Danke, Furbrain ! Am zweiten Segeltag erreichten wir den nördlichsten Punkt der Tour, den Strand von Vit kurz hinter Kap Arkona.
Bei Windstärke 5 mussten die Kats an einem sehr steinigen Strand an Land gebracht werden (sieht hier nicht so aus, aber die gefährlichen Brocken liegen im Wasser). Bei dem Höllenlärm, den die Wellen machten, war an ein Abhängen zwischen den Masten nicht zu denken - und ich habe tatsächlich das erste Mal seit mindestens vier Jahren eine Nacht im Zelt verbringen müssen. Die halbe Zeit davon habe ich wach gelegen und mit meinem Schicksal gehadert!
Da am kommenden Tag der Wind von Nordost auf Ost drehte, blieb uns nichts anderes übrig, als mit raumem Wind nach Hiddensee zurückzufliegen. Bei zwei Booten löste sich auf dieser Tour der aufgerollte Gennaker (das vorderste Segel), ließ sich auf See nicht mehr einrollen und schlug während der gesamten Fahrt im Wind - (nie wieder Topcat)!
Auf Hiddensee haben wir es uns dann noch mal zwei Tage bei Flaute gut gehen lassen.
Eine Nacht habe ich wieder in der Hängematte zugebracht - diesmal löste sich kein Evo-Loop.
Der letzte Abend hatte noch einmal ein Erlebnis der besonderen Art zu bieten. Da es kaum Wind, aber dafür reichlich Mücken gab, errichteten wir wieder das Mückenzelt. Man hätte eigentlich am Horizont schon erkennen können, dass das keine besonders gute Idee war.
Aber manchmal ist man einfach blind und will nicht wahrhaben, was auf einen zukommt.
Etwa zwei Minuten nach diesem Bild waren das Gewitter und der Sturm am Ufer angekommen. Was dann passierte, habe ich so noch nie erlebt. Das Mückenzelt fiel innerhalb einer Sekunde um. In etwa 10 Sekunden stieg der Pegel um 30 cm und die an Land gezogenen Boote standen halb in den Wellen. Die Boote mussten wir als erstes weitere 5 m hochschleppen. Dass dabei meine Hängematte und vor allem das Tarp nicht zerrissen sind, begreife ich bis heute nicht. Die Hängematte flatterte dann auf 4 m Höhe am Mast, an eine Übernachtung darin war nicht zu denken, und so musste ich das zweite Mal auf dieser Tour (inzwischen im Dunkeln) ein Zelt aufbauen.
Am nächsten Morgen war der Himmel wieder klar, aber der Wind nahm stetig an Stärke zu, sodass wir uns beeilen mussten, nach Altefähr zurückzukommen, um die Tour zu einem guten Ende zu bringen.
Dafür mussten wir wieder voll gegen den Wind rauskreuzen. Die Gennaker haben wir vorher bei allen Booten abgebaut.
Die Rückfahrt selbst war dann ein wahrer Höllenritt, bei dem ich mich so manches Mal gefragt habe, was ich hier eigentlich mache. Bei einem der anderen Boote riss in dem Sturm (Windstärke 6) das Hauptsegel, sodass der Kat mit dem Motorboot zurückgeschleppt werden musste.
Das war die diesjährige Tour - ich freue mich schon auf nächstes Jahr!