Schweden Kanutour 2.0

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  • Sehr schön! Endlich mal wieder ein Thema mit Potential, welches irgendwann nach Moderation verlangt!

    Wenn es ausgelagert wird, bin ich mit dabei. Freu :)

    Ach so und wegen Schweden: Die Öffentlichen sind in Schweden je nach Region zwar nicht super ausgebaut, aber vorhanden und meist verlässlich.

    Den Flieger würde ich wohl nur nehmen, wenn ich ganz in den Norden wollte. Aber da gibt es nicht viele Seen, so dass es hier eine Wandertour werden würde.

    Ansonsten gibt es auch Flüsse, die sich gut bepaddeln lassen. Wäre ja vielleicht auch ein Gedanke. Dann kann man sich auch mal treiben lassen. Ich bin vor Jahrendenden mal den Tidan runtergepaddelt.

  • Wenn es ausgelagert wird, bin ich mit dabei. Freu :)

    Das wäre toll...also das verschieben. Die Teilnahme an solchen heiklen Themen werde ich mir nach Möglichkeit verkneifen. Endet eh immer gleich und irgendwer verlässt wieder frustriert das Forum ?(

    eine Wandertour werden würde.

    Da besteht die Problematik des Materialtransportes auch nicht. Man kann eh nur mitnehmen was in den Rucksack passt und dieser wiederum kann super am Gate aufgegeben werden. Haben wir auch schon gemacht (Hamburg - Stockholm), sogar mit mini kleiner fünffach Steckrute und 1000er Rolle.

    Ach so und wegen Schweden: Die Öffentlichen sind in Schweden je nach Region zwar nicht super ausgebaut, aber vorhanden und meist verlässlich.

    Da bin ich auch immer wieder erstaunt. Wir wollten mit dem Nachtbus zurück zum Flughafen und mit genau einer Minute Verspätung kam irgendwo aus dem Nirgendwo um 23h der Bus angefahren. Ticket mit VISA beim Fahrer gekauft und ab nach Hause :thumbup:

    Ansonsten gibt es auch Flüsse, die sich gut bepaddeln lassen

    Värendsleden

    Hatte ich auch schon überlegt. Von mir aus gerne, aber mit zwei "Frischlingen" auf dem Wasser wollen wir erstmal klein anfangen.

  • Offtopic
    Endlich mal wieder ein Thema mit Potential, welches irgendwann nach Moderation verlangt!

    Es muss ja nicht immer eskalieren ;)

    Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage was verrücktes, etwas das heute garnicht mehr so selbstverständlich ist (achtung, anschnallen jetzt!):

    Ich akzeptiere und respektiere jeden der eine andere Meinung dazu hat. <3

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke, wir schreiben hier weiter über die Schwedentour. Wenn jemand das Bedürfnis hat, missionarisch / erzieherisch / aufklärend über das Thema XYZ zu berichten, so möge sie / er einen entsprechenden Faden eröffnen.

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • Da besteht die Problematik des Materialtransportes auch nicht. Man kann eh nur mitnehmen was in den Rucksack passt und dieser wiederum kann super am Gate aufgegeben werden. Haben wir auch schon gemacht (Hamburg - Stockholm), sogar mit mini kleiner fünffach Steckrute und 1000er Rolle.

    Beil und kleine Säge passt doch auch in Rucksack, den man dann eincheckt d.h. 1 x gr. Rucksack + 1 x Rutenrohr einchecken.

    1 kl. Rucksack + 1 x Schlafsack + 1 x UQ als Handgepäck mit in die Kabine nehmen.

    So würde ich das machen und hätte viel Platz in meinem gr. Rucksack für alles was ich brauche, inkl. BW-Faltmatte, Köderbox, kl. Topf, Wäsche, warmer Pulli, dünne Regenjacke, 1 paar "Wasserschuhe", HM.

    So könnte ich locker 14 Tage rudern und mit Bus u. Bahn an den Spot fahren.

  • Kann ja jeder machen wie ihm beliebt. In erster Linie soll es ein schöner Urlaub sein und da gehören auch ein paar Annehmlichkeiten für uns dazu. Beim Angeln benötigst du zum Schleppen mit großen Ködern eine andere Rute als zum Spinnfischen. Ein Topf ist zwar schön zum Wasser erhitzen, aber richtig Kochen fällt da auch flach...und so zieht sich die Liste immer länger und länger. Was für uns aber auch kein Problem darstellt. Minimalisten Outdoorurlaub mit Verzicht auf allen Luxus steht dann ein anderes mal wieder auf dem Plan.

    Auch sehe ich in Südschweden nicht den Bedarf das Flugzeug zu nutzen. Ab Hamburg / Lübeck ist das Autofahren kein Problem mehr was Verkehr angeht, da rollt es einfach so vor sich hin. Und günstiger als 4 Leute im Diesel mit 5,5l Verbrauch kannst du nicht Reisen

  • Moin,

    wir sind wieder zu Hause aus Schweden und ich möchte euch etwas an unserer Reise teilhaben lassen.

    Als ich letztendlich die Kanus auf dem Immeln bestellen wollte viel mir ein Hinweis auf der Internetseite des Verleihers auf. Ein Wehr war im Winter gebrochen und somit eine wichtige Passage für die geplante Reise nicht befahrbar. Kurzerhand entschieden wir uns nun doch für den Bolmen, welchen wir auf Grund des ständigen Windes in den Reiseberichten eigentlich abgeschrieben hatten.

    Anreise mit Vier Leuten im Kombi plus Dachbox über Puttgarden - Rødby - Helsingør - Helsingborg. Durch die Fährverbindungen alle 2 - 3h wird die Autofahrt schön aufgelockert und in Schweden sind es dann noch 1 1/2h zum Bolmen. Eine angenehme Fahrt und eine ganz andere Nummer als hoch ins Dalsland.

    Angekommen bei Bolmens Camping begrüßte uns freundlich der Platzinhaber John. Da er deutsch/schwede ist und in Deutschland gewohnt hat lief die Verständigung unkompliziert auf deutsch. Es gab die gebuchten Kanus, Westen, und Tonnen. Alles andere hatten wir selber an board. Da es noch früh am Tag war haben wir die Kanus beladen und sind sofort aufgebrochen. Der Regen, welcher uns seit Deutschland begleitet hatte verzog sich und 1h später schien die Sonne aus allen Knopflöchern. Aus dem Sichtfeld des Ortes heraus fanden wir recht schnell eine Insel auf der wir uns mit zwei großen Zelten aufbauen konnten.

    Für den nächsten Tag war dann tatsächlich stürmischer Wind vorhergesagt und wir beschlossen im südlichen, weit verwinkelten Teil des Sees zu bleiben. Ein Ufer immer im Windschatten konnte man gut die Gegend erkunden. Hier, in Tagesfahrtnähe zum Bootsverleih war jedoch deutlich mehr los mit Kanufahrern und viele Stellen belegt oder unattraktiv. Nach 12km Fahrt sind wir wieder da gelandet wo wir vorher eingepackt haben ^^ Never change a runnig System.

    Am nächsten Tag hatte sich der Wind gelegt, die Sonne gab ihr bestes und es ging auf Richtung Norden, quer über den Teich. Die Dimensionen kann man sich nur schwer vorstellen. Wir haben immer gesagt der See ist so groß wie Niedersachsen, zumindest jedoch nahe dran.

    Wenn das Ziel in weiter Ferne ist und kein Ufer rechts und links was an einem vorbei zieht, wird die Überfahrt schnell monoton. Einzig die GPS Uhr zeigt den Fortschritt an. Die Distanzen sind so groß, eine Fahrt quer über den See empfehle ich tatsächlich nur bei wenig bis kein Wind. Sollte ich das Wetter schlagartig ändern und man braucht 1h bis zum Ufer kann es schnell ungemütlich/lebensgefährlich werden.

    Unterwegs wurde Fisch gefangen, frisch zubereitet und am Abend ein offizieller Kanurastplatz des Lagaledens angesteuert. Fünf Euro in den Briefkasten, dafür gab es einen Mülleimer und Komposttoilette und mega Sonnenuntergang.

    So vergingen eigentlich die meisten Tage. Rudern bei besten Wetter, windstill bis leichte Briese, welche bei 26° recht angenehm war, baden, angeln, essen schlafen.

    Auf Grund des Windes am zweiten Tag war unsere Rundreise um den See zeitlich eigentlich schon nicht mehr drin. Aber ein Ziel wollten wir sehen, das Naturreservat Tira Öar. Herrliche Sandstände und kleine Inseln soll es geben. Nach gut 2h Fahrt erreichen wir das Gebiet, leider ist Wochenende und die Einheimischen mit ihren Booten und Yachten fahren im Minutentakt in die Bucht ein. An einem Platz mit Badesteg machen wir Rast. Leider erwies sich genau dieser Steg als Magnet für die großen Boote und eins nach dem anderen Landete an. Nach langen hin und her beschließen wir wieder die Sachen zu packen und uns auf den Weg zu machen.

    Von John gab es eine Karte mit Markierungen für potenzielle Lagerplätze. Leider scheinen die Kreuze aus Jahren mit weniger Wasserstand zu stammen und alles was wir ansteuern ist denkbar ungeeignet. Es gibt zwar weniger Konkurrenz durch andere Kanus, dafür aber auch weniger Plätze. Am Ende sind wir bis 21 Uhr unterwegs um einen Platz zu finden. Wir haben weitere 13km auf der Uhr und sind fix und fertig. Schnell was Essen, alles aufbauen und ab in die Koje.

    Durch den Lagerplatzmangel sind wir nun bereits viel weiter Richtung Süden gekommen als geplant. Am nächsten Tag wollen wir es ruhig angehen lassen, nur kurz rudern und dann den Tag genießen. Am offiziellen KANUrastplatz angekommen steht dieser voll mit Bussen und Wohnmobilen. Man kann es sich nicht vorstellen :cursing: von weitem scherzen wir, das können nur deutsche sein....und so war es. Ein Platz für Kanureisende, mit Schildern gekennzeichnet, vollgestellt mit scheiß Campingvans, die erstens an dem Platz und zweites mit dem Jedermannsrecht nichts gemein haben. Angelockt durch Social Media und "Park4night" haben die Leute nicht mal ein schlechtes gewissen anderen die Plätze wegzunehmen. Könnte jetzt noch ....#üop1kf+ij1edj^poekdêd :cursing: :cursing: :cursing:

    Aber was soll man sich im Urlaub streiten. Wenn die Leute es mit Mitte 30 nicht von alleine merken wird es eine Belehrung auch nicht ändern. Also weiter....

    Nach einem weiteren Nachmittag Fahrt finden wir am Abend einen Platz wo wir es uns für zwei Tage gemütlich machen wollen/müssen. Morgen ist Regentag angesagt, der einzige der ganzen Woche.

    Nach Installation von zwei Tarps, bereitstellen von Feuerholz und Regenorganisation pladdert es los. 4h lang.

    Als es aufhört musste ich leider feststellen, das mein geliebtes Zelt in Rente gehen muss. Die PU Beschichtung hat nach 13 Jahren und einigen Abendteuern das zeitliche gesegnet. Auf ganzer Fläche hängen die Tropfen im Zelt, einzig das Innenzelt hält die Schlafsäcke trocken.

    (Wenn jemand einen Vorschlag hat, wie man PU Beschichtung erneuern kann, bitte melden)

    Die Wetterapp passt jedoch sehr zuverlässig und das meiste ist geschafft. Wir verbringen den Abend mit quatschen, Kochen und am Feuer sitzen. Morgen früh packen wir die Sachen und es geht zurück zum Wagen. So schnell zieht eine Woche ins Land :|

    Fazit: Der Bolmen ist ein unvorstellbar großer See, welcher mit den verwinkelten Buchten im Dalsland nicht zu vergleichen ist. Die Ufer sind teils Urwaldähnlich und nicht begehbar. Für weite Querungen ist auf jeden Fall optimales Wetter abzuwarten und eine komplette Umrundung der Insel Bolmsö würde ich mehr als eine Woche einplanen. Dadurch das er weniger frequentiert ist gibt es auch weniger Rastplätze, was wiederum in den Sommermonaten zu weiteren Tagesetappen führen kann, wenn man alleine sein möchte.

    Die Anreise hingegen ist sehr angenehm und gute 4-5h kürzer als ins Dalsland. Alles in allem war es eine erlebnisreiche Woche, die Gruppe hat gut harmoniert und die Erinnerungen werden bleiben.

  • Richtig guter Reisebericht von einem "Kenner" . Danke dafür Bogus!

  • Danke für die Blumen :thumbup:

    Gerne. wenn ich dicke Barschfilets brutzeln sehe, bin ich sofort begeistert. Ich würde dafür extra grünen Speck mitnehmen, und Butterschmalz. Damit gibt der Fisch noch mehr Kalorien her. Echt super soviel frischer Fisch. Geht Dir denn Fisch auch nach 3-4 Tagen irgendwann auf die Nerven? Mir meistens schon.

    War das Revier jetzt besser oder schlechter, als das wo Du zuvor warst, 5 Std nord-westlich?

  • Echt super soviel frischer Fisch. Geht Dir denn Fisch auch nach 3-4 Tagen irgendwann auf die Nerven?

    Nein, kann ich da oben immer essen. Da ich zu Hause so gut wie keinen Fisch auf dem Teller habe ist es im Urlaub gerne gesehen. Gerade wenn er so frisch aus dem Teich kommt und in dem Ambiente :love:

    War das Revier jetzt besser oder schlechter, als das wo Du zuvor warst, 5 Std nord-westlich?

    Es war anders. Die großen Kanugruppen scheint es am Bolmen nicht zu geben. Auf Grund dessen gibt es aber auch weniger Lagerplätze. Die Ufervegetation ist teilweise sehr ursprünglich. Mit dicken Findlingen davor ist teilweise das anlegen schon unmöglich. Das ist im Dalsland anders. Da gibt es eher große Felsplatten die seicht ins Wasser laufen. Auch ist der Bolmen oft nur Knietief. 3m Tieflaufende Wobbler haben oft Grundkontakt. Der Foxensee weiter oben ist bis 100m tief. Denke da haben die Gletscher ganze Arbeit geleistet und das spiegelt sich auch in der Landschaft wieder.

    Es hat beides seinen Reiz. Wenn es noch mal an den Bolmen gehen sollte ist man vorbereitet und weiß was kommt. Dann kann man die ganze Sache im Vorfeld besser planen. Finde auch eine Rundtour immer interessanter als Planlos auf dem See zu dümpeln. Aber das war diesmal der knappen Zeit geschuldet....wird nicht wieder Vorkommen ;)

  • Nein, kann ich da oben immer essen. Da ich zu Hause so gut wie keinen Fisch auf dem Teller habe ist es im Urlaub gerne gesehen. Gerade wenn er so frisch aus dem Teich kommt und in dem Ambiente :love:

    Es hat beides seinen Reiz. Wenn es noch mal an den Bolmen gehen sollte ist man vorbereitet und weiß was kommt. Dann kann man die ganze Sache im Vorfeld besser planen. Finde auch eine Rundtour immer interessanter als Planlos auf dem See zu dümpeln. Aber das war diesmal der knappen Zeit geschuldet....wird nicht wieder Vorkommen ;)

    Ich würde sagen, dass Angel-Outdoor-Einsteiger besser bei geringerer Wassertiefe aufgehoben sind als bei tiefen Gewässern. Ab 8m Tiefe verstehen die meisten Angler eh nur noch Bahnhof und wissen nicht mehr was sie überhaupt machen sollen, bzw. wo die Fische zu finden sind .

    Eure Fänge am Bolmen waren doch gut genug, auch aus der Sicht erfahrener Angler. Für Leute die so einen Urlaub planen und defintitiv fischen gehen wollen, kann das schon eine wichtige Info sein.

    100m Wassertiefe ist schon fast wie am Vättern. Kannst Du vom Ufer Lachse fangen..

    Der viele frische Fisch in Schweden st großartig. Vorallem die schönen Barsche. Ging was mit Zandern?

    Einmal editiert, zuletzt von Gironimo (27. Juli 2024 um 23:03)

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