Hallo echinotrix, bei der Herkunft solcher Daunen bin ich vollkommen deiner Meinung. Deshalb hatte ich auch nur nach Kunstfaser geschaut. Allerdings ist die halt zumeist doch nochmal schwerer als die Daunen. Trotzdem würde ich Daunen auch nicht aus China kommen lassen. =)
Mal ein ganz schwieriges Thema.
Ich glaube, bei Daunen darf man sich insgesamt keine falschen Vorstellungen machen.
Der Optimalfall: Eiderentendaune aus Wildsammlung nach Brutende
Der bessere Realfall: Totrupf
Der schlechtere Realfall: Lebendrupf
Wenn's halt so einfach wäre.
Ersteres ist unbezahlbar. Allein die Daune für einen 3-Season-Quilt würde an die 1000 Euro kosten (hätte dafür aber dann auch weit über 1000 cuin - das wär mal ein Quilt!).
Und die andere hochwertige Daune (800cuin und drüber) entwickelt sich meines Wissens nach frühestens nach dem zweiten Rupf! Damit kommt im Grunde sogar die "Daune aus Totrupf" oft von Tieren, die vorher schonmal lebend gerupft wurden, Klassische Verbrauchertäuschung.
Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass die allermeiste Daune aus schlechten bis katastrophalen Haltungsbedingungen stammt. Bei der als "aus Totrupf" ausgezeichneten Ware hat man die Chance, dass die Produktion einigermaßen tiergerecht abgelaufen ist, Bei kbT-Ware schaut's hoffentlich besser aus. Bei jeglicher anderer Ware kann man sich sicher sein, dass da nichts Gutes dahinter steckt. Soweit ich weiß verwenden alle der renommierten Hersteller von Hängemattenquilts konventionelle Daune. Ist meiner Meinung nach einfach der oben genannten Tatsache geschuldet, dass es die gute Daune schlichtweg nicht aus kbT gibt. Weder aus den USA, noch aus China.
Heisst natürlich nicht, dass man deshalb mit ruhigem Gewissen in China bestellen kann. Da kommen ja auch noch andere Dinge dazu (Haltungsbedingungen der Häherinnen, etc.). Aber bezüglich der Daune sind die Alternative nur unwesentlich besser.
Mit Merinowolle ist's ähnlich schwierig, aber etwas besser. Gott sei dank produzieren auch gut gehaltene Schafe Spitzenqualität.
Und Synthetik? Da leidet kein Tier direkt, es verursacht aber dafür ordentlich Umweltschäden.
Hier abzuwägen finde ich äußerst schwierig.
Meinem Gewissen tut's immer gut, wenn ich mir dann vor Augen halte, wie ich die meisten meiner Urlaube verbringe: zu Fuß im Wald in meiner Gegend, nur ausgerüstet mit dem für mich Nötigsten. Am besten selbstgemacht.
Aber wir leben in einer komplexen Gesellschaft, und auch wenn wir in den Wald gehen, können wir nicht keine Spuren hinterlassen.
Gruß, Roland
P.S.: Die hier abgegebenen Einschätzungen zu Daune haben keine fundierte Grundlage sondern beruhen auf Aussagen anderer Personen - die das sicher auch nicht immer genau recherchiert haben. Ich lasse mich da also jederzeit gerne eines Besseren belehren.
P.P.S.: Ich will natürlich niemandem hier sein Hobby vermiesen. Ich sitze ja im selben Boot. Aber es hilft halt nix. So schaut's wohl oder übel aus.