Vom 23. bis zum 25. Oktober 2023 war ich auf dem Silverleden nördlich von Örebro, Schweden unterwegs. Der Silverleden ist ein Weg, der durch eine ehemalige Bergbauregion führt, in der man bereits im 16 Jahrhundert Silber und auch Erz abgebaut hat. Bis heute sind viele der Gruben zu sehen, die jedoch meist mit Wasser gefüllt sind. Andere Stollen sind wiederum waagerecht in den Berg gehauen worden, wobei man den Silberadern gefolgt ist. Auf dem Weg kommt man also immer an Gruben oder Stollen vorbei, die jedoch i.d.R. durch Zäune gesichert sind.
Entsprechend hat dieser Weg auch einige Höhenmeter, was ihn zusätzlich interessant und in Teilen auch herausfordernd macht. Der Silverleden ist gut markiert und nur an sehr wenigen Stellen war ich froh, dass ich mir vorher den GPX Track in OSM geladen hatte (z.B. hier: https://swetrails.com/sv/route/Silverleden [31.10.2023]). Darüber hinaus gibt es eine PDF, in der die Vindskydd (Windschutzhütten) und Rastplätze eingezeichnet sind. Eine Übersicht findet man auch hier: https://vindskyddskartan.se/en/trails/Silverleden [31.10.2023]. Die Vindskydd sind übrigens in einem hervorragenden Zustand, so wie ich sie selten gesehen habe. Viele haben Bänke und Tisch, in jeder lag fertig vorbereitetes Feuerholz und manche waren sogar richtig gedeckt. Da steckt bestimmt viel Liebe und Engagement derer drin, die sich um den Trail kümmern. Die 20 sek/Tag (ca. 2 Euro) für Menschen über 16 Jahre bezahlt man da gerne.
Drei Tage hatte ich, um die ca. 65 km zurück zu legen. Mein Basisgewicht betrug ca. 8 kg. Hinzu kamen ca. 2 kg für das Essen und noch einmal 1,25kg für meine Wasserflasche. Das Wasser aus den Seen habe ich so getrunken, bzw. i.d.R. vorher ja abgekocht, wenn ich mir einen Kaffee gemacht habe oder es für Porridge (morgens) oder mein Abendessen brauchte.
Das Wetter war eher mäßig, d.h. bedeckter Himmel, leichter Nieselregen, Temperaturen zwischen -1 und 4 Grad Celsius. Am dritten Tag hatte es in der Nacht zuvor leicht angefangen zu schneien. Die Nächte waren recht lang, da die Sonne gegen 18 Uhr unter- und erst gegen 8 Uhr wieder aufging.
Am 23. Oktober bin ich gegen 10:30 Uhr losgelaufen. Geparkt hatte ich am Rand von Hällefors auf einem Gelände, welches so eine Art Startpunkt für Langlauf im Winter zu sein scheint (Hurtigtorpet). Los ging es dann in Richtung Norden. Meine erste Nacht habe ich am Södra Svensken verbracht. In der Nacht klang es so also ob in der Nähe ein Rudel Wölfe unterwegs sei. Irgendwann fiel mir dann ein, dass ich kurz zuvor auf einem nahegelegenen Hof einen Husky gesehen hatte.
Am nächsten Tag bin ich dann bis zur Svenstjärn Vindskydd gelaufen. Wieder sehr gut in Schuss und sehr schön gelegen. Leider gibt es hier eine Reihe von toten Bäumen, die in unmittelbarer Nähe des Windschutzes stehen. Dieser und auch der dritte Tag waren geländemäßig am anstrengendsten. Dennoch war ich am dritten Tag schon wieder um 14:00 Uhr beim Auto. Ich gebe zu, dass ich am Ende mir den letzten Schlenker gespart habe und den Weg direkt durch Hällefors zum Auto genommen habe. Dabei habe ich circa 3km abgekürzt.
Wenn man von Osten nach Hällefors reinkommt, gelangt man durch den ältesten Volkspark Schwedens. Ein Hüttenbesitzer hatte diesen für seine Arbeiter und deren Familien anlegen lassen. Von einer Infotafel erinnere ich noch, dass er damit wohl zu einer Art Vorreiter wurde, da sich solche Volksparks in Schweden erst 100 Jahre später durchsetzten.
Unterwegs war ich mich meinem Exped Lightning 45. Geschlafen habe ich in meiner 12‘ SLD TrailLair aus MTN XL 1.7, meinem HammockGear Incubator (950FP, -12 Grad) und meinem 12‘ DIY Custom Tarp. Als TQ hatte ich einen Cumulus Taiga 480 dabei. Mitgenommen hatte ich ebenfalls meinen DIY UQP und auch meine DIY GearHammock. Gekocht habe ich mit meinem Toaks 1350ml Topf und Titan Cone mit SBF Spirituskocher. Den Spiritus habe ich in einem 500ml Nachfüllpack von Frosch mitgenommen, jedoch nur ca. 200ml (hat dicke gereicht).
Um alles wasserdicht zu verpacken, hatte ich im Vorfeld einen Hersteller von Spänesäcken angeschrieben und freundlich um ein Muster gebeten. Dieser war mit 200my eigentlich zu dick und mit 174g auch etwas schwer, aber er hat super funktioniert. Eigentlich hatte ich dem Hersteller dafür eine Postkarte versprochen. Leider hatte das Postamt schon geschlossen, so dass ich mein Versprechen nun nicht einlösen konnte.
Vermisst habe ich meine Gamaschen. Immer wieder bin ich durch höheres Gras laufen, so dass meine Hose im unteren Bereich schnell nass war. Das war nicht so schlimm. Blöd war nur, dass meine Wandersocken so eine Art Dochteffekt entwickelt haben, so dass ich bald nasse Füße hatte.
Ich kann den Silverleden weiter empfehlen. Getroffen habe ich unterwegs niemanden, aber damit hatte ich Ende Oktober und unter der Woche auch nicht mit gerechnet.
Und hier sind nun endlich die Fotos:
Es gibt hier wirklich viel Forstwirtschaft:
Überreste einer früheren Zeit:
Ausblick vom Ugglekullen:
Übernachtungsplatz (erste Nacht):
Abendessen:
Blick nach dem Aufwachen:
Weiter geht es. Hier durch eine moorige Landschaft:
An die Grube kam ich nicht ran. Aber der Abraum war beeindruckend:
Hier hinter war ein Raum. Wozu er mal genutzt wurde? Keine Ahnung.
Weitere Überreste vergangener Tage:
Hier kann man Stein sehen, um den sich die Bergarbeiter herum gegraben haben, da er wohl keinen Ertrag versprach.
Einer der wenigen Sonnenmomente:
Rastplatz für Nacht Nr. 2:
Am Morgen danach:
Wieder unterwegs. Blick in einen Stollen:
Letzter Rastplatz vor Hällefors:
Noch einmal geht es durch ein mooriges Gebiet:
In Hällefors:
Und hier der Bridgeclub von Hällefors ![]()