- Offizieller Beitrag
Ich habe das verlängerte Himmelfahrtswochenende genutzt, um mit dendronaut und zwei Wanderfreunden aus dem Ultralight-Trekking-Forum den Kammweg von Adorf bis Johanngeorgenstadt und eventuell bis Oberwiesenthal zu erwandern. Zwei "Hänger" und zwei Zeltschläfer, ob das gut geht?
Wir werden es später sehen.
Den Zug nach Adorf nutzten außer uns noch viele Herrentagswandergruppen. Mit viel Kraft und tatkräftiger Unterstützung der Mitreisenden quetschten wir uns in den völlig überfüllten Waggon. Alle Mann an Bord? Prima, das Abenteuer kann beginnen.
Obwohl es am Zielbahnhof gleich bergauf ging, war das Wandern eine Wohltat. Endlich wieder frei durchatmen!
Auf dem Bergkamm in Schöneck angekommen, entdeckten wir dieses Schild:
Fliegende Menschen?
Wen meinen die wohl damit? Leute, die in der Hängematte schaukeln? Oder eher superschnelle Wanderer? Ach nein, die Seile des Kletterwaldes führen über die Straße. Seltsam, daß niemand vor den durch den Wald donnernden Mountainbikern warnte. Zu Glück kreuzten sich unsere Wege nicht.
An der Talsperre konnten wir unsere Wasservorräte ergänzen und nutzten die Pause zum Lüften der Schuhe und Zukleben der ersten Blasen. Ein Bad wäre verlocken gewesen, aber diszipliniert schnürten wir die Wanderschuhe und folgten der Markierung des Kammweges.
Den Topasfelsen am Schneckenstein konnten wir leider nicht mehr besichtigen (das Kassenhäuschen war schon geschlossen), aber ein schweißtreibender Aufstieg belohnte uns mit einer schönen Aussicht. (Am rechten Ellenbogen der gelben Jacke kann man mit scharfen Augen die Vogtlandschanze erkennen. Im Winter gibt's hier "fliegende Menschen", Skispringer.)
Nach etwa 30 Kilometern ließen wir uns dann häuslich nieder. Christian, der die vergangene Nacht in Bus und Bahn durchwacht hatte, freute sich schon sehr darauf, in seiner KOMA endlich ins Koma fallen zu können. Aber auch mir zog es die Augen zu. Doch wie bekommt man Hänger und Bodenbrüter unter einen Hut? Die einen wollen passende Bäume und scheren sich nicht um den Untergrund, die anderen brauchen eine ebene und trockene Wiese und Bäume sind eher ein Störfaktor. Nach einigem Suchen fanden wir einen guten Kompromiss. Die Wiese war nicht perfekt, aber zum Zeltaufbau geeignet und die Bäume hatten den passenden Abstand, auch wenn das Umfeld nicht optimal war.
Es stimmt also wirklich. Zeltnutzer und Hängemattenschläfer können wunderbar miteinander harmonieren.