Eine Reisehängematte selber nähen, das ist gar nicht schwer.
Brauche ich hierfür Näh-Skills? Nein! Ich habe meine erste Hängematte auch ohne irgendwelche Nähfähigkeiten angefertigt und selbst wenn Ihr schief und krumm mit zwei linken Händen näht, wird eure Hängematte halten. Macht euch keine Sorgen, es wird nichts schief gehen.
1. Auswahl des Hängematten-Typs
Zunächst sollte man sich Gedanken machen, welches Hängemattenmodell man selber machen will. Soll es eine Bridge-Hammock sein, oder doch eine Banana-Hammock?
In einer Bridgehammock spart man eine Menge Stoff, dafür kommt hier das Gewicht für das Gestänge oben drauf. In der Brückenhängematte liegt man gerade, sie biegt sich nicht durch.
Die Bananen-Hängematte biegt sich beim Aufhängen durch. Hier schläft man diagonal um möglichst gerade zu liegen, ansonsten würde man Schmerzen bekommen. Die Gelenke werden hierbei überdehnt, besonders die Knie.
2. Welche Funktionen und Eigenschaften soll die Hängematte haben?
Soll die Hängematte einlagig oder doppellagig werden?
Wollt Ihr Taschen haben? Soll das Moskitonetz abnehmbar sein? Wie soll der Einstieg gelöst sein? Ist das Moskitonetz rundherum zu öffnen oder nur von einer Seite? Will ich eine Fußbox einnähen?
Wenn Ihr ein Quilt nutzt oder mit einer Evazote campen geht, dann reicht eine einlagige Hängematte aus. Wenn Ihr eine aufblasbare Luftmatratze nutzen wollt, dann solltet Ihr zu einer zweilagigen Hammock greifen. Hier habt Ihr nun die Möglichkeit die Luftmatratze zwischen die zwei Lagen zu schieben. So sollte die Matratze nicht verrutschen.
Manch eine Isomatte verrutscht aber trotzdem. Entweder Ihr macht euch Stopper an die Matte oder Ihr näht von beiden Enden die Hängematte weiter zu und lasst eine für die Matratze geeignete Öffnung frei. Zwei Lagen sind aber nicht nur für die Isolation vorteilhaft, sondern machen die Hängematte auch bequemer. Der Nachteil ist das zusätzliche Gewicht.
3. Welchen Stoff brauche ich?
Im Grunde könnt Ihr jeden Stoff verwenden, der euch trägt. Natürlich empfiehlt es sich für eine Reisehängematte extrem leichten und stabilen Stoff zu nutzen. Hierzu zählen Ripstop Nylon, Nylon und Polyester. Ich habe neulich einen Stoffrestposten Polyester für 1-Euro pro laufenden Meter erstanden und daraus eine tolle Hängematte für zu Hause gemacht.
In der Regel sind die besseren Hängematten aus Ripstop Nylon, umgangssprachlich auch Fallschirmseide genannt. Hierbei ist darauf zu achten das richtige Gewicht zu wählen, auf die Breite des Stoffes zu achten und die Tragkraft. Die Komfort und Stärken von Materialien kann man auch hier nachlesen. Die Grafik ist sehr gut und wahrheitsgemäß angefertigt:
http://www.dream-hammock.com/ComfortRating.html
Die meisten Standard-Ripstop Rollen sind 1,50 breit. Wenn Ihr die Möglichkeit habt ein breiteres Stück zu ergattern, dann greift zu ![]()
4. Welche Nadeln brauche ich?
Perfekt ist es bei dünnen Ripstop mit einer Microtex-Nadel zu nähen aber Ihr könnt auch mit einer Standard-Universalnadel nähen.
Wie kann ich anfangen?
5. Jetzt geht es los.
Hier eine extrem gute Videoserie zum Thema Hängematte selber nähen von Dave Xtrekker. Vielen Dank Dave, nach dieser Anleitung habe ich meine erste Hängematte genäht. Dave näht hier eine Banana-Hammock:
den Hängemattenkörper nähen 1-lagig
den Hängemattenkörper nähen 2-lagig
die Ridgeline und die Aufhängung anbringen
Hier seht Ihr wie Derek Hansen von Ultimate Hang ohne zu nähen in 3 Minuten eine Hängematte selber macht. Das kann wirklich jeder!
Hier ein Video, welches nicht ganz so schön ist, wie die Serie von Dave Xtrekker aber mit einigen zusätzlichen Tricks:
https://www.youtube.com/watch?v=P6Mt1piDSgA (Anmerkung: Das Video existiert leider nicht mehr.)
Nun kommen wir noch zur Bridgehammock. Hier eine Videoanleitung wie Hikingdad eine Bridge-Reisehängematte näht:
https://www.youtube.com/watch?v=XXlS...l_S5KtKqPH0AV3
Ich wünsche euch viel Spaß mit eurer ersten selbstgemachten Hängematte und freue mich über Kommentare und Anregungen.
Wichtig:
Die Enden des Stoffes müssen nach dem Schneiden angeschmort werden, da euch sonst der Stoff ausfranst. Das könnt Ihr mit einem Teelicht machen oder mit einem Heissschneider.
Der Rand wird immer gesäumt (2mal umgeschlagen).
Vergesst nicht beim Nähstart nach 3-5 Stichen, die gleiche Anzahl an Stichen im Rückwärtsgang zurück zu nähen, so sichert Ihr die Naht.