Beiträge von Waldläufer70

    Danke fürs Abtrennen. Ich hatte auch schon den Gedanken, dass die Beiträge inzwischen etwas weit vom Baumschutz bei der sepraraten Aufhängung des Tarps entfernt sind. Für den Baumschutz bei separater Aufhängung des Tarps, siehe hier.

    @Bernd Odenwald, allenfalls könntest du diesen Beitrag auch noch hierher kopieren: Da habe ich die Idee mit dem Prusik erstmals aufgeworfen.

    Noch ein Hinweis zur Elektronik:

    • Ich hatte – neben meinem uralten Mobiltelefon, bei dem der Akku fast «ewig» hält – ein Smartphone dabei, auf welchem ich alle benötigten Karten im Maßstab 1:25'000 abgespeichert hatte. (Normalerweise vertraue ich gerne auf Papierkarten, die man sich mit der Druckfunktion im gewünschten Maßstab und Format (A4 oder A3, Quer- oder Hochformat) problemlos herunterladen und ausdrucken (lassen) kann. Papierkarten finde ich persönlich einfacher lesbar: Sie bieten den besseren Überblick. Zudem benötigen sie keinen Akku.)
    • Weiter hatte ich meine Kamera dabei. (Der Akku hat locker drei Tage gehalten und war am Schluss noch praktisch voll.)
    • Weil die Akkulaufzeit meines Smartphones beschränkt ist und ich drei Tage weg von der Zivilisation sein würde, habe ich erstmals mein Solar-Panel mitgenommen. (Eine Powerbank hätte den Vorteil, dass man das Smartphone auch bei bewölktem Himmel laden könnte; ich habe allerdings keine.)

    Das hat alles soweit gut geklappt. Allerdings funktioniert das Laden mittels Solarzellen mit meinen Geräten nur bei absolut heiterem Himmel, wenn die Sonne unbarmherzig herunterbrennt, wirklich zuverlässig.

    Noch ein wichtiger Hinweis: Ich hatte das Smartphone meistens komplett ausgeschaltet und habe sonst den Flugmodus genutzt, um Energie zu sparen. Wann immer ich jedoch mobile Daten zugeschaltet habe (beispielsweise, um den aktuellen Wetterbericht zu erhalten), ist mir aufgefallen, dass ich kein Netz hatte. Ich musste also bis am Mittwoch mit dem Wetterbericht vom Montag auskommen. Mit einem funktionierenden Mobilfunknetz kann man in den Alpen und anderen abgelegenen Gebieten nicht rechnen.

    Am Mittwochabend – auf dem Campingplatz – habe ich dann festgestellt, dass sich an der Prognose von Montag nichts Wesentliches verändert hat. Das ist nicht selbstverständlich: In den Alpen kann das Wetter sehr schnell ändern und die Überquerung eines Passes kann mit einem Wetterwechsel von Sonne zu Regen oder umgekehrt verbunden sein. Zwei benachbarte Täler können also durchaus völlig unterschiedliches Wetter haben. Es kann auch vorkommen, dass im Tal die Sonne scheint und es sommerlich warm ist, während an der Flanke eines Berges eine Wolke klebt, in der es hagelt oder schneit.

    Französische Naht (mit Einfassband)

    Einige verwenden für den First des Tarps eine französische Naht und decken diese mit einem Einfassband ab (i.d.R. 1 Inch / 25mm). – Hier wird das recht anschaulich beschrieben. Namhafte Hersteller wie «Warbonnet Outdoors» verwenden meines Wissens diese Methode. Bei meinem Hex-Tarp habe ich diese Herangehensweise genutzt und der First hält bis anhin ohne Abdichten der Naht wunderbar dicht.

    © Quelle

    Die Naht wird anschliessend noch mit einem Einfassband (z.B. Grosgrain Ribbon aus Nylon) eingefasst.

    • Der Vorteil dieser Methode ist sicher, dass man während der gesamten Prozedur die Stoffbahnen links von der Nähmaschine liegen haben kann und nichts rechts von der Nadel durchführen muss. Zudem erhöht das Einfassband die Belastbarkeit in Längsrichtung.
    • Der Nachteil ist, dass bei dieser Methode nur eine einzige Naht die seitliche Belastung des Firsts tragen muss. Solange man das Tarp aber schräg nach unten abspannt, ist das kein Problem.

    Soll das Tarp horizontal voll auf Zug abgespannt werden, würde ich persönlich den «Kamm» (egal ob mit oder ohne Einfassband darum herum) flach auf den Stoff kippen und festnähen. Dann wird der seitliche Zug auf zwei Nähte verteilt, was die maximale Belastbarkeit deutlich erhöht. Allerdings muss man dazu eine Hälfte des Tarps rechts von der Nadel vorbeiführen und sorgfältig darauf achten, dass man nichts festnäht, was nicht fesgenäht werden soll. Auch sollen alle Stoffschichten der Naht schön flach aufeinander aufliegen.

    Alternative

    Man kann auch auf das Einfassband verzichten und den Kamm stattdessen auf eine Seite kippen und flach aufs Tarp aufnähen. Damit erreicht man quasi eine einfache Kappnaht (siehe unten), bei der allerdings die Naht nicht exakt in der Mitte des Tarps zu liegen kommt.

    Doppelte Kappnaht (evtl. mit integriertem Einfassband)

    Will man das Tarp horizontal auf beide Seiten voll auf Zug abspannen, so ist auch die doppelte Kappnaht eine gute Möglichkeit. Im Querschnitt sieht diese Naht wie folgt aus:

    Doppelkappnaht.JPG © Quelle

    Ich habe diese Methode kürzlich – zusätzlich mit einem schmalen Einfassband im Kern – bei meinem Sommer-Tarp angewendet. Hier habe ich das Vorgehen in Wort und Bild beschrieben. Das Vorgehen ohne integriertes Einfassband ist im Grunde identisch, ist aus meiner Sicht aber schwieriger sauber umzusetzen respektive braucht halt mehr Übung. Das Band hilft einem, relativ leicht ein sauberes Resultat zu erzielen und erhöht die Belastbarkeit in Längsrichtung – ähnlich wie das bei der oben erwähnten Methode mit der französischen Naht der Fall ist.

    Hier ein Bild vom Querschnitt der Naht mit integriertem Einfassband (½ Inch / 12,5mm):

    Besser wäre es, die beiden äusseren Nähte noch etwas weiter aussen, also näher am jeweiligen Rand, zu setzen, dann würde die Naht noch eine Spur idealer belastet. (Wenn man sich vorstellt, was passieren würde, wenn man beide Nähte in der Mitte ganz nahe beieinander setzen würde, wird wahrscheinlich klar, warum das so ist: Die Naht würde dann aus der Horizontalen wegkippen, nahezu senkrecht stehen und das Nähgarn würde voll auf Zug belastet.)

    Vor- und Nachteile:

    • Der Vorteil – egal ob mit oder ohne integriertes Band – ist die hohe seitliche Belastbarkeit. Zudem ist die Naht flach.
    • Der Nachteil ist, dass man bei beiden Nähten die eine Hälfte des Tarps rechts von der Nadel durchführen muss.

    Bei dieser Naht würde es sich womöglich aufdrängen, sie mit Silikon abzudichten. Ich habe das bei meinem Tarp allerdings noch nicht gemacht, möchte es aber nachholen, sollte ich feststellen, dass irgendwo Wasser durchdringt.

    Einfache Kappnaht

    Wenn man statt der doppelten die einfache Kappnaht wählt, kann man die erste Naht noch mit dem ganzen Nähgut links von der Nähmaschine machen. Für die zweite Naht muss dann auch wieder die eine Hälfte des Nähguts rechts von der Nadel durchgeführt werden.

    Neben der körperlichen (Über-)Anstrengung und dem Sonnenbrand war auch die Entwicklung des Wetters ein Grund, weshalb ich die Tour nicht mehr bis zum Julierpass weitergeführt habe.

     

    Gewitter in den Alpen habe ich auch schon erlebt. Das sind jedes Mal eindrückliche und unvergessliche Erlebnisse: Man fühlt sich so klein, spürt den Wind am Zelt rütteln, der Regen prasselt aufs dünne Nylondach (manchmal ist es auch Hagel) und der Donner – nur wenige Sekunden nach dem Blitz – hallt lautstark von den steilen Felswänden wider. Allerdings wird geraten, bei Gewitter wenn immer möglich ins Tal abzusteigen. Da muss man dann halt für sich abwägen.

    Kleine Ergänzung zu OsmAnd+:

    Hallo Naphtet und vielen Dank für deinen super Tipp!

    Ich hatte mir 2014 bereits nach kurzer Nutzung bei «Google Play» die Vollversion von OsmAnd gekauft (OsmAnd+). Bisher ist das die App, die ich am einfachsten zu bedienen finde und die gleichzeitig die Funktionen enthält, die ich auch benötige (und noch vieles mehr). Manchmal bringt mich die nette integrierte Dame bei der Navigation zu Fuss auch zum Schmunzeln, wenn sie mir mitten im Wald auf einem kleinen Pfad mitteilt, noch 300 Meter dem «Strassenverlauf» zu folgen. Da merkt man, dass die App mit Gewicht auf die Nutzung im Verkehr entwickelt worden ist. Nichts desto trotz finde ich sie auch im Gelände echt hilfreich. Gerne speichere ich mir auch als Erinnerung meine Übernachtungsplätze ab.

    PS: Deinen Kartentipp habe ich oben eingebunden. Vielen Dank!

    Denn die eine Hälfte des Tarps muss genau da durch.

    Habe ich neulich bei meinem Tarp auch bemerkt!

    Viele machen die Naht als französische Naht mit Einfassband. Dann kann immer der gesamte Stoff links auf dem Tisch bleiben. Allerdings sollte man so ein Tarp am besten nicht horizontal mit voller Last abspannen, sondern besser schräg nach unten. Sonst müsste man den Kamm flach auf den Stoff nähen... ja, und dann hat man wieder das genannte Problem, dass das halbe Tarp unter dem Freiarm (=> rechts von der Nadel) durch muss.

    Segeln auf der Ostsee

    Klingt doch auch ganz toll. Da habe ich eine «Bildungslücke»...

    Ich hatte mir Karten für insgesamt 180km aufs Smartphone geladen. Ich hätte noch vom Julier weiter über den Septimer gekonnt, dann nach Westen und wieder nach Norden ins Hinterrheintal, dann über zwei Berge nach Vals und schliesslich über die Greinahochebene nach Olivone am Fusse des Lukmanierpasses. So gesehen habe ich einfach mal geschaut, wie weit ich komme... Wie weit ich komme, war mir dabei weniger wichtig, als einfach mal loszugehen und eine erste mehrtägige Erfahrung mit etwas grösseren Strecken in den Bergen zu machen.

    Aber du hast schon recht. Wenn ich für etwas Bestimmtes nach Berlin fahren würde, dann würde ich das auch nur im äussersten Notfall abbrechen. In Schottland habe ich meine bisherigen Touren letztlich auch alle zu Ende geführt, war aber mit der Etappenlänge flexibel.

    Mann, das ist echtes Abenteuer! Ich bin ganz neidisch!

    Hast du überhaupt mal im Zelt geschlafen? Und gegessen hast du auf den Hütten?

    Ja, das ist schon abenteuerlich. Ich bin normalerweise sehr gerne alleine unterwegs, weil ich da meine Zeit selber einteilen kann, irgendwie offener bin und alles intensiver erlebe. Aber hier in den Bergen wird es für mich schon etwas grenzwertig. Was mache ich, wenn ein Gewitter aufzieht und ich bin mitten im Aufstieg zu einem Pass? Was mache ich, wenn ich ausrutsche und mir ein Bein breche? Solche Fragen sind schon manchmal im Hinterkopf. Es waren dann aber wider Erwarten teilweise erstaunlich viele Leute unterwegs*. Also verloren gegangen wäre ich nicht. Aber in solchem Terrain würde ich mich durchaus gerne zu zweit bewegen. Die Schwierigkeiten und Herausforderungen (v.a. auch die mentalen) sind dann nur noch halb so schwierig.

    * Am Samstag findet in der Gegend der «Swissalpine Irontrail» statt und so waren am Dienstag sicher 50 Leute in der Gegend unterwegs (darunter wohl 30 Schwedinnen und Schweden), viele davon, um die Route zu erkunden.

    Im Zelt geschlafen habe ich auf der kleinen Wiese in der zweiten Nacht und dann nach Ankunft auf dem Albulapass unten im Tal auf einem Campingplatz. Ich habe kurz vor dem Abschluss einen Italiener getroffen, der mich dann mit ins Tal genommen hat.

    Auf den Hütten habe ich mal ein Bier getrunken und einen Kuchen gegessen. Ansonsten war mein Proviant folgender:

    • Müslimischung zum Frühstück und zwischendurch (trocken)
    • getrocknete Datteln und Feigen
    • Studentenfutter
    • Käse von der Alp
    • Risotto aus der Packung (am Abend)
    • Instantkaffee und Tee
    • und fast vergessen: Wasser direkt aus den Bächen! :)

    Bei der Alp digl Chants habe ich mitten auf einer kleinen Wiese im Lärchenwald mein Zelt aufgebaut (Aufbau um 21 Uhr, Abbau kurz nach 6 Uhr). Gekocht und gegessen hatte ich vorher etwa 50 Meter weiter oben, wo ich vor der Königsetappe auch wieder gefrühstückt habe. Dort hätte ich gerne meine Hängematte dabei gehabt...

    Ein Fernziel wäre, dass ich mich auf einer Tour in beiden Welten bewegen und dabei im Rahmen von 2.3kg bis 2.5kg bleiben könnte (wie bisher mit Zelt). Ob mir das mal gelingt? Im Moment bin ich noch weit von diesem Ziel entfernt, weshalb ich mich jeweils für eine Variante entscheide. Um meine Möglichkeiten etwas auszuloten, habe ich dieses Mal – zusätzlich zum Zelt – mein kleines Tarp mitgenommen. Ich wollte noch nicht ganz aufs Tarp setzen, weil möglichst guter Schlaf auf einer Tour wichtig ist.

    Wie gesagt, kein Problem, noodles. Ich bin froh, dass du mit Verständnis reagierst. Dass es humorvoll gemeint war, ist mir klar. Und Rückenschmerzen wünscht man keinem! Also alles gut! Ich hoffe, dein Rücken hat sich inzwischen erholt! (Ich bin noch recht müde von meiner Tour; ich sehe das ganze Thema ja durchaus differenziert: Das Schlafen am Boden hat durchaus seine Tücken...)

    Falls es jemanden interessiert, hier noch die technischen Daten zur Tour:

    • Strecke (km): 36.4 km
    • Aufstieg: 2'113 Höhenmeter
    • Abstieg: 2'232 Höhenmeter
    • Leistungskilometer (Lkm): 72.5 Lkm (ohne Berücksichtigung der 20%-Regel)

    Teilstrecken:

    1. Flüela - Dürrbodenberg (8.3 km, 16.0 Lkm)
    2. Dürrbodenberg - Alp digl Chants (15.1 km, 28.3 Lkm)
    3. Alp digl Chants - Albula (Punt Granda) (13.0 km, 28.2 Lkm)

    Nachtrag

    Was ich erst nach der Rückkehr von meiner Tour festgestellt habe: Ich habe – ohne es zu wissen – fast den gesamten «Kesch-Trek» gemacht. Dieser geht in vier Tagen auf der gleichen Route bis zum Albulapass und dann von dort noch grob der Passstrasse entlang runter nach Bergün. Übernachtet wird in der Grialetsch-, der Kesch- und der Es-cha-Hütte (alle drei sind Hütten des SAC). Einzig den Abstecher zur Es-cha-Hütte und das Teilstück nach Bergün habe ich weggelassen.

    Ich denke, man darf auch mal was sagen, nachdem man gefühlt 50 Mal geschwiegen hat. Ich denke, das geht in Ordnung. Für mich ist die Sache erledigt und ich werde die nächsten 50 Mal wieder schweigen. 8o

    Ich war im April am Berliner-Treffen (war gerade in Berlin), da wollte ich im Mai nicht schon wieder so weit in den Norden fahren. Es hätte aber auch sonst terminlich nicht gepasst.

    Trotz der eher «schlechten» Nacht (oder gerade deswegen) genoss ich mein Frühstück umso mehr. Die Sonne erstrahlte so heftig, dass mein aussen und innen total nasses Tarp (Tau und Kondensfeuchtigkeit) im Nu trocken war und der Quilt sowieso:

    Ich könnte hier noch einen Haufen Fotos anhängen, aber das würde wohl den Rahmen sprengen. Ein paar Bilder möchte ich dennoch noch anfügen:

    Ein paar Bilder der Flora dort, wo auf den ersten Blick nichts mehr wächst – eine Schönheit in Miniatur sozusagen:

    Zwei Bilder von der Fuorcla Pischa (2'867m ü.M.):

    Blick zurück nach Westen

    Blick nach Osten

    Und zum Schluss der Blick hinunter auf den Albulapass (2'312m ü.M.), wo ich mein (Zwischen-)Ziel erreicht hatte:

    Vom Montag bis heute war ich im Bündnerland (Kanton Graubünden), um ein Stück einer alten Idee zu verwirklichen:

    Um ins Engadin zu gelangen, muss man eine Bergkette überwinden (oder per Tunnel unterqueren). Von Nordosten nach Südwesten geschieht das über den Flüela-, den Albula- oder den Julierpass. Meine Idee bestand darin, die drei Pässe zu Fuss zu erwandern. Dazu würde ich nur selten unter 2000m ü.M. kommen und müsste Fusspässe überqueren, die bis fast 3'000m ü.M. reichen.

    Quelle: map.admin.ch

    Ich muss ehrlich sagen, ich habe mich etwas überschätzt respektive die Tour unterschätzt: Ich habe die Tour mehr oder weniger direkt vom Schreibtisch aus gestartet, habe mir die notwendigen Karten (1:25'000) auf mein Smartphone geladen, zur Sicherheit einen Kompass eingepackt und bin auf den Flüelapass gefahren. Dort bin ich am Montag um 15.30 Uhr gestartet.

    Das Wetter war die drei Tage soweit gut, aber insgesamt wirklich sehr heiss: Am Mittwochmittag auf der Fuorcla Pischa (2'867m ü.M.) konnte ich im T-Shirt gemütlich sitzen und picknicken. Jeden Abend fühlte ich mich echt erledigt ob der vielen Höhenmeter und der Hitze, und trotz Sonnenschutzmittel erlitt ich einen spürbaren Sonnenbrand an Armen, Beinen und im Nacken. So habe ich auf dem Albulapass beschlossen, die Tour für den Moment abzubrechen. Wenn die Freude, ein Ziel erreicht zu haben, beinahe von der Erschöpfung überdeckt wird, dann ist etwas nicht ganz im Lot.

    Doch warum erzähle ich das überhaupt hier im Hängemattenforum? – Da ich mein neues Tarp nicht nur für die Hängematte, sondern auch für die Nutzung am Boden gemacht habe, habe ich es – zusätzlich zum Zelt – eingepackt. Ich wollte wenigstens eine Nacht unter dem Tarp schlafen und herausfinden, wie sich das Schlafen unter dem Tarp am Boden für mich so anfühlt.

    Gesagt, getan, am Montagabend habe ich im Abstieg von der Grialetschhütte zum Dürrboden den Weg verlassen, den Bach überquert und mir eine flache Stelle zum Liegen gesucht.

    Das Gestein im Kanton Graubünden ist an vielen Orten eher brüchig, weshalb die meisten Alpweiden mit grösseren und kleineren Gesteinsbrocken übersät sind. Hier hat das Tarp seine Vorteile ausgespielt: Anders als beim Zelt, wo man fürs Setzen der Heringe relativ wenig Spielraum hat, ist man mit dem Tarp relativ flexibel, wo man die Heringe setzt. Man baut das Tarp einfach über dem gewählten Schlafplatz auf – je nach Wetter etwas mehr in die Höhe oder eher flach.

    Ich habe eher einen flachen Aufbau gewählt, weil es zum Zeitpunkt des Aufbaus ziemlich windig war.

    Um halb neun war ich soweit erholt, dass ich noch ein paar Meter die Wiese hoch ging. Da entdeckte ich – nur etwa fünfzehn Meter weiter oben – hinter einem Felsen einen noch flacheren und durch den Felsen windgeschützten Ort. Kurz entschlossen habe ich das Tarp kurz vor dem Eindunkeln noch umplatziert:

    Was für mich sehr gewöhnungsbedürftig war: Ich habe meine Isomatte direkt auf der Unterlegplane aufgebaut, einen Biwaksack hatte ich nicht dabei (in diesen fühle ich mich ohnehin eher eingeengt). So gänzlich ohne Schutz flattern einem immer wieder irgendwelche Insekten ins Gesicht oder landen auf der Matte und veranstalten dort – durch den prallen Resonanzkörper verstärkt – ein Summkonzert.

    Abgesehen davon ermöglicht so eine Übernachtung unterm Tarp aber eine wirklich einzigartige Aussicht:

    Übernachtung auf gut 2'400m ü.M.

    Ich muss allerdings schon zugeben: Gut geschlafen habe ich nicht und am Dienstagmorgen bin ich ziemlich gerädert aufgewacht. Von der Temperatur her war es mir aber mit dem 20°F-Deckquilt nicht zu kalt gewesen, schon fast eher zu warm. Ich hätte den Fleece-Pullover vielleicht besser als Kissen verwendet und bloss im T-Shirt geschlafen.