Hallo allerseits,
Ich habe kürzlich meinen Schweden-Urlaub mit einer (kurz-) Trekkingtour verbunden und dabei zum ersten Mal mit Hängematte übernachtet. Bisher hatte ich die XLC vor allem bei kürzeren, stationären Besuchen oder Overnightern im Einsatz. Längere (>1Woche) Trekkingtouren in Lappland bspw. Sarek, Padjelanta, Kungsleden hatte ich immer mit Zelt bestritten.
Diesmal konnte ich davon ausgehen dass es an Bäumen keinen Mangel geben würde und das etwas kleinere Packmass (im Vergleich zu Zelt) war mir sehr willkommen.
Als Karte hatte ich bereits im Vorfeld den Friluftsatlas Gästrikeleden 1:50.000 von Calazo bestellt. Im Naturkompaniet in Gävle habe ich dann noch die 1:50.000er Tyvek Karte für Gävle, Sandviken&Hofors gefunden und sie mir gegönnt, da diese im Gegensatz zum Friluftsatlas ein SWEREF Gitternetz enthält. Allerdings erst für die zweite Hälfte der Tour, da Lingbo und Åmot hier nicht mit drauf sind.
Die Anreise nach Lingbo ging problemlos über Gävle mit SJ und X-Tåg und ich bin gegen 1700 gestartet.
Kurz hinterm Bahnhof in Lingbo lud mich ein Pfad, der auch in der Karte verzeichnet war, zum mogeln ein. Ich wollte noch ein paar Km machen und war froh über jede Zeitersparnis. Bzw., ich wäre es gewesen, denn der Pfad verschwand im Nichts und ich bin statt 2,75km auf dem Wanderweg 2,5km durch wegloses Gelände marschiert und habe ordentlich Zeit verschwendet.
Irgenwann war ich dank Auffanglinie "Hochspannungsleitung" dann doch (stark verschwitzt) auf dem gut markierten Wanderweg und bin weitere 4-5 km gelaufen bis ich in Fällfäbodarna ankam. Dort war eine Quelle verzeichnet und ich habe meine Trinkflaschen aufgefüllt und bin noch etwas weiter gegangen bevor ich meine Matte aufgehängt hab.
Dabei hab ich mich über mich selber geärgert dass ich das nicht vorher nochmal geübt hatte, da es im beginnenden Regen und der Dämmerung unnötig kompliziert wurde.
Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung Mårdnästorp und Kroksjön und schnell wurde es mühsam. In der Region gab es vergangenen Winter den Sturm "Johannes", durch den Hektarweise Bäume hin gelegt wurden.
Das war mit dem grossen Rucksack natürlich schwer oder gar nicht zu überklettern, also ging das Wandern zeitweise im Zickzack um Baumkronen und Wurzelteller oder in grossen Bögen um die Kalamitätsflächen herum. Das kostete viel Zeit, so dass am Ende des ersten (ganzen) Tages nur etwa 13km auf der Haben-Seite standen, zumal immer wieder dicht bewachsene Verjüngungsflächen zu überqueren waren, in denen weder eine da Pfad noch Markierungen zu finden waren.
Auch wenn es nur ein paar Dutzend Meter sind, hier ging ohne Kompass nichts...
Da hatte jemand richtig Pech..
Ausser Auerhähnen und anderem Flugwild habe ich auf der ganzen Tour keine weiteren Tiere gesehen, wahrscheinlich auch, weil ich besonders in unübersichtlichen Bereichen absichtlich laut war. Ich wollte unbedingt eine Begegnung mit überraschten Bären vermeiden...
Brunnen in Mårdnästorp. Zum Glück waren auf der Karte Quellen und Brunnen eingezeichnet. Nicht alle waren nutzbar und das Wasser in den Seen konnte man eigentlich immer trinken. Aber es gab immer einige Abschnitte, wo für einige Kilometer kein Trinkwasser verfügbar war.
Am Mosjön gab es einen Bootsanleger, den ich als Badesteg benutzt hab. Leider war das erfrischende Erlebnis schon 30 Minuten später vergessen, da das Gelände echt schwierig war. Die letzten Kilometer über den Kroksjöberget waren wirklich buschig und führten durch einen Windpark, der natürlich einen harten Kontrast zur sonst recht wilden Waldlandschaft darstellte...
Am frühen Abend kam ich dann am Kroksjö an und schlug neben einer Schutzhütte mein Lager auf.
Zum Glück wieder mit Tarp, denn um 0100 nachts sollte es noch ein ordentliches Gewitter geben...
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Åmot, wo ich auf einer der Schotterstrassen einen Abzweig verpasste. Aber als ich das feststellte fand habe ich mich dafür entschieden drauf zu bleiben und etwas Zeit gut zu machen, die ich Vormittags und am Tag vorher zwischen Wurzeltellern verschwendet hatte...
In Åmot wurde dann etwas Zusatz-Verpflegung beschafft...Die Trekkingmahlzeiten, Instantkaffee und Haferflocken mit Milchpulver waren zwar ausreichend vorhanden, aber bei den Wegen und >22°C wurde eins klar: Ich brauch abends Fett, Kohlenhydrate und vor allem ein Bier...
Die zwei in der Karte verzeichneten Quellen/Brunnen südlich von Åmot waren nicht nutzbar. Eine war unter Bäumen begraben und die zweite zwängte sich zwar zwischen einem halben Dutzend Wurzeltellern durch, aber als ich meine Flaschen füllen wollte bemerkte ich einen ziemlichen Gestank und fand einen grossen Haufen Bärenlosung im nassen Moos direkt an der Quelle.
Der Wanderweg südlich von Åmot wurde aber deutlich besser. Ich vermute dass es daran lag, dass hier der "richtige" Gästrikeleden (Rundweg) durchführt und der Weg streckenweise auch als Mountainbike-Tour beworben und ausgeschildert war.
Am Kolartorpen am Måcksjöberget war dann ein Brunnen ausgeschildert die nicht in der Karte verzeichnet war. Herrlich...
So erfrischt liefen die letzen drei Kilometer bis zum Stora Abbortjärnen wie am Schnürchen und abends waren ca 20km geschafft.