Hängemattencamping mit Kindern (1)

  • Da die Lehrer unserer Schule spontan beschlossen haben, dass 14 Tage Osterferien nicht ausreichen, sondern mit zwei Brückentagen auch der 1. Mai noch mit eingefangen werden kann, hatten unsere Kinder noch eine halbe Woche länger frei als alle anderen Schulkinder in Berlin und Brandenburg. Die Gelegenheit habe ich mit meiner Tochter und deren Schulfreund für drei Tage Hängemattencamping genutzt. Es gibt schließlich keinen besseren Weg, Kinder mit dem Leben in der Natur vertraut zu machen - besonders jetzt im Frühling!

    Also wurden die Fahrräder gepackt und auf ging es mit dem Regionalexpress nach Fürstenberg, inmitten der brandenburgisch-mecklenburgischen Seenplatte. Von dort sind wir knapp 10 km durch den Wald bis zum Naturcampingplatz am Ellbogensee geradelt.

    Den oben geschilderten Umständen entsprechend waren wir fast die einzigen Gäste auf dem weitläufigen Gelände und haben uns ein Plätzchen mit etlichen Bäumen im passenden Abstand gesucht. Ihr Setup haben die Kinder soweit es ging selber aufgebaut.

    Die Hängematten - eine Cross Hammock Protection und eine Hammocktent Beta - habe ich dann aufgehängt. Für die Hammocktent musste ich ziemlich hoch an den Baum, aber das ließ sich mit dem dagegen gelehnten Fahrrad gut machen. Ich selber habe im Prototyp der Cross Hammock Standard geschlafen, die ich jetzt seit 2 Jahren im Dauereinsatz nutze.

    Da wir wussten, dass es regnen würde, mussten natürlich auch noch Tarps drüber aufgespannt werden. Und auch das Hot Tent habe ich mitgenommen, denn im Regen ohne weiteren Schutz nur unterm Tarp zuzubringen, kann man Kindern schlecht zumuten, ohne dass die Stimmung in den Keller geht. Und wie man sieht, habe ich auch den Zeltofen angemacht, der auch im Frühling noch Gold wert ist und sich als wahre Rettung erwies, als es in der zweiten Nacht viel kälter wurde als angesagt. Der Betrieb eines Zeltofens auf dem Campingplatz ist natürlich ein heikler Punkt, weil man sich vorstellen kann, dass nicht viele Betreiber damit einverstanden sind. Wir hatten jedoch großes Glück und das holländischen Paar, das den Zeltplatz seit 12 Jahren unterhält, hatte nichts dagegen - wohl auch weil es keine anderen Gäste gab, die sich hätten gestört fühlen können.

    Am zweiten Tag haben wir eine Wanderung bis zum Stechlinsee unternommen - durch einen herrlich frisch-grünen Buchenwald.

    Die große Herausforderung kam in der zweiten Nacht, als es nicht wie vorhergesagt 8°C kalt wurde, sondern bis knapp über den Gefrierpunkt abkühlte. Gegen 3:00 Uhr, noch im Stockdunkeln, wurde eine Krisenkonferenz einberufen, ob wir den Ofen gleich anmachen oder noch mal mit allen Klamotten in die Schlafsäcke und Hängematten kriechen sollten. Und so geschah es, bis 5:30 der Kuckuck alle weiteren Schlafversuche zunichte machte.

    Doch schon wenig später begann die Sonne die Luft aufzuheizen und man konnte zum Frühstück wieder draußen Platz nehmen.

    Danach galt es schon wieder einzupacken und mit dem Fahrrad zurück nach Fürstenberg zu radeln. Etliche Sachen haben wir gar nicht benutzt, z.B. das Packraft, das ich auch noch mitgenommen hatte. Ihre komplette Ausrüstung haben die Kids aber selber transportiert - und hoffentlich an diesen Tagen mehr gelernt als in der Schule.

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