Nordsik Voss Tech Tarp

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  • Hallo,

    ich bin gerade bei Nordsik über das Voss Tech Tarp (Top oder Flop?!)

    gestoßen und finde das Tarp sehr innovativ.

    Das Tarp ist 260x220 und besitzt ein Reisverschluss und unzählige Abspannpunkte.

    Das besondere bei dem Tarp sind die Abspannmöglichkeit mit Liegefläche und Dach.

    Das Tarp besteht aus Polyamid Ripstock Nylon und macht einen stabilen Eindruck. (900g)
    Was denkt ihr darüber? Hat jemand sowas im Besitz oder Erfahrungen machen können.

    Mir ist klar das es eine Vollwertige Hängematte nicht ersetzen kann aber trotzdem finde ich die Idee janz jut. Bilder sind im Anhang. Haut in die Tasten…

    gruss Claude

    • Offizieller Beitrag

    Ich gehöre mit Sicherheit nicht zur Zielgruppe, und mir entgeht auch ganz einfach der Sinn solcher multifunktionalen Ausrüstung.

    Meine Gedanken dazu:

    • Mit 260cm x 220cm ist es als Hängematten-Tarp für 10' oder 11' GE Hängematten nur in der Diagonale nutzbar.
    • Für ein Diagonal-Tarp mit minimalistischem Wetterschutz ist es mit 830g verdammt schwer und mit einem Preis ab 160€ aufwärts sehr teuer. Für dieses Geld bekommt man halb so schwere Hängemattentarps mit deutlich mehr Wetterschutz.

    Die "Hängematten"-Funktion ist ein Gimmick:

    • So wie abgebildet braucht man 4 Bäume.
    • Der Liegekomfort dürfte dem eines Feldbettes und nicht dem einer Hängematte entsprechen.
    • Der Stoff ist beschichtet / wasserundurchlässig. Das heisst man schmort in seinem eigenen Saft.
    • Das integrierte Dach dürfte selbst bei Windstille und leichtem Nieselregen keinen ausreichenden Schutz bieten. Mindestens am Kopf- und Fußende kann der Regen auf die Liegefläche gelangen. Und dort sammelt er sich Dank der Beschichtung. Es ist also eine hängende Badewanne.

    Wie gut sich das Tarp für Bodenschläfer eignet kann ich nicht beurteilen. Ich würde es aber keinesfalls wegen der Hängemattenfunktion kaufen.

  • Nordisk blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, wie man hier nachlesen kann. In der Ära "CARAVAN" war dort ein junger Mann beschäftigt, der das innovative Zelt "Trip!" und dessen expeditionstaugliche Luxusvariante "Keb!" aus bisher unbekannten Materialien bastelte und damit "Outdoor-Legenden" schuf. Als CARAVAN sich mehr der Outdoormode widmete, machte der Zeltdesigner seine eigene Firma auf und ist damit bis heute erfolgreich.

    CARAVAN dagegen hatte aufs falsche Pferd gesetzt und ging im explodierenden Outdoormodemarkt sang- und klanglos unter.

    2005 kauften drei Leute den kläglichen Rest der Firma, benannten sie um und handeln nun mit eingekauften Produkten und Eigenproduktionen. Diese Eigenproduktionen haben teilweise erstaunliche Ähnlichkeit mit schon bestehenden Artikeln anderer Anbieter, sind aber meist preisgünstiger, weil aus nicht so extrem hochwertigen, und leichten, oft expeditionstauglichen Materialien - aber immer noch gut genug für den robusten Einsatz "normaler" Outdoor-Begeisterter.

    Das Konzept dahinter ist alt und hat sich schon bei Microsoft bewährt:

    Es reicht ein mittelmäßig gutes Produkt, wenn man ein sehr gutes Marketing hat. ;)

    Das Tarp besteht aus Polyamid Ripstock Nylon und macht einen stabilen Eindruck. (900g)
    Was denkt ihr darüber? Hat jemand sowas im Besitz oder Erfahrungen machen können.

    Ohne das Tarp zu kennen, würde ich sagen, es passt in das Konzept. Es gibt besseres, leichteres - aber teureres - Material. Es ist sicher ordentlich gemacht und für den "normalen Gebrauch" ausreichend gut.

    Aber bei dem Preis von knapp 200 € spielt es schon in der Hilleberg-Liga und da wird z.B. mit 4-7 mal wasserdichteren Stoffen gearbeitet: mind. 12.000 mm Wassersäule statt 3.000 mm. Das macht durchaus einen Unterschied, denn es kann sein, dass starker Regen als feinster Sprühnebel durch das Material durchschlägt. (zum Vergleich: bei Punktbelastungen, z.B. Knien auf einem Zeltboden, braucht man mind. 10.000 mm Wassersäule, damit die Nässe nicht durchschlägt und man gleich nasse Knie hat)

    Wenn du das Tarp auch mal als Unterlage für ein Picknick im nassen Gras nutzen möchtest, wirst du schnell einen nassen Hintern haben.

    Der Reißverschluss ist bauartbedingt nur wasserabweisend und wird bei starkem Regen Wasser durchlassen. Bei durchdachter Abspannung kein Problem, wenn das Wasser dann zum Rand hin abtropft. Auch Tarps ohne RV haben unzählige Aufbauvarianten, teilweise auch mit "Tür", die man wetterdicht schließen kann.

    2,60 m x 2,20 m wäre mir zu klein; ich finde ja mein Tarp mit 3 m x 3 m schon knapp bemessen.

    In dem Nordisk-Video wird das Tarp zwar als Hängematte benutzt (im Prospekt nur als Krankentrage), aber in der darauf folgenden Szene (0:49) sieht man deutlich den "Liegeabdruck" und das Tarp lässt sich nicht mehr glatt spannen. Das führt zu Beulen, die sich nicht mehr zurückbilden. Je nach Abspannsituation sammelt sich dann Regenwasser, das schnell eine enorme Gewichtslast aufbaut und das Material weiter dehnt.

    Mein (rein theoretisches) Urteil: Im Ansatz ganz gute Idee, aber noch nicht zu Ende gedacht. Der (zu) hohe Preis ist sicher den vielen Details und der Verarbeitung (z.B. umlaufendes Gurtband) geschuldet.

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