Der Druck ist natürlich ein Problem, jedoch hängt es vor allem von der Stärke ab, ob der Baum geschädigt wird oder nicht:
Ein Baum ist vor allem ein hydraulisches System. Die Blätter verdunsten Wasser und in den nach oben gerichteten Transportwegen entsteht quasi ein Unterdruck. Gleichzeitig wird die restliche Flüssigkeit in den Blättern konzentriert, durch den gebildeten Zucker wird sie zunehmend schwerer. Der Rest ist fast selbsterklärend: Die schwere Flüssigkeit will runter, der Unterdruck sorgt dafür dass leichtere nach oben gesogen wird - der Kapilareffekt.
Wenn nun das Kambium gequetscht wird hat das direkt Auswirkungen auf den Flüssigkeitsaufstieg, denn wir man sich vorstellen kann ist der Druckunterschied auf der Länge bzw. Höhe eines Baums sehr gering - auch wenn er eigentlich wegen der Höhe groß sein müsste. Eigentlich paradox. Da reicht nun also ein sehr geinger Druck auf die Borke um den Unterdruck zu verringern oder auszugleichen und den Sog somit zu beeinflussen.
Wenn die Quetschung reversibel ist, also im elastischen Bereich des Rindenmaterials liegt, oder der Baum es heilen kann, dann hat ein Teil der Krone an diesem Tag nur etwas mehr Durst gehabt, da weniger Wasser ankam. Ist die Deformation allerdings nicht oder nur teilweise reversibel und kann zudem nicht über parallel verlaufende Transportwege ausgeglichen werden, dann beginnt ein Teil des Baums zu vertrocknen.
Zudem wird der Stamm an dieser Stelle nicht weiter wachsen, man kennt das von den Obstbäumchen im Garten, die man zu fest angebunden hat. Irgendwann knicken sie an der Stelle um, bzw. wenn man sie dort durchsägt, dann kann an sehen dass das Kernholz dort sehr dünn geblieben ist und der Durchmesser hauptsächlich durch Borke gefüllt wurde. Besonders anfällig für eingewachsene Stricke sind Kiefern bzw Weichhölzer allgemein.