Hennessy Hammock Explorer Ultralight Asym Zip - Test

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  • Hallo Leute,

    nachdem ich mir ja von einem Bekannten die Hennessy Hammock Explorer Ultralight Asym Zip relativ günstig ergattern konnte, hab ich heute mal die Gelegenheit genutzt und die Matte einem Kurztest unterzogen.

    Die Verarbeitungsqualität kann sich sehen lassen. Die Nähte schauen sehr sauber vernäht aus und alles sitzt da wo es sein soll. Meine Matte hat bereits Whoppislings installiert, die ellenlang sind. Für meinen Geschmack zu lange (ca. 3 Meter an jeder Seite). Der Stoff macht auch einen ziemlich robusten Eindruck.

    Negativ ist mir das Moskitonetz aufgefallen. Nicht weil es nicht dicht o.ä. wäre, sonder weil man es nicht komplett "zurückklappen"kann, so dass man ohne Mückennetz in der Matte liegen könnte. Man kann es zwar umschlagen, allerdings nur zu ca. 2/3. Das letzt Drittel steht dann ziemlich unter Spannung.

    Des Weiteren, und das ist viel schlimmer, gefällt mir nicht, dass ich in der Matte bisher keine richtige vernünftige Liegeposition gefunden habe. Durch den asymmetrischen Schnitt ist der Stoff in der Mitte meistens viel mehr unter Spannung als an den Rändern. Das hat für mich bis dato zur Folge, dass auf Höhe der Knie der Stoff in drückt. Mal mehr, mal weniger. Allerdings empfinde ich es bereits nach einer halben Stunde als unangenehm. Ich habe hiervon mal ein Bild gemacht

    Fußende:

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    Kopfende:

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    Ich habe mit X-verschiedenen Einstellungen (Aufhängungs- höhe, -länge, winkel, stramm oder schlaff spannen) versucht es so hinzubekommen, dass ich mich so in die Hängematte lege, dass die Druckstelle für mich nicht so unangenehm ist. Hierbei habe ich allerdings nur die Möglichkeit gefunden, die Füße über die Hängemattenseite ins Moskitonetz zu legen. Da hab ich allerdings meine Bedenken, ob das das Moskitonetz lange mitmacht.

    Kurzes Fazit: Für mich ist die Hängematte bisher leider nicht geeignet, da schlicht unbequem. Soweit zu meinem ersten kurzen Testbericht.

    Sobald ich wieder vollständig genesen bin, werde ich die Hängematte einem längeren Test unterziehen. Vielleicht finde ich für mich ja doch noch eine komfortable Position. Oder vielleicht hat von euch einer eine Idee was man da machen kann?

    • Offizieller Beitrag

    Die Hängematte selbst ist NICHT asymmetrisch geschnitten sondern ganz normal rechteckig. Nur das Netz ist "asym" um dir im Kopf- und Fußbereich mehr Platz zu geben. Wenn du das Netz abtrennen und auf den Boden legen würdest, sähe es aus wie ein Parallelogramm.

    Was du am Kopf- und Fußende siehst, ist die Faltung der Hängematte. Wie das gemacht ist kannst du hier nachlesen. Ich empfinde die Faltung als sehr angenehm und habe sie deshalb bei meinen DIY-Hängematten repliziert. Auf dem letzten Hängemattentreffen wo ich eine derart gewhippte Hängematte dabei hatte, fand jeder der darin Probe gelegen hat, dass die Matte bequemer war als normal geraffte Hängematten.

    Ich vermute, dass dein Problem einfach eine Calf Ridge - also eine "Wadenkante" - ist. Die hat jede Hängematte die aus einem Stoff gemacht ist, der sich zumindest etwas dehnt.

    Die Calf Ridge entsteht, weil dein Torso schwerer ist als deine Beine. Der Torso sinkt tiefer in den Stoff, und der Stoff wirft sich am Übergang zu den weniger belasteten bzw. unbelasteten Bereichen auf. Da du nicht gerade auf der Mittellinie liegst, sondern diagonal, liegt ein Teil deines Unterkörpers notgedrungen auf der Ridge. Aber zum Problem wird das erst, wenn die Ridge unter einem empfindlich(er)en Körperteil durch läuft. Bei den meisten Leuten ist das die Kniekehle oder der Unterschenkel. Um das Problem ohne Modifikationen oder Hilfsmittel zu beheben musst du deine Lage so verändern, dass die Ridge unter unempfindlich(er)en Körperteilen verläuft, und/oder der Druck auf eine größere Fläche verteilt wird.

    Um die Ridge unter die Oberschenkel zu verlagern müsstest du diagonaler liegen. Das geht leider nicht immer. Alternativ kannst du auch weniger diagonal liegen. Ein Zwischending ist es, wenn du dich etwas krümmst, so dass der Oberkörper angenehm diagonal liegt, der Unterkörper aber so weit auf einer Linie mit dem Po wie möglich liegt.

    Versuch mal, das Kopfende der Hängematte deutlich tiefer zu hängen als das Fußende. Meine Hängematten hänge ich meist mit einem Gefälle von 30cm und mehr auf. Dadurch rutschst du in der Hängematte mehr in Richtung Kopfende, und gewinnst am Unterkörper mehr Breite.

    Außerdem kannst du auch versuchen, den Stoff stramm zu ziehen. Wenn du in deiner endgültigen Position liegst, und die Calf Ridge spürst, winkel deine Beine an, stemme die Füße gegen den Stoff und rutsche mit Druck in die gestreckte Position. Dadurch wird die Ridge auseinander gezogen, und der Druck verteilt sich auf eine größere Fläche.


    Ich verwende ja auch sehr gerne ein Kissen oder einen Sack mit weichen Sachen (Ersatzklamotten) unter meinen Knien. Bei doppellagigen Hängematten schafft auch eine Isomatte zwischen den Lagen Abhilfe.


    Mein großer Kritikpunkt an den Hennessy Hängematten - abgesehen vom Gewicht und der unpraktischen Aufhängung - ist der Schnitt vom Moskitonetz. Das ist sehr knapp geschnitten, so dass im Fuß- und Kopfbereich in Netznähe wenig Platz ist, man also die Breite nicht ausnutzen kann. Bei einer so großen Hängematte wie der Hennessy Safari (die ich liebe - sie ist eine meiner bequemsten Hängematten) wirkt sich das nicht aus. Aber die kürzeren Hängematten macht es noch kürzer. Ich hatte mal die Gelegenheit in der Deep Jungle XL Probe zu liegen. Die ist angeblich 11' lang, fühlte sich aber deutlich kleiner als meine sehr knappe 10' Blackbird an.

    • Offizieller Beitrag

    Ich hatte bei meiner Expedition Asym Classic auch mit dem Calf Ridge zu kämpfen. Um den "Gebirgskamm" unter die Kniekehle zu bekommen, wo er mich am wenigsten störte, habe ich die Hängematte am Fußende etwa 30 cm höher aufgehängt und mich so diagonal es ging in die Hängematte gelegt. Das hatte aber den Nachteil, daß ich mit Kopf und Füßen am Mückennetz anstieß und ähnliche Befürchtungen wie Du bezüglich der Beanspruchung des Netzes hatte. So richtig bequem war sie für mich nie, vielleicht lag das auch daran, daß ich einen Zentimeter größer als die empfohlene Maximallänge von 6 Fuß bin. Durch das nicht abnehmbare Moskitonetz, was ich eigentlich nur sehr selten brauchte, fühlte ich mich eingeengt und habe die Hängematte schließlich wieder verkauft. Ein weiteres Problem war der eigentlich sehr durchdachte und bequeme Einstieg von unten, wenn es an die Wärmedämmung ging. Isomatte in der Hängematte war ein ewiges Gefummel und der speziell für die HH benötigte Underquilt war mir zu teuer und unflexibel.

    Für etwas kürzere Soldaten ist die HH in den Tropen sicher ideal. Robuster Stoff, relativ einfacher Aufbau für ein Hängemattensystem und durch das All-in-One keine Gefahr, daß man was vergißt oder verliert. Eben so, wie es beim Militär gebraucht wird. Der Soldat ist das Schleppen gewöhnt und jammert nicht gleich, wenn er durch das sehr knappe Tarp doch einmal etwas naß wird.

  • Shug hat auf YouToube genau zu meinem Problem - Calf Ridge - ein Video eingestellt. Vielleicht hilft's jemanden, ich hab auf jedenfall nochmal einen Tipp mitnehmen können, den ich ausprobiere. Der Link zum Video hier:

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