang. (=> siehe hierzu meinen Essay hier.)