QCD (Quick, cheap n dirty) Hängemattenständer

  • Angeregt durch diese Frage von datgizmo will ich mal kurz meinen Quick, cheap & dirty transportablen Hängemattenständer vorstellen.

    Gewiss keine wissenschaftliche Arbeit, aber er funktioniert hervorragend.

    Ein Satz Hantelständer / Kniebeugenständer aus dem Ramschverkauf für 25,-- € und Fichtenlatte 40x60 (etwa) eine Elle länger als die Ridgeline.

    Dazu zwei 8x80 mm Ringschrauben plus Flügelmuttern und Karosseriescheiben. Zum Einklappen ein einfaches 60mm Scharnier.

    Die Firststange aus zwei Teilen, mit dem Scharnier verbunden, so daß das Scharnier in Gebrauchsposition unten liegt und etwa in der Mitte der Stützen ist.

    Der Ständer kann mit wenigen Handgriffen auf Kofferraumgröße zerlegt werden. (naja, beim Lotus seven passt der nicht)

    Getestet habe ich den mit Warbonnet Traveller XL und 95 kg (sic) Gewicht. Der steht stabil, auch wenn man sich dreht oder etwas schaukelt.

    Die Firststange ist fast nur auf Schub belastet, also recht unkritisch. Das bisschen Biegung nach unten sorgt dafür daß das Scharnier bleibt wie es ist.

    Die Schrauben reichen dicke, im Haus benutze ich wie man sieht einfache Feuerwehrkarabiner weil ich nicht Alu Karabiner in Stahlringen haben möchte.


    Natürlich ist der weder eine ästhetisch hochwertige Designleistung noch für UL Backpacking sonderlich geeignet, aber tut was er soll im Rahmen seines Einsatzbereichs. :)

    Für alle weitergehenden Aufgaben kann man ja einen tollen T4 Ständer kaufen, man hat ja Geld gespart.



    In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang in der Hängematte liegen könnte. (f.n. F. Kafka)

  • Das ist auch 'ne Idee... Ich suche auch gerade nach einer Lösung für die neue Wohnung, da kommt mir das gerade recht. Ich hatte schon einen TurtleDog eingeplant, aber das ist wohl deutlich einfacher und stabiler.

    haengemattenforum.de Ich bin zwar nur der Haustechniker, aber wenn es Probleme gibt kann ich wahrscheinlich helfen ;).
  • Mit so einer Art Gestell habe ich mich auch schon länger befaßt, aber keine guten Stützpunkte gefunden: ich hatte an Sägeböcke, Bau-Stative, leichte Aluleitern, Antennenstative, Grilldreibeine u.ä. gedacht, aber von Hantelständern / Kniebeugenständern habe ich vorher noch nie was gehört oder gesehen, aber sie sind das, was ich mir bisher vorgestellt, aber nicht gefunden hatte. Danke für den Tipp!

  • ja, die sind sehr stabil und eben günstig. Für mich war halt wichtig das die wenig Standplatz brauchen und sich gut in der Höhe verstellen lassen um die Füße hoch zu bekommen.

    In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang in der Hängematte liegen könnte. (f.n. F. Kafka)

  • barfuß Hm, ich kannte die Hantelständer und bin irgendwie trotzdem nicht auf die Idee gekommen...


    Was die Schräglage betrifft würde ich eher dazu tendieren, am Kopfende eine etwas längere Aufhängung zu verwenden - 10-20cm sollten reichen, da die Aufhängung insgesamt sehr kurz ist.

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  • Kannst du die HM auch so aufhängen, dass das Fußende höher ist oder "verrutscht" dann die Firststange? (Quasi "bergab" - zum Kopfende hin?)

    Ja, das geht problemlos. Im Bild mal meine Einstellung, und auch bei einer Rotiernacht wie heute geht das. (rechts Fuß, links Kopf)

    Es ist wohl ganz gut das die Latte mit 40 mm genau in die Auflage mit 40 mm passt und die Ringschraube dann an der Auflage anliegt.

    Ich habe unten an der Schraube (Ringseite) auch noch eine Mutter aufgeschraubt damit nicht das Gewinde anliegt. Ist unnötig, aber ich mag das so lieber :-)


    @DL1JPh: ja, das ist die ordentlichere Lösung. Bei mir ist der Aufstellplatz sehr kurz, da muss ich um jeden cm kämpfen. Und so ist es etwas kürzer. Aber besser ist es so wie Du schreibst.





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  • Klasse Idee! Das mache ich vielleicht auch mal nach. Überlege ja schon lange, wie ich eine Aufhängmöglichkeit in der Wohnung schaffen kann.

    Kannst du vielleicht noch mal ein Foto der ganzen Konstruktion inkl. aufgehängter Hängematte einstellen? Das wäre toll.

  • wiedemeier Gut zu wissen... Ich habe mir gerade einen Satz Hantelständer geordert, ich werde berichten, wie sich die Konstruktion in der neuen Wohnung schlägt.


    Viel Platz werde ich zwar auch nicht haben, aber ich denke schon, dass ich die Variante mit der ungleichen Aufhängung verfolgen werde. Dafür sollte es reichen.


    Ich kann nur immer noch nicht so recht nachvollziehen, warum ich auf die Idee nicht schon lange selbst gekommen bin... :/

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  • Kannst du vielleicht noch mal ein Foto der ganzen Konstruktion inkl. aufgehängter Hängematte einstellen? Das wäre toll.

    Ja, gern. Aber es ist nicht leicht in der Wohnung das ganze Dingen mit drauf zubekommen weil ja überall Wände sind :-)

    Hier mal die unscharnierte, nicht portable Version als Schnellschuss. Wenn das Wetter besser und das Licht draußen besser ist gibt es mehr wenn gewünscht. Wenn Du noch Details brauchst sag einfach. Auf dem einen Foto sieht das aus als wenn der Kopf höher hängt als die Füße, da täuscht die Perspektive. (es war eng zum Fotographieren eben)



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  • barfuß Die Hantelständer für halten normalerweise deutlich mehr als angegeben - Beim Tranining kann es durchaus sein, dass so eine Langhantel mal eher "unsanft" (mit letzter Kraft...) auf dem Ständer landet, was schnell mal zu erheblichen dynamischen Lasten führt. Daher sind die Teile entsprechend stabil. Ich hätte mit meinen ~70kg keine Bedenken, einen für 100kg ausgelegten Hantelständer zu verwenden.

    haengemattenforum.de Ich bin zwar nur der Haustechniker, aber wenn es Probleme gibt kann ich wahrscheinlich helfen ;).
  • wiedemeier : Weißt du, was deine haben? Ich denke 100 kg ist ein bißchen knapp, oder?

    ne, das weiß ich leider nicht mehr. Aber wie DL1JPH schon schrieb, die haben große Reserven. Da ich die mal für ihren eigentlichen Zweck gekauft habe schätze ich auf > 150k. Aber da es Stahl ist hätte ich keinerlei Probleme mich an 100kg Ständer zu hängen. (bei 95kg Gewicht) . Ich setze mich auch auf einen IKEA Ivar, und selbst der trägt mein Gewicht klaglos. Von daher......

    Aber DISCLAIMER: ich kann natürlich für die Stabilität und Standfestigkeit von den Ständern nicht garantieren!

    Gruß

    Thomas

    In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang in der Hängematte liegen könnte. (f.n. F. Kafka)

  • wiedemeier : Noch eine Bitte. Könntest du mal testen, ob es auch funktioniert, wenn dudie Aufhängung der Hängematte nicht in die Karabiner einhängst, sondern die bspw. Gurtbänder von außen über die Holzlatten legst? Ist das System so auch stabil? Oder zieht es die Gurtbänder durch das Gewicht in der Hängematte dann nach innen, so dass die Hängematte auf den Boden fällt? Oder zieht das Gurtband die Ständer nach innen, so dass sie kippen?

    Ich würde gerne auf die Schrauben verzichten, um noch mehr Flexibilität beim Aufhängen (insb. im Hängeabstand) zu haben. Daher die Frage.

    Danke vorab!

  • hmmm, ich versteh was du meinst, das hab ich noch nicht probiert. Ich hätte ein wenich Schiss das mir die Firststange aus den Halterungen rutscht....

    Aber Versuch macht kluch, ich teste das mal, man stürzt ja nich so tief ;-)

    In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang in der Hängematte liegen könnte. (f.n. F. Kafka)

  • hmmm, ich versteh was du meinst, das hab ich noch nicht probiert. Ich hätte ein wenich Schiss das mir die Firststange aus den Halterungen rutscht....

    Aber Versuch macht kluch, ich teste das mal, man stürzt ja nich so tief ;-)

    Leg lieber ne Decke drunter. Guten Flug! ;-)

  • So, ausprobiert.

    Mit ambivalentem Ergebnis. Zum Test eine etwa 3,5m lange Fichtenlatte 60x40, in der Mitte mit Scharnier klappbar. Ohne sonstige Beschläge oder Schrauben. Die für mich normale Befestigung mit einem Karabiner durch das Auge des Baumgurtes hält gar nicht, da reicht das Gewicht eines Buches damit es zur Mitte rutscht. Das Gurtband durchs Auge zu ziehen und die Schlaufe um die Latte zu legen ist ein bisschen besser, reicht aber auch noch längst nicht.

    Erst eine Art geworfener Webleinsteg mit Augsicherung hält perfekt. (unten ein Video wie man den macht)



    Aber! Bei der Lösung mit den Ringschrauben wird die Latte natürlich durch das Gewicht aufgerichtet. Die Last (ich) wirkt wie ein Kiel auf die Latte. Bei dem Knoten ist das etwas heikel. Ich hatte aus Nachlässigkeit das Auge beim ersten Versuch nicht ganz unten, sondern etwas zur Seite. Dadurch hat sich beim leichten Schaukeln die Latte plötzlich gedreht und das Scharnier war nicht mehr gesperrt. Die latte ist zusammengeklappt und die Mitte der Latte hat zielsicher die Mitte meines Körpers gefunden :-/

    Das war nicht sehr schön.


    Fazit.

    Ja, das geht und ist dann sehr flexibel einstellbar und natürlich einfacher zu bauen. Aber man macht das besser nur mit einer ungeteilten, nicht klappbaren Firstlatte. Eventuell ist eine runde Firststange am sinnvoll. Eine steckbare Version ist der nächste Versuch, ich muss nur die Drechselbank erst freiräumen.



  • Ich würde gerne auf die Schrauben verzichten, um noch mehr Flexibilität beim Aufhängen (insb. im Hängeabstand) zu haben. Daher die Frage.

    Man könnte doch einfach mehrere Löcher in die Stange bohren und dann die Schraube (Metallschraube mit Gegenmutter) dort reinstecken, wo man es für die jeweilige HM von der Länge her braucht.



    null


    Bzgl. der Verbindung in der Mitte der Stange: ich hatte das Problem so gelöst: schräg durchgesägt, dann oben und unten eine Stahlplatte und dann Metallschrauben mit Rändelmuttern. So kann kann sich die Stange weder nach oben, noch nach unten durchbiegen (an dieser Stelle). Denn ob sie nach oben oder unten geht hängt davon ab, wo die HM aufgehängt ist: wenn es etwas außerhalb der Hantelständer ist geht sie nach oben, wenn es knapp innerhalb ist, nach unten.