Hängemattenbäume heranziehen

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  • Bäume sind ja im weitesten Sinne Gestelle :D

    Im "Was hast du heute so gemacht" thread kam das Thema auf, ich dachte aber, wir holen das da mal raus und machen es separat.

    bogus und TightNight hatten schon was zu dem etwas frühen Schnitt von jenshelge s Bäumen gesagt, vielleicht ist das Thema ja hier durchaus allgemein interessant, deshalb noch ein paar Details:

    Gehölzwachstum läuft so ab, dass in der ersten Jahreshälfte Längenwachstum stattfindet, der Baum macht "Wasserschosse" (kennen manche vielleicht von Apfelbäumen, ist nichts anderes als Neutriebe, also erst mal total gut). Die sind meist zunächst unverzweigt und noch weich und grün. So ungefähr jetzt, Ende Juni, Anfang August, wechselt das Wachstum von Längenwachstum auf Verholzung. Dickenwachstum eines Triebs beginnt dann erst im nächsten Jahr. Der Schnittzeitpunkt ist daher der entscheidende Faktor.

    Will man also möglichst schnell einen kräftigen und astfreien Stamm erzielen, entfernt man überzählige Äste im Spätwinter, also Mitte, Ende Februar. Dann fängt der Saft gerade an, wieder aufzusteigen, die Vorräte sind aber noch in den Wurzeln eingelagert und gehen voll ins neue Wachstum des Jahres - sprich der Austrieb konzentriert sich auf die nach dem Schnitt noch verbleibenden Knospen und Triebe. Dabei "astet man auf", entfernt also die Äste, die weiter unten am Stamm sind, lässt dem Baum aber oben ein paar lange Triebe, damit er munter weiterwachsen kann. Dabei sucht man sich den mittelsten und kräftigsten Trieb als Stammfortführung aus und macht ALLE ANDEREN Triebe etwas kürzer als den. Denn: Spitzenförderung: Was oben ist, bekommt am meisten Saft und wächst am kräftigsten.

    Soll der Baum an einer bestimmten Höhe eine Krone bilden, weil er zB in einem kleinen Garten auch nicht ZU groß werden soll, kürzt man die Triebe, die auf der anvisierten Kronenhöhe sind, ungefähr auf die Hälfte ein, um sie zum sich Verwezigen anzuregen.

    Ein Sommerschnitt bremst den Baum aus, weil sowohl Blattmasse also auch überhaupt alle in dem abgeschnittenen Teil enthaltenen Nährtstoffe dem Baum verloren gehen.

    Prinzipiell kann man auch im Herbst schneiden, dann ist aber das Risiko einer Pilzinfektion, die über die Schnittflächen in den Baum eindringt, größer, weil kein Saftfluss mehr ansteht.

    Soweit was ich dazu weiß.

    Viele Grüße

    Birthe

  • Moin,

    kurz meine Gedanken dazu. Was du schreibst ist richtig, m.M.n für einen 0815 Baum aber nicht zielführend. Wie ein Baum wächst wird durch Hormone, Licht und die Umgebung beeinflusst. Steht er im Schatte will er ins Licht. Steht er im Wald will er in die Höhe (auch zum Licht) usw...

    Die Krone bildet er von ganz alleine. Dabei wächst die Spitze immer am kräftigsten da am meisten Hormone (Auxine) in den Knospen angelegt sind.

    Einen Leitast herausarbeiten und eine Saftwaage "anlegen" ist eine Technik aus dem Obstbaumschnitt, um sich erst den Baum vernünftig zu erziehen und später auf Fruchtertrag zu setzen. Dabei wir der Baum so aufgebaut, dass später viel Licht in die Krone fallen kann und die Früchte optimal heranreifen können.

    Da wir aber nur einen Hängemattenbaum benötigen spielt das nach meiner Auffassung alles keine Rolle. Die Energie des Baumes ist in jedem Blatt, jedem Ast, dem Stamm und den Wurzeln gespeichert. Um das alles versorgen zu können besteht ein ständiger Austausch.

    Auszug aus Google.

    3. Versorgung und Wachstum

    Der Stamm und die Äste leiten nicht nur das Wasser, sondern sind auch die Transportautobahnen für Nährstoffe. Der Transport verläuft in zwei Richtungen:

    • Nach oben: Im Splintholz (äußerer, junger Teil des Holzes) fließt das Wasser mit den gelösten Mineralien aus den Wurzeln.
    • Nach unten: Im Bast (der Schicht direkt unter der Rinde) wird der in den Blättern produzierte Zucker in den gesamten Baum transportiert, um ihn zu ernähren.
    • Das Kambium: Diese dünne Wachstumsschicht zwischen Splintholz und Bast teilt ständig Zellen. Nach innen entstehen neue Holzzellen (die Jahresringe), nach außen neue Rinde.


    Werden nun bestehende Äst abgeschnitten, muss sich der Baum neu ordnen und das Wachstum verzögert sich. Schlafende Knospen werden aktiviert und nach 4-6 Wochen werden neue Triebe sichtbar. Ist das gewünscht?

    Ein Aufasten des Stammes ist nicht nötig, wir wollen ja keine Hobelware ohne Asten produzieren. Der Baum soll schnell verdicken und groß werden, dazu nimmt er bestenfalls alles was er hat. Wenn Äste stören (z.B beim Rasenmähen oder so) kann man die natürlich im Frühjahr kappen, aber für den normalen Zierbaum ist das keine Notwendigkeit.

    Zusammenfassend produziert ein Schnitt neuen erstmal neuen Austrieb und im Kronenbereich Feinverzweigung (wenn er richtig gemacht ist). Dafür wird das Wachstum aber auch zeitweise gebremst. Ich würde vom regelmäßigen Schnitt dazu übergehen, alle paar Jahre hier und da mal etwas auszuputzen. Im großen und ganzen würde ich den Baum allerdings erstmal Baum sein lassen und in Ruhe Zeit zum wachsen geben.

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