Herrliche 5 Tage lang den Harzer Klosterwanderweg von Goslar nach Quedlinburg gewandert. Zunächst wurde zweimal in der Hängematte genächtigt und dann aufgrund einer Unwettervorhersage (Gewitter) einmal im Hotel. Die vierte und letzte Übernachtung erfolgte dann wieder in der Hängematte, die aufgrund bis dahin völlig ungeeigneter Umgebung auf den allerletzten Drücker noch erfolgreich aufgehängt werden konnte. Plan B, nach 23 km Fußmarsch bei 30 Grad im Dunkeln mit Stirnlampe nochmal 7 km drauflegen und ein Hotel im nächstgrößeren Ort aufzusuchen, wurde somit zum großen Glück vermieden.![]()
Auf der Wanderung übrigens eine tolle Location gefunden, die sich ggf. für ein Hängemattentreffen sächsisch-anhaltinischer und niedersächsischer Hänger anbieten könnte. Mit Hängeplätzen in feinster Umgebung versteht sich. Gehe dem mal nach. ![]()
Zwei Dinge sind bei mir nach diesem Trip hängen geblieben.
Erstens ist es gelegentlich gar nicht so einfach ein ruhiges nettes und halbwegs gut zugängliches Plätzchen zu finden, wo sich richtig schön ruhig und ungestört abhängen lässt. Viel zu viele Straßen, nächtlicher menschgemachter Lärm, und wenn's waldig wird Jägerstände und Hochsitze en masse.
Zweitens sind die paar Gramm von den Dutch Beetle Buckles total wumpe, wenn man aufgrund der Temperaturen sowieso gezwungen ist ca. 3-4 Liter Wasser im Rucksack mitzunehmen. Also - im Hochsommer kommen die definitiv und ohne einen Gedanken des Zweifels bei mir mit. ![]()
Spaß beiseite: Unsere beiden Rücksäcke lagen jeweils so ca. bei 9 kg zzgl. Wasser und Nahrung. Nix für UL-Freaks also, aber für uns ließen sich die ca. 110 km damit trotzdem gut bewältigen, auch wenn die Füße am Ende der Wanderung (r)echt platt waren. Viel zu trinken, jeweils ein schönes Stühlchen und ein zweites Paar leichte (Barfuß-)Schuhe hatten wir sogar auch noch ganz ganz luxuriös dabei. Ansonsten eher wenig, aber eben Hängematte, UQ, Tarps. Ein bißchen Apotheke, Kaffee, Not-Energieriegel. Klamotten aufgrund des Dauerhochs eher minimalistisch. Wetter war wirklich bombe, aber an vier Tagen tatsächlich so heiß und ohne Einkehrmöglichkeiten, so dass wir wirklich viel Flüssigkeit zum Trinken und Erfrischen mitschleppen mussten. Der Wasserfilter kam später auch zum Einsatz, aber auch da muss ja erstmal ein halbwegs geeignetes Gewässer gefunden werden. Die fließende Bode ist jedenfalls durchaus zu empfohlen. Sehr erfrischend und delikat! ![]()
Übrigens hatte auch das Warbonnet Minifly tagsüber beim Wandern einen ersten halbwegs ernstzunehmenden Einsatz. Während der vorletzten Tagesetappe im Niemandsland längs der Bode zog plötzlich ein dreiviertelstündiges und mächtiges Gewitter auf und das Tarp musste als Not-Regendach herhalten. Kaum war es aufgehängt, da pladderte es bei starker Böe bereits richtig ordentlich los. Mit einer Hängematte darunter hätte es echt "eng" bzw. nass werden können, was den Regenschutz angeht, zumal es ordentlich windig war und das Wasser am Boden vom einschlagenden Regen wieder hochgespritzt ist. Mit einem guten Händchen für die richtige Aufhängung des Tarps bestimmt machbar, aber ein wenig Reserve oder Alternative ist für einen Beginner wie mich wohl nötig. Thunder!!!fly - ich brauche Dich wohl auch noch. ![]()
Nachfolgend einige optische Eindrücke von der Tour.
Start in der Ü1000-jährigen Kaiserstadt Goslar:
Einige Streckenabschnitte des Harzer Klosterwanderweges entsprechen dem Fernwanderweg E6:
Bei über 30 Grad und ohne Schatten durch die Kornfelder. Schön und schweißtreibend.
Ein toller Ausblick aus der Ferne auf das Kloster Gut Grauhof:
Peru? Nein. Nur der Brocken mit 1141 m Höhe im Harz:
Anmarsch auf Kloster Wöltingerode nahe Vienenburg mit Hofladen und Restaurantbetrieb:
Spuren und Zeitzeugen der damaligen Grenze, von denen es hier viele zu entdecken gibt:
Lagerplatz für Übernachtung Nr. 1. Glücklicherweise eine halbwegs adäquate Stelle gefunden:
Ein bereits betagterer und weiterer Zeitzeuge am Wegesrand:
Ein magischer Platz am Harzrand. Stehenbleiben, schauen, staunen:
Eines der zahlreichen kleinen und stillen Örtchen, die auf der Wanderung durchquert werden:
Oben auf dem Berg ein unglaublich toller Platz zum Hängen:
Blick auf Benzingerode. Wer faul ist, wandert einfach weiter unten. Wer beim Auf und Ab schwitzt, der wird fürstlich belohnt:
Kloster Michaelstein:
Das Hamburger Wappen. Weiteres Highlight nach toller Kammwegkraxelei ab Großvaterfelsen in Blankenburg:
Burgruine Stecklenberg oberhalb von Stecklenberg:
Blick auf Stecklenberg beim Aufstieg zur ...
... Burgruine Vorburg Lauenburg mit ihren alten Mauern und tollen Fotomotiven:
Lagerplatz Nacht Nr. 4. Am nächsten Morgen nochmal schnell abgelichtet, bevor auch die letzten Spuren beseitigt wurden:
Zielort Quedlinburg mit dem tollen Stadtteil Münzenberg mit seinen kleinen Gassen und Häuschen: