Soziale und Umweltverantwortung beim Produktkauf

  • Bernd Odenwald hat in meinem Faden zur 30 EUR Hängematte von Decathlon die soziale Verantwortung ins Spiel gebracht.


    Ich finde das durchaus Diskussionswürdig, aber ich denke das Thema ist zu komplex um es in einem anderen Faden laufen zu lassen, zumal es diesen dann auch kaputt macht.


    Da auch andere Mithänger der Ansicht sind man sollte da mal insgesamt und sowieso drüber reden, eröffne ich hier einfach mal den neuen Faden.


    Ich selber halte es so, daß ich darauf achte umweltschonende und fair produzierte Produkte zu erwerben (in dieser Reihenfolge). Aber auch nur wenn es das Produkt in den Eigenschaften wie ich es benötige auch entsprechend gibt. Ich halte absolut nichts davon bei einem Produktkauf Kompromisse einzugehen nur um mein soziales Gewissen zu beruhigen. Da bin ich zugegeben dann Egoistisch.


    Und natürlich gibt es bei so etwas immer zwei Seiten. Dazu nachher mehr, jetzt muß ich erstmal Geld verdienen ;)

  • Fand die Debatte - und erst recht Bernds aufschlüsselung - wirklich interessant und kann beide Seiten verstehen. Das ist letztlich eine individuelle Entscheidung, wieviel man sich leisten will und kann - ich fühle mich persönlich in meiner China-Matte etwas weniger wohl als in der TTM meiner Mutter.
    Ich fühle mich an Derek Hansens antwort auf "buy american!" erinnert, die ich hier gerne verlinke:

  • Bernds Aufschlüsselung ist ja nur eine Vermutung. Ich glaube nicht, das er die Verträge kennt die Decathlon ausgehandelt hat und wie die Bedingungen tatsächlich vor Ort sind.

    ... ich fühle mich persönlich in meiner China-Matte etwas weniger wohl als in der TTM meiner Mutter ...

    Jetzt aus sozialen Gesichtspunkten oder einfach von der Bequemlichkeit?

    Ich finde das, was TTTM macht durchaus lobens- und unterstützungswert. Wenn es Matten in den Maßen wie ich sie mir gewünscht habe im Programm hätten, dann hätte ich sogar eine gekauft.


    Den US-Kommentar kann ich nur unterschreiben. Nicht alles was aus Fernost kommt ist schlecht. Von der Qualität schon mal gar nicht. Die Produzenten in China sind durchaus in der Lage Produkte von höchster Qualität zu fertigen. Es kommt halt immer darauf an, was der Auftraggeber an Vorgaben macht.

    Was die Rohstoffe / Materialien angeht, habe ich ähnliches ja auch schon im anderen Faden erwähnt. Selbst wenn auf einem Produkt "Made in Germany" oder ein beliebiges anderes "gutes" Land steht, ist noch lange nicht klar wo die Komponenten herkommen oder sogar wo ein Großteil der Herstellung erfolgt ist. Rein rechtlich muß nur ein entscheidender Herstellungsschritt in DE erfolgt sein um einem Produkt vollkommen legal das Label "Made in Germany" zu geben. Wie die beispielhafte Bohrmaschine die komplett in CN gebaut wird und hier in DE nur der Stecker oder das Netzkabel angeschraubt wird. Ohne Kabel / Stecker funktioniert die Bohrmaschine nicht, daher ist das anbringen des Kabels entscheidend. Ergo darf diese China-Bohrmaschine vollkommen legal als Made in Germany verkauft werden.


    Jetzt werfe ich mal ganz ketzerisch in den Raum, das eine WB Matte ja noch viel böser ist als eine 30 EUR Chinamatte. Denn diese wird auch in Fernost hergestellt und reist 2x um die Welt, wenn sie hier in DE gekauft wird. Da kommt dann zu der "bösen" Herstellung auch noch die langen Transportwege (CO2 usw.)

  • Nun, jetzt auch meine 5 Cent zur Diskussion.


    Setzen wir erst mal die ganz große Brille auf und betrachten das grundsätzliche Problem:

    7,8 Milliarden Menschen sind zu viele.

    Zumindest wenn wir die Recourcen der Erde nicht gnadenlos verbrauchen, die Natur nicht zerstören, Ökosysteme intakt halten und einen auch für Generationen in 500 und mehr Jahren noch lebenswerten Planeten erhalten wollen.


    Die Lösung: ich hab keine Ahnung - wie wir Alle.


    Richtig ist es sicherlich, mit Problemen vor der eigenen Nase zu beginnen. Probleme die der Einzelne von uns beeinflussen kann.

    Womit wir vom großen Ganzen wieder zum alltäglichen Leben um uns herum kommen.

    Ist es gut lokale Produkte zu kaufen? Klar, wenn es möglich ist.

    Ist es gut wenn bei Produktionen in anderen Ländern faire Preise gezahlt werden? Grundsätzlich ja.


    Löst das unser Grundproblem mit 7,8 Milliarden Menschen Weltbevölkerung. Eher nicht. Es ist wohl nur Balsam für unser Gewissen und das Alibi, das wir uns um das Grundproblem nicht kümmern müssen. Denn das lösen wir nur über gute Politik, über neue/andere Wirtschaftssysteme, über ein radikales Umdenken.


    Schade finde ich dann wirklich, wenn diese "in kleinen Problemen Denken" Mentalität zum Marketingmittel mutiert. Da wird dann an die Moral der Käufer appeliert und gleichzeitig das eigene fairere, grünere, Co2-freiere, kinderarbeitfreie, gender-equal'ere und Minderheitenkonfomere Produkt gerühmt. Eine Mogelpackung, denn die Probleme der Welt lösen sich so nicht. Nur ein cleverer Verkäufertrick, der letztendlich dem Portemonnai desselbigen gut tun soll.

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