Bruchlast bei Gurten doppelschlaufig/ Treehuggern

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  • Ich stimme gerade meine Ausrüstung ein wenig besser aufeinander ab. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich recht gut weiß, wie sich das Spleißen bei einem Dogbone oder einer Whoopie-Sling auf die Bruchlast auswirkt - mir aber Wissen fehlt, was meine Gurte angeht. Wenn ich also einen normalen Polyestergurt nutze mit einer Bruchlast von 750daN und dort am Ende zwei halbwegs großzügige Schlaufen halbwegs robust nähe - wie verändert sich die Bruchlast?

    EIn paar Hypothesen:

    - Die Bruchlast reduziert sich, weil die Stiche die Haltbarkeit des Gurtes reduzieren.

    - Die Bruchlast reduziert sich, weil die Nähte zwar die Haltbarkeit des Gurtes selbst nicht herabsetzen - die Naht an sich aber die Schwachstelle darstellt.

    - Die Bruchlast bleibt gleich. Die Stiche der Nadel haben keine Auswirkung. Die Naht bildet zwar eine Schwachstelle - da der Gurt an der Stelle aber doppelt geführt wird, wirkt sich das nicht aus.

    Stimmt eine Hypothese? Und wenn ja, was bleibt von meinen 750daN übrig?

    • Offizieller Beitrag

    Solange das Garn der Naht die Scherkräfte aufnehmen kann und beim Nähen das Gurtmaterial nicht beschädigt wurde, sehe ich keinen Grund für eine Minderung der Belastbarkeit.

    Also reißfestes Garn nehmen, genug Durchstiche (ausreichende Nahtlänge) und eine Nadel nehmen, die die Fäden des Gurtbandes nicht durchstanzt, sondern sich an ihnen vorbeischiebt!

    Omnia vincit lectulus pensilis.

  • WENN das fachmännisch ausgeführt wird...

    reduziert weder Naht noch Garn die Mindestbruchlast.

    Die Nadel ist eine Verdrängernadel. Sie schiebt die Fasern des Gurtes beiseite.

    Nimmt man aber eine Nadel, die bereits Kontakt mit der Stichplatte hatte und deren Rundspitze scharfkantig wurde,

    rupft man damit bei jedem Stich etwas der Fasern ab.

    Das hört man aber. Fapfapfapfapfap....

    Das Garn sollte zur Nadel, dem Öhr und der Anwendung passen.

    Man kann von einem 120er Allesnähergarn in einer 80er Microtex Nadel nicht erwarten,

    dass eine technische Riegelnaht möglich ist die hält.

    Hier wird oft mit Multifilamentgarn Stärke 20 oder 30, 110er Nadeln und speziell programmierten Riegelautomaten genäht.

    Mehrere Balkenriegel hintereinander oder ein Hausdesnikolaus, Couvertnaht.

    Jeweils IMMER Anfangs und Endverriegelt.

    Eine Naht reduziert die MBL nicht.

    Das Gurtband wird an anderer Stelle reissen, nicht an der Naht.

  • Danke, damit kann ich planen. Selbst wenn ich es nicht perfekt nähen kann, dürften "3000 Pound"-Straps von Dutch zu robust bemessen sein, wenn man gleichzeitig eine Whoopie-Sling aus 2,5mm Dyneema nutzt.

  • Höhrt sich viel an 3000 Pfund.

    Sind 1360kg?

    Da gibts eine Formel, bei welchem Winkel, wieviel Kilo auf den Anschlagspunkt lasten.

    Ich behaupte mal, das Doppelte Körpergewicht um einfacher zu rechnen und dynamische Spitzen wie beim rein legen, mit einzubeziehen.

    Also 200kg pro Seite.


    Das Problem ist nicht die Naht.

    Die Naht ist Dein Freund.

    Ultraviolette Strahlung und der Knoten bzw. Schlaufe sind der Feind.

    UV zerstört das Band über die Jahre. Sieht man gut bei Rot oder anderen Signalfarben.

    Es wird porös und bricht, reisst aus heiterm Himmel.

    Im Vergleich eine brechende Naht kündigt sich an.

    Schluss aus zuviel, ich spiel knack nicht mehr knack knack mit. Ihr knack mich mal. Raaaatsch.

    Die Schlaufe.

    Ein lieber Forenkollege hat mal eine super Anleitung gemacht. Die wurde sogar von Sacki in einem Video übernommen.

    Nicht wissenschaftlich mit Werten und Winkeln, aber deutlich erklärt.

    Da kannst noch so ne tolle superstronge Naht nähen und das superduperdutchige Band kaufen,

    ziehst Du das Band ungünstig zu, kanns zu oberflächlichen Verbrennungen, Verschmelzungen allein durch die Reibung kommen.

    Selbst erlebt da dies auch ein Thema beim Klettern ist.

  • Danke, damit kann ich planen. Selbst wenn ich es nicht perfekt nähen kann, dürften "3000 Pound"-Straps von Dutch zu robust bemessen sein, wenn man gleichzeitig eine Whoopie-Sling aus 2,5mm Dyneema nutzt.

    2.5er Dyneema hat eine Bruchlast von 580kg. Whoopies reduzieren das auf 70% => 406kg

    Jetzt noch den Sicherheitsfaktor 5 für Hängematten (20 wenn dein Leben dran hängt) und du landest bei 81.2kg Nutzgewicht.

    Ich nehme immer die 3mm (950kg/ 1150kg => 665kg/ 805kg => 133kg/ 161kg) und trage die 1.1g-1.5g mehr je Meter für langfristig ruhigen Schlaf gerne.

    Ich habe aber auch schon zu zweit mit ca. 130kg und 2mm (410kg => 287kg => 57,4kg) abgegangen.

    Da gibts eine Formel, bei welchem Winkel, wieviel Kilo auf den Anschlagspunkt lasten.

    Hier das ausführliche Video der Rope Rigging Academy

    Einmal editiert, zuletzt von RoyalHang (8. Januar 2020 um 22:13)

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