Alien-Whoopie-Hook

  • Vor einiger Zeit kamen die Loop-Aliens in einer größeren Version auf den Markt. Diese Version sollte zum Aufhängen einer Hängematte die erforderliche Stabilität aufweisen. Ich konnte es nicht lassen und habe mir welche bestellt, in der Hoffnung eine etwas flexiblere Alternative zu den Whoopies zu bauen, die mir wenn es doch mal eng wird 40-60cm Baumabstand einspart.


    Herausgekommen ist das:



    7/64“ Amsteel (von Alissa), an einem Ende einen Double Whoopie Hook, am anderen eine einfache 4cm Schlaufe in welche man alternativ den Knopfknoten einer Evoloop oder auch das Alien einhängen kann. Wenn man Evoloops verwendet ist der Dutchhook am anderen Ende überflüssig. Plus das Alien.


    Im Modus für eher kurzen Baumabstand, mit dem Alien mittendrin, sieht das dann in etwa so aus:



    Bei großem Baumabstand hänge ich das Alien in die Schlaufe am anderen Ende.


    Das Alien im Detail, allerdings in falscher Orientierung:



    Korrektur: Die korrekte, schadfreie Orientierung des Aliens:




    Zusätzlich drehe ich die Schlaufen, die über das kleine Öhr gelegt werden einmal und führe sie hinter dem vom Baum kommenden Strang (rechts im Bild der untere). Dadurch reduzieren sich die Radien zusätzlich und die Klemmwirkung wird erhöht.


    Bewertung:


    + Es ist sehr praktisch wenn man in sehr dichtem Baumbestand hängt.

    + Man spart sich den Schäkel oder Karabiner.

    + Dank Titan wieder ein paar Gramm gespart (...)


    - Aufhängen dauert ein paar Sekunden länger als mit der Whoopie-Sling, vernachlässigbar.

    - Das Verstellen dauert deutlich länger als mit jedem mir bekannten System.

    - Das Alien strapaziert das Amsteel enorm, bis zu ein ganzer Strang brennt in einer Nacht bei ca. 90kg an den Druckstellen durch. Bei ca. 70kg geht es noch gut. Korrektur: Wichtig ist die Richtung, in welcher das Alien eingehängt wird, denn dadurch kommen teilweise andere Radien zustande.

    - Nur für wenige Seiltypen geeignet, erstaunlicherweise besser verträglich mit dem Dyneema Seil von ET.


    Fazit:


    Ich bevorzuge daher für die HM wieder meine Whoopies und nehme manchmal ein Alien mit. Notfalls kann ich das auch in der Whoopie einhängen. Korrektur: Ich nehme wieder meine AWH-Konstruktion mit und bin sehr glücklich damit.


    Für das Tarp ist es sehr praktisch, ich habe aber auch keinen Vergleich mit ähnlichen Dutch-blings.

  • Jetzt habe ich mich dank Mittagsfrost gerade mit den loop aliens angefreundet, schon lese ich bei dir, sie hätten in einer Nacht einen ganzen Strang des amsteels durchgebrannt. Ich wiege zwar keine 90 kg, finde diese Info aber beunruhigend. :/

    Wie soll ich das einordnen?

    Ich dachte, ich hätte meine Aufhängung jetzt gefunden: siehe Foto von Mittagsfrost

  • Später erstellte Anmerkung: Glücklicherweise habe ich eine Weg gefunden, wie die Aliens doch schadfreie verwendet werden können, Details habe ich im Eröffnungsbeitrag eingearbeitet. Ende der Anmerkung.


    Nun ja, ich denke dass die kritische Belastung für 7/64 Amsteel bei den Radien des LoopAliens ca. bei 80kg liegt.


    Hier mal ein Foto eines fast durchgebrannten Strangs:



    Und hier die kleineren Schäden, laut Samson soll man so ein Seil nicht mehr verwenden:



    Die Deformationen lassen sich nicht mehr rückgängig machen und wenn man genau hinsieht, dann kann man einzelne verschmorte Fasern erkennen. Zum Beispiel der kleine schwarze Knubbel beim unteren Abschnitt, linke Bildseite etwas links von der Leimfuge des Tisches.


    Die Verglasung dieses Abschnitts ist besonders besorgniserregend (rechts der Bildmitte):



    Was bei mir bleibt ist gewissermaßen die Enttäuschung, dass die für sich guten Aliens leider nicht für die HM taugen. Beim Einsatz mit dem Tarp bzw. die kleine Version mit Tarp verursacht lastbdingt keine Probleme.

  • Jetzt habe ich mich dank Mittagsfrost gerade mit den loop aliens angefreundet, schon lese ich bei dir, sie hätten in einer Nacht einen ganzen Strang des amsteels durchgebrannt. Ich wiege zwar keine 90 kg, finde diese Info aber beunruhigend. :/

    Wie soll ich das einordnen?

    Die Betonung liegt auf "Seil", nicht "Gurt". Das Material ist zwar das gleiche, aber es macht einen großen Unterschied, in welcher Form es verarbeitet ist. Mit einem Dyneema-Seil funktioniert der Becket Hitch beispielsweise nicht (oder jedenfalls nicht gut); mit einem Dyneema-Gurt schon.

  • Freihaenger : Danke für deine Fotos und dein genaues Hinsehen

    TreeGirl : ok, ich bin immer dankbar für alle Info, weil ich ja noch der volle Azubi bin.

    Der eine Teil meiner Aufhängung wäre dann ein dyneema gurt (venom), verbunden durch den loop alien mit der cl (7/64 amsteel), und das gilt als Seil.

    Aber vielleicht muss ich mir ja keine Gedanken machen, weil ich sogar inklusive Hund und inklusive Rucksack (knapp) unter 80 Kilo wiege^^;).

    8)...enjoy nature...without leaving a trace...8)

  • Ich werde in der kommenden Zeit mal mit unterschiedlichen Seilen testen, eventuell wirkt sich das je nach Seil anders aus.

    Mich wundert, dass die Radien der whoopie hooks dem Amsteel nicht so sehr zusetzen, obwohl die sichtbar kleiner sind.

  • Die Belastung ist bei einem Knoten ganz anders als wenn das Seil nur einmal durch eine Öffnung läuft. Ich habe für ein halbes Jahr eine Pseudo-Speed Hook Aufhängung getestet, und die Seile haben vor allem "im" Knoten Verschleisserscheinungen gezeigt. Ist eigentlich kein Wunder, denn das Seil hat im Knoten viel mehr Windungen, und wird an viel mehr Stellen gequetscht. Warum das bei Gurten nicht der Fall ist, weiss ich nicht.

  • Ich habe inzwischen mal die „alten“ Leinen kontrolliert, die waren nicht so stark verschlissen: Es handelt sich dabei um die Dyneema Seile von ExtremTextil.

    Ich vermute dass die stärker gewölbten Schlaufen des Amsteel eben einfach stärker am Alien reiben.

  • Weitere Anmerkung: Mir ist eine Unaufmerksamkeit unterlaufen. Die richtige Orientierung der Aliens ist entscheidend um Schäden am Seil zu vermeiden. Erneute Tests haben das bestätigt. Die Korrekturen habe ich eingearbeitet.