Neue Whipping Methode?

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  • Ahoi!

    Es gibt ja bereits zig Whipping Methoden da draußen, aber keine hat mir davon so richtig zugesagt. Als ich vor einigen Jahren meinen Wookie dank Hammock Fairy's Post gewhippt habe, kam mir der Gedanke: Das kann ich doch auch für die Hängematte machen! Anstatt also ein Whipping von irgendeinem Hersteller zu kopieren, kann ich doch ganz leicht meine Hängematte Zentimeter genau so einstellen, wie es für mich passt. Vielleicht bin ich auch gar nicht der erste, der das so macht, aber ich habe es bisher noch nicht von jemanden hier beschrieben gesehen (habe aber auch nicht wirklich danach gesucht - ich wüsste nicht nach welchen Suchbegriffen...)

    Das Prinzip ist erstmal folgendes:
    Du willst am Popo höher liegen? Zieh den Streifen, wo dein Hintern drauf liegt, am Knoten etwas mehr raus. (die Hängematte wird an der Stelle verkürzt)
    Du möchtest, dass deine Füße etwas tiefer liegen? Zieh den Streifen, wo deine Füße liegen, am Knoten etwas mehr rein. (die Hängematte wird an der Stelle verlängert)

    Dafür ist es hilfreich, am Knoten, wo alles wild zusammenläuft, identifizieren zu können, wo jetzt der "Fuß"-Streifen genau ist. Dafür habe ich mir folgendes System ausgedacht: Zuerst messe ich an beiden Enden der Hängematte 20cm breite Streifen ab. An jedem Ende mache ich das zwei mal: Einmal vor dem Knoten und einmal hinter den Knoten - so weiß ich bein reinziehen, als auch beim rausziehen, wo ich ziehen muss.

    Auf der anderen Seite muss ich darauf achten, dass ich an der gleichen Seite bei Null anfange, damit die Zahlen auch zueinander passen (man beachte, dass hier die Zahlen von rechts nach links laufen):

    Wenn ich nun z.B. meine Füße etwas niedriger legen möchte, kann ich abschätzen, dass ich den Streifen bei ca 140cm reinziehen muss. Bei den Füßen kann ich das deshalb gut abschätzen, weil ich gut sehen kann, wie weit sie vom Rand entfernt sind. Bei meinem Popo wird das schon etwas schwieriger. Daher habe ich noch eine zusätzliche Skala in der Mitte der Hängematte eingezeichnet:

    So kann ich relativ schnell feststellen, dass ich z.B. den Streifen zwischen 60 und 80 etwas rausziehen muss.

    Die meisten Einstellungen reichen, wenn ich sie an einem Knoten anpasse. Für manch krassere Änderung muss ich aber auch am zweiten Knoten Anpassungen vornehmen.

    Dieses Whipping ist definitiv kein "einmal zusammenknoten und fertig"-System. Man braucht mehrere Iterationen, bis man das perfekte Setup gefunden hat. Dafür ist es wichtig, dass man einen Knoten gewählt hat, den man schnell anpassen kann. Ich hänge seit Jahren nun schon im Prusikknoten. Am Anfang hatte ich noch etwas bedenken, dass der Stoff vielleicht rausrutschen könnte, aber bislang hat das immer gut gehalten. Dafür kann ich super schnell ihn lösen (ohne die bisherige Konfiguration kaputt zu machen) und wieder festmachen.

    Hier sieht man den leicht gelösten Knoten, so dass ich vorsichtig am Stoff in die eine oder andere Richtung ziehen kann:

    Festziehen nicht vergessen. Fertig! Das gewinnt jetzt keinen Schönheitspreis, aber mir ist bequemlichkeit wichtiger als Ästhetik ;):

    Erster Zwischenstand (Popo könnte noch etwas höher):


    Der Vorteil ist für mich, dass ich so auch sehr biegsame Stoffe mir bequem machen kann. Ich liege hier in dem Hexon 1.0 (20D) von Hammock Fairy's Shop und liebe es!


    Was haltet ihr davon? Und gibt es noch andere, die ihre Hängematte so whippen?

  • Sehr schön, vielen Dank für's Teilen 😊

    Ich habe auch schon mit Markierungen gearbeitet, wobei ich die eher genutzt habe um zu markieren wie weit ich den Stoff aus dem Knoten heraus gezogen habe.

    Deine Idee zu markieren welcher "Längengrad" bearbeitet werden muss um zB die Füße tiefer zu bekommen finde ich interessant.

    Mit beiden Werten kann man sich auch die entstehenden, gekrümmten Kanten an Kopf und Fußende plotten. Wäre interessant zu schauen, welche Krümmungen sich ergeben, nachdem man die HM auf Bequemlichkeit hin gewhippt hat.

    Ich finde das Thema sehr spannend, aber um die Wirksamkeit eines Whippings prüfen zu können, muss man es schaffen die HM exakt gleich aufzuhängen.

    Ich habe schon viel mit Whippings herumprobiert und hatte meistens den Eindruck, dass die Aufhängung einen deutlich größeren Einfluss auf den Komfort hat, als das Whipping selbst. Auch ist jede Raffung anders. Wenn ich einen Warbonnet Whip mache, liegt sich die HM sicher anders, als wenn du einen machst. Bei mir wird beim Warbonnet Whip die Mitte im Vergleich zu den Seiten verkürzt, das muss aber nicht so sein. Man kann den warbonnet whip auch so machen, dass keine Verkürzungen in der Mitte entsteht.

    Wie Warbonnet das ab Werk macht wäre interessant..

  • Ja, das habe ich am Anfang meiner DIY-Karriere auch ausprobiert - wenn auch mit vorangegangenen Berechnungen. Nach ca. 50 Prototypen habe ich leider festgestellt, dass Stofflänge, Stoffbreite und Stoffdehnung einen viel größeren Einfluss auf den Liegekomfort haben. Ich würde lediglich zu individuellem Whipping zurück gehen, wenn ich einen Stoff verwenden müsste, dessen Eigenschaften mir eigentlich nicht gefallen.

    Der Nachteil von einem ungleichmäßigen Whipping ist, dass zwischen Underquilt und Hängematte noch mehr Luftkanäle entstehen als ohnehin schon. Zumindest wenn der Underquilt unter der Hängematte hängt und nicht identisch gewhippt ist.

  • Der Nachteil von einem ungleichmäßigen Whipping ist, dass zwischen Underquilt und Hängematte noch mehr Luftkanäle entstehen als ohnehin schon.

    Ja, das ist mir auch schon aufgefallen: ich muss den whip des UQ auch noch anpassen. Da der aber viel kürzer ist als meine Hängematte, hatte ich eh das Problem, das der UQKnoten an einer Position sitzen würde, wo die Hängematte noch weit aufgefächert ist. Daher habe ich den UQ mit 3 Whoopi-Slings verlängert. So habe ich am UQ 3 Streifen, die ich verlängern oder kürzen kann, ohne die Knoten zu lösen. Die Slings habe ich auch mit Prusik am Stoff festgeknotet.


    Ich würde lediglich zu individuellem Whipping zurück gehen, wenn ich einen Stoff verwenden müsste, dessen Eigenschaften mir eigentlich nicht gefallen.

    Keine Ahnung, ob das mit meiner Größe (2m) zusammenhängt: ich habe bisher in keiner Hängematte mit Standard Whippings gut liegen können, da meine Knie immer leicht durchgedrückt waren. Aber vielleicht hatte ich bisher auch immer die falschen Stoffe getestet 😅


    Ich finde das Thema sehr spannend, aber um die Wirksamkeit eines Whippings prüfen zu können, muss man es schaffen die HM exakt gleich aufzuhängen.

    Wenn ich die Hängematte einstelle, mache ich die verschiedenen Iterationen am gleichen Ort. So habe ich für Vergleichswerte, ob es bequemer geworden ist oder nicht, da sie Aufhängung ja gleich bleibt.

    Ich nutze als Aufhängung Daisy Chains mit Karabiner. So kann ich mir das Loch merken, wo ich den Karabiner eingehakt hatte - so bleibt die Aufhängung gleich...

  • Mit beiden Werten kann man sich auch die entstehenden, gekrümmten Kanten an Kopf und Fußende plotten.

    Ganz genau, das hatte ich auch zuerst vor. Dann habe ich aber festgestellt, dass eine kleine gekrümmte Kante wichtig ist: ohne diese Kante rutscht der Kopf oder ein Fuß raus und dann kommt es zur Kettenreaktion, wo alles rausfällt 🫣

    Wenn man in der Hängematte liegt, übt man einen leichten Druck nach außen aus. Die gekrümmte Kante hilft dabei, das die Hängematte gespannt bleibt.

    Mein Vorteil ist, dass ich selbst bestimmen kann, wie hoch diese Kante sein soll.

  • Ganz genau, das hatte ich auch zuerst vor. Dann habe ich aber festgestellt, dass eine kleine gekrümmte Kante wichtig ist: ohne diese Kante rutscht der Kopf oder ein Fuß raus und dann kommt es zur Kettenreaktion, wo alles rausfällt 🫣

    Das verstehe ich nicht ganz 😅

    Ich meinte die kurzen Stoffkante(n) des Basis-Rechtecks. Die du in 20 cm Abständen markiert hast.

    Wenn du zB in der Mitte etwas mehr Stoff aus der Raffung ziehst als an den Seiten (sodass der Hintern beim Liegen etwas angehoben wird) wird das Basis-Rechteck in der Mitte effekiv kürzer als an den Seitenrändern. Würdest du dann den überschüssigen Stoff, der hinter dem Prusikknoten lose heraushängt abschneiden, dann hätte deine markierte Kante, wenn du den Knoten aufmachst und den Stoff wieder ausbreitest, einen gekrümmten Verlauf. Deine persönliche Komfort Kurve für den Stoff, wenn du so willst. Mit zusätzlichen Markierungen kannst du die Kurve ohne Abschneiden ermitteln.

  • Keine Ahnung, ob das mit meiner Größe (2m) zusammenhängt: ich habe bisher in keiner Hängematte mit Standard Whippings gut liegen können, da meine Knie immer leicht durchgedrückt waren. Aber vielleicht hatte ich bisher auch immer die falschen Stoffe getestet 😅

    Eine 400 cm x 200 cm Hängematte aus 70D könnte deine Probleme eventuell lösen. Für meine 165 cm ist das Verhältnis von 320 - 335 cm x 165 cm in Kombination mit wenig Dehnung ziemlich ideal.

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