Ich glaube eher das Schlafen in "Baumnestern" ist tief im Verhalten unserer Art verankert
Gemäss «Das Rätsel der Menschwerdung. Die Entstehung des Menschen im Wechselspiel der Natur» von Josef H. Reichholf hat sich der Mensch bereits in seiner frühen Geschichte als Australopithecus von den Bäumen verabschiedet und ist aufs offene Land gezogen. Dazu passt, dass der genetisch am weitesten vom Menschen entfernte Menschenaffe, der Orang-Utan, am stärksten dem Leben auf Bäumen angepasst ist. Der Gorilla macht öfters Ausflüge auf den Boden und steht dem heutigen Menschen genetisch schon ein Stück näher. Schimpanse und Bonobo verbringen einen grossen Teil ihrer Zeit am Boden und stehen uns genetisch von allen Menschenaffen am nächsten.
Es kann natürlich sein, dass in unseren Genen noch eine Erinnerung an die Zeit der gemeinsamen Vorfahren steckt. Ob das aber als Erklärung für das als angenehm empfundene Schaukeln in einer Hängematte bereits ausreicht, möchte ich bezweifeln. Viele Säugetiere – weit über Mensch und Menschenaffe hinaus – scheinen ja Schaukelbewegungen zu schätzen und nehmen das Angebot einer Hängematte gerne an, um darin zu dösen und sich zu entspannen.