Wildcampen in Polen

  • Es gibt dutzende Gerichtliche Verfahren, bei denen jemand Wiederstand geleistet hat, in Bezug auf diese oder ähnliche Themen, die alle abgeschmettert wurden.


    Kommst du dem falschen Jäger mit deiner Argumentation hast du aber nen Zappen.

    Und da der Jäger auch mal entspannt Zwang anwenden darf, freuen sich manche auf solche Konfrontationen

    Hast du dazu noch weitere Informationen wo man etwas zu den Verfahren findet oder was da verhandelt wurde?


    Ich kann auch in keiner Weise rechtlich nachvollziehen, warum ein Jagtpächter besondere Befugnisse haben sollte, außer wenn es um Wilderer oä. direkt die Jagt betreffende Angelegenheiten geht.


    Das da auch noch Zwang angewendet und das ganze gerichtlich geklärt wurde klingt für mich eher nach "urban legend", deswegen frage ich.

  • Es ist ja so, das sich jeder, der hoheitliche Aufgaben wahrnimmt, gegenüber einer Privatperson zuerst einmal in seiner Funktion und Person auszuweisen hat.

    Zumindest, wenn er den Jagdschutz durchsetzen will, ja.

    Person ist schnell abgehakt, wenn der Jäger seinen Personalausweiß zeigt.

    Nicht richtig. Perso hat hierbei nichts zu suchen.


    §41, 7 des ThJG


    (7) Die Jagdschutzberechtigten haben bei der Ausübung des Jagdschutzes entweder das von
    der obersten Jagdbehörde bestimmte Jagdschutzabzeichen zu tragen oder sich auszuweisen;
    die bestätigten Jagdaufseher müssen das Dienstabzeichen sichtbar tragen. Über die
    Berechtigung zum Tragen der Abzeichen hat die untere Jagdbehörde eine Bestätigung
    auszustellen, die bei der Ausübung des Jagdschutzes mitzuführen und beim Einschreiten auf
    Verlangen vorzuzeigen ist.



    Das "auszuweisen" bezieht sich hierbei nicht auf den Perso, sondern auf den Jagschutzausweis.

    Die Jagdschutzabzeichen habe immer diese Form (Bundeslandunabhängig):

    Meist sind diese aus Leder, ähnlich den Porsche-Schlüsselanhängern, falls die jemand kennt :saint:

    Ist er aber nicht amtlicher Jagdaufseher und Berufsjäger/forstlich ausgebildet gem. Paragraf 25 Abs. 2, so muss es sich um einen Jagdpächter handeln, der nicht offiziell als Jagdaufseher bestellt ist.

    Jein.

    Also ob Berufsjäger oder nicht, spielt hierbei keine Rolle. Jäger ist Jäger.

    Meistens handelt es sich um Jagdpächter, dieser ist aber immer auch Jagdschutzberechtigt, da er Jagdausübungsberechtigt ist.

    (Nachzulesen §41, 1 ThJG)

    Dieser kann sogar "...zum Schutze der Jagd volljährige zuverlässige

    Personen als Jagdaufseher anstellen." (§41, 1 ThJG)

    Heißt, sogut wie jeder kann mit diesen Rechten versehen werden. Man muss allerdings von der unteren Jagdbehörde bestätigt werden (erhält dann auch entsprechende Nachweise). Das ist theoretisch eben auch ohne Jagdschein möglich, mir ist aber nur 1 Fall bekannt, bei dem das akzeptiert wurde.


    Oder ist auf dem Jagdschein vermerkt, wo der Jäger gepachtet hat?

    Korrekt, sogar der Zeitraum ist drauf vermerkt.

  • Hast du dazu noch weitere Informationen wo man etwas zu den Verfahren findet oder was da verhandelt wurde?

    Du meinst online? Müsstest du mal Googlen, bin ich mir nicht sicher, ob man das online findet.

    Du kannst aber jederzeit an den Verfahren teilnehmen. Diese sind meistens öffentlich. Erfragen kannst du solche Verfahren beim Gericht, oder auch bei deinem Forstamt. Solche Verfahren gibt es ständig, weil immer jemand meint er ist gegenüber dem Jäger im Recht.



    Ich kann auch in keiner Weise rechtlich nachvollziehen, warum ein Jagtpächter besondere Befugnisse haben sollte, außer wenn es um Wilderer oä. direkt die Jagt betreffende Angelegenheiten geht.

    Das so bisschen die gleiche Thematik wie : "Die Polizei darf meinen Kofferraum nicht durchsuchen!", *Polizist meint er hört schreie aus dem Kofferraum* --> Kofferraum wird rechtlich korrekt durchsucht.


    Bei dem Thema verlassen der offiziellen Wege, schlafen im Wald, Feuer usw., ist die Geschichte sogar rechtlich noch eindeutiger. Du störst die Tiere, die Jagd oder machst Nahrung kaputt. Stellenweise wird da nicht mal diskutiert, sondern das Einspruch verfahren direkt abgelehnt.

    Das da auch noch Zwang angewendet und das ganze gerichtlich geklärt wurde klingt für mich eher nach "urban legend", deswegen frage ich.

    Unter Zwang festgesetzt (gefesselt), der Polizei übergeben, (meist) Bußgeld ausgestellt. Dagegen wird geklagt --> abgewiesen.

    Das ist schon fast wie Klage gegen Blitzer für die Gerichte (vielleicht nicht ganz so häufig ^^).

  • Was mir gerade noch einfällt:

    Gewisse Regelungen können natürlich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. Ich Zitiere hierbei immer das Thüringer Jagdgesetz, weil ich mich nur darin auskenne. Ihr solltet aber natürlich in eurem jeweiligen Jagdgesetz nachlesen.

  • Gerade in der Kombination, "Wild wird gestört durch Campen/ Verlassen der Wege" -> Jagtpächter nimmt jemanden rechtmäßig fest, habe ich doch starke Zweifel.


    Aber gut, ich begebe mich Mal auf die Suche nach mehr Informationen. Wenn das so häufig ist, müssten solche Verfahren ja auffindbar sein.

  • Kommen wir doch mal wieder zum Thema zurück ... auch wenn die rechtliche Seite durchaus interessant ist und womöglich einen eigenen Thread wert ist ;-)


    In dem Bericht wurde erwähnt, dass auch größere Gruppen durchaus möglich sind, wenn sie sich bei der zuständigen Forstbehörde anmelden. Da kommt mir natürlich gleich in den Sinn, dass man dies vielleicht auch für ein Forumstreffen nutzen könnte, denn wenn die Förster bereits Hängematten empfehlen ist das vielleicht auch ein ganz guter Aufhänger um schöne Plätze zu finden.


    Könnte der eine oder andere, der ohnehin polnische Wälder mal ausprobiert, weil man grenznah wohnt diesbezüglich mal Ausschau nach geeigneten Plätzen halten? :/

    Zaungast & Milchmädchenrechner

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