- Offizieller Beitrag
Wie heißt es so schön? Dumm kann man sein, man muss sich nur zu helfen wissen
Es ist sicher schon jedem so ergangen, dass er beim Camping/Wandern/Bushcraften/Draussensein einen wichtigen Ausrüstungsgegenstand vergessen/verloren hat und sich anderweitig behelfen musste. Ich bin auf Eure Erfahrungen gespannt und möchte gleich mal mit einem Bericht anfangen.
Ich hatte vor, eine neue Hängematte zu testen und suchte mir in leichter Hängemattennutzerüberheblichkeit einen Wald aus, der für's Bodenschlafen richtig ungeeignet war. Ziemlich langer Fußmarsch, dafür schön abgelegen. Steile Hänge, am Boden uneben und felsig. Kaum eine Stelle, an der man vernünftig sitzen konnte.
Bis in die Dämmerung hinein habe ich gebastelt, geschnitzt, mir auf dem Hobo ein Süppchen gekocht und die Stille genossen. Es wurde dunkel und ich wurde müde. Zeit die Hängematte aufzuspannen. Einen Baumgurt angebracht, den anderen angebracht, ein Seil an Baumgurt und Hängematte befestigt, das andere Seil ... Wo ist das andere Seil? Bestimmt im Beutel mit dem Paracord. Aber wo ist der? Zu Hause. Was tun? Alles wieder einpacken und im Dunkeln den weiten Weg zurücklaufen?
Da fiel mein Blick auf einen etwa 2 m langen Ast. Perfekt! Die Seitenäste abgesägt, Ast durch die Schlaufen des Baumgurtes gefädelt. Passt. Die Stummel der Seitenäste verhindern ein Durchrutschen. Astgabel am anderen Ende in die Schlaufe der Hängematte eingehängt. Nun hing die Hängematte zwar etwas schräg, das Fußende ein bißchen zu hoch, aber sie hing. Perfekt!
Nach einer ruhig durchschlafenen Nacht wollte ich im Morgen mein Kunstwerk fotografieren. Dumm war nur, daß das Smartphone ebenfalls im Paracordbeutel steckte. Der war ja aber zu Hause geblieben. So blieb der Ausflug zwar ohne Foto, dafür aber mit der Erfahrung, daß es immer eine Möglichkeit gibt, nicht auf dem Boden schlafen zu müssen.